Was Schweizer Quoten taugen – und was ein Vergleich unter zwei Veranstaltern leistet

Updated Oktober 2026
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Eine Quote ist der Preis des Buchmachers für eine Wette – und jeder Preis enthält seine Marge. Wer in der Schweiz Sportwetten vergleicht, vergleicht nicht ein Dutzend Anbieter wie in Märkten mit offener Lizenzierung, sondern genau zwei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Das Geldspielgesetz (BGS) lässt nur diese beiden Veranstalterinnen zu, und die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten schliesst aus, was daneben angeboten wird. Die Quoten, die auf diesen zwei Plattformen erscheinen, sind also nicht ein Ausschnitt aus einem grossen Markt, sondern der ganze Markt. Wer hier «die besten Quoten» sucht, vergleicht die Preise zweier Monopole – und sollte zuerst wissen, was in jedem Preis steckt.

Eine Balkenwaage mit zwei Schalen steht auf einem Holztisch, in einer Schale liegen einige Münzen.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

*Stand: 20. Oktober 2026; geprüft gegen die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) und das Reglement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024) sowie die Webseiten beider Veranstalter.*

Wie Quoten entstehen und was sie enthalten

Eine Quote ist zuerst eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit. Wer die Gegenwahrscheinlichkeit einer Quote schätzt, teilt eins durch die Quote: Aus 1.90 wird 52.6 %, aus 2.50 wird 40.0 %, aus 1.25 wird 80.0 %. Diese Grösse heisst «implizite Wahrscheinlichkeit» – sie sagt, was der Markt glaubt, wie wahrscheinlich ein Ereignis ist. Eine reale Welt, in der jedes mögliche Ergebnis mit seiner Wahrscheinlichkeit multipliziert mit der Quote exakt 1 ergibt, würde keinen Buchmacher entschädigen. Also addieren die Veranstalter etwas hinzu, das unter dem Strich ihr Verdienst ist: die Marge. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei Ausgängen und Quoten von 1.90 / 1.90 ergibt die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90 = 105.3 %; der Auszahlungsschlüssel (das, was die Wettenden zusammen zurückbekommen) liegt bei 1 ÷ 1’053 = 95.0 %, und die Marge ist 5.0 %.

Das Beispiel zeigt zwei Dinge. Erstens: je näher die Quoten beider Seiten an 2.00 liegen, desto höher ist die Marge, weil die impliziten Wahrscheinlichkeiten dann mehr als 100 % ergeben. Bei Quoten von 1.50 / 2.50 läge die Summe bei 1 ÷ 1.50 + 1 ÷ 2.50 = 66.7 % + 40.0 % = 106.7 %, der Auszahlungsschlüssel bei 93.7 %, die Marge bei 6.3 % – noch grösser. Bei einer Fussball-Dreiwegwette (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) mit 2.10 / 3.40 / 3.60 wäre die Summe 1 ÷ 2.10 + 1 ÷ 3.40 + 1 ÷ 3.60 = 47.6 % + 29.4 % + 27.8 % = 104.8 %, der Auszahlungsschlüssel 95.4 %, die Marge 4.6 % – je grösser der Markt, desto enger die Marge, weil die Buchmacher die Ausgänge besser einschätzen können. In der Praxis schwankt die Marge je nach Sportart, Wettbewerb und Markt: für grosse Fussball-Ligen liegt sie eher bei 4 % bis 6 %, für kleinere Märkte eher bei 7 % bis 10 % und mehr. Ein konkreter Quotenvergleich der beiden Schweizer Anbieter für ein einzelnes Spiel lag zum Zeitpunkt dieser Seite nicht in einer Form vor, die einen repräsentativen Wert ergeben hätte – Zahlen von einem Tag sind kein Massstab, weil Buchmacher ihre Quoten laufend anpassen.

Ein Skihang mit frischen Spuren im Neuschnee unter blauem Himmel, am Rand stehen verschneite Tannen.
Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier und 20 % bei sieben.

Zweitens: kein Markt schenkt Geld. Wer eine Quote sieht, sieht nie den «fairen» Preis, sondern immer einen Preis, der den Veranstalter im Mittel über alle Wetten entschädigt. Das heisst nicht, dass jede einzelne Wette verloren ist – einzelne Wetten gewinnen, einzelne verlieren, im Mittel bleibt der Veranstalter auf seinem Anteil. Der Hebel, den der Wettende hat, ist die Wahl zwischen Märkten mit kleinerer Marge, nicht die Hoffnung, einen Buchmacher zu schlagen, der schlechter rechnet.

Die Gesamtquote bei Kombinationen

Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Drei Voraussagen mit 1.80, 2.10 und 1.95 ergeben eine Gesamtquote von 1.80 × 2.10 × 1.95 = 7.37. Der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Schweizer Veranstalter runden den Gewinn: bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen, dann auf 5 Rappen genau abgerundet; 7.37 × 100 = 737.00 bleibt unverändert, ein Betrag wie 7’376 × 50 = 368.80 ebenso, während 7’373 × 50 = 368.65 auf 5 Rappen genau zu 368.65 würde. Der Kombiboost von Sporttip belohnt mehrere Voraussagen mit einem Bonus auf den Nettogewinn: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn – vorausgesetzt, jede Einzelquote liegt bei mindestens 1.50 und die Wette läuft online (Prematch, Live oder System). Der Boost greift den Nettogewinn, nicht den Bruttogewinn, und ist nach oben hin in Einsatz und Gewinn begrenzt.

Ein Dorffussballplatz mit Holzzaun am Hang, dahinter grasen Kühe auf einer Weide unter hohen Wolken.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019.

Eine scheinbar lohnende Gesamtquote trägt eine scheinbar lohnende Marge mit. Die Marge einer Kombiwette ist nicht die Summe der Margen ihrer Einzelwetten – sie ist grösser, weil sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten multiplizieren statt addieren. Eine Kombi aus zwei Wetten mit je 5 % Marge hat nicht 10 %, sondern näher an 9.75 % Marge; eine Kombi aus vier Wetten liegt bereits bei rund 18.5 % Marge, aus sieben bei rund 30 %. Wer mit kleinen Einsätzen auf eine hohe Gesamtquote spielt, bezahlt diese Marge in der Regel nicht in einem spürbaren Verlust pro Wette, sondern in der Häufigkeit, mit der die Kombi tatsächlich aufgeht.

Die Schweizer Veranstalter im Quotenvergleich

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel – Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne – Produkt Jouez Sport
N1 Bet, Fezbet, AmunRa, Betify, 1Bet, Rollbit, Unibet, 1xBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS); keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rechtsschutz

Die zwei zugelassenen Veranstalter bedienen klar getrennte Gebiete: Swisslos führt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch, die Loterie Romande führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto bei Swisslos setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus, ein Konto bei der Loterie Romande entsprechend Wohnsitz in der Romandie. Wer die Seite des «falschen» Veranstalters öffnet, kann sich nicht registrieren – das ist keine Schikane, sondern die logische Folge der kantonalen Aufteilung.

Die Bewertung der Quoten erfordert Daten, die für den Tag der Veröffentlichung nicht für beide Anbieter nebeneinander vorliegen. Wer wirklich vergleichen will, prüft am Spieltag selbst die Quoten beider Veranstalter für denselben Markt; eine Tabelle, die vorgibt, dauerhaft bessere Quoten zu kennen, würde an einem konkreten Wochenende schnell widerlegt.

Sporttip (Swisslos)

Sporttip bietet das breitere Wettprogramm der beiden Schweizer Veranstalter: alle gängigen Fussball-Märkte, die grossen europäischen Ligen, Eishockey, Tennis, Basketball und ein wachsendes Angebot in Nischensportarten, soweit sie auf der Gespa-Liste stehen. Die Quoten bewegen sich für Standardmärkte im Rahmen dessen, was ein Veranstalter mit moderater Marge anbietet – genaue Prozentzahlen für einen konkreten Tag nennen die Spielregeln nicht. Was sich sagen lässt: Sporttip hat den Kombiboost, Quotenboosts auf Prematch-Einzelwetten und Profitboosts auf den Nettogewinn, Cash-Out als vollständige Auszahlung ohne Teilauszahlung vor Spielbeginn und live sowie Livewetten, die unabhängig davon gelten, ob das Ereignis tatsächlich übertragen wird. Der Mindesteinsatz pro Wette liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 10’000 pro Systemwette; Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, und Wetten über der Limite werden nicht angenommen.

Für wen Sporttip arbeitet: für deutschsprachige Spielerinnen und Spieler im Vertragsgebiet, die ein vollständiges Wettprogramm mit soliden Standardfunktionen suchen und bereit sind, sich vor der ersten Wette mit Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu beschäftigen. Die Oberlimite für Tagesverluste liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Jouez Sport (Loterie Romande)

Jouez Sport ist das Gegenstück in der Romandie, mit einem ähnlichen Aufbau, aber eigenen Konditionen. Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz bei CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Einzel- oder Gesamtquote muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette ist CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Für wen Jouez Sport arbeitet: für Westschweizer Spielerinnen und Spieler, die einen Veranstalter aus ihrer Region suchen und mit dem etwas kleineren Wettprogramm zurechtkommen. Wer im Wallis eine Kombiwette über CHF 7’500 setzen will, ist bei Sporttip ohnehin nicht zugelassen – aber wer im Tessin ein Konto eröffnen will, geht zu Sporttip, und wer in Genf wohnt, geht zur Loterie Romande. Es gibt hier keine Wahl, und es ist gut, das zu wissen.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

N1 Bet, Fezbet, AmunRa, Betify, 1Bet, Rollbit, Unibet und 1xBet erscheinen in Werbung und Vergleichsportalen regelmässig mit höheren Quoten als die Schweizer Veranstalter. Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder anderswo – hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Veranstalter- und Spielbewilligung ist eine Straftat, und die Gespa führt eine Sperrliste, über die Schweizer Internetanbieter die Domains blockieren. Wer dennoch spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsschutz bei Streit, und seine Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; zudem behandelt mindestens der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen.

Wer höhere Quoten sucht, zahlt sie also nicht nur mit einer höheren Marge, sondern mit dem Verlust jedes Schutzes, den das Schweizer Recht für Spielerinnen und Spieler vorsieht. Die «bessere Quote» ist der Preis eines Marktes, in dem das Geld in einer Jurisdiktion liegt, die das Schweizer Recht nicht erreicht.

Wie das Geld fliesst: Gewinn, Auszahlung, Verlustlimit

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote), auf zwei Nachkommastellen gerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Auszahlungen sind nur auf ein Konto im eigenen Namen möglich; das Wallet selbst kann per PostFinance Pay, per Online-Zahlungsmittel oder per Einzahlungsschein ab CHF 20 aufgeladen werden, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und nur solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Pro Jahr sind zwei Auszahlungen gratis, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks.

Vor dem ersten Tipp setzen Spielerinnen und Spieler bei Swisslos Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage – Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Wer sich selbst für 1 bis 180 Tage produktbezogen sperren will, kann das tun, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Bei Spielen über dem Limit weigert Swisslos die Annahme, und Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00.

Bei Jouez Sport liegen die Mindest- und Höchsteinsätze anders (CHF 2 / CHF 500 online, Höchstgewinn CHF 300’000 pro Wette, CHF 1’000’000 pro Multiple), und die Loterie Romande hat ein eigenes Netz an Verkaufsstellen. Beide Veranstalter verlangen ein verifiziertes Konto mit Ausweis und Adressabgleich; ohne Wohnsitz im Vertragsgebiet gibt es kein Online-Konto. Die Verlustlimit-Pflicht gilt für beide Anbieter, das Schweizer Recht schreibt sie vor (Art. 87 VGS): der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Das ist der Grund, warum die Kontoeröffnung einen Schritt erfordert, den viele Spielerinnen und Spieler von ausländischen Seiten nicht kennen – und der Grund, warum das Geld hier nicht einfach durchläuft.

Welche Wetten erlaubt sind – und welche nicht

Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten ist eine geschlossene Liste; was nicht draufsteht, ist verboten. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind ausgeschlossen. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind nie wettobjekte. Eckball- und Kartenmärkte fehlen auf der Liste, ebenso ein eigener E-Sport-Bereich. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS schränkt die Live-Märkte nicht zusätzlich ein.

Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern eine Funktion jedes Veranstalters. Bei Sporttip gibt es sie für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab, und Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Einmal ausgeführt, lässt sich Cash-Out nicht rückgängig machen; bei einem Cash-Out verfällt zudem ein laufender Quoten- oder Profitboost. Wer auf den Boost spekuliert, kann ihn durch eine vorzeitige Auszahlung verlieren.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt (oder im Turnierverlauf ersetzt), ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückerstattet, in Kombinationen erhält die Voraussage Quote 1.00 – der Gewinn dieser Voraussage entfällt, die anderen laufen weiter. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Veranstaltung (zum Beispiel «Heimsieg» und «über 1.5 Tore» im gleichen Spiel) lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos eine solche Abhängigkeit ohne Bet-Builder an, kann sie die ganze Kombination für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Verantwortung beim Tippen: was die Quote nicht regelt

Eine höhere Quote bedeutet nicht ein besseres Angebot – sie bedeutet eine höhere Auszahlung im Erfolgsfall und ein höheres Risiko, dass der Fall nicht eintritt. Der Cash-Out, der den vorzeitigen Ausstieg erlaubt, kostet Marge; der Kombiboost, der die Gesamtquote aufpeppt, verlangt mehrere Voraussagen mit eigener Marge und eine Mindestquote von 1.50 pro Voraussage; der Profitboost erhöht den Nettogewinn, verfällt aber bei einem Cash-Out. Wer in einem Sportwettenvergleich die Quote als einzige Grösse ansieht, übersieht, was die Quote trägt und was sie kostet.

Die Schweizer Veranstalter sind verpflichtet, vor der ersten Wette Verlustlimiten zu setzen, und sie sind verpflichtet, das gesetzliche Ausschlussregister zu führen. Eine Spielsperre von 1 bis 180 Tagen kann produktbezogen ausgesprochen werden, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Sperre gilt schweizweit und umfasst auch Casinos. Die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich und wird von einer Fachstelle begleitet (Art. 84 VGS, Art. 81 BGS). Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige eine Sportwette kaufen können: 47.5 % der 200 Versuche waren erfolgreich – der Verkaufspunkt-Schutz ist also nicht die Hürde, als die er manchmal dargestellt wird. Wer für sich selbst eine Grenze braucht, ist mit der Senkung des Verlustlimits besser bedient als mit dem Vertrauen auf einen Mechanismus, der nur am Verkaufschenk greift.

Rechenbeispiel: was eine Quote wirklich bedeutet

Eine faire Münze (50/50) sollte ohne Marge zu Quote 2.00 angeboten werden. Mit Marge liegt die Auszahlung unter dem Einsatz. Für einen Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90:

Das ist das Beispiel, das die Vorlage für diese Seite festgelegt hat. Es zeigt, was im Preis steckt: von jedem Franken, der insgesamt auf diesen Markt gesetzt wird, fliessen im Mittel 95 Rappen als Gewinn zurück, 5 Rappen bleiben beim Veranstalter. Bei einer realen Fussball-Dreiwegwette mit engerer Marge (rund 4.5 % bis 5.5 %) liegt der Auszahlungsschlüssel entsprechend bei etwa 94.5 % bis 95.5 %, bei kleineren Märkten mit breiterer Marge (8 % bis 10 %) bei 90 % bis 92 %. Die Spanne ist gross, und sie ist der Grund, warum ein Quotenvergleich unter den zwei Schweizer Veranstaltern nur über mehrere Spiele und mehrere Tage sinnvoll ist – ein einzelner Tag kann jeden Mittelwert über- oder unterbieten.

Häufige Fragen zum Quotenvergleich

Welcher Wettanbieter hat in der Schweiz die besten Quoten – und weshalb gibt es überhaupt nur zwei?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten anbieten. Beide haben eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), und beide werden von der Gespa beaufsichtigt. Ein «bester» Anbieter lässt sich daher nicht über mehrere Marken bestimmen, sondern nur über den Vergleich beider Plattformen für ein konkretes Ereignis – und für ein einzelnes Spiel, weil Quoten sich laufend ändern.

Was bedeuten Quoten, und wie kommt man von der Quote zur Wahrscheinlichkeit?

Eine Quote drückt den Preis des Veranstalters aus, nicht die echte Wahrscheinlichkeit. Die implizite Wahrscheinlichkeit errechnet sich aus 1 ÷ Quote: 1.90 entspricht 52.6 %, 2.50 entspricht 40.0 %, 1.25 entspricht 80.0 %. Die Summe dieser Wahrscheinlichkeiten über alle Ausgänge eines Marktes liegt über 100 %, und die Differenz zu 100 % ist die Marge des Veranstalters.

Wie entstehen Quoten, und welche Marge ist eingebaut?

Quoten entstehen aus einer Schätzung der Wahrscheinlichkeiten, korrigiert um die Marge, die der Veranstalter im Mittel behält. Bei einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 ergibt sich eine Marge von 5.0 %, bei einer Fussball-Dreiwegwette mit 2.10 / 3.40 / 3.60 rund 4.6 %. Kleinere Märkte tragen höhere Margen, weil das Wissen über die Ausgänge dünner ist und das Risiko für den Veranstalter grösser.

Wie wird der Gewinn berechnet, und wie die Gesamtquote einer Kombination?

Der Gewinn ist Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote). Die Gesamtquote einer Kombination ist das Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen gerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet; bei Jouez Sport ist die Einzel- oder Gesamtquote auf 1.10 bis 100’000 begrenzt.

Welche Sportarten und Wettarten sind in der Schweiz erlaubt?

Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten legt fest, was angeboten werden darf. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind ausgeschlossen, ebenso Eckball- und Kartenmärkte und ein eigener E-Sport-Bereich; Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen. Was nicht auf der Liste steht, ist verboten.

Was ist bei ausländischen Seiten mit höheren Quoten zu beachten?

Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS), das Anbieten ist eine Straftat, und die Gespa führt eine Sperrliste mit blockierten Domains. Spielerinnen und Spieler haben keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Rechtsschutz bei Streit, und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; zudem behandelt mindestens der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»