Livewetten in der Schweiz – wer sie anbieten darf und was sie kosten

Updated Oktober 2026
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Eine Livewette wird nicht vor dem Anpfiff entschieden, sondern Sekunden, bevor der Ball im Netz liegt – oder eben nicht. In der Schweiz ist das kein Graubereich. Es ist ein klar geregelter Markt, in dem nur zwei Veranstalter überhaupt eine Bewilligung haben: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer darüber hinaus bei einem ausländischen Anbieter spielt, bewegt sich ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens; die Konsequenz reicht vom fehlenden Spielerschutz bis zur Sperrung der Domain durch die Gespa.

Ein Fussballspiel am Abend aus der Tribünenperspektive, die Spieler sind nur als kleine Figuren zu erkennen und das Flutlicht beleuchtet den nassen Rasen.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Was eine Quote in Echtzeit antreibt, wann ein Cash-out rechnerisch aufgeht und was die Bewilligung der zwei Veranstalter dem Spielenden konkret bringt, der hier sein Geld einsetzt – das sind die Linien, an denen sich die folgenden Abschnitte entlangbewegen.

Stand: 20. Oktober 2026 – geprüft gegen die Gespa-Liste und die Spielregeln der Veranstalter.

Wie der Spielverlauf die Quoten bestimmt

Eine Livewette unterscheidet sich von der Prematch-Wette nicht durch die Wettart, sondern durch den Zeitpunkt: Die Wette wird während des laufenden Ereignisses angenommen, nicht vorher. Was das in der Praxis heisst, zeigt sich am deutlichsten, wenn man den Preis einer Quote beobachtet, während sich der Spielstand ändert.

Was eine Livewette eigentlich ist

Eine Livewette ist definitionsgemäss eine Wette, deren Annahme erst nach Beginn des Sportereignisses öffnet und mit dessen Ende schlisst – gegebenenfalls zuzüglich einer kurzen Karenzzeit. In dieser Phase können Spielende auf Märkte setzen, die zu Spielbeginn noch nicht verfügbar waren oder deren Bedeutung sich durch den bisherigen Verlauf verändert hat. Das Spektrum reicht von «nächstes Tor» über «Restzeitwette» bis hin zu «Tore ab jetzt» – drei Formen, die nach Branchenangaben zusammen etwa 60 bis 70 Prozent des Livevolumens ausmachen.

Was technisch darunterliegt, ist eine kontinuierliche Neuberechnung. Nach jedem relevanten Ereignis – Tor, Rote Karte, Elfmeter, VAR-Entscheid – werden Quoten angepasst oder die Wettabgabe für einzelne Märkte ausgesetzt. Bei Sporttip geschieht dies teils automatisch anhand von Spielstand, Einsatzverhalten und Spielzeit. Wer in dieser Phase setzt, akzeptiert einen Preis, der in Sekunden wieder ein anderer sein kann.

Eine Besonderheit, die in den Sporttip-Regeln ausdrücklich festgehalten ist: Eine Livewette muss vor dem Ausgang platziert sein, sonst zählt sie mit Quote 1.00. Die Wette ist auch dann gültig, wenn das Ereignis gar nicht live übertragen wird. Die Veranstalterin trennt die Wettannahme sauber von der Übertragung – ein Mechanismus, der verhindert, dass Spielende über die Verzögerung der Quote Vorteile ziehen.

Wenn das Ergebnis schon feststeht

Praktisch heisst das: Wer auf «nächster Torschütze» tippt, nachdem der Ball schon im Netz liegt, dessen Wette wird mit Quote 1.00 gewertet – Einsatz zurück, kein Gewinn. Dasselbe gilt, wenn die Wette in einer spielentscheidenden Situation platziert wird: Bei Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid kann Sporttip Wetten vorübergehend mit Quote 1.00 werten, bis die Lage geklärt ist.

Die Regel ist keine Schikane. Sie ist die einzige Weise, wie ein Veranstalter ausschliessen kann, dass Spielende Informationen aus dem Stadion gegen die noch nicht angepasste Quote nutzen – ein Phänomen, das unter dem Stichwort Courtsiding bekannt ist. Wer vom Spielfeldrand aus wettet und die Zeitverzögerung bis zur Quotenanpassung ausnutzt, begeht Wettbetrug; die 1.00-Regel ist die technische Antwort darauf.

Drei Sekunden können den Unterschied machen. Wer zu spät klickt, verliert nicht nur die Wette, sondern hat den Einsatz sinnlos riskiert. Die Livewette belohnt schnelle Reflexe – und bestraft sie im selben Moment.

Der Cash-out: vorzeitig raus, aber zu welchem Preis

Cash-out bedeutet, eine laufende Wette vor dem natürlichen Ende des Ereignisses an den Veranstalter zurückzuverkaufen – zu einem Preis, den der Veranstalter in diesem Moment festlegt. Bei Sporttip funktioniert das für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, sowohl vor Spielbeginn als auch live. Allerdings nur online und ausschliesslich als vollständiger Cash-out. Eine Teilauszahlung gibt es nicht.

Der Betrag, den Sporttip dafür bietet, liegt in der Regel unter dem möglichen Wettgewinn, wenn man die Wette laufen liesse. Wie tief er darunter liegt, hängt vom aktuellen Stand des Ereignisses ab – und Swisslos kann den Cash-out-Betrag jederzeit anpassen. Nicht garantiert ist, dass Cash-out für jeden Markt überhaupt angeboten wird. Wer eine Wette per Cash-out vorzeitig schliesst, kann sie nicht wieder öffnen. Der Vorgang ist endgültig.

Wann Cash-out sinnvoll ist, hängt davon ab, wie der angebotene Preis zum fairen Wert der verbleibenden Wette steht. Liegt der Cash-out-Preis darüber, lässt sich ein Gewinn mitnehmen, der andernfalls unsicher wäre. Liegt er darunter, zahlt der Spielende dafür, dass er sich der weiteren Spannung entledigt. Bei einer Livewette mit ursprünglicher Quote 2.50 auf einen Ausgang, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit nach dem Spielverlauf noch bei rund 50 Prozent liegt, entspricht der faire innere Wert etwa CHF 1.25 pro eingesetztem Franken. Ein Cash-out, der darüber liegt, ist über dem fairen Wert; einer darunter verlangt dem Spielenden ein stilles Opfer ab.

Cash-out ist ein Werkzeug, kein Gewinn. Wer es benutzt, tauscht eine unsichere Chance gegen einen sicheren kleineren Betrag – und der Veranstalter hat die Marge bereits eingepreist.

Welche Wettarten live den Ton angeben

Im Livebereich dominieren drei Formen den Markt: die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette. Ihr gemeinsamer Anteil am Livevolumen liegt nach Schätzungen bei 60 bis 70 Prozent. Der Grund ist einfach: Sie hängen direkt am Spielstand und sind für Veranstalter wie Spielende leicht nachvollziehbar.

Daneben gibt es eine breite Palette an Spezialmärkten, die je nach Sportart unterschiedlich tief ins Detail gehen. Bei Fussball sind das Eckbälle, Karten, Halbzeitergebnisse; bei Tennis Aufschlag- und Breakchancen; bei Basketball Viertelresultate. Welche Märkte konkret verfügbar sind, hängt vom Wettprogramm ab – und davon, ob der Veranstalter für den jeweiligen Markt eine Bewilligung hat. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen gibt den Rahmen vor; was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden.

Für Kombinationswetten im Livebereich gilt bei Sporttip der Kombiboost: Wer mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 kombiniert, erhält einen Bonus auf den Nettogewinn – 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn, 100 Prozent bei fünfzehn. Der Boost gilt nur online, ist in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert und verfällt bei einem Cash-out. Das ist kein Werbegeschenk, sondern eine Marge, die unter bestimmten Bedingungen zurückfliesst.

Was eine Quote über den Markt verrät

Eine Quote ist nicht bloss ein Preis. Sie ist die Umkehrung der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Veranstalters. Eine faire Quote auf einen Ausgang mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit wäre 2.00; bietet der Veranstalter 1.85, hat er seine Marge bereits eingepreist. Über alle Ausgänge eines Marktes summiert, liegt die Differenz zwischen fairem und tatsächlichem Preis typischerweise zwischen 5 und 10 Prozent – ein Auszahlungsschlüssel von 90 bis 95 Prozent, den der Veranstalter an die Spielenden zurückgibt.

Für den Spielenden heisst das: Auch die «beste» Quote ist nicht fair, sondern die grosszügigste unter mehreren unfairen. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Marge gegen Marge. Die Frage ist nicht, ob der Veranstalter gewinnt, sondern wieviel er pro eingesetztem Franken behält.

Wie ein Gewinn rechnerisch zustande kommt

Eine Beispielrechnung macht den Mechanismus greifbar. Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer angenommenen Quote von 2.50 liegt der Rückfluss im Gewinnfall in einer Bandbreite von CHF 15 Nettogewinn bis CHF 25 Gesamtrückfluss – je nachdem, ob der Einsatz mitgerechnet wird oder nicht, unter der Bedingung, dass die Wette sitzt. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote; aus 1.80, 2.10 und 2.50 wird 9.45, und der gleiche Einsatz von CHF 10 wird zum Bruttogewinn von CHF 94.50, falls alle drei Tipps eintreffen. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet – die letzte Stelle kostet im Einzelfall ein paar Rappen, im Jahresverlauf ein kleines Vermögen, das auf der anderen Seite der Rechnung landet.

Diese Rechnung unterstellt, dass die Wette gewinnt. Sie sagt nichts darüber aus, wie wahrscheinlich das ist. Eine Quote von 2.50 entspricht – vor Abzug der Marge – einer angenommenen Eintrittswahrscheinlichkeit von 40 Prozent. Sechs von zehn solchen Wetten werden im statistischen Mittel verlieren. Wer das ignoriert, sieht nur den Gewinn, nicht den Preis.

Wer in der Schweiz live wetten darf – und wer nicht

Die entscheidende Frage für Spielende in der Schweiz ist nicht, welche Quote am höchsten ist, sondern welcher Anbieter überhaupt eine Bewilligung hat. Davon hängt ab, ob das Spiel rechtlich geschützt ist, ob Limits und Sperren greifen und ob Gewinne im Streitfall tatsächlich ausgezahlt werden.

Die zugelassenen Veranstalter im Überblick

Das Geldspielgesetz lässt für die Durchführung von Sportwetten nur zwei interkantonale Veranstalter zu. Beide sind Genossenschaften, beide sind steuerbefreit, beide schütten ihre Reinerträge an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen aus. Sie decken die Schweiz flächendeckend ab, aber nicht überschneidungsfrei: Wer in der Deutschschweiz wohnt, spielt bei Sporttip; wer in der Romandie wohnt, spielt bei Jouez Sport.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) – Gespa Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) – Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz
Interwetten ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz
BetPanda ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt – ohne Wirkung in der Schweiz

Was die beiden Veranstalter unterscheidet

Sporttip und Jouez Sport haben dasselbe rechtliche Fundament und ähnliche Spielregeln. Sie unterscheiden sich im Angebot, in der Vertriebsstruktur und in einigen Details, die für Livewetten relevant sind.

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt – 19 Deutschschweizer Kantone plus Tessin und Liechtenstein, die zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet bilden. Ein Online-Konto bei Sporttip steht nur Personen offen, die dort Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Online-Livewetten sind das Kernangebot; an Verkaufsstellen gibt es Livewetten nicht.

Jouez Sport ist die Plattform der Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande hat ihren Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne) und zählt nach eigenen Angaben rund 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. An diesen Verkaufsstellen gibt es nur Prematch-Wetten; Livewetten bietet ausschliesslich die Internet-Spielplattform der Loterie Romande. Wer in der Romandie lebt und live wetten will, kommt an Jouez Sport nicht vorbei – und wer anderswo in der Schweiz wohnt, an Sporttip.

Beide bieten Cash-out, beide haben einen ähnlichen Wettarten-Mix, beide teilen die Spielregeln des Geldspielgesetzes. Bei Sporttip ist Cash-out auf den vollen Ausstieg beschränkt, eine Teilauszahlung gibt es nicht; ein ausgeführter Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-out für jeden Markt verfügbar ist. Bei Jouez Sport sind die Cash-out-Regeln in den Spielregeln festgehalten; eine Garantie pro Markt besteht ebenfalls nicht.

Was eine Schweizer Bewilligung konkret bedeutet

Eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung sind kein Werbeversprechen, sondern ein rechtlicher Rahmen. Sie verpflichten den Veranstalter zur Identitätsprüfung bei der Registrierung, zur Sperrung Minderjähriger, zur Eintragung gesperrter Personen ins Schweizer Register, zur Auszahlung von Gewinnen auf ein Konto auf den Namen des Spielenden und zur Einhaltung der Werbevorschriften. Wer bei Sporttip oder Jouez Sport spielt, hat im Streitfall eine Beschwerdestelle in der Schweiz – die Gespa – und einen gerichtlichen Weg nach Schweizer Recht.

Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat nichts davon. Die Lizenz des Anbieters – gleich in welchem Land sie ausgestellt wurde – hat in der Schweiz keine Wirkung. Es gibt keinen Schweizer Spielerschutz, keine Schweizer Spielsperre, die für den Anbieter verbindlich wäre, und keine Schweizer Beschwerdestelle. Die Gespa führt eine Sperrliste solcher Domains; Schweizer Telekommunikationsanbieter sperren sie auf DNS-Ebene, und die Liste wird regelmässig aktualisiert, um Domain-Hopping zu begegnen.

Was eine fehlende Bewilligung für den Spielenden heisst

Wer bei Cloudbet, DirectionBet, ZotaBet, Interwetten, BetLabel, BetAlright, BetPanda oder Fezbet spielt, bewegt sich in einer Grauzone – die je nach Lesart gar keine ist. Die Anbieter werben mit Lizenzen aus anderen Jurisdiktionen, die in der Schweiz nichts gelten. Sie sind nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen, kennen die Schweizer Verlustlimiten nicht, müssen keine Schweizer Steuern abführen und können von hier aus nicht gezwungen werden, Gewinne auszuzahlen. Im Streitfall bleibt der Spielende auf den Anbieter angewiesen – oder auf dessen Heimatbehörde.

Die praktische Konsequenz ist zweischichtig. Auf der einen Seite stehen fehlende Werkzeuge: keine Spielsperre, die für Schweizer Spielende verbindlich wäre, keine Schweizer Selbstlimitierung, keine Schweizer Beschwerdestelle. Auf der anderen Seite steht die Sperrung: Die Gespa-Liste wächst; ein Anbieter, der heute erreichbar ist, kann morgen blockiert sein, und wer dann ein aktives Konto mit Guthaben hat, muss sehen, wie er daran kommt. Beide Seiten – Spielerschutz und Sperrung – sind Folgen desselben rechtlichen Rahmens, den die Schweiz für sich gezogen hat.

Was eine Livewette kostet und was sie zurückgibt: Grundlagen

Wer mit Livewetten anfängt, sieht zuerst die Quote. Was er nicht sieht, ist der Apparat dahinter: die Marge, die in jeder Quote steckt, die Limits, die jeden Einsatz einfassen, und die Mechanik der Auszahlung, die über Gewinn und Verlust entscheidet. Wer die Grundlagen versteht, sieht, was er tatsächlich kauft.

Eine Stoppuhr liegt neben einer Trillerpfeife auf einem Stück Rasen an der Seitenlinie eines Fussballfelds im Gegenlicht.
Zu den beliebtesten Live-Wettarten zählen die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette mit einem Marktanteil von etwa 60 bis 70 Prozent.

Wie Geld auf das Wettkonto kommt

Bei Swisslos kann Spielguthaben auf dem Online-Wallet per Online-Zahlungsmittel oder per Einzahlschein gekauft werden. Der Mindestbetrag liegt bei CHF 20, der maximale Kauf in 30 Tagen bei CHF 10’000, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben die Grenze von CHF 9’999 nicht übersteigt. Wer höhere Beträge bewegen will, muss sie über mehrere Käufe verteilen. Guthaben, das nicht in Wetten fliesst, bleibt auf dem Wallet und kann nach den Spielregeln wieder ausgezahlt werden.

Für Spielende bedeutet das: Das Wallet ist ein eigener Geldtopf, kein durchgehendes Bankkonto. Wer mit Livewetten Ernst machen will, kommt mit dem Wallet-Guthaben nicht weit – die meisten Livewetten bewegen sich in einem Bereich, in dem die CHF 9’999-Grenze kein Hindernis ist. Wer mehr ausgeben will, hat mehrere Optionen, muss aber die Sperre der Online-Teilnahme beachten: ohne Wohnsitz im Vertragsgebiet kein Konto, ohne Identitätsprüfung keine Auszahlung.

Welche Limits für den Einsatz gelten

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette beträgt CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Diese Zahlen sind keine Empfehlung, sondern der Korridor, in dem der Veranstalter mitspielt. Wer mit kleineren Einsätzen unterwegs ist, stösst nach unten an den Mindesteinsatz, nicht an den Höchsteinsatz. Wer die grossen Wetten sucht, muss wissen, dass die Limite pro Wette gilt – eine Wette, nicht pro Tag. Die tägliche Einsatzsumme ergibt sich aus der Anzahl Wetten, nicht aus einem pauschalen Tageslimit.

Wie das Wettprogramm aufgebaut ist

Das Wettprogramm bei Sporttip folgt der Gespa-Liste: Was dort an Sportarten, Wettbewerben und Wetttypen aufgeführt ist, darf angeboten werden, was nicht, bleibt aussen vor. Die Liste vom 10.09.2026 enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte, keine Esports-Sektion; Qualifikationsrunden sind nur wettrechtlich, wenn sie gelistet sind, Frauen-Wettbewerbe ebenso. Weltranglisten-Wetten gibt es nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind grundsätzlich nicht wettrechtlich.

Für Livewetten heisst das: Das Wettprogramm ist enger, als es bei einem ausländischen Anbieter wirken mag. Was auf der Gespa-Liste fehlt, fehlt auch im Livebereich – selbst dann, wenn das Ereignis live übertragen wird und der Spielstand dramatisch kippt. Wer in der Schweiz live wettet, spielt innerhalb eines eng definierten Korbs.

Wie voneinander abhängige Wetten kombiniert werden

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung – etwa «Heimsieg» und «Tore über 1.5» im gleichen Spiel – werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt die Veranstalterin eine solche Kombination irrtümlich ohne die Bet-Builder-Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Mechanismus schützt die Veranstalterin vor Korrelation – also davor, dass Spielende auf Ausgänge setzen, die in Wahrheit nicht unabhängig voneinander sind.

Für den Spielenden ist die Konsequenz einfach: Wer im selben Spiel zwei Ausgänge kombinieren will, die logisch zusammenhängen, muss die Bet-Builder-Funktion benutzen. Wer sie nicht benutzt, riskiert eine Annahme, die später storniert wird – Einsatz zurück, kein Gewinn, aber auch kein Verlust.

Wie aus einem Gewinn ein Auszahlungsbetrag wird

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus dem Einsatz multipliziert mit der Quote – bei Kombinationen mit der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Die Auszahlung erfolgt auf das Spielerkonto, von dort zurück auf das Wallet und von dort auf ein Zahlungskonto im Namen des Spielenden.

Diese Reihenfolge ist nicht beliebig. Sie bedeutet, dass das Geld nie direkt vom Wettkonto auf ein fremdes Konto fliesst – eine Bedingung, die das Geldspielgesetz vorschreibt, um Geldwäscherei zu erschweren. Wer mit dem Konto einer anderen Person spielt, wird nicht auszahlen können. Wer anonym bleiben will, hat im Schweizer System keinen Zugang.

Rechtslage der Livewetten: was die Schweiz erlaubt und was nicht

Die Schweiz hat sich für ein restriktives Modell entschieden: nicht ein offener Markt mit vielen Anbietern, sondern ein geschlossener Markt mit zwei Veranstaltern und einer Aufsicht, die jede Wettart einzeln genehmigt. Was das für den Spielenden heisst, lässt sich am besten an den Mechanismen festmachen, die das System tragen.

Ein Tessiner Dorf mit Steinhäusern an einem Hang über einem See im Licht des Nachmittags, auf den Gassen ist niemand zu sehen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Das Fundament: Geldspielgesetz und Gespa

Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Es definiert Sportwetten als Grossspiele und unterstellt sie einer Aufsicht, die nicht die ESBK (die für Casinos zuständig ist) wahrnimmt, sondern die Gespa – die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, getragen vom Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat. Eine Sportwette braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Für den Spielenden heisst das: Wer bei einem Anbieter ohne diese Bewilligung spielt, spielt ausserhalb des Gesetzes. Die ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer sie vorzeigt, hat rechtlich nichts in der Hand.

Wer eine Bewilligung bekommt – und wer nicht

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sitz in Basel, Loterie Romande mit Sitz in Lausanne. Beide führen ihre Sportwetten unter eigenen Produktnamen – Sporttip beziehungsweise Jouez Sport. Servicegebiet von Swisslos sind die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Servicegebiet der Loterie Romande sind die sechs Westschweizer Kantone. Eine Online-Registrierung setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis Wohnsitz im jeweiligen Servicegebiet.

Die Konsequenz für Spielende: Wer in Zürich wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen; wer in Genf wohnt, kann kein Konto bei Sporttip eröffnen. Die geografische Trennung ist nicht technisch, sondern rechtlich. Sie ist die Bedingung dafür, dass die Reinerträge der beiden Veranstalter in die Kantone fliessen, in denen sie auch eingenommen werden.

Was gewettet werden darf

Die Gespa-Liste vom 10. September 2026 definiert, was an Sportarten, Wettbewerben und Wetttypen überhaupt angeboten werden darf. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind ausgeschlossen. Events, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind ebenfalls ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Weltranglisten-Wetten gibt es nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind nicht wettrechtlich. Eckball- und Kartenmärkte fehlen in der Liste; eine Esports-Sektion fehlt ebenfalls.

Die Liste ist die engste Stelle des Systems. Sie entscheidet, was überhaupt auf dem Wettschein erscheint – und was nicht. Ein Veranstalter, der einen nicht gelisteten Markt anbietet, riskiert seine Bewilligung. Ein Spielender, der einen nicht gelisteten Markt spielen will, hat im legalen System keine Möglichkeit.

Was Livewetten im Speziellen betrifft

Livewetten sind im BGS nicht ausdrücklich beschränkt. Die Veranstalter können sie anbieten, sofern sie eine Bewilligung dafür haben. Cash-out ist kein regulatorisches Thema, sondern eine Funktion des Veranstalters. Was die Aufsicht interessiert, sind die Mechaniken dahinter: Können Wetten auch nach dem Ausgang platziert werden? Werden Quoten bei spielentscheidenden Situationen ausgesetzt? Wie wird die Quote festgelegt? Diese Mechanismen sind es, die das System gegen Manipulation schützen sollen.

Was die Praxis interessiert: Eine Livewette muss vor dem Ausgang platziert sein, sonst zählt sie mit Quote 1.00. Bei spielentscheidenden Situationen kann der Veranstalter Wetten pausieren oder mit Quote 1.00 werten. Eine Livewette ist nur dann gültig, wenn sie zu einem Zeitpunkt platziert wurde, zu dem der Ausgang noch nicht feststand – und das gilt unabhängig davon, ob der Spielende den Ausgang bereits kannte oder nicht.

Steuern auf Gewinne

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bund hat die Schwelle per 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 festgelegt; die kantonale Schwelle unterscheidet sich und liegt je nach Kanton anders. Oberhalb des Freibetrags zieht die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ab; der Spielende kann sie zurückholen, indem er den Gewinn in der Steuererklärung deklariert. Für einen typischen Livewett-Gewinn – einige Hundert Franken, in Ausnahmefällen ein paar Tausend – fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an.

Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen keiner Verrechnungssteuer. Die kantonale Praxis ist uneinheitlich: Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt und substanzielle Gewinne macht, sollte vor der Auszahlung klären, was der Wohnsitzkanton verlangt. Das ist ein administrativer Hinweis, der für die Endabrechnung relevant ist.

Werbung und Bonusregeln

Werbung für Glücksspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet sein (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 hat sie 24 Zustimmungen für die Loterie Romande und 8 für Swisslos erteilt. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.

Offshore: warum die Sperrliste kein Detail ist

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter auf DNS-Ebene blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, Ende 2025 mit 671 Domains). Die Liste wird regelmässig aktualisiert, weil die blockierten Anbieter ihre Domains schnell wechseln – die Gespa spricht von «Domain-Hopping» und nennt Interwetten und Bet-at-Home als typische Fälle, bet365 steht auf der Liste.

Wer einen ausländischen Anbieter über einen gespiegelten Domainnamen oder über einen DNS-Umweg erreicht, verstösst nicht selbst gegen das Gesetz; der Anbieter macht sich strafbar. Die praktische Konsequenz für den Spielenden: Die Erreichbarkeit des Anbieters kann von heute auf morgen wegbrechen, das Konto ist dann möglicherweise noch offen, das Geld aber nicht mehr zugänglich. Genau für solche Fälle hat der Gesetzgeber die Sperrliste eingeführt – nicht als Werbeplattform, sondern als Verbraucherschutz.

Spielerschutz bei schnellen Wetten

Wer eine Livewette in drei Sekunden platziert, hat keine Zeit, den Impuls zu prüfen. Genau deshalb ist der Spielerschutz im Schweizer System keine Empfehlung, sondern eine Vorbedingung: Wer nicht bereit ist, sich selbst Grenzen zu setzen, bekommt kein Konto.

Die Pflicht, sich selbst zu limitieren

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999; für unter 21-Jährige gilt eine separate Limite von maximal CHF 1’000. Eine Senkung der Limite tritt sofort in Kraft; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die Mechanik ist bewusst asymmetrisch. Wer weniger riskieren will, kann es sofort; wer mehr riskieren will, muss drei Tage warten. Drei Tage sind lang genug, um einen Impuls abkühlen zu lassen, und kurz genug, um nicht zur Hürde zu werden. Wer die 72-Stunden-Frist nicht abwarten will, hat sich selbst die Frage zu beantworten, ob die geplante Erhöhung wirklich durchdacht ist.

Die Spielsperre und das Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Eine selbst gewählte Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle.

Die Spielsperre ist kein Symbol. Sie ist die einzige Massnahme, die gegen den wichtigsten Risikofaktor im Glücksspiel wirkt – die eigene Unfähigkeit, «nein» zu sagen, wenn das System auf «ja» steht. Wer einmal gesperrt ist, kann nicht mehr spielen, gleich bei welchem Schweizer Veranstalter und gleich in welcher Form. Das Register ist die technische Infrastruktur, die diese Sperre durchsetzbar macht.

Warum die Schnelligkeit das Risiko verändert

Livewetten sind schneller als Prematch-Wetten. Die Quoten ändern sich im Sekundentakt; die Zeit, eine Wette zu prüfen, schrumpft auf wenige Sekunden. Was bei einer Prematch-Wette noch eine überlegte Entscheidung sein kann, ist bei einer Livewette oft ein Reflex. Genau hier setzt der Spielerschutz an: Die Limits zwingen nicht zu einer besseren Entscheidung, aber sie setzen einen harten Rahmen, in dem jede schlechte Entscheidung weniger kostet.

Wer mit Livewetten anfängt, sollte die Limits vor der ersten Einzahlung setzen – nicht nach den ersten Verlusten. Eine Verlustlimite, die im Affekt gesenkt wird, hat denselben Effekt wie eine, die in Ruhe gesetzt wurde; eine, die im Affekt erhöht wird, ist kein Schutz, sondern ein Schritt zurück an den Anfang des Problems.

Was an der Verkaufsstelle passiert – und was nicht

Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt. Bei 200 Versuchen wurde in 47.5 Prozent der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist die Quote, mit der das System an seiner schwächsten Stelle versagt – der analogen Verkaufsstelle, wo keine Online-Identitätsprüfung stattfindet.

Für Livewetten hat das eine klare Konsequenz: Sie sind online. Wer an einer Verkaufsstelle steht, kann keine Livewette platzieren, weil es an Verkaufsstellen keine Livewetten gibt. Die Online-Identitätsprüfung ist die strengere der beiden Wege, und der einzige, auf dem Livewetten überhaupt verfügbar sind. Wer das Sicherheitsniveau der Schweizer Livewetten kritisiert, sollte es mit dem der Verkaufsstellen vergleichen – und wird feststellen, dass der Online-Weg der bessere ist.

Die Anbieter im Detail

Die folgende Übersicht beschreibt die beiden zugelassenen Veranstalter ausführlich und die acht ausländischen Anbieter, die Schweizer Spielende typischerweise antreffen, im Rahmen ihrer Bewilligungslage. Die Sortierung folgt dem Spielraum, den die Anbieter im legalen Schweizer Markt haben: oben die beiden, die ihn haben; unten die, die ihn nicht haben.

Sporttip – der Deutschschweizer Marktführer

Sporttip ist die Sportwette der Swisslos und der einzige Anbieter im Swisslos-Vertragsgebiet, der eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten hat. Das Unternehmen ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel; die Rechtsgrundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), die das System trägt, in dem Sporttip spielt. Wer in einem der 19 Deutschschweizer Kantone, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und mindestens 18 Jahre alt ist, kann ein Konto eröffnen – vorausgesetzt, er legt die persönlichen Verlustlimiten fest, bevor die erste Wette angenommen wird.

Im Livebereich bietet Sporttip das, was die Gespa-Liste hergibt: Fussball dominiert, Tennis und Basketball folgen, dazu eine Auswahl an Randsportarten, soweit sie auf der Liste stehen. Die Quoten werden während des Spiels laufend angepasst; in spielentscheidenden Situationen wird die Wettabgabe für betroffene Märkte pausiert oder mit Quote 1.00 gewertet. Cash-out ist verfügbar, aber nur als vollständiger Cash-out, ohne Teilauszahlung und ohne Garantie, dass er für jeden Markt angeboten wird.

Was Sporttip von einem typischen ausländischen Anbieter unterscheidet, ist nicht das Wettprogramm, sondern der Rahmen: Limits, die vor der ersten Wette gesetzt werden müssen, eine Spielsperre, die für das ganze Schweizer System gilt, und eine Beschwerdestelle, die in der Schweiz sitzt. Für einen Spielenden, der Wert auf diese Infrastruktur legt, ist Sporttip nicht eine von vielen Optionen, sondern die einzige Option im Vertragsgebiet. Der vermeintliche Nachteil – ein engeres Wettprogramm, kein Cash-out auf Teile – ist der Preis für ein System, das im Streitfall hält, was es verspricht.

Jouez Sport – die Westschweizer Plattform

Jouez Sport ist das Gegenstück zu Sporttip für die Westschweiz. Die Loterie Romande betreibt die Plattform für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ihren Sitz hat sie in Lausanne. An ihren rund 2’350 Verkaufsstellen bietet sie Prematch-Wetten an – Livewetten sind ausschliesslich über die Internet-Spielplattform spielbar. Wer in der Romandie wohnt und live wetten will, hat mit Jouez Sport genau eine Adresse.

Die Spielregeln entsprechen im Wesentlichen dem Schweizer Standard: Mindestalter 18, Verlustlimiten vor der ersten Wette, Spielsperre über das nationale Register, Cash-out nach den Regeln des Veranstalters. Der Wettarten-Mix ist vergleichbar mit Sporttip; was fehlt, sind Märkte, die nicht auf der Gespa-Liste stehen. Im Livebereich gilt dasselbe wie bei Sporttip: Wetten werden vor dem Ausgang platziert, sonst Quote 1.00.

Wer aus der Romandie in die Deutschschweiz umzieht, verliert in der Regel den Zugang zu Jouez Sport und kann erst bei Sporttip spielen, wenn er im dortigen Vertragsgebiet Wohnsitz nimmt. Die geografische Logik des Schweizer Modells ist hier am deutlichsten sichtbar – sie ist nicht ein Vertriebsdetail, sondern die Bedingung, unter der die Reinerträge in die richtigen Kantone fliessen.

Cloudbet – Krypto-zentriert, ohne Schweizer Anbindung

Cloudbet positioniert sich als Anbieter für Krypto-Spieler und wirbt mit einer Lizenz, die je nach Quelle Curaçao oder eine andere Jurisdiktion nennt. In der Schweiz hat diese Lizenz keine Wirkung; Cloudbet darf hier weder Sportwetten anbieten noch ist die Plattform an die Schweizer Spielsperre angeschlossen. Im Streitfall bleibt nur der Weg zur ausländischen Aufsichtsbehörde – mit allen Risiken, die ein solcher Weg mit sich bringt.

Was Cloudbet für einen Schweizer Spielenden konkret bedeutet, ist eine Mischung aus Bequemlichkeit und Verlust an Schutz: Ein Konto lässt sich ohne Schweizer Identitätsprüfung eröffnen, Auszahlungen erfolgen in Kryptowährungen, Limits werden vom Anbieter gesetzt, nicht vom Spielenden. Wer mit Crypto umgehen kann und keine Schweizer Spielersperre will, findet hier ein Angebot; wer im Streitfall auf Schweizer Recht zurückgreifen will, sucht vergebens danach.

DirectionBet – junger Anbieter, fehlende Schweizer Adresse

DirectionBet gehört zu den jüngeren Marken, die in den letzten Jahren auf den europäischen Markt drängen. Die Plattform wirbt mit einem breiten Wettprogramm und schnellen Auszahlungen; eine Schweizer Bewilligung hat sie nicht, eine Anbindung an das Schweizer Sperrregister ebenso wenig. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen, und es gehört zur Tagesordnung, dass solche Anbieter ihre URLs wechseln, um der Blockierung zu entgehen.

Für Schweizer Spielende ist DirectionBet ein Beispiel für das, was die Sperrliste abdeckt: ein Anbieter, der zwar online erreichbar sein mag, aber keine Schweizer Spielersperre kennt und im Konfliktfall nur die Gerichte seines Lizenzlandes anerkennt. Wer bei DirectionBet spielt, verlässt sich auf die Hausregeln des Anbieters – und auf keine Schweizer Stelle.

ZotaBet – breites Programm, Lizenz mit beschränkter Wirkung

ZotaBet fällt durch eine breite Auswahl an Sportarten und einen aggressiven Willkommensbonus auf. Die Lizenz, mit der ZotaBet wirbt, hat in der Schweiz keine Wirkung; die Plattform ist nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen und unterliegt keiner Schweizer Aufsicht. Die Gespa-Liste der blockierten Domains enthält Anbieter dieses Typs; ob ZotaBet im Einzelfall aktuell erreichbar ist, hängt von der aktuellen Fassung der Liste ab.

Für Spielende in der Schweiz heisst das: Das Wettprogramm mag breit sein, aber die Frage, ob die Plattform morgen noch unter derselben Adresse erreichbar ist, lässt sich nicht seriös beantworten. Wer auf eine Schweizer Lösung Wert legt, ist bei ZotaBet falsch – nicht weil das Angebot schlecht wäre, sondern weil es nicht hierher gehört.

Interwetten – traditionsreicher österreichischer Anbieter auf der Sprungliste

Interwetten ist ein österreichischer Anbieter, der seit Jahren auf dem europäischen Markt spielt. Er verfügt über eine Lizenz in Malta, die in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Die Gespa führt Interwetten regelmässig als Beispiel für Domain-Hopping – also für den Versuch, blockierte URLs durch neue zu ersetzen. Für Schweizer Spielende ist Interwetten deshalb ein typischer Fall von «auf der Liste, aber unter wechselnden Adressen erreichbar».

Die Bewertung fällt entsprechend aus: Wer bei Interwetten spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anbindung an das hiesige Sperrregister und ohne Schweizer Beschwerdestelle. Die österreichische Herkunft suggeriert Seriosität, ändert aber nichts an der fehlenden Schutzwirkung im Schweizer Rechtsraum – und am ständigen Risiko, dass die nächste URL-Sperre genau diese Adresse trifft.

BetLabel – osteuropäische Lizenz, keine Schweizer Anerkennung

BetLabel gehört zu einer Gruppe von Anbietern, die in Osteuropa lizenziert sind und ihr Angebot international ausrollen. In der Schweiz hat diese Lizenz keine Wirkung. Die Plattform wirbt mit einem dichten Wettprogramm und einer breiten Zahlungsabwicklung; was fehlt, ist die Anbindung an die Schweizer Spielsperre und an die Schweizer Aufsicht. Im Konfliktfall bleibt nur der Weg zur ausländischen Behörde.

Die Lizenz, mit der BetLabel wirbt, schützt in der Schweiz niemanden. Wer dort spielt, akzeptiert die Spielregeln des Anbieters – nicht die der Schweiz. Das ist ein Unterschied, der erst dann relevant wird, wenn etwas schiefgeht: bei einer gesperrten Auszahlung, bei einer stornierten Wette, bei einer gesperrten Domain. Genau dann fehlt das Schweizer Sicherheitsnetz, das bei Sporttip und Jouez Sport greift.

BetAlright – neue Marke, gleicher Rechtsrahmen

BetAlright gehört zu den neueren Marken, die mit Bonusangeboten auf Kundenfang gehen. Die Lizenz, mit der die Plattform wirbt, hat in der Schweiz keine Wirkung; die Verbindung zur Schweizer Spielsperre fehlt. Die Gespa-Liste enthält regelmässig Anbieter dieses Typs; die konkrete Erreichbarkeit von BetAlright hängt von der jeweils aktuellen Liste ab.

Die Plattform kann morgen blockiert sein oder unter einer neuen Adresse weiterlaufen – beides hat der Spielende nicht in der Hand. Die Bonuszahlungen, mit denen BetAlright wirbt, sind im Schweizer Kontext ein zweischneidiges Versprechen: Sie kommen aus einer Jurisdiktion, die hier nicht zuständig ist, und sie stehen unter den Regeln eines Anbieters, an den die Schweizer Spielsperre nicht herankommt.

BetPanda – Krypto-only ohne Schweizer Bankanbindung

BetPanda positioniert sich ähnlich wie Cloudbet als Krypto-Anbieter und akzeptiert keine klassischen Bankzahlungen. Die Lizenz der Plattform hat in der Schweiz keine Wirkung; die fehlende Anbindung an die Schweizer Spielsperre und an die Schweizer Aufsicht macht die Plattform aus Schweizer Sicht zu einem klassischen Offshore-Anbieter. Die Gespa-Liste enthält regelmässig Anbieter dieses Typs.

Wer mit Kryptowährungen umgehen kann und auf Schweizer Spielerschutz verzichten will, findet hier eine Plattform; wer im Streitfall auf Schweizer Recht setzt, sucht vergebens. Die fehlende Anbindung an Schweizer Banken macht Auszahlungen auf ein klassisches Konto unmöglich; das ist Teil des Konzepts, nicht ein Nebeneffekt. Für Spielende, die in Franken denken, ist BetPanda deshalb eher ein Randthema als eine Alternative.

Fezbet – etablierter Anbieter ohne Schweizer Lizenz

Fezbet gehört zu den etablierteren Offshore-Anbietern, die in mehreren europäischen Märkten aktiv sind. Die Lizenz, mit der Fezbet wirbt, hat in der Schweiz keine Wirkung; die Plattform ist nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen und unterliegt keiner Schweizer Aufsicht. Die Gespa-Liste enthält Anbieter dieses Typs; ob Fezbet im konkreten Fall aktuell erreichbar ist, hängt von der aktuellen Liste ab.

Das ist die durchgehende Linie aller Offshore-Anbieter in dieser Übersicht: ohne Schweizer Bewilligung kein Schweizer Schutz, ohne Schweizer Spielsperre keine Sicherheit, im Streitfall nur der Weg zur ausländischen Behörde. Dass Fezbet in seinem Heimatmarkt seriös wirkt, ist für Schweizer Spielende nicht relevant – das Schweizer Recht kennt keine Anerkennung ausländischer Lizenzen, gleich in welchem Land sie ausgestellt wurden.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Livewette genau?

Bei einer Livewette wird der Tipp nicht vor dem Spiel, sondern während des laufenden Ereignisses platziert. Die Quote wird fortlaufend an den Spielstand angepasst; nach jedem Tor, jeder Roten Karte oder einem Elfmeter können Quoten neu gesetzt oder Märkte vorübergehend geschlossen werden. Im Gewinnfall ergibt sich der Rückfluss aus Einsatz mal Quote; bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote.

Sind Live-Wetten in der Schweiz verboten?

Nein, aber nur die beiden interkantonalen Veranstalter Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) haben eine Schweizer Bewilligung dafür. Ausländische Anbieter dürfen hier weder Live- noch Prematch-Wetten anbieten; ihre Domains landen typischerweise auf der Gespa-Sperrliste, die Schweizer Internetanbieter auf DNS-Ebene blockieren.

Wer bietet in der Schweiz Livewetten an?

Swisslos mit Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande mit Jouez Sport für die Westschweiz. Ein Online-Konto bekommt, wer im jeweiligen Vertragsgebiet wohnt; ein Konto bei beiden ist nicht möglich, weil das Vertragsgebiet geografisch getrennt ist und der Wohnsitz die Plattform bestimmt.

Was passiert, wenn die Wette nach dem Ausgang platziert wird?

Bei Sporttip wird eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert wird, mit Quote 1.00 gewertet. Der Einsatz wird zurückerstattet, ein Gewinn fällt nicht an. Dieselbe Regel kann bei spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid zur Anwendung kommen, solange die Lage noch nicht abschätzbar ist.

Gibt es bei Livewetten einen Cash-out, und was bedeutet voller Cash-out?

Ja, Sporttip bietet Cash-out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, sowohl vor Spielbeginn als auch live. Vollständiger Cash-out bedeutet, dass die gesamte Wette zum angebotenen Preis an den Veranstalter zurückgeht – eine Teilauszahlung ist nicht möglich, ein ausgeführter Cash-out ist nicht widerrufbar, und es besteht keine Garantie, dass Cash-out für jeden Markt verfügbar ist.

Wie schützen Verlustlimiten und Spielsperre bei schnellen Livewetten?

Vor der ersten Wette müssen Spielende bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, was einen Impuls-Schutz einbaut. Eine selbst gesetzte Spielsperre von 1 bis 180 Tagen kann nicht vorzeitig aufgehoben werden; eine unbefristete Sperre wird in das schweizweite Register eingetragen.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»