Systemrechner für Sportwetten: Wettmärkte, Einsatz, Gewinn im Schweizer Rahmen

Updated Oktober 2026
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Wer in der Schweiz eine Systemwette platziert, möchte wissen, wie viele Teilwetten entstehen, wie sich der Einsatz verteilt und welcher Betrag im Gewinnfall zurückkommt. Die Arithmetik hinter Einzelwette, Kombiwette und Systemwette zeigt, welche Höchsteinsätze und Regeln die beiden zugelassenen Veranstalter vorsehen, und ordnet ein, was ein Rechner leisten kann und was nicht. Kein Rechner macht eine Wette sicher; er macht nur sichtbar, was Einsatz, Quote und Marge ergeben.

Ein Taschenrechner liegt neben einem Bleistift und einem karierten Blatt mit handgezeichneten Kurven auf einem hellen Holztisch.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Stand: 20. Oktober 2026 – geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) sowie gegen das Règlement Jouez Sport (17e édition, septembre 2024).

Wettmärkte und Wettarten im Zusammenspiel mit dem Systemrechner

Was eine Systemwette aus Einzel- und Kombinationswetten macht

Eine Systemwette ist ein Bündel aus mehreren Kombinationswetten über dieselben Voraussagen. Wer drei Voraussagen auswählt, baut damit nicht nur einen «Dreier» (alle drei müssen aufgehen), sondern je nach System mehrere kleinere Kombinationen – etwa 2 aus 3, also drei «Zweier», von denen jeder für sich gewinnt, sobald zwei von drei Voraussagen richtig sind. Wer vier Voraussagen tippt, kann ein «2 aus 4» spielen (sechs Zweier) oder ein «3 aus 4» (vier Dreier). Jede Teilwette hat ihre eigene Quote, weil die kombinierte Quote das Produkt der Einzelquoten ist.

Daraus ergibt sich der eigentliche Sinn des Systems: Nicht jede Voraussage muss treffen, damit überhaupt etwas zurückkommt. Eine falsche Voraussage «kostet» nur die Teilwetten, in denen sie enthalten war; die übrigen Teilwetten werden unabhängig ausgewertet. Genau das ist der Punkt, an dem der Rechner ins Spiel kommt: Ohne die Aufteilung des Einsatzes in Teilwetten und ohne die Multiplikation der Einzelquoten zu einer Gesamtquote lässt sich der mögliche Gewinn nicht nachvollziehen. Der Rechner zeigt, welche Konstellationen von Treffern zu welchem Ertrag führen.

Gesamtquote, Teilgewinne und der Anteil der Marge

Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten. Bei drei Voraussagen mit 1.50, 2.00 und 2.50 ergibt sich 1.50 × 2.00 × 2.50 = 7.50. Bei einer Systemwette geht es nicht um eine einzige Gesamtquote, sondern um viele: Jede Teilwette hat ihre eigene kombinierte Quote, weil nicht alle, sondern nur eine Auswahl der Voraussagen eingeht. Der Rechner muss daher für jede mögliche Trefferkombination die zugehörige Quote bilden und mit dem anteiligen Einsatz multiplizieren.

Jede Quote enthält eine Marge. Vereinfacht gesagt: Der Veranstalter behält von jedem Franken Einsatz einen Anteil ein, der Rest wird als Quote an die Spielenden zurückgegeben. Die Marge ist der Grund, warum eine «faire» Quote – bei zwei Ausgängen etwa 2.00 auf jeden Ausgang – in der Praxis tiefer liegt. Der Rechner hilft die Marge sichtbar zu machen, indem er für eine Auswahl an Ausgängen die implizite Wahrscheinlichkeit und den Quotenschlüssel zeigt. Das ändert nichts am Ausgang, aber es ordnet die Zahl ein.

Wie der Gewinnbetrag bei Sporttip entsteht und gerundet wird

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote. Bei Kombinationswetten wird die Gesamtquote verwendet, also das Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei kleinen Einsätzen wirkt diese Rundung stärker als bei grossen; ein Gewinn aus 1 Franken Einsatz bei Quote 1.50 beträgt 1.50 Franken, wird auf 1.50 aufgerundet und auf 1.50 abgerundet, ändert sich also nicht. Bei einem ungeraden Wert wie 1.27 × 1 Franken = 1.27 Franken gerundet sie erst auf 1.27 und anschliessend auf 1.25, weil 1.27 näher an 1.25 als an 1.30 liegt. Bei grösseren Einsätzen fällt die Rundung weniger ins Gewicht, verschwindet aber nie ganz.

Beispielrechnung: drei illustrative Quoten mit dem Einsatz von 1 Franken

Drei fiktive Auswahlen mit den Quoten 1.50, 2.00 und 2.50, eingesetzt wird 1 Franken pro Linie. Der Rückzahlungsbetrag – also das, was bei einem gewonnenen Gewinn «zurückkommt» – ergibt sich aus Einsatz × Quote: 1 Franken × 1.50 = 1.50 Franken, 1 × 2.00 = 2.00 Franken, 1 × 2.50 = 2.50 Franken. Würden alle drei Auswahlen in einer Kombiwette zusammengefasst, wäre die Gesamtquote 7.50 und der Rückzahlungsbetrag bei einem Volltreffer 7.50 Franken aus 1 Franken Einsatz. Bei einem System «2 aus 3» verteilt sich der Einsatz auf drei Zweier-Kombinationen; bei einem Volltreffer gewinnen alle drei Teilwetten, bei zwei Treffern gewinnen zwei Teilwetten, bei einem Treffer keine. Der Rechner zeigt in jedem Fall das Ergebnis, ohne dass die Wette selbst sicherer wird.

Welche Märkte sich zu Systemen kombinieren lassen

Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten legt fest, was in der Schweiz überhaupt angeboten werden darf. Eckball- und Kartenmärkte etwa sind dort nicht aufgeführt; eine Quote für solche Ausgänge gibt es im Schweizer Markt nicht. Wer eine Systemwette baut, kann nur die Märkte kombinieren, die der Veranstalter im Wettprogramm führt. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Was der Rechner kann und was er nicht kann

Der Rechner liefert Antworten auf vier Fragen: Wie viele Teilwetten entstehen aus meinen Auswahlen? Welche Gesamtquote hat jede Teilwette? Wie verteilt sich mein Einsatz auf die Teilwetten? Welcher Betrag kommt im Gewinnfall je nach Trefferbild zurück? Diese Antworten sind deterministisch – gleiche Zahlen, gleiches Resultat. Der Rechner sagt aber nicht, wie wahrscheinlich ein Treffer ist, und er macht eine Quote nicht zur fairen Quote. Die Marge bleibt drin, das Verlustrisiko bleibt auch. Wer den Rechner nutzt, um eine Systemwette «auszurechnen», rechnet das Mechanische aus; die Frage, ob die Wette wert ist, bleibt offen.

Vergleich der zugelassenen Veranstalter in der Schweiz

Die Interkantonale Vereinbarung lässt nur zwei Veranstalter für Sportwetten zu: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Sie bedienen je eigene Kantone, jeder Spielende kann nur bei dem Veranstalter ein Konto führen, in dessen Vertragsgebiet der Wohnsitz liegt. Beide akzeptieren Systemwetten, setzen aber unterschiedliche Höchsteinsätze, Mindestquoten und Gewinnobergrenzen.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalterin / Bewilligungsbasis
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS; Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel – Produkt Sporttip, Online-Konto für die Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS; Aufsicht Gespa) Loterie Romande, Lausanne – Produkt Jouez Sport, Online-Konto für FR, GE, JU, NE, VD und VS

Einsatzrahmen und Mindestquoten im direkten Vergleich

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten 1 Franken, der Höchsteinsatz 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombinationswette und 10’000 Franken pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport ist der Mindesteinsatz online 2 Franken (in Verkaufsstellen 3 Franken, für Multiples 2 Franken) und der Höchsteinsatz 500 Franken pro Einzel- oder Kombiwette; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens 7’500 Franken Einsatz enthalten.

Bei Jouez Sport liegt die Obergrenze für Gewinne bei 300’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette und bei 1’000’000 Franken für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Welche Wahl für welchen Einsatz sinnvoll ist

Wer mit kleinen Einsätzen experimentiert und im Deutschschweizer Vertragsgebiet wohnt, ist bei Sporttip mit dem 1-Franken-Mindesteinsatz und dem höheren Systemwett-Limit von 10’000 Franken besser aufgestellt; eine breite Auswahl an Systemen bleibt möglich, ohne dass die Wette wegen Überschreitung der Limite abgelehnt wird. Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, kann nur bei Jouez Sport online spielen und akzeptiert die dort geltenden Mindesteinsätze und Höchstbeträge. Wer mit sehr grossen Systemen plant, stösst bei Jouez Sport früher an die Gewinnobergrenze von 1 Million Franken pro Multiple als bei Sporttip, wo die Gewinnobergrenze nicht in derselben Weise fixiert ist – das ist relevant, wenn eine Gesamtquote sehr hoch wird.

Grundlagen: Rahmen, Veranstalter und was die Gespa-Liste zulässt

Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten darf

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung, die eine Veranstalterin als geeignet ausweist, und der Spielbewilligung pro Spiel. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Staat – entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar; die Spielenden selbst werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Spielerschutz.

Ein Basketball ruht auf dem polierten Parkett einer leeren Halle, Nachmittagslicht fällt durch hohe Fenster.
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Swisslos betreibt Sporttip und führt die Genossenschaft mit Sitz in Basel; ihre Online-Plattform steht Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet offen – den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dem Tessin sowie dem Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande betreibt Jouez Sport und bedient die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS; die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden.

Was gewettet werden darf – und was nicht

Die Gespa führt eine geschlossene Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte etwa erscheinen auf der Liste nicht; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind unzulässig. Qualifikationsrunden sind nur wetttbar, wenn sie auf der Liste stehen, Damendevendungen ebenso; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Qualifikation zu einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet, nie auf Trainingsläufe. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind ausgeschlossen.

Livewetten und Cash-Out als Funktion

Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Cash-Out ist keine regulatorische Vorgabe, sondern eine Funktion jedes Veranstalters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie für jeden Markt; der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn.

Was die «reguläre Spielzeit» meint

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer – beim Fussball 90 Minuten – zuzüglich Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Systemwette auf «Entscheidung nach 90 Minuten» baut, tippt die reguläre Spielzeit, nicht den Ausgang nach Verlängerung.

Rechtslage: Bewilligung, Steuern und was die Bewilligung wirklich bedeutet

Schweizer Bewilligung im Detail

Eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten setzt eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel voraus; sie gilt nur in der Schweiz. Die Gespa führt keine Liste weiterer lizenzierter Buchmacher, weil es keine gibt. Sie publiziert nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Für Spielende heisst das: Wer bei einem nicht zugelassenen Anbieter spielt, spielt ohne Schweizer Schutz, ohne Eintrag im Schweizer Ausschlussregister und ohne Schweizer Rechtsweg.

Ein gepflegter Tennisplatz im Morgengrauen, über der Grundlinie hängt leichter Nebel und die Bänke am Rand sind leer.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019.

Spielerschutz und Eigenmassnahmen

Spielende müssen volljährig sein, Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen. Pro Person ist nur ein Konto zulässig, die Identität wird verifiziert. Die Spielenden setzen ihre eigenen Limiten – Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; bei Sporttip liegt die Obergrenze bei 9’999 Franken, für unter 21-Jährige bei 1’000 Franken. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Der Bundesrechtliche Rahmen sieht eine Erhöhungsfrist von 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an.

Eine Spielsperre kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesetzt werden, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Spielsperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben, unter Einbezug einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause bis sechs Monate muss angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Steuern auf Wettgewinnen

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinnwartser und erst oberhalb der Schwelle besteuert. Die Bundessteuerfreigrenze liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 1’071’000 Franken (im Jahr 2025: 1’070’400 Franken). Die kantonale Schwelle weicht davon ab, weshalb stets «je nach Kanton» gilt, nie ein einzelner kantonaler Betrag. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer typischerweise wettet, gewinnt weit unter der Schwelle: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; die kantonale Steuerpraxis in Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Werbung, Boni und ausländische Anbieter

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten; Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten und wird mit einer Busse bis 500’000 Franken geahndet. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Bonusbeträge und Bedingungen kommen nur aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Kein Print eines Promo-Codes, keine Werbung.

Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis drei Jahre Freiheitsentzug oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis fünf Jahre. Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter sperren (in Kraft seit 3. September 2019; 671 Domains Ende 2025); blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt (Domain-Hopping). Eine ehrliche Einordnung: offshore bedeutet keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsweg, ausländische Gewinne nach kantonalem Steuerrecht unterliegen; bewilligt heisst voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Verifikation. Keine der beiden Seiten ist «die sichere Wahl» von vornherein.

Verantwortungsvolles Wetten: Selbstschutz und harte Regeln

Verlust- und Einzahlungslimiten als Grundpfeiler

Mehrere Teilwetten erhöhen den Gesamteinsatz schnell. Wer mit 5 Franken pro Teilwette plant und eine Systemwette «3 aus 5» spielt, hat zehn Teilwetten und damit 50 Franken Einsatz auf einem Wettschein. Wer sich ein Tageslimit von 50 Franken gesetzt hat, ist mit einer einzigen Systemwette am Anschlag. Eigenlimiten sind deshalb kein Detail am Rand; sie entscheiden, ob das System spielbar bleibt.

Die gesetzliche Grundlage verlangt vom Veranstalter, dass er eine oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt. Die Spielenden setzen die Werte selbst; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach der gesetzlichen Frist (24 Stunden nach Bundesrecht; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an). Eine schweizweit fixe Einsatzobergrenze gibt es nicht.

Spielsperre und Selbst-Ausschluss

Eine Spielsperre kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesetzt werden; eine Aufhebung vor Fristablauf ist ausgeschlossen. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein. Wer sich für eine unbestimmte Zeit sperren lässt, kann sie frühestens nach drei Monaten aufheben lassen, unter Einbezug einer Fachstelle. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Wer nicht teilnehmen darf

Minderjährige unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Pro Person ist nur ein Konto zulässig, die Identität wird verifiziert; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Wo Hilfe zu finden ist

Wer merkt, dass das Wetten nicht mehr im eigenen Rahmen bleibt, kann sich an die Fachstellen wenden, die je nach Kanton unterschiedlich organisiert sind. Die Gespa selbst bietet keine Therapie, hält aber Informationen zum Sperrsystem und zur Spielsperre bereit. Bei akuten Problemen – über Verschuldung, Suchtdruck oder familiäre Belastung – ist der erste Anlaufpunkt die kantonale Suchtberatung.

Anbieter im Überblick

Die folgende Übersicht ordnet die beiden Schweizer Veranstalter und die ausländischen Marken ein, die Schweizer Spielende im Internet antreffen. Die Reihenfolge folgt der Bedeutung im Schweizer Markt: zuerst die zugelassenen Anbieter, dann die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt Sporttip als Produkt für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und führt Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 durch; die Aufsicht liegt bei der Gespa. Online-Konten stehen nur Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet offen; die Identität wird beim Anmelden verifiziert.

Die Einsatzrahmen sind klar: Mindestens 1 Franken pro Einzel- und Kombinationswette, höchstens 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombinationswette und 10’000 Franken pro Systemwette. Die Verrechnung der Gewinne erfolgt nach Einsatz mal Quote, bei Kombinationen nach Gesamtquote; der Gewinnbetrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer Cash-Out-System unter anderem sucht: Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out. Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Sporttip eignet sich für Spielende, die im Deutschschweizer Vertragsgebiet wohnen und mit höheren Systemwett-Einsätzen planen, weil das Limit von 10’000 Franken deutlich über dem Maximum der Westschweizer Konkurrenz liegt. Wer mit kleinen Einsätzen experimentiert, profitiert vom 1-Franken-Mindesteinsatz. Wer Cash-Out als Funktion schätzt, findet hier eine vollständige Auszahlung pro Wette – keine Teilauszahlung. Die Einschränkung: Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, kann hier kein Konto führen.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Sie hat ihren Sitz in Lausanne, betreibt 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Online-Konten stehen nur Personen mit Wohnsitz in diesem Vertragsgebiet offen.

Die Einsatzrahmen sind enger: Mindestens 2 Franken online (in Verkaufsstellen 3 Franken, für Multiples 2 Franken), höchstens 500 Franken pro Einzel- oder Kombiwette; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens 7’500 Franken Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Gewinne sind auf 300’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette und auf 1’000’000 Franken für alle Gewinne eines Multiples zusammen gedeckelt.

Jouez Sport eignet sich für Spielende im Westschweizer Vertragsgebiet, die mit kleineren Einsätzen planen und die strengeren Gewinnobergrenzen akzeptieren. Wer ein hohes System bauen will, stösst früher an die Gewinnobergrenze als bei Sporttip – das ist der Preis für die kontrollierten Rahmenbedingungen. Wer ausserhalb der Westschweiz wohnt, kann hier kein Online-Konto führen.

Duelbits

Duelbits tritt ohne Schweizer Bewilligung auf und gehört zu den ausländischen Marken, die Schweizer Spielende im Internet antreffen. Es liegt keine Schweizer Veranstalter- oder Spielbewilligung vor; eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung. Die Plattform ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen; es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS gesperrt werden. Eine Einordnung: Wer hier spielt, bewegt sich ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens.

Wer hier spielt, spielt ohne Schweizer Schutz und ohne Schweizer Verbraucherschutz. Das ist die offene Einordnung: kein Schweizer Rahmen, keine Schweizer Aufsicht.

BillyBets

BillyBets besitzt keine Schweizer Bewilligung und ist daher nicht Teil des Schweizer Schutzrahmens. Eine Teilnahme ist nicht empfohlen, da kein Rechtsweg besteht und die Domain auf der Sperrliste der Gespa landen kann.

Die Plattform gehört zu den ausländischen Marken, die im Internet verfügbar sind, in der Schweiz aber nicht bewilligt sind. Wer hier spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Schweizer Schutzregeln nicht greifen.

Bettilt

Bettilt operiert ohne eine für die Schweiz gültige Zulassung. Die Plattform ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angebunden und wird nicht durch die Gespa reguliert.

Die Plattform ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Rahmen. Wer hier spielt, verlässt den Schweizer Schutzraum.

HighFlyBet

HighFlyBet ist in der Schweiz nicht bewilligt. Eine Teilnahme erfolgt ausserhalb des geschützten Schweizer Geldspielmarkts.

Die Marke gehört in die Gruppe der ausländischen Anbieter ohne Schweizer Lizenz; wer hier spielt, ist nicht durch Schweizer Recht geschützt.

BetAlright

BetAlright verfügt über keine Schweizer Lizenz und entzieht sich somit der Kontrolle durch die Schweizer Aufsichtsbehörde Gespa.

Wer hier spielt, sollte wissen, dass Schweizer Schutzregeln nicht zur Anwendung kommen. Die Einordnung als ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung gilt.

DirectionBet

DirectionBet besitzt keine Schweizer Zulassung. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Spielerschutzregister und keinen Schweizer Rechtsweg.

Die Marke gehört in die Gruppe der ausländischen Anbieter, die in der Schweiz nicht zugelassen sind; wer hier spielt, spielt ohne Schweizer Aufsicht.

Betify

Betify agiert ohne Schweizer Bewilligung und ist nicht Teil des Schweizer Regulierungssystems. Die Domain kann von der Gespa zur Sperrung vorgesehen werden.

Die Plattform ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Wer hier spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Schweizer Regeln nicht greifen.

Bahigo

Bahigo besitzt keine Schweizer Lizenz. Die Plattform ist nicht in das Schweizer Ausschlussregister integriert und wird nicht durch die Gespa überwacht. Domains können auf der Sperrliste landen.

Die Marke gehört in die ausländische Gruppe ohne Schweizer Lizenz; ein Schweizer Schutz ist hier nicht gegeben. Wer spielt, sollte sich über den fehlenden Rechtsweg im Klaren sein.

Häufige Fragen

Wie viele Einzelwetten enthält eine Systemwette, und wie wird der Einsatz verteilt?

Eine Systemwette bündelt mehrere Kombinationswetten über dieselben Voraussagen. Wer vier Voraussagen tippt und das System «2 aus 4» wählt, baut sechs Zweier-Kombinationen, der Einsatz wird zu gleichen Teilen auf diese sechs Teilwetten verteilt. Bei «3 aus 4» sind es vier Dreier-Kombinationen, auf die sich der Einsatz aufteilt. Eine einzelne falsche Voraussage eliminiert nur die Teilbetten, in denen sie vorkommt; die übrigen werden unabhängig ausgewertet.

Wie berechnet sich der mögliche Gewinn aus Einsatz und Quote, und wie entsteht die Gesamtquote?

Der Rückzahlungsbetrag ist Einsatz × Quote, bei Kombinationen Einsatz × Gesamtquote. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Beispiel: drei Quoten 1.50, 2.00, 2.50 ergeben 1.50 × 2.00 × 2.50 = 7.50; mit 1 Franken Einsatz auf der Dreier-Kombi liegt der Betrag bei einem Volltreffer bei 7.50 Franken. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wie wird der Gewinnbetrag gerundet, und was bedeutet das bei kleinen Einsätzen?

Bei Sporttip ergibt sich der Betrag aus Einsatz × Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei kleinen Einsätzen fällt die Rundung stärker ins Gewicht. 1 Franken × Quote 1.27 = 1.27 Franken, gerundet auf 1.27 und anschliessend auf 1.25 Franken (1.27 liegt näher an 1.25 als an 1.30). Bei grösseren Einsätzen ist die Wirkung geringer.

Was kann ein Wettrechner leisten, und was kann er nicht?

Ein Rechner beantwortet vier Fragen: Wie viele Teilwetten entstehen? Welche Gesamtquote hat jede Teilwette? Wie verteilt sich der Einsatz? Welcher Betrag kommt bei welchem Trefferbild zurück? Er macht aber keine Wette sicher und keine Quote fair. Die Marge steckt in jeder Quote, das Verlustrisiko bleibt; der Rechner macht die Mechanik sichtbar, nicht die Wahrscheinlichkeit.

Welche Höchsteinsätze gelten bei den beiden Veranstaltern für Einzel-, Kombinations- und Systemwetten?

Bei Sporttip: 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombinationswette, 10’000 Franken pro Systemwette, Mindesteinsatz 1 Franken. Bei Jouez Sport: 500 Franken pro Einzel- oder Kombiwette, höchstens 7’500 Franken Einsatz pro Multiple insgesamt. Swisslos kann Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Wie beeinflussen selbst gesetzte Verlust- oder Einsatzlimiten den Gesamteinsatz einer Systemwette?

Eine Systemwette verteilt den Einsatz auf mehrere Teilwetten. Bei einem «3 aus 5» mit 5 Franken pro Teilwette sind es zehn Teilwetten und damit 50 Franken Gesamteinsatz. Die selbst gesetzte Tageslimite von 50 Franken wird mit einer einzigen Systemwette ausgeschöpft; eine Erhöhung der Limite greift bei Sporttip erst nach 72 Stunden, beim Loterie Romande ebenfalls. Wer mit Systemen spielt, muss die Limite so setzen, dass eine ausgewählte Systemgrösse noch im Rahmen bleibt.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»