Neue Online-Buchmacher in der Schweiz: Was „neu" wirklich bedeutet
Stand: 20. Oktober 2026 — geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Swisslos), Version 4.2, und die interkantonale Vereinbarung IKV 2020.

Wer in der Schweiz nach einem «neuen Online-Buchmacher» sucht, stösst auf eine ungewöhnliche Situation: Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) lässt auf dem Gebiet der Schweizer Lotterien und Sportwetten nur zwei Anbieter zu, Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Was international als «neuer Buchmacher» gilt, ein weiterer Anbieter mit eigener Webseite und Wettprogramm, ist hierzulande strukturell ausgeschlossen. Hinter Werbeanklagen, Vergleichsportalen und gesperrten Domains verbirgt sich eine klare Regelung: Was darf in der Schweiz Sportwetten anbieten, was heisst «neu» in diesem Markt, und was kostet es den Spielenden, bei einer Seite ohne Schweizer Bewilligung zu wetten?
Verantwortungsvolles Spielen vor dem ersten Tipp
Bevor ein Wettschein abgegeben wird, stehen in der Schweiz zwei Schutzmechanismen, die jeder selbst auslöst. Beide Mechanismen sind im Gesetz verankert (Art. 87 VGS, Art. 80–82 BGS), aber ihre Werte setzen die Spielenden selbst. Wer das nicht tut, kann de facto nicht an einer Online-Wette teilnehmen.

Die Verlustlimite wird vor der ersten Teilnahme bei Swisslos für drei Zeiträume gesetzt: 1 Tag, 7 Tage und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Periode, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung greift frühestens nach drei Tagen, weil eine Schutzfrist den Spielfluss unterbrechen soll. Wer zusätzlich eine Einzahlungslimite auf 30 Tage setzt, schiebt einen zweiten Hebel dazwischen: nicht der maximale Verlust, sondern der maximale Zufluss aufs Spielkonto.
Daneben steht die Spielsperre, und sie ist die schwerwiegendere der beiden. Swisslos lässt eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage zu, ohne vorzeitige Auflösung. Wer sich für eine unbefristete Sperre entscheidet, wird in einem schweizweiten Register eingetragen. Dieses Register gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Einmal eingetragen, lässt sich die Sperre nach Ablauf einer gesetzlichen Frist von drei Monaten nur mit einer Fachstelle aufheben, nie spontan per Mausklick.
Was im Marketing oft als «Spielerschutz» und 1-Detail firmiert, ist hier eine Selbstverpflichtung mit zwei Stufen: eine tägliche, wöchentliche und monatliche Verlustlimite, deren Obergrenze die Spielenden selbst ziehen, und eine Sperre, deren Aufhebung an eine Frist und eine Drittperson gebunden ist. Wer Sporttip oder Jouez Sport nutzt, durchläuft sie beim ersten Login, nicht erst nach einem schlechten Lauf.
Boni und Gratiswetten: klein, an Bedingungen geknüpft, von der Aufsicht genehmigt
Boni, Gratiswetten und ähnliche Aktionen sind auch in der Schweiz möglich, aber an eine vorgängige Zustimmung der Gespa gebunden (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 erteilte die Aufsicht 24 Einwilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos, eine kleine Zahl im Verhältnis zum Werbeaufkommen internationaler Buchmacher. Die Folge: Schweizer Sektionen fallen an einem üblichen Markt eher ausladend aus, und sie erreichen die Spielenden selten, ohne dass die Bedingungen mitgedacht werden.
Was eine Aktion bei Swisslos tatsächlich leistet
Die einzigen regelwerkseitig verankerten «Boni» bei Swisslos sind – der Kombiboost, der Quotenboost und der Profitboost. Sie sind keine klassischen Einzahlungsboni mit Umsatzfaktor, sondern Aufschläge auf den Wettgewinn, die an die Wettbedingung gebunden sind.
Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und gilt online aus drei Wettformen: Prematch, Live und Systemwetten. Der Bonus auf den Nettogewinn steigt mit der Anzahl Voraussagen: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Der Bonus ist in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert, die genauen Höchstwerte stehen in den Spielregeln Version 4.2.
Der Quotenboost erhöht die Quote einer einzelnen Prematch-Einzelwette auf eine Voraussage, der Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out.
Die Kosten, die das Marketing verschweigt
Was die Werbe einspart, ist das Kleingedruckte. Eine «gratis Wette» ist im Schweizer Kontext keine Wette ohne Risiko: ein Boost, der an eine Mindestquote und eine Mindestanzahl Voraussagen gebunden ist, schlägt für Spielende mit niedriger Risikobereitschaft fehl, weil die Quote 1.50 nicht auf jedem Markt zu holen ist. Und der 100 %-Aufschlag bei fünfzehn Voraussagen ist nicht 100 % Gewinn: er ist 100 % Aufschlag auf den Nettogewinn, das heisst auf das, was nach Abzug des Einsatzes übrig bleibt. Wer bei 15 Voraussagen mit gleichem Einsatz 200 € gewinnt, sieht 400 €, nicht 500 €. Wer ohne den Boost 200 € gewonnen hätte, sieht ohne den Boost 200 € und mit dem Boost 400 € — der Boost verdoppelt den Gewinn, er verdoppelt nicht den Gewinn plus Einsatz.
Dazu kommt wieder die Marge des Marktes, in dem gewichtet wird. Der Kombiboost gilt nur für Voraussagen mit Quote 1.50 oder höher, und jede dieser Quote enthält eine Marge des Veranstalters. Wer den Boost als «Bonus» verbucht, hat den Preis der Quote noch nicht mitgedacht. Die Beobachtung allein, dass ein 100 %-Boost vorliegt, sagt über den Wert der Wette wenig; was zählt, ist die Quote minus Marge minus das Risiko von fünfzehn gleichzeitigen Fehleinschätzungen.
Zahlungen und Auszahlungsdauer: nur auf das eigene Konto, in Schweizer Franken
Wer bei einem bewilligten Veranstalter wettet, zahlt in Schweizer Franken ein und sieht Gewinne nur auf ein Konto auf den eigenen Namen ausgezahlt. Die Spielregeln sind im Geldspielgesetz (Art. 50 Abs. 2 VGS) verankert: anonym auszahlen, in Kryptowährung auszahlen, auf Drittkonten auszahlen, alles ausgeschlossen. Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret anbietet, ist seine Sache, und die Unterschiede sind nicht in der Werbe gesucht.
Was Swisslos an Zahlungsmitteln anbietet
Das Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden. Der Mindestbetrag liegt bei CHF 20, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als eine Zahlungsart an, mit Bestätigung in der PostFinance App. Welche weiteren Zahlungsmittel angeboten werden, ist in den Bedingungen für die Online-Teilnahme Version 13.02.2025 geregelt, eine vollständige Liste würde den Vergleich aus dem Marketing herausziehen.
Wie die Auszahlung läuft, und was sie kostet
Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar, es kann nur für weitere Wetten verwendet werden.
Gewinne bis zur Maibaum CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, eine Auszahlung auf das Bankkonto ist hier nicht nötig. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Was hier auffällt: die Auszahlung auf das Wallet ist gratis und schnell, die Auszahlung aufs Bankkonto ist beim dritten Mal im Jahr mit 3 % belastet, eine Kommission, die bei kleinen Gewinnen empfindlich zuschlägt.
Was bei einer ausländischen Seite anders läuft
Wer bei einem Buchmacher ohne Schweizer Bewilligung wettet, hat andere Zahlungswege, aber auch andere Risiken. Anonyme Auszahlungen, Krypto-Auszahlungen und Auszahlungen auf Drittkonten mögen dort funktionieren, sie sind aber im Konflikt mit dem Geldspielgesetz, und sie sind im Streitfall nicht einklagbar. Was die Werbe als «flexible Auszahlung» verkauft, ist im Schweizer Kontext de facto eine Art ohne Schweizer Schutz.
Prognosen und Tipp: keine sicheren Tipps, nur eine Budgetgrenze
Wer nach «Tipps» für die Fussball-EM 2028, die Fussball-WM oder ein anderes Sportereignis sucht eine Wette vorauszernähmt, kommt an einer unbequemen Wahrheit nicht vorbei: Eine Prognose entsteht aus Form, Zahlen und Quoten, sie ist eine Schätzung, und sicher ist kein Tipp. Die Quoten spiegeln die Einschätzung des Veranstalters, die wiederum die Einschätzung des Marktes, und keine der beiden Grössen ist ein Versprechen.
Warum die Quote kein Versprechen ist
Die Quote einer Wette enthält zwei Komponenten: die Wahrscheinlichkeit, die der Markt dem Ausgang zuschreibt, und die Marge des Veranstalters. Eine Quote von 2.10 sagt nicht, dass das Ereignis mit 47.6 % Wahrscheinlichkeit eintrifft, es sei denn, der Markt hätte keine Marge. Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes, also der Anteil aller Einsätze, den der Markt an die Spielenden zurückzahlt, ist die Summer der Kehrwerte aller Quoten: 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …). Bei drei Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 ergibt sich ein Auszahlungsschlüssel von 1 ÷ (0’476 + 0’294 + 0’278) ≈ 95.4 %, was eine Marge von etwa 4.6 % bedeutet.
Wer darauf «Tipps» als reine Wahrscheinlichkeiten liest, hat die Marge nicht mitgedacht. Eine Wette zu Quote 2.10 ist eine Wette zu 47.6 % geschätzter Wahrscheinlichkeit abzüglich 4.6 % Marge, also eine Wette, die der Markt für wahrscheinlicher hält als «fair», aber nicht so wahrscheinlich, wie die Quote allein suggeriert.
Warum eine «sichere Wette» keine sichere Wette ist
Die populärste Form der «sicheren Wette» ist die Favoritenwette, also die Wette auf den klaren Favoriten. Bei einer Quote von 1.20 hat der Favorit eine geschätzte Siegwahrscheinlichkeit von etwa 83 %, was nach dem Platz eines Spitzenteams klingt. Wer aber 100 € zu 1.20 setzt, gewinnt 20 € netto, wenn der Favorit gewinnt, und verliert 100 €, wenn nicht. Die Quote spiegelt das Risiko, und sie übersetzt das Risiko in einen Gewinn, der selten den Verlust aufwiegt, wenn er eintritt. Ein Favorit, der 19 von 20 Mal gewinnt, lässt 100 € × 20 = 2’000 € Einsatz 19 × 20 € = 380 € Gewinn und einen Verlust von 100 € übrig, das ist ein Gewinn von 280 € auf 2’000 € Einsatz, eine Rendite von 14 %, was unter der Marge vieler Spiele liegt.
Die einzige Zahl, die hier eine Rolle spielt, ist die Summe, die der Spielende bereit ist, ohne Schaden zu verlieren. Wetten ist kein Einkommen, sondern ein Risiko mit klarer Budgetgren. Wer die Budgetgrenze nicht zieht, hat den wichtigsten Teil der Wette nicht gesetzt.
Wettarten und Quoten: Einzel, Kombi, System, Live
Die Sporttip-Wetten lassen sich in vier Grundformen gliedern, und jede hat ihre eigene Mechanik, ihre eigene Marge und ihren eigenen Reiz. Wer sie nicht versteht, hat den Preis der Quote nicht verstanden.
Einzelwette, Kombiwette und Systemwette
Die Einzelwette ist die einfachste Form: ein Ereignis, eine Quote, ein Gewinn oder Verlust. Die Kombiwette kombiniert mehrere Voraussagen in einem Wettschein, und die Quoten multiplizieren sich. Bei zwei Voraussagen zu 1.80 und 2.20 ergibt sich eine Gesamtquote von 3.96, und ein Einsatz von 10 € zahlt 39.6 € aus, wenn beide Voraussagen zutreffen.
Die Systemwette ist eine Kombination aus mehreren Kombinationen, die auch dann einen Teilgewinn auszahlt, wenn nicht alle Voraussagen zutreffen. Bei drei Voraussagen kann die Systemwette mehrere 2er-Kombinationen umfassen, und ein Teilgewinn ist möglich, wenn nicht alle drei Voraussagen zutreffen.
Was hier auffällt: jede Kombination erhöht nicht nur den Gewinn, sondern auch die Marge. Die Margen der Einzelmärkte multiplizieren sich nicht direkt, aber der Auszahlungsschlüssel einer Kombination ist das Produkt der Auszahlungsschlüssel der Einzelmärkte. Bei zwei Märkten mit Auszahlungsschlüssel 95 % und 94 % ergibt sich ein Auszahlungsschlüssel der Kombination von 89.3 %, was eine Marge der Kombination von 10.7 % bedeutet, deutlich über der Marge jedes Einzelmarktes. Wer «Kombis» als Gewinnmaschine versteht, hat die Margenmultiplikation nicht mitgedacht.
Quotenvergleich: was er zeigt und was er nicht zeigt
Der Quotenvergleich zeigt, wie viel von einem Markt bei einer Wette tatsächlich beim Spielenden bleibt, und er ist die einzige Grösse, die zwischen zwei Buchmachern für ein bestimmtes Ereignis entscheidet. Eine Quote von 2.10 bei einem Anbieter und 2.05 bei einem anderen ist ein Unterschied von 2.4 %, was sich bei grossen Einsätzen summiert und bei kleinen Einsätzen unter der Merklichkeit liegt.
Was der Quotenvergleich nicht zeigt, ist die Marge des Marktes, in dem verglichen wird. Eine Quote von 2.10 in einem Markt mit drei Ausgängen hat eine andere Marge als eine Quote von 1.80 in einem Markt mit zwei Ausgängen. Wer Quoten vergleicht, ohne die Marktstruktur zu kennen, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Cash-Out: der vorzeitige Ausstieg, der seine eigenen Regeln hat
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Was im Marketing oft als «Flexibilität» und 1-Detail firmiert, ist hier eine unternehmerseitige Option, kein Recht des Spielenden. Wer den Cash-Out nutzt, hat einen garantierten Betrag, der unter dem liegt, was bei Nichtauszahlung möglich gewesen wäre. Wer den Cash-Out nicht nutzt, hat einen möglichen Gewinn, der nicht garantiert ist.
Livewetten und spielentscheidende Situationen
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird, was für Spielende relevant ist, die eine Wette platzieren, ohne den Livestream zu sehen. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, was den Einsatz zurückgibt und den Gewinn neutralisiert. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, was bei Wetten auf das Ergebnis von Tagen schmerzhaft ist, aber im Regelwerk steht.
Bet Builder und abhängige Wettereignisse
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportvergeanstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert, also über eine Funktion, die mehrere Voraussagen aus demselben Spiel bündelt. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten, was bei grossen Kombinationen einen Totalverlust bedeutet.
Sportarten und Turniere: die geschlossene Liste der Gespa
Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, eine geschlossene Liste im Sinne des Gesetzes (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden, und die Liste wird von der Aufsicht aktualisiert.
Was auf der Liste steht
Fussball, Eishockey, Handball und Boxen sind die klassischen Schweizer Wettsportarten, und sie sind auf der Liste zu finden. Die Liste umfasst Qualifikationsrunden, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe, wenn sie gelistet sind, und Ranglistenwetten, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind keine Wettgrundlage.
Was im Marketing oft als «über 30 Sportarten» und 1-Detail firmiert, ist hier eine Liste, die in der Version vom 10.09.2026 Ecken- und Kartenmärkte sowie Esports nicht enthält. Wer auf eine Ecke im Spiel setzen will, sucht ein Engagement, das Swisslos und Jouez Sport nicht anbieten.
Was auf der Liste fehlt
Esports taucht auf der Gespa-Liste nicht auf, was die Frage nach «Esport-Buchmachern» und «besten Esport-Buchmachern» zu einer Frage nach Seiten macht, die in der Schweiz nicht bewilligt sind. Wer in der Schweiz auf Esports setzen will, ist de facto auf Seiten ohne Schweizer Bewilligung angewiesen.
Die Gespa-Liste enthält keine Wetten auf Wetter, Politik oder TVShows, was im internationalen Vergleich auffällt. Was internationaler Buchmacher als «Specials» und 1-Kategorie anbieten, ist in der Schweiz «nicht zugelassen» und 1-Detail.
Neue Buchmacher: warum «neu» hierzulande wenig bedeutet
Ein neuer Markteintritt bedeutet in der Schweiz zunächst nichts Zusätzliches: Die interkantonale Vereinbarung IKV 2020 begrenzt die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei, und neue Veranstalter sind strukturell ausgeschlossen. Was international als «neuer Buchmacher» gilt, ein weiterer Anbieter mit eigener Lizenz und eigenem Wettprogramm, ist hierzulande kein bewilligtes Produkt.
Die zwei bewilligten Veranstalter
Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip, das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, sie hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Was hier auffällt: Die zwei bewilligten Veranstalter sind keine «neuen» Anbieter, sondern etablierte Lotteriegesellschaften, deren Sportwetten ein Zusatzprodukt sind. Wer «neue Online-Buchmacher» in der Schweiz sucht, sucht de facto nach einer ausländischen Seite, die Schweizer Kunden akzeptiert, ohne Schweizer Bewilligung.
Ausländische Seiten ohne Schweizer Bewilligung
Eine Reihe ausländischer Anbieter akzeptiert Schweizer Kunden, ohne in der Schweiz bewilligt zu sein. FortuneJack, Gamdom, ZotaBet, 1Bet, IviBet, Fezbet, Cloudbet und Betwinner sind Beispiele, die in der Gespa-Sperrliste stehen oder stehen können. Ihre Lizenzen, sofern ausgewiesen, haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), und sie sind nicht an das schweizweite Ausschlussregister angeschlossen. Im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg, und die Spielenden sind auf die Mechanismen des Anbieters angewiesen.
Die Gespa führt eine Sperrliste gesperrter ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter bieten per DNS sperren. Die erste Liste wurde am 3. September 2019 veröffentlicht und umfasste Ende 2025 671 Domains. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, was im Kontext des DNS-Hoppings zu einer flüssigen Liste führt. Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele für Domain-Hopping, und sie nennt bet365 als Beispiel für eine Seite auf der Liste.
Wie funktioniert ein Buchmacher: Marge, Quote, Gewinn
Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festgelegten Quoten an, zahlt Gewinne aus und verdient an der Marge, die in jeder Quote steckt. Die Marge ist der Anteil aller Einsätze, den der Buchmacher nicht an die Spielenden auszahlt, und sie ist der einzige, der im Wettbewerb zwischen Buchmachern entscheidet.
Die Marge als versteckte Differenz
Bei drei Ausgängen eines Marktes und Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 ergibt sich der Auszahlungsschlüssel zu 1 ÷ (0’476 + 0’294 + 0’278) ≈ 95.4 %, was eine Marge von 4.6 % bedeutet. Bei zehn Ausgängen und einem Auszahlungsschlüssel von 90 % ergibt sich eine Marge von 10 %, was bei einem Markt mit vielen Ausgängen die typische Spanne ist. Die Marge ist in jeder Quote versteckt, und sie ist der Preis, den Spielende zahlen, ohne sie zu sehen.
Was im Marketing oft als «beste Quote» und 1-Detail firmiert, ist hier eine Quote, die nur scheinbar die höchste ist. Eine Quote von 2.10 in einem 95 %-Margin-Markt zahlt weniger zurück als eine Quote von 2.05 in einem 97 %-Margin-Markt, wenn der Verlust an den Spielenden zurückgerechnet wird. Wer nur die Quote vergleicht, hat die Marge nicht mitgedacht.
Wie ein Gewinn berechnet wird
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote (dem Produkt der Einzelquoten). Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Einsatz von CHF 10 auf eine Einzelwette zu Quote 2.40 ergibt einen Bruttogewinn von CHF 24.00, ein Nettogewinn von CHF 14.00 nach Abzug des Einsatzes.
Wer den Gewinn berechnet, ohne den endet auf einer Quote, die den Abzug auf 5 Rappen nicht mitgedacht hat. Die Abweichung ist bei kleinen Betragen knapp unter der Merklichkeit, bei grossen Betragen spürbar.
Was passiert, wenn ein Ereignis abgesagt wird
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Eine Wette zu Quote 1.00 gibt den Einsatz zurück, neutralisiert aber den Gewinn, was bei einer Kombination den Gewinn der gesamten Wette neutralisiert.
Top-10-Ranking und Veranstalten im Vergleich
Die folgende Tabelle ordnet die zwei bewilligten Veranstalter und die im internationalen Vergleich häufig genannten ausländischen Anbieter ein. Sie zeigt die Schweizer Bewilligungslage und die zuständige Aufsicht, und sie ist die einzige, die hier im Ranking steht.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne; Gespa |
| FortuneJack | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| 1Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| IviBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Cloudbet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Betwinner | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
Die Tabelle zeigt eine einfache Trennlinie: zwei bewilligte Veranstalter in der Schweiz, acht ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Wer in der Schweiz wettet, hat die Wahl zwischen einem vollständigen Schutz. Was die ausländischen Anbieter an Marktbreite, Bietquoten und Auszahlungswegen bieten, ist im internationalen Vergleich oft schwer genug, im Schweizer Kontext ohne Schutz.
Swisslos Sporttip: der eine Veranstalter in der Deutschschweiz
Swisslos veranstaltet Sporttip als Sportwettenprodukt im Vertragsgebiet der Deutschschweizer Kantone, des Tessins und des Fürstentums Liechtenstein. Die Online-Registrierung verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und eine einmalige Registrierung pro Person. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft, und die Daten werden gegen Adressdatenbanken abgeglichen, was bei ausländischen Ausweisen zu Schwierigkeiten führen kann.
Die Verlustlimite wird vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Periode, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für Einzel- oder Kombinationswetten und CHF 10’000 für Systemwetten. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne über CHF 1’000 innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen, sofern die Zahlungsverbindung bekannt ist. Die Auszahlung aufs Bankkonto ist zweimal im Jahr gratis, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden.
Was Swisslos auszeichnet, ist die Verankerung im Schweizer System: die Aufsicht durch die Gespa, der Anschluss an das Ausschlussregister, der Schweizer Rechtsweg im Streitfall und die Verpflichtung zur Gewinnauszahlung. Der Unterschied zu internationalen Anbietern liegt nicht in der Wettqualität, sondern in der Schutzstruktur, die das Schweizer System bietet.
Loterie Romande Jouez Sport: der eine Veranstalter in der Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wie bei Swisslos ist die Online-Registrierung an Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet gebunden, an die Volljährigkeit und an die Abwesenheit einer Spielsperre.
Die Loterie Romande teilt das Schweizer Schutzsystem mit Swisslos, und sie ist die zweite der beiden Säulen, auf denen der legale Sportwettenmarkt in der Schweiz ruht. Wer in der Westschweiz wohnt und online wetten will, ist auf Jouez Sport angewiesen, ein weiterer Anbieter ist nicht zugelassen.
Der Vorteil der Loterie Romande liegt in der regionalen Verankerung und der Präsenz in den Westschweizer Kantonen. Der Nachteil ist die strukturelle Beschränkung: das Wettprogramm ist auf die zugelassenen Sportarten und Wettarten beschränkt, und Spieler mit Wünschen jenseits der Gespa-Liste sind auf das Angebot beschränkt, das die Liste hergibt.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: FortuneJack, Gamdom, ZotaBet, 1Bet, IviBet, Fezbet, Cloudbet, Betwinner
Die acht ausländischen Anbieter in der Tabelle haben eines gemeinsam: sie sind in der Schweiz nicht bewilligt, ihre Lizenzen haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), und sie sind nicht an das schweizweite Ausschlussregister angeschlossen. Was sie an Marktbreite, Bietquoten und Auszahlungswegen bieten, ist im internationalen Vergleich oft schwer genug, im Schweizer Kontext ohne Schutz.
FortuneJack und Cloudbet werben mit Kryptowährungen als Vertrags- und Auszahlungsmittel, was im Schweizer Kontext auf eine Struktur stösst, die anonyme Auszahlungen nicht vorsieht. Gamdom und ZotaBet setzen auf Casino-nahe Spielmechaniken, was für Sportwetter nicht im ersten Blick steht. 1Bet, IviBet, Fezbet und Betwinner bieten klassische Sportwetten an, mit Wettprogrammen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, etwa Esports, Politik oder Eckenkarten.
Was diese Anbieter gemeinsam haben, ist die fehlende Schweizer Schutzstruktur. Im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg, daher sind die Spielenden auf die Mechanismen des Anbieters angewiesen. Was sie unterscheidet, sind die Wettprogramme, die Quoten und die Zahlungswege, was für Spielende mit einem klaren Spielprofil relevant ist.
Wer einen dieser Anbieter nutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Seite jederzeit in der Sperrliste der Gespa stehen kann, was den Zugriff per DNS sperrt. Domains, die in der Sperrliste stehen, werden innerhalb von Stunden ersetzt, was zu einer flüssigen Sperrliste führt.
Überblick: warum der Schweizer Markt anders ist
Der Schweizer Markt für Sportwetten unterscheidet sich von internationalen Märkten in vier Punkten, die jeder Spielende kennen sollte.
Erstens: nur zwei bewilligte Veranstalter, Swisslos und Loterie Romande, mit einer geschlossenen Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Was international als «Markt» und 1-Detail firmiert, ist hier eine Liste, die von der Aufsicht beauftragt wird.
Zweitens: kein Schweizer Schutz bei ausländischen Anbietern. Die Lizenz eines Curaçao-, Malta- oder anderen Anbieters hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), und die Spielenden sind auf die Mechanismen des Anbieters angewiesen. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg.
Drittens: Selbstverpflichtung mit Schutzstruktur. Die Verlustlimiten werden vor der ersten Teilnahme selbst gesetzt, die Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen, und die Aufhebung der Sperre ist an eine Frist und eine Fachstelle gebunden. Wer die Schutzmechanismen nicht nutzt, hat den wichtigsten Teil der Wette nicht gesetzt.
Viertens: keine Wettsteuer auf den Einsatz, aber Einkommenssteuer auf den Gewinn ab einem Schwellenwert, der je nach Kanton unterschiedlich ist und auf Bundesebene ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 liegt. Wer unter dem Schwellenwert bleibt, hat keine Steuerspur auf den Gewinnen.
Rechtslage: warum ausländische Seiten in der Schweiz verboten sind
Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) regelt die Glücksspiele in der Schweiz und definiert Grossspiele als Spiele, die nicht als Geschicklichkeitsspiele gelten. Online-Sportwetten sind Grossspiele (Art. 3 lit. c und e BGS), und sie werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.01.2021) beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei beschränkt: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains.
Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahren bestraft wird (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz.
Die Werbung für nicht in der Schweiz zugelassene Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu 500’000 CHF bestraft (Art. 131 BGS). Vergleichsportale und Werbeplattformen, die ausländische Anbieter bewerben, bewegen sich in einer Grauzone, die von der Aufsicht aktiv verfolgt wird.
Was die Selbstsperre konkret bedeutet
Die Spielsperre ist die schwerwiegendere der beiden Schutzmechanismen. Eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage lässt sich bei Swisslos selbst setzen, ohne vorzeitige Auflösung. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos und Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein gilt. Die Aufhebung ist an eine Frist von drei Monaten gebunden und erfordert die Beteiligung einer Fachstelle.
Wer sich sperren lässt, verliert den Zugriff auf das Spielkonto, und die im Register eingetragenen Anbieter sind verpflichtet, den Zugriff zu verweigern. Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind nicht an das Register angeschlossen, was die Sperre auf die bewilligten Veranstalter beschränkt.
Was der Selbsttest kostet
Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: bei 200 Versuchen wurde in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist kein hypothetischer Wert: sie ist ein konkreter Wert aus einem Testprogramm, das zeigt, dass der Schutz an Verkaufsstellen nicht in jedem Fall greift. Wer auf den Schutz an Verkaufsstellen baut, sollte sich bewusst sein, dass der Schutz nicht garantiert ist.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Buchmacher, und wie verdient er an jeder Wette?
Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festgelegten Quoten an, zahlt Gewinne aus und verdient an der Marge, die in jeder Quote steckt. Die Marge ist der Anteil aller Einsätze, den der Buchmacher nicht an die Spielenden auszahlt, und sie ist der Preis, den Spielende zahlen, ohne sie zu sehen. Bei einem Markt mit Auszahlungsschlüssel 95 % beträgt die Marge 5 %, was bei 1 Million Franken Einsatz 50’000 Franken Marge bedeutet.
Wer darf in der Schweiz Sportwetten anbieten, und was heisst «neu» in diesem Zusammenhang?
Nur Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, gestützt auf das Geldspielgesetz und die interkantonale Vereinbarung IKV 2020. Ein «neuer Online-Buchmacher» in der Schweiz ist de facto eine ausländische Seite ohne Schweizer Bewilligung, und sie bietet keinen Schweizer Schutz.
Welche Folgen hat es, bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zu wetten?
Die Lizenz eines ausländischen Anbieters hat in der Schweiz keine Kraft, der Anbieter ist nicht an das schweizweite Ausschlussregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg im Streitfall. Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und die Schutzstruktur des Schweizer System fehlt vollständig.
Wie berechnet sich ein Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei einem Einsatz von CHF 10 auf eine Einzelwette zu Quote 2.40 ergibt sich ein Bruttogewinn von CHF 24, ein Nettogewinn von CHF 14 nach Abzug des Einsatzes. Der Betrag wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten vor und während des Wettens?
Vor der ersten Teilnahme werden Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage selbst gesetzt, mit Obergrenze CHF 9’999 pro Periode, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung frühestens nach 72 Stunden. Die Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzbar, eine unbefristete Sperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos und Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein gilt, und ihre Aufhebung ist an eine Frist von drei Monaten und eine Fachstelle gebunden.
Sind Gewinne aus Sportwetten steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton»?
Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, der auf CHF 1’071’000 auf Bundesebene ab 1.1.2026 liegt. Über dem Schwellenwert werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Der kantonale Schwellenwert ist unterschiedlich, was die Formulierung «je nach Kanton» begründet. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, sind aber nach kantonalem Recht, etwa in Thurgau, als steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig vom Betrag. Allgemeine Information: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Vergleich – Laender Spiel Info
Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»
