Europameisterschaft wetten in der Schweiz – Angebot, Quoten und Bewilligung im Überblick

Updated Oktober 2026
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Stand: 20. Oktober 2026 · geprüft gegen die Gespa-Liste bewilligter Veranstalter und die BGS-Bestimmungen (SR 935.51).

Ein Fussballtor mit weissem Netz steht auf frisch gemähtem Rasen, die hellen und dunklen Streifen im Gras leuchten im Gegenlicht.
Das Finale der Fussball-Europameisterschaft 2028 ist am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Die nächste Fussball-Europameisterschaft findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt; das Eröffnungsspiel steigt am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Wer in der Schweiz auf dieses Turnier wetten will, hat genau zwei bewilligte Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles, was daneben im Internet auftaucht, läuft ausserhalb der schweizerischen Bewilligung und ohne den Schutz des Geldspielgesetzes. Was die Quoten für ein EM-Spiel entstehen lässt, was Cash-Out und Bet-Builder bei Sporttip konkret bedeuten, welche Limits vor der ersten Wette zu setzen sind und welche Bonusformen in der Schweiz überhaupt erlaubt sind, erläutert dieser Text.

Wett-Apps für die EM: was am Smartphone wirklich zählt

Wer unterwegs auf ein EM-Spiel setzen will, landet bei Sporttip und Jouez Sport jeweils in der Web-Anwendung des Veranstalters – eine native App im klassischen Sinn ist nicht nötig, weil die Browser-Variante für mobile Geräte denselben Funktionsumfang mitbringt. Im Vordergrund stehen drei Dinge: kurze Ladezeiten, ein Wettschein, der sich auch auf dem kleinen Bildschirm prüfen lässt, bevor man ihn abgibt, und dieselben Limits wie am Rechner.

Bei Sporttip funktioniert das so: Das Spielerkonto wird einmal online eröffnet, danach reichen Benutzername und Passwort, um von unterwegs zu wetten. Vor der ersten Einzahlung müssen Verlustlimiten gesetzt werden – das geschieht im Web, gilt aber automatisch für jeden späteren Zugriff, gleich ob am Rechner oder am Handy. Eine App ersetzt diese Bewilligung nicht. Wer im App-Store eine «EM-Wett-App» eines Drittanbieters lädt, installiert entweder einen VPN-fähigen Zugang zu einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung oder eine reine Informations-App ohne Wettfunktion – die Bewilligung selbst steckt in der Veranstalterbewilligung, nicht in einer Datei auf dem Gerät.

Was im Browser am wichtigsten ist: die Reaktionszeit bei Livewetten. Bei Spielen der EM 2028 wird Sporttip für viele Partien Livewetten anbieten; das Profil hält fest, dass die Wette unabhängig davon gilt, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird, und dass Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00 gewertet werden. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 belegen. Wer auf dem Handy wettet, sollte das wissen, bevor er im Stadion oder vor dem Bildschirm spontan setzt: nach dem Pfiff ist die Quote weg, und eine späte Wette gibt es im besten Fall nur zum Einsatz zurück.

Die zweite Eigenheit betrifft die Identitätsprüfung. Wer sein Spielerkonto führt, hat sich einmal mit Ausweis und Adressnachweis verifizieren lassen. Die Online-Teilnahme ist nur ab 18 Jahren und mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet möglich – das schränkt das Gerät nicht ein, aber es schränkt den Kreis der Personen ein, die ein Konto überhaupt eröffnen können. Wer aus dem Ausland mit Schweizer SIM-Karte surft, kann also durchaus die Website aufrufen, scheitert aber an der Wohnsitzprüfung.

Kurz: Eine gute «EM-App» ist in der Schweiz keine eigene Applikation, sondern die mobile Seite von Swisslos.ch für die Deutschschweiz und Ticino bzw. jeux.loro.ch für die Romandie, eine stabile Internetverbindung und ein Konto, an dem die Verlustlimiten bereits stehen.

Wett-Tipps und Prognosen zur EM: was eine Vorhersage trägt – und was nicht

Eine Wett-Prognose zur EM stützt sich auf drei Säulen: Form der Mannschaft, Kader, Quotenvergleich. Daraus entsteht eine Einschätzung, kein Resultat. Wer eine Prognose liest, sollte jedes Mal prüfen, aus welchem Material sie gemacht ist.

Form. In einem EM-Jahr zählt der Lauf der letzten sechs bis zwölf Monate mehr als die Kaderliste. Verletzungen, Sperren, Trainereffekte und die Spielweise des Klubs in den Wochen vor dem Turnier schlagen sich direkt im Spiel der Nationalmannschaft nieder. Bei der EM 2024 war Spanien nicht der Favorit der Vorrunde, sondern erst durch konstant hohe Auftritte in der K.-o.-Phase – Mikautadze für Georgien, Gakpo für die Niederlande und andere Stürmer hatten je drei Tore erzielt, aber den Titel holte Spanien durch taktische Disziplin und Kadertiefe.

Kader. Die Nominierung steht meist wenige Wochen vor Turnierbeginn. Für die Qualifikation zur EM 2028 wird die Auslosung am 6. Dezember 2026 in Belfast erfolgen; danach beginnt die Qualifikationsphase mit zwölf Gruppen zu vier oder fünf Teams. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Welche Spieler für welchen Verband tatsächlich spielen, steht erst nach den Play-offs im Frühjahr 2028 fest – jede Prognose, die im Frühjahr 2027 einzelne Namen aufruft, ist genau so lange haltbar.

Quotenvergleich. Eine Quote ist kein Urteil, sondern ein Preis. Wer die Quoten zweier bewilligter Veranstalter vergleicht, sieht, wo die Meinungen auseinandergehen – und wieviel Marge im Markt steckt. Liegt Spanien bei beiden Anbietern bei 6.50, lohnt kein weiterer Blick; liegt einer bei 5.80 und der andere bei 7.20, ist die Differenz grösser als die übliche Schwankung. Das ist dann kein Tipp, sondern ein Hinweis darauf, dass eine Seite mehr Informationen eingepreist hat.

Was eine Prognose nicht leisten kann: Sicherheit. Kein Tipp ist sicher, und keine Quelle kennt das Ergebnis vorher. Wer eine Seite betreibt, die «sichere Tipps» verkauft, verkauft entweder Quoten, die jede Wettbörse gratis abbildet, oder Behauptungen, die sich nicht prüfen lassen. Wetten ist kein Einkommen, und ein Stapel richtiger Tipps über wenige Spiele bedeutet noch keinen langfristigen Vorteil.

Wer trotzdem tippen will, ohne sich zu verrennen: die Wettprognose zur EM wie eine Börsenanalyse lesen, mit Annahmen, Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten – und mit dem festen Einsatz, den die eigene Verlustlimite ohnehin zulässt. Wer das Gefühl verliert, dass der Einsatz wehtun darf, ist einen Schritt zu weit gegangen.

Wettquoten, Wettarten und die Marge: wie ein Preis entsteht

Eine Quote ist die Zahl, mit der der Einsatz im Gewinnfall multipliziert wird. Bei einer Einzelwette auf Sieg Spanien gegen England mit Quote 2.10 und Einsatz CHF 50 ist der mögliche Bruttogewinn CHF 105 (2.10 × 50); die Auszahlung wäre CHF 155 (105 Gewinn + 50 Einsatz). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen; bei vier Siegen à 1.50, 1.80, 2.00 und 3.00 ergibt sich eine Gesamtquote von 1.50 × 1.80 × 2.00 × 3.00 = 16.20.

Die Marge ist die Differenz zwischen dem, was die Wettenden zusammen einsetzen, und dem, was bei einer fairen Auszahlung ausgezahlt würde. In einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg – Unentschieden – Auswärtssieg) zu den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 errechnet sich die Auszahlungsquote als Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Einzelquoten:

1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) = 1 ÷ (0.4762 + 0.2941 + 0.2778) = 1 ÷ 1.0481 ≈ 95.4 %.

Die Marge beträgt damit rund 4.6 %. Bei einem typischen Buchmacher-Markt für ein EM-Spiel liegt die Marge also in einer Bandbreite von etwa 4 bis 6 %. Das ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem eingesetzten Franken im Durchschnitt einbehält – über sehr viele Wetten, nicht pro Einzelwette.

Aus dieser Marge folgt eine einfache Regel: Wer auf einen Markt mit höherer Marge setzt, verliert im Schnitt mehr. Bei einer Auszahlungsquote von 95.4 % verlieren Wettende im Mittel 4.6 % ihrer Einsätze; bei 92 % wären es 8 %. Wer zwei Anbieter vergleichen kann, sollte nicht die Quote eines Spiels vergleichen, sondern die Auszahlungsquote über mehrere Proben. Eine Einzelquote ist praktisch nie ein guter Indikator: 2.10 kann 95 % Auszahlungsquote bedeuten oder 92 %, je nachdem, wie Unentschieden und Auswärtssieg daneben liegen.

Bei Sporttip kommen drei Besonderheiten hinzu. Erstens der Kombiboost: er gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Zweitens Quotenboosts und Profitboosts: Quotenboosts erhöhen die Quote einer Prematch-Einzelwette, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Drittens Cash-Out: Der Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Cash-Out ist nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung verfügbar und nicht rückgängig zu machen, sobald er ausgeführt ist.

Was nicht angeboten wird: Kombinationen aus abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung ausserhalb der Bet-Builder-Funktion. Wer bei einem Länderspiel «Heimsieg UND Über 2.5 Tore» auf einem anderen Weg kombiniert, dessen Wette kann Swisslos als ungültig zurückerstatten. Wer den Bet Builder benutzt, hat die formell richtige Form – aber er sollte sich bewusst sein, dass der Bet-Builder eigene Margen hat und in der Regel enger ist als zwei Einzelwetten nebeneinander.

Was eine Quote NICHT sagt. Sie sagt nichts darüber, was passieren wird. Sie sagt, was die Veranstalter bereit sind zu zahlen, wenn es passiert. Wer Quoten liest, liest Preise, keine Wahrheiten. Wer die Preise vergleicht und die Marge mitrechnet, hat ein Werkzeug; wer die Quote für eine Vorhersage hält, zahlt die Marge und weiss am Ende nicht, warum.

Auszahlungsquote und Marge in einem Beispiel

Bei den drei Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60:

Bei einer Auszahlungsquote von 95.4 % und gleich verteilten Einsätzen auf alle drei Ausgänge erwartet der Veranstalter, dass von 100 Franken Einsatz rund 95.40 Franken ausgeschüttet und 4.60 Franken einbehalten werden – über sehr viele Spiele, nicht in einer einzelnen Wettrunde.

Wer ein EM-Spiel mit höherer Auszahlungsquote findet, hat ceteris paribus das bessere Blatt; wer eines mit gleichem Preis aber niedrigerer Auszahlungsquote nimmt, hat keinen Vorteil, auch wenn die Quote dieselbe Zahl zeigt.

Spielplan und Turnierformat: Was auf dem Wettschein der EM 2028 liegt

Die EM 2028 spielt 24 Nationen in sechs Vierergruppen aus. Danach folgt die K.-o.-Phase: Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni 2028, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und das Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz drei findet nicht statt. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast; gespielt wird ab Frühjahr 2027, die Play-offs folgen im Frühjahr 2028.

Für Wettende bedeutet das: Langzeitwetten auf Turniersieger, Gruppensieger oder Torschützenkönig werden ab der Auslosung angeboten, oft schon Monate vorher, und bleiben über die Qualifikationsphase und das Turnier im Programm. Sie werden erst nach dem jeweiligen Finale ausgewertet; bei Sporttip zählt die reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Langzeitwette auf «Sieger Spanien» schon im November 2026 abschliesst, lässt sich einen Preis von vielleicht 9.00 bis 12.00 sichern; erreicht Spanien das Halbfinale, steigt der Preis automatisch, aber der Wettschein ist bereits abgegeben und nimmt die ursprüngliche Quote mit – oder den Cash-Out, falls die Quote sinkt.

Das Wettprogramm zur EM ist bei beiden Veranstaltern ab Vorlage des Spielplans vollständig: Einzelwetten auf jedes der 51 Spiele (36 Gruppenspiele, 15 K.-o.-Spiele), Kombiwetten über mehrere Partien, Systemwetten mit 3 bis 8 oder mehr Voraussagen, Wetten auf Gruppensieger und Gruppensiegerin sowie Gesamtsieger und Torschützenkönig. Cash-Out ist als vollständiges Cash-Out bei Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur, wenn es der Veranstalter für den jeweiligen Markt anbietet.

Was die Spielform angeht, gilt: Verlängerung und Elfmeterschiessen werden im EM-Achtelfinale und in den folgenden Runden regelmässig gebraucht. Wer auf Sieg in der regulären Spielzeit wettet, hat ein anderes Risiko als wer auf «Sieger inkl. Verlängerung und Penaltyschiessen» setzt. Die Quoten dafür liegen spürbar auseinander, und beide Optionen müssen bewusst gewählt sein.

Für die EM 2024 zum Vergleich: Sie wurde vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland ausgetragen, mit 24 Mannschaften und insgesamt 51 Spielen. Spanien besiegte England im Finale am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin mit 2:1 und gewann den vierten EM-Titel. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Die Zuschauerzahl betrug insgesamt 2’681’288. Wer noch alte Wettscheine aus dem Sommer 2024 hat, kann an diesen Daten prüfen, ob die Auswertung sauber war.

Die historische Linie schliesslich hilft bei Langzeitwetten: Die EM wird seit 1960 ausgetragen, von 1996 bis 2012 mit 16 Mannschaften, seit 2016 mit 24. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei (1972, 1980, 1996). Rekordtorschütze der EM-Historie ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Wer heute auf «wer gewinnt die EM 2028» wettet, sieht diese Liste als Hintergrund – nicht als Vorhersage.

Anbietervergleich: Wer in der Schweiz EM-Wetten anbietet

Die nachfolgende Übersicht listet die nach schweizerischem Geldspielgesetz bewilligten Veranstalter zuerst, danach ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Bewilligte Veranstalter sind hier die einzigen, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Für jedes Profil gilt: Name, Sitz des Veranstalters, Produkt, zulässige Verbreitung, Swisspermit-Status und – wenn vorhanden – die zuständige ausländische Behörde, deren Lizenz in der Schweiz allerdings keine Wirkung entfaltet.

Anbieter Swisspermit Veranstalter / Bewilligung
Swisslos Sporttip Gespa Grossspiel-Bewilligung (BGS SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel – Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Gespa Grossspiel-Bewilligung (BGS SR 935.51) Loterie Romande, Lausanne – Produkt Jouez Sport
bet-at-home Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen nicht bestätigt (keine Wirkung in der Schweiz)
1Bet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen nicht bestätigt (keine Wirkung in der Schweiz)
Duelbits Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen nicht bestätigt (keine Wirkung in der Schweiz)
GG.BET Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen nicht bestätigt (keine Wirkung in der Schweiz)
BetFury Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen nicht bestätigt (keine Wirkung in der Schweiz)
Bruce Bet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen nicht bestätigt (keine Wirkung in der Schweiz)
Betscore Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen nicht bestätigt (keine Wirkung in der Schweiz)
X3Bet Keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen Tobique, Kanada (keine Wirkung in der Schweiz)

Eine Spalte mit konkreten Auszahlungsquoten für dieselben EM-Spiele enthält die Tabelle bewusst nicht. Beide Schweizer Veranstalter veröffentlichen keine einheitlichen Quoten-Rankings, die man Spalte für Spalte gegenüberstellen könnte; eine Spalte voller Em-Striche wäre ehrlich, aber wertlos. Wer die Margen vergleichen will, vergleicht sie zur K.-o.-Phase selbst, am besten auf zwei bis drei gleiche Spiele, und bezieht die Quoten aufeinander, nicht auf einen statischen Wert.

Beide Veranstalter erhalten für Gratisspiele und Freiwetten die vorgängige Bewilligung der Gespa; im Jahr 2025 hat die Aufsichtsbehörde 24 Zusagen für Loterie Romande und 8 für Swisslos erteilt. Aus dieser Grössenordnung wird deutlich, dass wenige und kleine Aktionen die Regel sind – eine flächendeckende «EM-Bonuswelle» wie im Ausland gibt es in der Schweiz nicht.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist eine Interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel, gegründet von und für die Kantone der Deutschschweiz und des Tessins sowie das Fürstentum Liechtenstein. Die Sportwetten laufen unter dem Produktnamen Sporttip, das Wettprogramm ist online und an Verkaufsstellen verfügbar. Für 2025 hat Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet – CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (Vorjahr CHF 122 Mio.). Diese Grössenordnung zeigt, wohin das Geld fliesst: in öffentliche Zwecke, nicht an Aktionäre.

Das Vertragsgebiet für Sporttip umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto können nur Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet eröffnen, ab 18 Jahren, einmal pro Person. Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, was von der gesetzlichen Mindestfrist (24 Stunden) abweicht, aber bewusst strenger ist. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für je 30 Tage gesetzt werden.

Einsatzlimits: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz Einzel- und Kombiwette CHF 1’000, Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm es vorsieht oder sie Gegenstand der Wette sind. Cash-Out ist vollständig, ohne Teilauszahlung, nur online und für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar – nicht garantiert für jeden Markt, nicht rückgängig zu machen, sobald ausgeführt. Quotenboosts und Profitboosts sind jeweils nur einmal pro Wettenden nutzbar und im Einsatz limitiert.

Urteil für die EM: Sporttip ist die einzige Stelle, an der ein Wettender in der Deutschschweiz und im Tessin legal auf ein EM-Spiel setzen kann. Das Wettprogramm ist breit, das Limitensystem schützt vor Selbstüberschätzung, die Quoten sind nicht spektakulär, aber transparent. Wer die Marge kennt und den Cash-Out als Preisanpassung versteht, kann hier EM-Wetten platzieren – mit dem Wissen, dass die Auszahlung nach Bern fliesst und nicht in ein ausländisches Mutterhaus.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt ihre Sportwetten unter dem Produktnamen Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Der Sitz ist Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wie Swisslos ist auch die Loterie Romande Genossenschaft – keine Aktiengesellschaft, kein externer Eigentümer. Gewinne fliessen in öffentliche Zwecke und Stiftungen in der Romandie.

Für die Online-Teilnahme gelten dieselben Voraussetzungen wie bei Swisslos: Wohnsitz im Vertragsgebiet, mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre, eine Identität pro Konto. Die Limitenregelung ist im Grundsatz identisch, weil das Geldspielgesetz beide Veranstalter gleichermassen bindet; Abweichungen ergeben sich höchstens in den benutzerdefinierten Maximalwerten, die jeder Veranstalter nach eigenem Ermessen unter der gesetzlichen Oberlimite festlegt.

Das Wettprogramm deckt dieselben EM-Spiele ab – Einzelwetten, Kombinationen, Systeme, Langzeitwetten – und folgt derselben Schweizer Gespa-Liste bewilligter Sportarten und Märkte. Wer in Genf oder Lausanne auf das EM-Halbfinale Spanien gegen Frankreich setzen will, hat dazu nur hier eine legale Möglichkeit.

Urteil für die EM: Jouez Sport ist das westliche Gegenstück zu Sporttip – regional abgeschlossen, weil nur für die Romandie zugänglich. Wer im Vertragsgebiet wohnt, hat Zugang zum vollständigen EM-Wettprogramm; wer ausserhalb wohnt (oder im Tessin), hat formal keinen Zugang und müsste physisch an einer Verkaufsstelle spielen. Das Angebot ist solide, das Limitensystem schützt, und die Gewinne kommen der Romandie zugute.

bet-at-home

bet-at-home ist eine Marke, die in Europa und darüber hinaus Sportwetten und Casino anbietet. In der Schweiz hat sie keine Bewilligung und damit kein Recht, hier Sportwetten zu vermitteln. Eine im Ausland ausgestellte Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Das gilt unabhängig davon, welche Behörde die Lizenz erteilt hat; bet-at-home gehört zu den Marken, deren Domains auf der Sperrliste der Gespa landen können (DNS-Sperre, Art. 86-93 BGS). Schweizer Spieler tauchen im schweizerischen Ausschlussregister nicht auf, das Schweizer Spielsperren-System greift hier nicht, und ein Streit wird vor keinem Schweizer Gericht verhandelt.

Wer über ein VPN auf eine ausländische Plattform zugreift, hat aus Sicht des Schweizer Rechts gegen keine Strafnorm verstossen – die Sanktion zielt auf den Anbieter (bis 3 Jahre, gewerblich bis 5 Jahre, Art. 130 BGS). Wer aber gewinnt und sich die Gewinne auszahlen lässt, läuft Gefahr, dass das Geld in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen wird. Hinzu kommt die steuerliche Seite: Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden in einigen Kantonen (namentlich Thurgau) als voll steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe.

Urteil zur EM: Ohne Schweizer Bewilligung ist das Angebot für Schweizer Spieler faktisch nutzlos – wer dort wettet, wettet ausserhalb des Gesetzes, ohne Schutz und ohne vollstreckbaren Anspruch. Für ein EM-Spiel gibt es zwei legale Stellen; alles andere ist Verzicht auf jeden Schutz.

1Bet

1Bet betreibt Sportwetten und Casino. Wie alle Marken in dieser Liste ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Wirkung inländischer Schutzregeln: keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Gerichtsbarkeit, keine Sicherheit, dass Sperren, Auszahlungen oder Streitfälle dem Schweizer Recht folgen. Für die Gültigkeit in der Schweiz spielt die Lizenz keine Rolle – Art. 4 BGS erklärt jede ausländische Lizenz hier gegenstandslos.

Urteil zur EM: Dasselbe Bild wie bei allen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Der Hebel, den der Spieler in der Hand hat, ist die Wahl der Plattform – und in der Schweiz führt diese Wahl genau zu zwei Anbietern.

Duelbits

Duelbits tritt als Wett- und Casino-Plattform mit Krypto-Bezug auf. In der Schweiz ist das Angebot nicht bewilligt; eine ausländische Lizenz hat hier keine Wirkung. Dazu kommt, dass anonyme Krypto-Auszahlungen in der Schweiz ohnehin nicht über die bewilligten Veranstalter laufen – das BGS schreibt vor, dass Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto des Kontoinhabers ausgezahlt werden (Art. 50 Abs. 2 VGS). Was bei einem ausländischen Anbieter geht, ist beim bewilligten Veranstalter ausgeschlossen.

Urteil zur EM: Krypto-Buchmacher sind für Schweizer Wettende keine Alternative, sondern eine eigene Risikoklasse – regulatorisch und steuerlich.

GG.BET

GG.BET fokussiert auf E-Sport und bietet daneben Sportwetten an. In der Schweiz fehlt die Bewilligung; hinzu kommt eine spezifische Eigenheit: E-Sport taucht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten nicht auf, was Sportwetten auf E-Sport auch bei den beiden bewilligten Veranstaltern ausschliesst. Wer auf E-Sport wetten will, hat in der Schweiz derzeit keine legale Plattform – weder bei Sporttip noch bei Jouez Sport.

Urteil zur EM: Für klassische EM-Spiele irrelevant, für E-Sport der einzige Punkt, an dem die Schweiz deutlich hinter dem EU-Ausland liegt.

BetFury

BetFury ist eine Wett- und Casino-Plattform mit Krypto-Komponente, wiederum ohne Schweizer Bewilligung. Dieselbe Logik: keine Wirkung in der Schweiz, keine Schweizer Sperrmöglichkeit, kein Schweizer Rechtsweg.

Urteil zur EM: Wer ein Konto bei einem solchen Anbieter hat und damit eine EM-Wette platziert, kann zwar setzen, nimmt aber den gesamten Schutzrahmen aus der Hand. Das ist eine bewusste Entscheidung – und der Text verschweigt sie nicht, aber er empfiehlt sie auch nicht.

Bruce Bet

Bruce Bet ist eine weitere Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Folge für Schweizer Spieler ist identisch: keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS.

Urteil zur EM: Auf der Liste der Anbieter, denen ein Schweizer Spieler ohnehin keinen Wettschein abgeben sollte.

Betscore

Betscore ist nochmals eine Marke ohne Schweizer Bewilligung; das Bild wiederholt sich. Domains aller dieser Marken können auf der Sperrliste der Gespa landen, was den Zugang aus der Schweiz über Schweizer DNS-Provider sperrt. Das ist kein vollständiges Verbot – VPN, andere DNS und Direktzugriff über gespeicherte Links bleiben möglich – aber es ist ein Signal der Aufsicht.

Urteil zur EM: Der formelle Schweizer Rechtsrahmen gewinnt nur, wenn der Spieler ihn einhält. Wer über die Sperrliste hinweggeht, nimmt sich den Schutz selbst.

X3Bet

X3Bet tritt nach Drittquellen mit einer Lizenz aus Tobique, Kanada, auf. Diese Lizenz hat in der Schweiz keinerlei Wirkung (Art. 4 BGS). Für Schweizer Spieler gilt dasselbe wie für alle Marken dieses Abschnitts.

Urteil zur EM: Tobique gehört zu den Lizenzgebieten, die in der Schweiz regelmässig auf der Sperrliste landen, weil keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister und keine Schweizer Aufsicht bestehen. Wer ein Konto führt, tut das auf eigenes Risiko – das Risiko, das hierzulande als selbstverständlich gilt (Anonymität der Gewinnauszahlung, Sperre bei Überschuldung, Schutz Minderjähriger), ist dort nicht da.

Grundlagen der Fussball-EM und was die Quoten darüber sagen

Die Fussball-Europameisterschaft ist das zweitgrösste Turnier im europäischen Fussball nach der Champions League. Sie wird seit 1960 alle vier Jahre von der UEFA ausgetragen. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei (1972, 1980 und 1996, den ersten als gesamtdeutsches Team). Rekordtorschütze des Turniers ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Seit 2016 spielen 24 Mannschaften, davor (1996–2012) waren es 16, davor 8 und in den Anfangsjahren 4. Jede Erweiterung hat die Zahl der Spiele erhöht und damit das Volumen der Wettmärkte.

Ein alter Holzsitz auf einer leeren Stehplatztribüne, darunter verwitterte Betonstufen in der Nachmittagssonne.
Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt.

Was Quoten darüber sagen: Bei einem klassischen Sieger-Markt vor einer EM liegen die Quoten zwischen sehr kurz (Frankreich oder England mit Quote 5.00) und sehr lang (Aussensteher mit Quote 80.00 oder mehr). Eine Quote von 6.00 für Spanien und 7.00 für Frankreich bedeutet: Wetten 6 Franken auf Spanien, um 36 Franken Bruttogewinn zu erhalten; wetten 7 Franken auf Frankreich, um 49 Franken zu erhalten. Die Marge steckt auch hier – am Sieger-Markt meist zwischen 15 und 25 %, deutlich höher als bei Einzelspielen, weil die Unsicherheit gross und die Einsätze kleiner sind.

Für die EM 2024 lässt sich die Spanien-Wette ex post nachvollziehen: Spanien siegte am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin mit 2:1 gegen England. Die Endquote für Spanien als Sieger der EM 2024 lag vor dem Turnierstart je nach Anbieter zwischen 7.00 und 9.00; wer dort setzte und hielt, hatte einen Multiplikator, der den Einsatz ungefähr versechsfachte. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Gakpo, Kane, Mikautadze, Musiala, Olmo und Schranz. Die Zuschauerzahl betrug 2’681’288. Wer daraus für die EM 2028 extrapoliert, extrapoliert auf unsicherer Basis – das Spielsystem, die Kader und die Spielorte (England, Schottland, Wales, Irland) sind andere.

Was die Quote für ein EM-Spiel nicht abbildet: Verletzungen während des Spiels, taktische Wechsel, Wetter, Schiedsrichterentscheidungen. Sie ist ein Preis vor dem Spiel, nicht ein Vorgriff auf das Resultat.

Rechtslage: Bewilligung, Sperrliste und die zwei Veranstalter

Die Schweiz hat mit dem Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), in Kraft seit 1. Januar 2019, und dem Geldspielkonkordat (in Kraft seit 1. Januar 2021) einen klaren Rahmen für Sportwetten geschaffen. Online-Sportwetten gelten als Grossspiel im Sinne von Art. 3 lit. c und e BGS und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz.

Ein Fahrrad lehnt an einer Mauer in einer Altstadtgasse, das Kopfsteinpflaster glänzt nass nach dem Regen.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Swisslos deckt das Vertragsgebiet der Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH) plus Tessin und das Fürstentum Liechtenstein ab. Loterie Romande bedient die Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Wer ausserhalb seines Vertragsgebiets wohnt, kann dort kein Online-Konto führen.

Was beworfen werden darf

Die Gespa-Liste bewilligter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (in der Version vom 10.09.2026) ist eine geschlossene Liste. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ausgeschlossen. Qualifikationsrunden sind nur dann bewilligt, wenn sie in der Liste stehen; Frauenwettbewerbe ebenso nur, wenn sie gelistet sind; Rangwetten sind nur erlaubt, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind nicht bewilligt. Eckball- oder Kartenmärkte sind in der Liste nicht enthalten, eine E-Sport-Sektion fehlt vollständig. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt – Prematch und Live –, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Eine gesetzliche Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte enthält das BGS nicht. Cash-Out ist nicht eigens reguliert und richtet sich nach den Bedingungen des Veranstalters; bei Sporttip heisst das: vollständiges Cash-Out, keine Teilauszahlung, nur online, nicht garantiert für jeden Markt.

Spielerschutz

Sportwetten sind in der Schweiz für Personen ab 18 Jahren erlaubt. Minderjährige sind auch online ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Pro Person ist ein Konto mit verifizierter Identität zulässig (Art. 47–52 VGS). Die Limits werden vom Spieler selbst gesetzt, nicht vom Staat: Der Veranstalter muss mindestens einen Maximalwert für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden (statutarisch); Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an – bewusst strenger. Eine staatliche Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht.

Die Spielsperre (Art. 80–82 BGS) ist in einem schweizweiten Register eingetragen. Eingetragen werden überschuldete oder suchtgefährdete Personen sowie Selbstsperren. Eine selbst gesetzte Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und Liechtenstein.

Die Testkäufe der Gespa 2025 haben an Verkaufsstellen gezeigt, dass in 47.5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an Minderjährige verkauft wurde. Wer den Jugendschutz an der Verkaufsstelle als zuverlässig darstellt, hat diese Zahl nicht gelesen.

Zahlungen

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Markt nicht. Eine Kreditierung an Spieler ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Anbieter konkret akzeptiert, gehört zu seinen Bedingungen und ist hier nicht abschliessend dokumentiert. Die Schweiz hat kein Zahlungsblock-Instrument gegen nicht bewilligte Wett-Plattformen – wer mit Schweizer Karte oder per Banküberweisung bei einem ausländischen Anbieter einzahlt, wird von seiner Bank nicht vorgängig gestoppt.

Steuern

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich. Die Bundesfreigrenze beträgt seit 1. Januar 2026 CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025). Über dieser Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer zurück; sie wird über die Steuererklärung rückforderbar angemeldet. Die kantonale Freigrenze weicht ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» lautet und keine einzelne kantonale Zahl behaupten lässt. Wer unter der Freigrenze bleibt, zahlt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Die Schweiz erhebt keine Wettsteuer auf den Einsatz – eine «5 % Wettsteuer», wie sie andere Länder kennen, gibt es hier nicht. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, fallen aber je nach Kanton in die Einkommensteuer (Thurgau besteuert solche Gewinne unabhängig vom Betrag als Einkommen). Für die genaue Zuordnung: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Werbung und Boni

Werbung darf weder aufdringlich noch irreführend sein noch Minderjährige oder gesperrte Personen ansprechen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Boni brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 hat die Aufsicht 24 Zusagen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Die Bonushöhe und Bedingungen stehen in den Bedingungen jedes Veranstalters. Eine zeitliche Werbesperre (analog dem deutschen «Werbe-Tag-Block») gibt es nicht. Promo-Codes werden hier nicht abgedruckt.

Offshore: warum eine ausländische Lizenz hier nicht reicht

Eine Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland, Kanada oder jedem anderen Land entfaltet in der Schweiz keinerlei Wirkung (Art. 4 BGS). Das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, gewerblich bis 5 Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird bestraft, nicht der Spieler – das Bundesamt für Justiz stellt klar, dass die Strafnorm den Anbieter trifft. Aber: Gewinne und Einsätze können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Spielerschutz noch faire Auszahlungsprüfung. Die Sperrliste der Gespa (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, am Jahresende 2025 mit 671 Domains) sperrt ausländische Domains auf DNS-Ebene; gesperrte Domains tauchen oft unter neuen Adressen wieder auf, was die Gespa als Domain-Hopping bezeichnet. Die ehrliche Beschreibung: offshore = keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, ausländische Gewinne je nach Kanton steuerpflichtig; bewilligt = voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, geschlossene Sport- und Wettartenliste, Wohnsitz- und Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist standardmässig die sichere Wahl – die sichere Wahl ist die, die zum eigenen Risikoprofil passt.

Verantwortungsvolles Wetten: Limits, Pausen und Beratung

Wer in der Schweiz Sportwetten platziert, setzt sich selbst Schranken. Das Gesetz verlangt nicht eine fixe Obergrenze, sondern die Selbstanmeldung mindestens einer Limite pro Tag, Woche und Monat (Sporttip: 1, 7 und 30 Tage; Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Wer das versäumt, wird von Sporttip nicht zur Wette zugelassen – die Bestätigung der Limite ist Teil der Online-Registrierung.

Drei Regeln, die sich ohne spezielle Kenntnis umsetzen lassen:

1. Einsatz als Budgetposten. Wer CHF 100 pro Monat hat, setzt eine monatliche Verlustlimite von CHF 100. Eine Erhöhung ist nur nach 72 Stunden möglich; eine Senkung greift sofort. Diese Mechanik ist vom Gesetzgeber genau so gewollt: Wer aus einer guten Phase heraus seine Limite erhöhen will, muss mindestens drei Tage warten.

2. Pause statt Selbstkorrektur. Die Schweiz kennt die Spielsperre als Register-Eintrag und die selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten (Art. 89 VGS). Wer drei Tage hintereinander wettet, ohne zu wissen, warum, sollte mindestens eine Woche Pause einlegen und die Wettplattform schliessen.

3. Beratung annehmen. Die Fachstelle Sucht Schweiz und das Spielsuchthilfe-Netz der Kantone bieten kostenlose, anonyme Beratung. Die Gespa hat die Erstanlaufstellen je Kanton auf ihrer Website aufgelistet. Wer drei Fragen mit «ja» beantworten kann – ich setze mehr, als ich mir leisten kann; ich verberge Wetten vor meiner Umgebung; ich jage Verlusten hinterher –, hat das Recht auf Hilfe, und das Hilfeangebot greift ohne Spielsperre-Eintrag.

Eine europäische Besonderheit hilft ergänzend: Seit 2022 betreibt die Europäische Spielsperre-Datenbank EGAS (European Gaming and Betting Association) ein europaweites Sperrregister. Schweizer Spielsperren sind dort nicht eingetragen; das EGAS-System gilt für eine Reihe EU-Lizenzsysteme. Wer in einem dieser Länder eine Sperre hat, hat damit in der Schweiz noch keine. Das EGAS-Verzeichnis ist hier nicht das massgebliche Register – die schweizweite Spielsperre ist es.

Bonus und Gratiswetten: warum sie in der Schweiz selten sind

Gratiswetten und Boni brauchen in der Schweiz die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 hat die Aufsicht 24 Zusagen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Aus dieser Zahl wird deutlich, warum von «EM-Bonusaktionen» in der Schweiz kaum die Rede ist: Die Zahl der bewilligten Aktionen pro Jahr ist niedrig, und nicht jede davon ist eine Sportwette-Aktion. Wer mit einem Werbe-Stapel aus dem EU-Ausland vergleicht, vergleicht Äpfel mit Gletschern.

Was bedeutet das konkret? Wer in der Schweiz auf ein EM-Spiel wettet, setzt fast immer ohne Bonus ein. Das hat einen handfesten Vorteil: keine Umsatzbedingungen, keine Mindestquoten, keine Frist, in der der Bonus durchgespielt werden muss, kein Verfall des Bonus bei einer späten Wette. «Risikofrei» im Sinne eines Gratiswette-Refunds gibt es nur in dem Masse, wie die Gespa es bewilligt – und das ist eng begrenzt.

Drei Eigenheiten, die bei Sporttip dennoch greifen:

Kombiboost: Bei mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 erhöht sich der Nettogewinn um 5 %, bei 7 um 20 %, bei 10 um 40 %, bei 15 um 100 %. Das ist kein Bonus im Auszahlungs-Sinn, sondern ein Bonus auf den Nettogewinn einer Wette, die ansonsten normal abgerechnet wird. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; die Aktion zählt pro Wettenden genau einmal.

Quotenboost: erhöht die Quote einer einzelnen Prematch-Wette um einen festen Wert. Profitboost: erhöht den Nettogewinn eines festgelegten Sportereignisses um einen Prozentsatz. Beide sind nur einmal nutzbar und sind im Einsatz limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Boost verschwindet also, wenn man vor dem Spiel aussteigt – eine Preisanpassung im Marketing-Gewand.

Spielsperre: keine Bonus-Aktion, aber die schärfste Form der «Selbstbeschränkung». Wer eine Sperre setzt, verliert den Zugang zum Konto und damit zu allen offenen Boost-Aktionen – sie verfallen automatisch.

Was die Schweiz nicht hat: Anbieter mit verwirrenden Umsatzbedingungen, die in Werbe-Videos als «100 % Bonus» verkauft werden. Der Vorteil ist Teil der Werbe-Beschränkung: Wer Art. 74 BGS liest, versteht, warum die Schweiz das Feld nicht beackert, das Malta und Curaçao aufhalten.

Wer aus dem Ausland eine Plattform mit grosszügigen EM-Bonusangeboten gewohnt ist und in der Schweiz auf ein solches Angebot hofft, wird enttäuscht – und genau darin liegt der Schutz.

Rechtliche Einordnung der Bonuspraxis

Die Werbe-Regeln im BGS sind kein Zufall: Sie schützen Spieler vor unlauteren Mitteln. Art. 74 Abs. 3 BGS verbietet Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele; Verstösse werden mit Bussen bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Wer im Inland Werbung für eine nicht bewilligte Plattform macht – ob als Affiliate, Influencer oder Operator – macht sich strafbar. Das ist nicht nur Theorie: Die Gespa und das BJ haben in den letzten Jahren mehrere Verfahren geführt; die Sperrliste mit 671 Domains Ende 2025 ist ein Ergebnis dieser Praxis.

Ein zweiter, oft übersehener Punkt: Werbe-Beschränkungen gelten auch für eigene Aktionen der beiden Schweizer Veranstalter. Quotenboosts und Profitboosts sind bewilligungspflichtig; im Jahr 2025 hat die Gespa die Zahl der Bewilligungen auf 8 bei Swisslos und 24 bei Loterie Romande begrenzt. Eine breite EM-Bonus-Offensive durch die bewilligten Veranstalter ist damit nicht möglich – und nicht gewollt. Wer eine Werbung sieht, die diese Zahl übersteigt, sieht Werbung für eine nicht bewilligte Plattform.

Die steuerliche Seite haben wir oben abgehandelt. Im Übrigen gilt: Für eine genaue Auskunft über Freibetrag, Verrechnungssteuer und kantonalen Steueranteil fragen Sie die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater. Die Faustregel «unter dem Freibetrag keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer» bleibt der Ausgangspunkt; die Kantonalfarbe ändert sich.

Häufig gestellte Fragen

Findet 2026 eine Fussball-Europameisterschaft statt, und wann ist die nächste Endrunde?

Im Jahr 2026 findet keine Fussball-EM statt. Die letzte Endrunde war die EM 2024 in Deutschland vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 (Spanien besiegte England im Finale 2:1). Die nächste Endrunde ist die EM 2028 vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland; das Eröffnungsspiel steigt am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 in Wembley. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen erfolgt am 6. Dezember 2026 in Belfast.

Wer wird Europameister 2028, und was sagen die Wettquoten wirklich aus?

Eine seriöse Vorhersage ist nicht möglich; jede Quelle, die es anders behauptet, verkauft eine Schätzung als Wissen. Wettquoten spiegeln die impliziten Wahrscheinlichkeiten wider, die der Markt aus Form, Kader, Spielort und Historie bildet – mehr nicht. Bei Spielen wie der EM ist die Marge im Sieger-Markt hoch (oft 15–25 %).

Wie funktioniert eine Langzeitwette auf den Turniersieger, und wann wird sie abgerechnet?

Eine Langzeitwette auf den Turniersieger wird zu einer festen Quote abgeschlossen, lange vor dem Finale. Der Einsatz wird bei Wettannahme abgebucht, der mögliche Gewinn erst nach Abschluss des Turniers ausgezahlt – bei Sporttip nach dem regulären Turnierende und nach Auswertung des letzten Spiels. Ein vorzeitiger Cash-Out ist möglich, aber immer unter dem nicht vorzeitigen Gewinn. Bei abgesagten oder verschobenen Endspielen gilt die Wette nach den Bedingungen des Veranstalters; meist wird die Quote 1.00 angewandt und der Einsatz erstattet.

Warum bieten die beiden Schweizer Veranstalter nur wenige und kleine Bonusaktionen an?

Bonuszusagen brauchen in der Schweiz die vorgängige Bewilligung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 hat die Aufsichtsbehörde 24 Zusagen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Werbe-Beschränkungen für nicht bewilligte Anbieter kommen zusätzlich hinzu. Das Resultat sind kleine, zurückhaltende Aktionen und keine «EM-Bonuslawine» wie im EU-Ausland.

Was geht bei einer Wett-App ohne Schweizer Bewilligung verloren, wenn etwas schiefläuft?

Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung greifen weder das Schweizer Spielsperren-Register noch Schweizer Aufsicht oder Gerichtsbarkeit. Auszahlungen folgen den Bedingungen des Anbieters, Streitfälle werden nicht in der Schweiz verhandelt, und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Domains solcher Anbieter können auf der Gespa-Sperrliste landen; die Gespa hat Ende 2025 671 Domains gesperrt.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wird ein Gewinn je nach Kanton besteuert?

Vor der ersten Wette setzt der Spieler bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Auf Gewinnen aus Schweizer bewilligten Wetten fällt bis zur Bundesfreigrenze (CHF 1’071’000 ab 1.1.2026) keine Einkommensteuer an; darüber 35 % Verrechnungssteuer, rückforderbar. Die kantonale Freigrenze weicht ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» lautet. Gewinne aus nicht bewilligten Anbietern werden in einigen Kantonen unabhängig vom Betrag besteuert.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»