Biathlon Wetten Schweiz 2026: Was erlaubt ist, wer anbietet und was es kostet
Wer im Winter auf Biathlon-Rennen wie Sprint, Verfolgung oder Staffel setzen will, findet in der Schweiz ein reguliertes Umfeld vor. Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten; die Gespa-Liste regelt, welche Wettbewerbe und Wettarten zugelassen sind. Wer ein Wettkonto eröffnen möchte, muss zudem die Wohnsitzvorgaben im jeweiligen Vertragsgebiet der beiden Anbieter beachten.

Datenstand: 20. Oktober 2026; geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) sowie gegen den Geschäftsbericht 2025 von Swisslos.
Spielplan und Wettangebot: Was der Winter an Rennen liefert
Disziplinen, die im Weltcup auf dem Programm stehen
Der Biathlon-Weltcup führt sieben Disziplinen: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, die Mixed-Staffel sowie die Single-Mixed-Staffel. Sieben verschiedene Rennformate, sieben verschiedene Anforderungsprofile – und entsprechend unterschiedliche Wettmärkte. Eine Wette auf den Sieger eines Sprints fragt etwas anderes als eine Wette auf das Podest im Massenstart, und schon die Strecke zwischen Schiessstand und Zielkurve kann über die Quote entscheiden.
Beim Schiessen sind die Scheiben 50 m entfernt. Der Trefferbereich misst 4,5 cm im Liegendschiessen und 11,5 cm im Stehendschiessen. Das sind die Zahlen, an denen sich die Quote eines Athleten mit nachlassender Trefferquote ablesen lässt – sie stehen in jedem Weltcup-Resultat, aber selten in einem Wettprogramm. Wer seine Wette auf Form baut, achtet auf die Schiessstatistik der letzten Rennen, nicht auf den Namen ganz vorne in der Startliste.
Was ein Fehlschuss kostet – und warum das die Wette verändert
Ein Fehlschuss kostet in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m, in der Single-Mixed-Staffel 75 m. Im Einzelrennen wird pro Fehlschuss eine Strafminute addiert. Das ist nicht eine Fussnote der Sportart, sondern ein direkter Hebel im Wettschein. Eine Athletin, die im Stehendanschlag zwei Fehlschüsse produziert, verliert im Sprint rund dreissig Sekunden – genug, um aus einer Podestwette eine Platzwette ausserhalb der besten Zehn zu machen. Wer auf den Massenstart setzt, achtet auf die Schiessstatistik der Schlussrunde; wer auf den Sprint wettet, achtet auf das Liegendschiessen, weil dort die meisten Fehler passieren.
Saisonkalender: WM, Weltcup und Olympia
Die ersten Weltmeisterschaften der Männer fanden 1958 in Saalfelden statt. Die Frauen-Weltmeisterschaften begannen 1984 und werden seit 1989 gemeinsam mit den Männern ausgetragen. Seit 1960 gehört Biathlon mit dem 20-km-Rennen der Männer zum olympischen Programm; Wettbewerbe der Frauen wurden 1992 in Albertville erstmals olympisch. Der Weltverband IBU entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon von der UIPMB trennte.
Für die Wette heisst das: Die grossen Quotierungs-Schwerpunkte sind die WM, das olympische Biathlon-Programm in Vierjahresabständen und der Weltcup-Saisonhöhepunkt im März. Dazwischen liegen Weltcup-Etappen in meist Ruhmland, an denen das Wettangebot dünner wird. Im Weltcup erhält der Sieger eines Einzelrennens seit der Saison 2022/23 jeweils 90 Punkte, davor waren es von 2008/09 bis 2021/22 nur 60 Punkte – eine Verschiebung, die den Verlauf der Gesamtwertung verändert hat und damit auch die Attraktivität von Langzeitwetten auf den Disziplinenweltcup.
Gesamtwertung, Kristallkugel und was sich davon wetten lässt
Im Weltcup erhalten die Gesamtsieger die «grosse Kristallkugel», die Sieger der Disziplinenwertungen die «kleinen Kristallkugeln». Rekordsieger im Gesamtweltcup sind bei den Männern Martin Fourcade mit sieben und bei den Frauen Magdalena Forsberg mit sechs Kristallkugeln. Eine Wette auf den Gesamtsieg ist eine Saisonwette; wer sie platziert, schaut auf die letzten drei Jahre, nicht auf den ersten Weltcup-Sprint.
Anbieter im Vergleich: Wer in der Schweiz bieten darf und wer nicht
Die Gesetzeslage in einem Satz
In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten anbieten. Eine ausländische Bewilligung – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wettet, ist nicht strafbar, kann aber im Strafverfahren gegen den Anbieter seine Einzahlung und seinen Gewinn verlieren, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister und keinen Schweizer Rechtsweg.
Der Vollständigkeit halber: Wer in der Schweiz illegal Sportwetten anbietet, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 belegt werden (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS).
Die zehn verglichenen Anbieter nach Bewilligungsstatus
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Servicegebiet deutschsprachige Schweiz, Tessin, Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne; Servicegebiet FR, GE, JU, NE, VD, VS |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
| Sportaza | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen |
Die Tabelle trennt zwei Sorten Anbieter. Auf der einen Seite die zwei Schweizer Grossspiele, deren Bewilligung in der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung unter dem Geldspielgesetz liegt und deren Aufsicht die Gespa führt. Auf der anderen Seite acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Beide Gruppen aufzulisten, ohne sie zu vermischen, ist die einzige redliche Form: Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keinen Schweizer Rechtsweg und keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister – das ist ein anderer Markt mit anderen Regeln.
Wer wo spielen kann – und wer nicht
Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Swisslos-Konto eröffnen. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto bei Loterie Romande ist nur für Personen mit Wohnsitz in einem dieser Kantone möglich – Wohnsitz im Swisslos-Gebiet öffnet dort kein Konto.
Das klingt wie eine Banalität, ist aber der Punkt, an dem die meisten Vergleiche irreführen: Wer auf einem Vergleichsportal die Quote von Sporttip sieht und daneben die Quote von Interwetten oder Balkeans handelt, vergleicht zwei Angebote, die für die meisten Schweizerinnen und Schweizer rechtlich ungleich zugänglich sind.
Grundlagen: Was eine Quote ist und wie ein Wettmarkt funktioniert
Quote, Auszahlungsquote und Marge
Eine Quote ist der Faktor, mit dem der Einsatz im Erfolgsfall multipliziert wird. Eine Quote von 2.10 auf einen Sieger bedeutet: Einsatz CHF 10, Rückzahlung CHF 21 – der Nettogewinn liegt bei CHF 11. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote. Eine Dreier-Kombi mit Quoten 2.10, 1.80 und 3.20 hat die Gesamtquote 2.10 × 1.80 × 3.20 = 12’096; CHF 10 Einsatz ergeben im Erfolgsfall CHF 120.96, der Nettogewinn liegt bei CHF 110.96.

Die Auszahlungsquote eines Markts ist der Anteil der Einsätze, den ein Markt über alle möglichen Ausgänge hinweg im Durchschnitt an die Wettenden zurückgibt. Sie berechnet sich als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quote_n) – wobei n die Anzahl der möglichen Ausgänge ist. Die Marge ist 100 % minus die Auszahlungsquote – das, was der Veranstalter im Durchschnitt behält. Eine Auszahlungsquote von 95 % entspricht einer Marge von 5 %; eine Auszahlungsquote von 90 % entspricht einer Marge von 10 %.
Ein Beispiel-Markt nachgerechnet
Ein fiktiver Markt mit zwei Ausgängen, beide mit Quote 1.90, hat die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 = 0.9500. Das entspricht einer Marge von rund 5 % – das heisst: Von jedem CHF 100, der auf diesen Markt gesetzt wird, fliessen rund CHF 95 als Gewinne zurück und rund CHF 5 bleiben als Marge beim Veranstalter. Solche symmetrischen Märkte mit 1.90/1.90 sind ein Beispielwert, kein Quoten-Beispiel aus dem aktuellen Wettprogramm.
Eine konkrete Marge hängt vom konkreten Markt ab. Quoten, die der Veranstalter anbietet, schwanken je nach Sport, Wettbewerb, Wettart und Zeitpunkt; eine Marge kann zwischen rund 2 % bei Hauptkunden mit grossen Main-Events und über 10 % bei Nischenmärkten liegen. Wer seine Marge kennt, weiss, was jede Wette über 100 Wettenden den Veranstalter im Schnitt kostet.
Warum Quoten sinken, wenn mehr gesetzt wird
Bei Sporttip kann eine Wette über der Höchstlimite nicht angenommen werden. Bei Sporttip ist der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Der Veranstalter kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Das bedeutet: Eine Quote ist nicht nur ein Wert, sondern eine Quote mit einer dazu bestimmten Vermessung von Einsatzrahmen, und der Einsatzrahmen kann sich von Markt zu Morgen ändern.
Bei einer Livewette gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 – das heisst: Der Einsatz wird zurückerstattet, ohne Gewinn. In spielentscheidenden Situationen kann der Veranstalter Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist der Hauptgrund, warum Livewetten bei den Grossspielen anders funktionieren als Livewetten bei ausländischen Anbietern: Die Spielregeln schreiben dem Veranstalter ein Werkzeug in die Hand, mit dem er auf ungewöhnliche Situationen reagieren kann.
Cash-Out – vorzeitig raus, aber nicht zum vollen Preis
Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Das bedeutet: Cash-Out ist eine Faustregung in einer fairen Wette – sie reduziert den möglichen Gewinn gegen die Möglichkeit, einen Verlust abzuwenden.
Quotenboosts, Profitboosts und Kombiboost
Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Auch hier sind Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert.
Wer den Kombiboost ausnutzt, achtet auf die Mindestquote 1.50 jeder Voraussage und rechnet den Boost gegen die zusätzlichen Fehlerrisiken einer längeren Kombi auf. Bei vier Voraussagen mit Quoten knapp über 1.50 fällt der Boost mit 5 % bescheiden aus; bei fünfzehn Voraussagen fällt er mit 100 % ins Gewicht – aber fünfzehn Voraussagen, von denen jede eine getroffene Schiene gerissen haben muss, sind fünfzehn unabhängige Fehlerquellen.
Bet Builder bei Biathlon
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt der Veranstalter irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann er die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein Biathlon-Bet-Builder könnte eine Wette auf den Sieger eines Sprints mit einer Wette auf dessen Schiessstatistik kombinieren – vorausgesetzt, die Funktion steht zur Verfügung.
Rechtslage der Schweiz
Was die Gespa-Liste erlaubt – und was nicht
In der Schweiz dürfen Wetten nur auf das platziert werden, was die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten erlaubt. Die Liste wird von der Gespa geführt; die aktuelle Version datiert vom 10.09.2026. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Qualifikationsrunden nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie auf der Liste stehen; Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind verboten. Eckcorner- oder Kartenmärkte zeigt die Liste nicht; ein Esportabschnitt fehlt in der Liste.

Das hat unmittelbare Folgen für Biathlon-Wetten. Wenn ein Wetttyp – etwa eine Wette auf das Land des Siegers einer Bewerbung – auf der Liste steht, darf er angeboten werden. Wenn nicht, ist er nicht im Wettprogramm. Die Liste ist nicht abschliessend im Sinne einer Fülle, sondern abschliessend im Sinne eines Ausschlusses: Was nicht draufsteht, ist draussen.
Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung
Eine Bewilligung für ein Grossspiel braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS). Beide Bewilligungen gelten nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021). Die ESBK beaufsichtigt nur Casinos, nicht die Sportwetten.
Die beiden bewilligten Veranstalter sind Swisslos (Sitz in Basel) und Loterie Romande (Sitz in Lausanne). Beide sind interkantonale Gesellschaften, die zusammen die ganze Schweiz abdecken. Eine dritte Bewilligung gibt es nicht; die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.
Reingewinn fliesst in kantonale Fonds
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz – für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Der Reingewinn fliesst zu öffentlichen Zwecken in die Kantone zurück (Art. 125 BGS). Das ist der Hauptgrund, warum der Schweizer Markt die Grossspiele kanalisiert: Die Bewilligung trägt die Last, dass ein Teil des Gewinns nicht beim Veranstalter bleibt.
Verantwortung des Spielenden: Was vor der ersten Wette gesetzt werden muss
Verlustlimiten sind Pflicht, nicht Empfehlung
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Bei Loterie Romande gelten die entsprechenden Limiten gemäss den eigenen Spielregeln.
Die Limiten sind das wichtigste Werkzeug, das eine Wettende selbst in der Hand hat. Eine Erhöhung der Limite greift erst nach 72 Stunden – das ist die Bedenkfrist, die das Gesetz dem Veranstalter aufgibt. Eine Senkung greift sofort, was auch der Hauptgrund ist, warum das Gesetz die Erhöhung an eine Bedenkfrist bindet: Wer eine Limite senkt, will weniger spielen; wer sie erhöht, braucht Zeit zum Nachdenken.
Spielsperre – produktbezogen und schweizweit
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Spielsperren-Register ist das Instrument, mit dem eine Spielsperre über die eigenen Wettprodukte hinaus wirkt. Eine Spielsperre gegen die eigene Person, die Schweizer Sportwetten und Casinos sperrt, gilt für die ganze Branche – und für Liechtenstein mit.
Die gesetzliche Grundlage ist Art. 80–82 BGS. Die Spielsperre richtet sich gegen überschriebene oder spielsüchtige Personen und auf eigenen Wunsch. Eine selbst gewählte Spielsperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS); eine Fachstelle ist einzubeziehen (Art. 81 BGS). Wer sich sperren lässt, hat keinen Anspruch auf Einzahlungen oder Gewinne (Art. 45 BGS). Das ist nicht nur ein administrativer Punkt: Wer sich selbst sperrt, sperrt auch das eigene Geld.
Selbst gewählte Pause
Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Bei Swisslos ist diese Pause produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich. Eine Pause ist kürzer als eine Spielsperre, aber für denselben Zweck: Wer eine Pause setzt, unterbricht das eigene Wettverhalten für eine bestimmte Frist, ohne sich auf Dauer zu sperren.
Werbung, die nicht erreicht
Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 belegt werden (Art. 131 BGS). Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen kommen allein aus den Bedingungen jedes Veranstalters.
Kein Promo-Code, keine Werbung in eigener Sache
Dieser Text enthält keine Promo-Codes und keine Bonusangaben, die nicht aus den Bedingungen der Grossspiele stammen. Das ist Absicht: Werbung für nicht bewilligte Anbieter ist verboten, und Werbung für bewilligte Anbieter darf nicht aufdringlich sein. Wer auf einen Bonus in einem Vergleich hofft, sucht ihn in den Bedingungen des Anbieters selbst, nicht in einem Drittstebiet.
Steuern: Wann ein Gewinn steuerfrei ist und wann nicht
Freibetrag, Verrechnungssteuer und das Wörtlein «je nach Kanton»
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – das ESTV nennt ausdrücklich die Sportwetten – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Die eidgenössische Schwelle liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im 2025 bei CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle unterscheidet sich je nach Kanton, weshalb das Bundesrecht den Zusatz «je nach Kanton» führt. Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Eine typische Wettende liegt weit darunter: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Das ist die ehrliche Lesart des «je nach Kanton»: Wer in einem Kanton mit niedriger Schwelle wohnt, zahlt auf einem grösseren Gewinn Einkommensteuer als in einem Kanton mit hoher Schwelle. Wer das nicht selbst prüfen will, fragt eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.
Gewinne ausländischer Anbieter
Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis behandelt sie unterschiedlich. Thurgau zum Beispiel behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. In anderen Kantonen kann die Rechtslage anders aussehen. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, fragt vor einer grossen Auszahlung die kantonale Steuerverwaltung. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz – das ist ein häufiges Missverständnis, das in einigen ausländischen Märkten Realität besteht.
Was Werbung nicht sagen darf
Werbung darf nicht behaupten, dass Gewinne aus Schweizer Sportwetten «immer steuerfrei» sind. Werbung darf keine pauschale Aussage über die kantonale Steuerpraxis machen. Wer auf einer Plattform liest «– knapp unter der Schwelle steuerfrei», weiss nicht, in welchem Kanton diese Schwelle gilt. Das Bundesrecht hat das Wörtlein «je nach Kanton» nicht ohne Erforderlichkeit geschrieben.
Die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung im Detail
Was sie sein könnten – und was sie nicht sind
Die acht ausländischen Anbieter in diesem Vergleich – myBet, 22Bet, Jackbit, Interwetten, AmunRa, 20Bet, Boomerang Bet und Sportaza – sind keine Schweizer Anbieter. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen. Sie haben keinen Schweizer Rechtsweg. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen und über DNS blockiert werden.
Über die Sperrliste der Gespa: Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter über DNS sperren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste wurde am 3. September 2019 veröffentlicht; Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt – das Domain-Hopping-Verhalten, das die Gespa bei Interwetten und Bet-at-Home feststellt und das bet365 auf der Liste nennt.
Die Sperrliste ist ein laufendes Katz-und-Maus-Spiel
Die Gespa-Sperrliste ist keine Statik, sondern eine dauernde Aktualisierung. Domains werden gesperrt; Anbieter weichen auf neue Domains aus; die Gespa sperrt die neuen Domains; Anbieter weichen erneut aus. Wer eine ausländische Plattform erreicht, hat eine Verbindung zu einem Anbieter, der möglicherweise gerade auf einer neuen Domain läuft, die noch nicht gesperrt ist. Das ist die Hauptursache, warum die Gespa diese Liste überhaupt führt: Die Sperrung ist wirksam, aber sie ist ein ständiger Kampf gegen das Domain-Hopping.
Was Offshore-Engläden nicht bieten
Keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister. Kein Schweizer Rechtsweg. Keine Schweizer Schlichtung gegen die Leistung des Veranstalters. Kein Schutz vor ausländischer Insolvenz. Keine Garantie, dass ein Gewinn ausgezahlt wird, wenn die Plattform verlangsamt oder verunmöglicht wird. Keine Schweizer Aufsicht über die Marge oder die faire Quote. Das ist nicht die vollständige Liste der Risiken, sondern die Liste der Punkte, an denen die Schweizer Aufsicht fehlt.
Wer bei einem Offshore-Engladen spielt, spielt auf eigene Hand
Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, kann im Strafverfahren gegen den Anbieter Einzahlung und Gewinn verlieren. Das Bundesamt für Justiz (BJ) stellt klar, dass die spielende Person nicht bestraft wird. Aber die zivilrechtliche Folge – Eidesakulation – ist eine andere Frage als die strafrechtliche Frage. Wer auf eigene Hand spielt, sollte sich der Folgen bewusst sein, die in einem Verfahren gegen den Anbieter entstehen können.
Wie eine Prognose entsteht – und warum keine Wette sicher ist
Form, Schiessen und Wetter
Eine Biathlon-Wetter-Prognose baut auf der Form, der Schiessstatistik und den Wetterbedingungen auf. Form ist die Platzierung in den letzten Rennen; Schiessen ist die Trefferquote im Liegend- und Stehendanschlag, gemessen an Fehlern pro Schiessserie; Wetter ist die Kombination aus Temperatur, Wind und Luftfeuchtigkeit, die am Schiessstand das Ergebnis verändert. Wer auf Sprint setzt, achtet auf das Liegendschiessen, weil dort die meisten Fehler passieren. Wer auf Massenstart setzt, achtet auf die Form der letzten Woche und auf das Stehendschiessen in der Schlussrunde. Wer auf Staffel setzt, achtet auf das Schiessen der Schlussläufer, weil dort der grösste Druck liegt.
Das ist die redliche Form einer Prognose. Wer eine Prognose aufstellt, muss nicht nur das letzte Rennen gewichten, sondern auch die Bedingungen am Schiessstand, die Position in der Startliste und den Verlauf der Saison. Eine Prognose ist ein Mosaik aus Faktoren, nicht eine Stimme aus dem Off.
Warum kein Tipp sicher ist
Ein Tipp ist eine Annahme über ein zukünftiges Ergebnis. Ein sicherer Tipp ist eine Annahme, die mit Sicherheit eintritt. Es gibt keine Sicherheit in einem Sport mit sieben Disziplinen, vier Schiessständen pro Rennen und zwei Schiessen die sechs Stände pro Schiessstand. Ein Athlet kann im Stehendanschlag zwei Fehler in einer Reihe produzieren, die er in den letzten zehn Rennen nicht gemacht hat. Eine Staffel kann auf der Schlussrunde zwei Sekunden verlieren, die sie auf den ersten drei Runden nicht verloren hat. Eine Wette ist eine Kette von Annahmen, von denen jede fehlschlagen kann.
Wer eine Wette platziert, wettet gegen die Unsicherheit des Ergebnisses. Das ist die Pointe, die auf jeder Wette liegt. Wer ein potenzielles Risiko mehr verspricht als die Wahrheit, übertreibt.
Was eine Value-Wette ist – und was sie nicht ist
Eine Value-Wette ist eine Wette, deren Quote den eigenen Annahmen über die Eintrittswahrscheinlichkeit entspricht. Wenn die Quote 2.10 ist und die eigene Schätzung der Wahrscheinlichkeit bei 50 % liegt, dann ist die Quote fair (2.10 × 0.50 = 1.05). Wenn die Quote 2.40 ist und die eigene Schätzung bei 50 % liegt, dann ist die Quote überwertig. Eine Value-Wette ist ein Werkzeug, das die Differenz zwischen dem Wettkandidaten und der Quote des Werts benennt. Sie ist keine Garantie, dass die Wette gewinnt. Sie ist eine Garantie, dass die Wette im Durchschnitt über 100 Wettende gewinnt, wenn die Schätzung stimmt.
Das ist der Wert, den die Value-Wette dem Veranstalter vorenthält. Wenn die Schätzung stimmt, gewinnt die Wettende im Durchschnitt 5 Cent pro 1 CHF Einsatz – gegen 1 CHF Einsatz des Veranstalters, der im Durchschnitt 5 Cent pro 1 CHF Einsatz behält. Das ist die Marge, die der Veranstalter im Durchschnitt über alle Märkte hält. Wenn die Schätzung nicht stimmt, verliert die Wettende.
Häufige Fragen zum Biathlon-Wetten in der Schweiz
Ist Biathlon-Wetten in der Schweiz erlaubt?
Ja, aber nur bei Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) und nur auf Wettarten und Wettbewerbe, die auf der Gespa-Liste stehen. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung; ausländische Anbieter können auf der Gespa-Sperrliste stehen.
Welche Wettarten gibt es bei einem Rennen mit vielen Startenden?
Bei einem Rennen mit vielen Startenden – Sprint, Verfolgung oder Massenstart – gibt es je nach Wettprogramm Siegerwetten, Podestwetten und je nach Liste Wetten auf die Top-Ten. Kombiwetten mit anderen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung sind nur über die Bet-Builder-Funktion zulässig; eine unzulässige Kombination kann für ungültig erklärt werden.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn ist der Einsatz multipliziert mit der Quote. Bei Quote 2.10 und Einsatz CHF 10 ist die Rückzahlung CHF 21; der Nettogewinn liegt bei CHF 11. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen. Die Auszahlungsquote eines Markts ist der Anteil der Einsätze, der im Durchschnitt an die Wettenden zurückfliesst; die Marge ist 100 % minus Auszahlungsquote.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Bei Loterie Romande gelten die entsprechenden Limiten gemäss den eigenen Spielregeln.
Sind Biathlon-Wettgewinne steuerfrei?
Bis zum bundesrechtlichen Freibetrag von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn ab 1.1.2026 (im 2025 CHF 1’070’400) sind Gewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten einkommensteuerfrei; die kantonale Schwelle unterscheidet sich je nach Kanton. Über der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, werden aber je nach Kanton unterschiedlich besteuert.
Welche Rolle spielt die IBU für die Wette?
Der Internationale Biathlon-Verband (IBU) ist der Weltverband, der seit der Saison 1993/94 die Weltcup-Serie und die Weltmeisterschaften organisiert. Für die Wette ist die IBU vor allem der Veranstalter der Daten, auf denen das Wettprogramm beruht. Die Wette selbst wird zwischen der Wettenden und dem Schweizer Veranstalter (Sporttip oder Jouez Sport) abgeschlossen; die IBU ist kein Vertragspartner.
Wie funktioniert eine Live-Wette auf Biathlon?
Eine Livewette wird während des Rennens platziert. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, das heisst: Der Einsatz wird ohne Gewinn zurückerstattet. In spielentscheidenden Situationen – etwa beim Elfmeter im Fussball – kann der Veranstalter Wetten mit Quote 1.00 werten; im Biathlon sind das Sondersituationen wie Rennabbruch oder Startverzögerung.
Kann ich meinen Gewinn auszahlen lassen, bevor das Rennen zu Ende ist?
Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht; Cash-Out muss nicht für alle Wetten angeboten werden.
Sportarten – Laender Spiel Info
Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»
