Wer in der Schweiz die besten Quoten hat – und was eine Quote wirklich misst

Updated Oktober 2026
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Aktualisiert am 20. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Veröffentlichungen und die Spielregeln von Swisslos Sporttip sowie der Loterie Romande Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).

Ein Taschenrechner und ein Bleistift liegen auf einem Holztisch, daneben steht ein halb gefülltes Glas Wasser.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Sportwetten leben vom Vergleich. Wer die Quote sieht, glaubt, sie messe Wahrscheinlichkeit. Sie misst auch den Anteil, den der Veranstalter einbehält. In der Schweiz reduziert sich der Vergleich auf zwei Namen, weil nur zwei Veranstalterinnen die Bewilligung haben: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Ausländische Seiten locken mit höheren Zahlen, dürfen hier aber weder Werbung machen noch Spieler annehmen. Die Frage «Welcher Wettanbieter hat die besten Quoten?» hat in der Schweiz also eine überraschend kurze Antwort und einen überraschend langen Weg dahin.

Dieser Weg führt über das Geldspielgesetz, über die Marge, die sich in jeder Quote versteckt, über Kombinationen, deren Gesamtquote aus den Einzelquoten folgt, und über die Limits, die der Einsatzrahmen vorgibt. Wer die Mechanik einmal verstanden hat, sieht Werbeversprechen anders. Wer die Mechanik nicht sieht, zahlt drauf.

Was eine Quote zeigt – und was sie verschweigt

Eine Quote ist keine Wahrscheinlichkeit. Sie ist ein Preis, den der Veranstalter für einen Franken Einsatz zahlt, wenn die Wette sitzt. Eine Quote von 2.50 bedeutet: Der Einsatz wird mit 2.50 multipliziert zurückgegeben, der Nettogewinn beträgt das 1.50-Fache. Wer die Quote als Wahrscheinlichkeit lesen will, dreht sie um: 1 geteilt durch 2.50 ergibt 0.40 oder 40 Prozent – das ist die faire Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter dem Ereignis beimisst. Macht er das konsequent, kommen 40 Prozent heraus, und 60 Prozent fallen aus dem Raster – aber so rechnet niemand, weil die Quote auch die Marge enthält.

Ein Torpfosten mit Netz steht im Gegenlicht auf einem leeren Fussballplatz, über dem Rasen liegt Nebel.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50.

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter aus jedem Franken, der auf das Markt gesetzt wird, für sich behält. Bei einem ausgeglichenen Markt – zwei Seiten mit identischer Wahrscheinlichkeit – wäre die faire Quote 2.00 auf beiden Seiten. Ein realistischer Anbieter wird keine Quote von 2.00 anbieten, sondern 1.90 und 1.90. Aus diesen beiden Zahlen ergibt sich die Auszahlungsquote: 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90) = 1 geteilt durch (0.5263… + 0.5263…) = 1 geteilt durch 1.0526… = 95.00 Prozent. Die Marge beträgt fünf Prozent.

Diese fünf Prozent sind überall. Sie sind der Preis des Angebots. Wer viele Wetten abschliesst, verliert im langen Schnitt fünf Prozent seiner Einsätze – auf diesem Markt, in dieser Sportart, in diesem Wettbewerb. In anderen Märkten kann die Marge sechs Prozent betragen, in besonders umkämpften Ligen weniger. Wer den Anbieter mit der kleinsten Marge findet, hat die für ihn besten Quoten, weil jede Wette dort relativ am günstigsten ist.

Die Rechnung hinter der Quote

Für eine Veranschaulichung: Ein fiktives Spiel endet 1X2 mit den Quoten 1.90 auf Heimsieg, 1.90 auf Unentschieden und 1.90 auf Auswärtssieg. Die Auszahlungsquote wäre 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ 1.5789… = 63.33 Prozent, die Marge 36.67 Prozent. Ein Buchmacher mit drei Wegen muss deutlich mehr einbehalten als einer mit zwei Wegen – auf demselben Spiel kann die Drei-Wege-Marge leicht doppelt so hoch ausfallen wie die Zwei-Wege-Marge derselben Begegnung.

Die Konsequenz: Wer die Quote einer 1X2-Wette mit der Quote einer Handicap-Linie vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Eine pauschale Aussage «Anbieter X hat die besseren Quoten» ist ohne die Angabe des Marktes wertlos. Der Unterschied zwischen zwei Anbietern auf demselben Markt zur selben Zeit ist messbar, der Unterschied zwischen zwei Märkten ist es nicht.

Wie Kombinationen die Quote multiplizieren

Eine Kombiwette verrechnet die Einzelquoten zum Produkt. Drei Voraussagen mit den Quoten 1.80, 2.20 und 1.95 ergeben die Gesamtquote 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722. Ein Einsatz von 10 Franken zahlt im Erfolgsfall 77.22 Franken, der Nettogewinn beträgt 67.22 Franken. Das klingt grosszügig, ist aber ein anderes Risiko: Es reicht nicht, dass jede Einzelwette für sich gesehen wahrscheinlich ist – sie müssen alle gleichzeitig eintreffen, und der Veranstalter weiss das und bepreist es.

Die Marge einer Kombiwette ist nicht die Summe der Margen der Einzelwetten. Sie ist grösser. Wer auf drei Ereignisse mit einer fairen Einzelquote von 2.00 setzt, hat eine faire Gesamtquote von 8.00; der Veranstalter mit fünf Prozent Marge pro Einzelwette bietet 1.90 × 1.90 × 1.90 = 6’859 an, was einer kombinierten Auszahlungsquote von 85.74 Prozent entspricht – die Marge der Kombiwette beträgt 14.26 Prozent. Wer das Spiel verlängert, verlängert die Marge. Sporttip bietet deshalb für Kombinationen ab vier Voraussagen einen «Kombiboost», der den Nettogewinn um 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen erhöht – jede Einzelvoraussage muss dafür mindestens die Quote 1.50 haben. Der Boost federt die Konstruktionsmarge nicht auf, weil er nicht für jede Quote gilt und nicht jede Sportart umfasst; er lindert sie. Wer die Konstruktion der Kombiwette verstanden hat, sieht Werbeangaben zum «Kombibonus» mit anderen Augen.

Live-Quoten sind ein anderes Geschäft

Livewetten tragen zusätzliche Risiken, die der Anbieter einpreist. Bei Sporttip gilt: Die Wette zählt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die Quote bewegt sich live, das Risiko einer späten Annahme ist real, und der Anbieter behält sich die Sanktion vor. Wer live wettet, sieht die Quote nicht nur als Preis, sondern auch als Vertrag, der eine Bedingung enthält, die er nicht sieht.

Boost, Cash-Out und Boosts auf Boosts

Quotenboosts und Profitboosts sind Werbung mit Hebel. Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Boost ist eine Geste, kein Geschenk: Er kostet den Anbieter Marge, und er ist deshalb an eine kleine Zahl Wetten pro Spieler gebunden.

Der Cash-Out selbst ist eine vorzeitige Auszahlung, deren Betrag tiefer ist als der mögliche spätere Wettgewinn, vom Stand der Sportereignisse abhängt und vom Anbieter jederzeit geändert werden kann. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out ist eine Zusicherung des Anbieters – keine Selbstverständlichkeit.

Die Schweizer Rechtslage: zwei Veranstalterinnen, keine anderen

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Sie werden von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und die Loterie Romande. Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten will, muss eine von ihnen sein. Eine dritte Bewilligung existiert nicht.

Eine Steinbrücke führt im Frühnebel über einen Fluss, auf dem Fussweg ist niemand zu sehen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Swisslos Sporttip

Swisslos – die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel – veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Sportwetten-Produkt heisst Sporttip. Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, kann ein Online-Konto eröffnen; alle anderen können es nicht.

Die Mindest- und Höchsteinsätze sind in den Spielregeln festgelegt: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit höheren Einsätzen plant, ist hier falsch.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und zählt 221 Mitarbeitende; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Online-Konten sind nur für Bewohnerinnen und Bewohner der sechs Vertragskantone zugänglich.

Die Einsatzlimiten sind etwas enger als bei Swisslos: Online beträgt der Mindesteinsatz CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Die Höchstgewinne sind in einer anderen Grössenordnung: pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Warum ausländische Anbieter keine Bewilligung haben

Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz und keine Schweizer Fair-Play-Kontrolle. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren – am Ende von 2025 standen 671 Domains auf der Liste, ersetzt innerhalb von Stunden, wenn die Anbieter mit Domain-Hopping reagieren.

Wer in der Schweiz spielt und einen ausländischen Anbieter wählt, spielt damit ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Ausschlussregister, ohne Schweizer Rechtsschutz – und mit Gewinnen, die nach kantonalem Recht anders besteuert werden als Gewinne aus bewilligten Spielen. Das ist die Rechnung, die hinter jeder Werbung für eine «bessere Quote» steht.

Wer was darf: Werbung, Boni, Steuern

Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Werbung für bewilligte Spiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa – 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos.

Steuerlich sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen in der Schweiz bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bund setzt den Freibetrag auf CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, also gilt «je nach Kanton». Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden können. Für die meisten Wetten liegt der Gewinn unter dem Freibetrag, also fällt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen je nach Kanton anderen Regeln – der Kanton Thurgau behandelt sie unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen.

Warum hohe Quoten das Verlustrisiko nicht senken

Hohe Quoten sind der häufigste Anlass, ein Konto zu eröffnen, und der häufigste Anlass, ein Konto zu schliessen. Beide Reaktionen sind nachvollziehbar, aber das Risiko, das sie übersehen, ist dasselbe: Die Quote misst nur, was eine erfolgreiche Wette bringt, nicht, was eine verlorene Wette kostet. Eine 5.00-Quote winkt mit dem Vierfachen des Einsatzes, aber sie kommt nur, wenn das Ereignis eintritt – und das tut es, wenn die faire Quote wirklich 5.00 ist, nur in 20 Prozent der Fälle. Wer die Quote erhöht, erhöht das Risiko, nicht den erwarteten Gewinn.

Selbst gesetzte Limiten

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese Limiten setzt der Spieler, nicht der Staat; sie sind die einzige Bremse, die unabhängig von der Quote wirkt, weil sie den maximalen Verlust pro Zeitfenster begrenzt. Wer die Limite hoch setzt, um «frei» zu spielen, hat die Quote als Schutzmechanismus missverstanden.

Spielsperre und Ausschlussregister

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause ist erst nach drei Monaten aufhebbar, mit einer spezialisierten Stelle. Wer sich sperrt, verliert offene Gewinne nicht – gesperrte oder minderjährige Personen haben aber keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Werbung an gesperrte Personen ist verboten; die Gespa testet den Schutz an Verkaufsstellen regelmässig, und 2025 wurde in 47.5 Prozent von 200 Testfällen an Minderjährige verkauft – der Schutz an der Ladenkasse ist also nicht so dicht, wie die Werbung vermuten lässt.

Das Problem mit dem «kombo»-Effekt

Wer einmal mit Kombiwetten Erfolg hat, erhöht die Quote, die Quote suggeriert System, das System suggeriert Sicherheit. Die Kombiwette ist aber ein Multiplikator von Risiken, nicht ein Filter. Drei Voraussagen mit jeweils 60 Prozent Trefferchance ergeben in der fairen Rechnung eine kombinierte Trefferchance von 0.6 × 0.6 × 0.6 = 21.6 Prozent, nicht von 60 Prozent. Der Veranstalter weiss das, die Quote reflektiert das, und die Höhe der Gesamtquote verkauft die gefühlte Sicherheit anstelle der realen Unsicherheit. Wer die Quote einer Kombiwette liest, ohne die Trefferchancen zu multiplizieren, sieht einen Preis, der seine Konstruktion verbirgt.

Was man vor einer Wette prüfen sollte

Die Mechanik der Quote und die Mechanik der Lizenz stehen am Anfang jeder Wette. Wer die Mechanik nicht prüft, vergleicht Preise, die nicht vergleichbar sind, und akzeptiert Schutz, der nicht existiert. Drei Punkte stehen vor dem ersten Tipp:

Wer diese drei Punkte abgehakt hat, kann anfangen, Quoten zu vergleichen – und hört auf, sie als Werbung zu lesen.

Die Schweizer Veranstalterinnen im Vergleich

Der Abschnitt «Die Schweizer Veranstalterinnen im Vergleich» ordnet die beiden bewilligten Veranstalterinnen in die Schweizer Regulierung ein. Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind hier nicht aufgeführt, weil sie in der Schweiz weder eine Bewilligung noch einen Schweizer Rechtsschutz haben und ihr Status in der Tabelle nur als «keine Schweizer Bewilligung» erschienen wäre – eine Information, die das Werbeverbot nicht aufhebt.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel (Produkt Sporttip)
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne (Produkt Jouez Sport)

Swisslos Sporttip — Die Schweizer Veranstalterinnen im Vergleich

Swisslos ist die Veranstalterin für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, ihr Produkt heisst Sporttip, und ihre Bewilligung folgt aus der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Vertragsgebiet ist gross, das Wettprogramm enthält Prematch und Live, Einzel- und Kombiwetten, Systemwetten und einen Cash-Out für ausgewählte Märkte.

Die Mindestquote pro Einzelvoraussage im Kombiboost beträgt 1.50, was bedeutet: Wer den Kombiboost nutzen will, muss jede Voraussage mit einer Quote von mindestens 1.50 wählen – bei tieferen Quoten fällt die Wette aus dem Boost, nicht aus dem Wettprogramm. Der Boost ist ein Werbeinstrument, das die kombinierte Marge nicht aufhebt, sondern den Anbieter in die Lage versetzt, mit einer Zahl zu werben, die über der normalen Auszahlung liegt. Wer den Boost nutzt, sollte die Quote jeder Voraussage prüfen, als wäre der Boost nicht da.

Loterie Romande Jouez Sport — Die Schweizer Veranstalterinnen im Vergleich

Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende und führt das Spielregelwerk in der 17. Ausgabe von September 2024. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Mindestquote liegt bei 1.10, die Höchstquote bei 100’000. Die Höchsteinsätze sind enger als bei Swisslos: CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten, CHF 7’500 für den gesamten Wettschein eines Multiples.

Wer höhere Gewinne pro Wette anstrebt, findet bei Jouez Sport den höheren Höchstgewinn. Wer grössere Einsätze pro Einzelwette platzieren will, findet bei Sporttip mit CHF 1’000 das doppelte Limit. Die beiden Angebote sind keine Konkurrenten auf demselben Markt, sondern zwei Versionen derselben Regulierung, jede mit ihrer Kantonslogik.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

BC.Game, BetFury, Cloudbet, Playzilla, Roobet, Betovo, AmunRa und Bettilt sind im Research als ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung aufgeführt. Sie tauchen in der Vergleichstabelle nicht auf, weil sie in der Schweiz keine Bewilligung haben, nicht im Ausschlussregister angeschlossen sind und keinen Schweizer Rechtsschutz bieten. Ihr Status ist eine Konsequenz des Geldspielgesetzes, nicht ein Versäumnis der Redaktion. Die Aufzählung im Research erfolgt, weil Schweizer Spielende diese Namen kennen; eine Bewertung dieser Anbieter gehört nicht auf eine Seite, die nach Schweizer Recht informiert.

Einsatz und Gewinn: die Rechnung aus der Praxis

Wer bei Sporttip eine Einzelwette mit Einsatz CHF 50 und Quote 1.85 abschliesst, erhält im Erfolgsfall CHF 50 × 1.85 = CHF 92.50 zurück, der Nettogewinn beträgt CHF 42.50. Die Spielregeln runden den Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Bei einer Kombiwette mit drei Voraussagen zu den Quoten 1.80, 2.20 und 1.95 und Einsatz CHF 10 beträgt die Gesamtquote 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722, der Bruttoerfolg CHF 77.22, der Nettogewinn CHF 67.22.

Wer den Boost nutzt – etwa vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 und einem angenommenen Nettogewinn von CHF 100 vor Boost –, erhält den Boost von 5 Prozent zusätzlich: Der Nettogewinn steigt auf CHF 105. Der Boost ersetzt keine faire Quote, er verschiebt das Verhältnis zwischen Brutto- und Nettogewinn zu Gunsten des Spielenden, aber die zugrundeliegende Marge des Marktes bleibt. Wer den Boost nutzt, gewinnt mehr auf dem Papier, verliert weniger an der Marge, aber die Marge ist nicht weg.

Was die Marge in der Praxis kostet

Wer monatlich CHF 1’000 einsetzt und auf einem Markt mit fünf Prozent Marge spielt, verliert im langen Schnitt CHF 50. Auf einem Markt mit zehn Prozent Marge sind es CHF 100. Auf einer Kombiwette mit drei Voraussagen auf demselben Markt ist die effektive Marge der Kombination höher als 14 Prozent, also CHF 140. Die Marge ist der Preis, der immer bezahlt wird; sie steht nicht auf der Quittung, aber sie steht in der Rechnung am Jahresende.

Wer die Marge vergleichen will, vergleicht sie auf demselben Markt zur selben Zeit. Wer nur die Quote sieht, sieht den Preis, nicht den Preisunterschied. Die Differenz von 0.05 zwischen 1.85 und 1.90 auf einem Zwei-Wege-Markt ist auf den ersten Blick klein – 2.7 Prozent weniger Auszahlung. Über viele Wetten ist es der Unterschied zwischen CHF 50 und CHF 53 Verlust pro CHF 1’000 Einsatz, sechs Prozent weniger Verlust für den Spieler mit der höheren Quote.

Warum «beste Quote» ein Werbebegriff ist

Die Werbung spricht von «den besten Quoten», «Top-Quoten» und «höchsten Gewinnen». Diese Begriffe bezeichnen keine feststehende Eigenschaft, sondern eine Momentaufnahme. Die Quote ändert sich mit der Zeit, mit dem Markt, mit der Sportart, mit der Wettbewerbsphase. Wer am Dienstag die «beste Quote» auf ein Champions-League-Spiel sieht, sieht am Mittwoch eine andere, und am Spieltag wieder eine andere. Die einzige Konstante ist die Marge, die der Anbieter auf diesem Markt verlangt. Wer die Marge nicht kennt, vergleicht Preise; wer die Marge kennt, vergleicht Anbieter.

Wenn das Ergebnis zählt: Spielregeln, die jede Wette betreffen

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Diese Regeln stehen in den Spielregeln, nicht auf der Quittung – wer sie nicht liest, hat sie nicht.

Auszahlung und Konto: was nach der Wette kommt

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Das Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Als Zahlungsart bietet Swisslos PostFinance Pay an, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Die Auszahlung geht nur auf ein Konto im eigenen Namen – eine Vorgabe des Gesetzes, keine Kulanz. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren in der bewilligten Schweizer Wettlandschaft nicht. Wer eine Auszahlung auf ein Konto einer anderen Person anfordert, bekommt sie nicht; wer eine Auszahlung auf ein Konto im Ausland anfordert, bekommt sie nicht.

Häufige Fragen zu Quoten und Sportwetten in der Schweiz

Welcher Wettanbieter hat in der Schweiz die besten Quoten?

Nur Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport haben eine Schweizer Bewilligung; jeder andere Anbieter spielt ohne Schweizer Rechtsschutz. Welcher der beiden «die besten Quoten» hat, hängt vom Markt, vom Zeitpunkt und vom Ereignis ab – auf einer Partie kann Sporttip die höhere Quote haben, auf einer anderen Jouez Sport. Eine pauschale Aussage lässt sich nicht seriös treffen.

Wie funktionieren Quoten bei Sportwetten und was bedeuten sie?

Eine Quote ist der Multiplikator, mit dem der Einsatz im Erfolgsfall zurückgegeben wird: Einsatz × Quote = Brückgabe, Einsatz × (Quote − 1) = Nettogewinn. Die faire Wahrscheinlichkeit entspricht 1 geteilt durch die Quote; die Marge des Anbieters ist die Differenz zwischen 100 Prozent und der Summe der reziproken Quoten aller Ausgänge eines Marktes.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Bruttogewinn = Einsatz × Quote (bei Kombiwetten × Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten). Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, bevor er ausgezahlt wird.

Wie entstehen die Quoten und was ist die Marge des Anbieters?

Quoten entstehen aus der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge. Für einen Zwei-Wege-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90 beträgt die Auszahlungsquote rund 95 Prozent und die Marge rund 5 Prozent; je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto höher fällt die Marge typischerweise aus, weil die Konstruktion mehr kosten muss.

Wie wirkt sich die Gesamtquote bei Kombiwetten auf den Gewinn aus?

Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten: Drei Voraussagen mit 1.80, 2.20 und 1.95 ergeben 7’722. Der Bruttogewinn ist Einsatz × Gesamtquote, der Nettogewinn Einsatz × (Gesamtquote − 1). Die Marge einer Kombiwette ist höher als die der Einzelmärkte, weil die Unsicherheit mit jeder Voraussage multipliziert wird.

Welche Höchstgewinne gelten bei Jouez Sport für Einzel- und Kombiwetten?

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»