Wettquoten und ihre Berechnung: von der Wahrscheinlichkeit zur Quote

Updated Oktober 2026
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Daten geprüft: 20. Oktober 2026 · Gespa-Bewilligungsregister und Spielregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport.

Ein Volleyballnetz spannt sich an einem leeren Sandstrand, das Meer liegt im Dunst.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Eine Quote sieht aus wie eine Zahl, ist aber ein dreischichtiges Gebilde: eine geschätzte Wahrscheinlichkeit, eine Marge obendrauf und ein laufendes Rennen mit dem Geld der Wettenden. Wer das versteht, sieht auf den ersten Blick, warum dieselbe Partie bei verschiedenen Veranstaltern anders quotiert wird – und warum eine Quote nie ein Versprechen ist, sondern immer eine Annahme über die Zukunft. In der Schweiz kommt ein zweiter Faktor dazu: Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, und ihr Angebot wird von der Gespa eng umrissen.

Das ist der Kern, um den sich alles auf dieser Seite dreht. Wer Wetten platziert, zahlt die Marge mit – in jeder Quote, bei jedem Markt. Die Marge macht die Summe der implizierten Wahrscheinlichkeiten eines Marktes grösser als 100 % und ist der Grund, weshalb ein Buchmacher auf lange Sicht Geld verdient, selbst wenn er die Chance falsch einschätzt. Wer das einmal verinnerlicht hat, liest jede Quote neu: nicht als «2.10 heisst, das passiert», sondern als «2.10 enthält eine Annahme über die Wahrscheinlichkeit, eine Marge und einen Rest Unsicherheit».

Der Vergleich: zwei Veranstalter mit Bewilligung, dahinter der Markt ohne Schweizer Bewilligung

Wer in der Schweiz eine Sportwette platzieren will, hat genau zwei Möglichkeiten: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von der Loterie Romande. Jede dieser beiden Marken deckt eine eigene Region ab, online nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet. Beide tragen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Dahinter steht eine lange Liste internationaler Anbieter, die in der Schweiz keine Bewilligung haben: Die Gespa kann ihre Domains auf die Sperrliste setzen, die Schweizer Provider per DNS blocken, und die Anbieter fallen nicht unter das Schweizer Ausschlussregister. Ein Stichwort «Sportwetten ohne Verifizierung» oder «anonyme Wette» funktioniert in diesem Markt nicht, weil die beiden Bewilligten genau das ausschliessen und das Übrige unter dem BGS verboten ist.

Ein Golfgrün liegt am frühen Morgen im Tau, ein Ball liegt nahe dem Loch.
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000.

Die Übersicht im Vergleich

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel (Sporttip)
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne (Jouez Sport)
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
Duelbits ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
GG.BET ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
BassBet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Kraft

Der Vergleich zeigt zwei voneinander getrennte Welten. Die erste besteht aus den beiden zugelassenen Veranstaltern, beide mit Schweizer Bewilligung, beide in der Gespa-Aufsicht, beide beschränkt auf ihr Vertragsgebiet. Die zweite besteht aus Marken, die Schweizer Spielerinnen und Spieler im Internet finden, in der Schweiz aber keine Gültigkeit haben: ausländische Lizenzen, gleich aus welchem Land, wirken hier nicht, die Anbieter sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, im Streit gibt es keinen Schweizer Rückgriff. Diese Trennung ist im Schweizer Recht festgeschrieben – Art. 4 BGS erklärt ausländische Bewilligungen für die Schweiz für unbeachtlich, und die Anbieter ohne Schweizer Bewilligung können mit einer Sperrliste geblockt werden.

Die Veranstalter im Detail

Swisslos Sporttip. Swisslos betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung von 2019 (IKV 2020) und führt die Marke in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein. Im Vertragsgebiet wohnhafte Personen eröffnen das Spielkonto ab 18 Jahren mit hochgeladenem Ausweis, der gegen Adressdatenbanken geprüft wird. Sporttip arbeitet mit fixen Limits: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz pro Einzel- und Kombiwette CHF 1’000, pro Systemwette CHF 10’000. Der Gewinn wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das Sporttip-Angebot enthält den Kombiboost (online, mindestens vier Voraussagen zu je mindestens 1.50; 5 % Bonus bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen), Quoten- und Profitboosts, Cash-Out als vollständiger Auszug (nicht teilbar, online, nicht garantiert), Livewetten mit Quote-1.00-Regel bei spielentscheidenden Szenen. Vor der ersten Teilnahme setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit Obergrenze CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selber ausschliessen will, kann das tun, ohne vor Fristablauf aufzuheben; eine unbefristete Spielsperre wird ins Schweizer Register eingetragen und gilt auch für Casinos. Für Wettende, die ein vollständig reguliertes Angebot mit klaren Regeln und Schweizer Schutz suchen, ist Sporttip die Referenz; das Angebot ist eng, aber genau definiert.

Loterie Romande Jouez Sport. Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz in Lausanne und einem Netz von 2’350 Verkaufsstellen. Online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz pro Einzel- und Kombiwette bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette ist CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; die Mindestquote liegt bei 1.10, die Obergrenze bei 100’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Jouez Sport richtet sich an Bewohner der Romandie und passt zu Wettenden, die das französische Produkt bevorzugen; der Schutzrahmen ist mit Sporttip vergleichbar, die Einsatz- und Gewinngrenzen liegen teils tiefer, teils enger.

Bahigo, Duelbits, Sportuna, Jackbit, GG.BET, Playzilla, BassBet, BDMBet. Diese acht Marken erscheinen im selben Suchergebnis wie die Schweizer Veranstalter, gehören aber in eine andere Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht. Eine ausländische Lizenz – Curaçao, Malta, Deutschland oder anderswo – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rückgriff, und Gewinne fallen je nach Kanton unter eine andere Steuerpraxis als bei einem bewilligten Anbieter. Diese Marken sind keine Alternative zu Sporttip oder Jouez Sport, sondern eine parallele Welt mit anderem Schutzprofil. Wer aus Neugier klickt, sollte zumindest wissen, was er eintauscht.

Wie eine Quote entsteht

Jede Quote beginnt mit einer Wahrscheinlichkeit. Ein Buchmacher – oder bei Sporttip und Jouez Sport der Wettverantwortliche der beiden Veranstalter – schätzt, wie wahrscheinlich ein Ergebnis ist. Diese Schätzung beruht auf Statistik, Form, Verletzungen, Head-to-Head und vielen weiteren Signalen. Sie ist nie objektiv wahr, sondern eine Annahme. Aus der Annahme wird eine «faire Quote» abgeleitet: Quote = 1 ÷ Wahrscheinlichkeit. Bei einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von 50 % ergibt das eine faire Quote von 2.00, bei 25 % eine Quote von 4.00, bei 80 % eine Quote von 1.25.

Ein Eishockeypuck liegt in Grossaufnahme auf glatter Eisfläche, im Eis spiegeln sich Hallenlichter.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Auf die faire Quote setzt der Veranstalter eine Marge. Diese Marge ist das, was am Ende als Gewinn für den Veranstalter übrig bleibt – sie steckt in jeder einzelnen Zahl. Das Vorgehen: Der Veranstalter erhöht die implizite Wahrscheinlichkeit jedes Ergebnisses leicht, sodass die Summe über alle Ausgänge eines Marktes grösser als 100 % wird. Beispiel: Ein ausgeglichenes Spiel wird fair mit 2.00 / 2.00 quotiert (50 % + 50 % = 100 %). Mit einer Marge von rund 5 % sehen die Quoten etwa 1.90 / 1.90 aus. Was passiert rechnerisch? 1 ÷ 1.90 ≈ 0.5263, also 52.63 % pro Ausgang. Für beide Ausgänge zusammen: 105.26 %. Der Überschuss von 5.26 % über 100 % ist die Marge – die berühmte «Überrundung». Sie wird oft als Auszahlungsquote oder Quotenschlüssel angegeben, das ist nur die andere Sicht auf dieselbe Grösse: Auszahlungsquote 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), Marge = 1 − Auszahlungsquote.

Die Marge im Beispiel gerechnet

Angenommen, ein Zweiwege-Markt steht bei 1.90 / 1.90. Dann ergibt sich die Auszahlungsquote zu 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 0.9524, also rund 95.24 %. Die Marge ist 100 % − 95.24 % ≈ 4.76 %, je nach Marge des Veranstalters in einer Bandbreite. Eine ähnliche Marge von etwa 5 % ist typisch für grosse Fussballmärkte bei bewilligten Anbietern; bei exotischeren Märkten oder Livewetten ist sie höher, oft 7 bis 12 %. Diese Bandbreite ist die Realität, in der die Wettenden unterwegs sind, und sie erklärt, warum ein Buchmacher «auf Dauer gewinnt», auch wenn die Spieler gut auswählen.

Die Marge ist nicht versteckt, sie steckt in jeder Zahl. Wer das versteht, kann selbst rechnen, was er pro Wette im Schnitt verliert. Wer jedes Mal 100 Franken auf einen Märkten 1.90 / 1.90 setzt, verliert auf Dauer rund 4.76 Franken pro 100 Franken Einsatz – das ist die Marge, umgerechnet auf den einzelnen Tipp. Bei Livewetten, Nischenmärkten oder Kombiwetten liegt der Betrag höher, weil dort die Marge grösser ist. Wer das einmal im Kopf hat, sortiert seine Erwartung neu.

Die implizite Wahrscheinlichkeit aus der Quote

Die Gegenrechnung geht genauso: Aus einer angebotenen Quote lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit ableiten, also die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter «in die Quote eingepreist» hat – inklusive Marge. Implizite Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote. Eine Quote von 2.10 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 47.62 %, eine Quote von 1.50 entspricht 66.67 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %.

Wer mehrere Ausgänge eines Marktes kennt, sieht die Marge direkt: Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten, kommt mehr als 100 % heraus. Beispiel 2.10 / 1.70 (typische Fussball-Heim/Duels): 47.62 % + 58.82 % = 106.44 %. Der Überschuss von 6.44 % über 100 % ist die Marge. Das ist die einzige Stelle, an der die Marge wirklich sichtbar wird – sie steht nicht in der Quote selbst, sondern in der Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten. Wer das überprüft, braucht keinen Blick hinter die Kulissen, nur eine Addition.

Warum Quoten sich bewegen

Die Anfangsquote steht, sobald der Markt ausgewunken ist. Danach passieren drei Dinge: Geld fliesst, neue Informationen kommen, und die Veranstalter passen an. Wenn deutlich mehr Geld auf Heimsieg als auf Auswärtssieg gesetzt wird, ohne dass sich an der Wahrscheinlichkeit etwas geändert hat, senkt der Veranstalter die Heimsieg-Quote und erhöht die Auswärtssieg-Quote, um das Buch auszugleichen. Das ist «Balancing»: der Veranstalter will auf jeder Seite ungefähr gleich viel Geld stehen haben, damit er das Risiko eines einseitigen Resultats nicht alleine trägt. Wichtige Inputs sind Verletzungen, Aufstellungen, Wetter, neues Material aus dem Training, Gerüchte – sie alle bewegen die Quote, oft in kleinen Schritten.

Vor dem Spiel sind die Bewegungen moderat. Während des Spiels, in der Livewette, sind sie heftig: Ein frühes Tor verschiebt die impliziten Wahrscheinlichkeiten sofort, der Veranstalter rechnet laufend nach. Bei Sporttip gilt in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid) die Sonderregel, dass Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten kann, also den Einsatz zurück. Wer in solchen Momenten live tippt, sollte das im Kopf haben – die Quote, die man sieht, ist nicht zwingend die, die am Ende zählt. Bei Livewetten gilt zudem: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen platziert werden, zählen ebenfalls mit Quote 1.00. Das System schützt den Veranstalter vor «Spätwetten» auf bereits eingetretene Ereignisse und schiebt das Risiko dahin, wo es hingehört.

Sportwetten sind in der Schweiz Grossspiele und unterstehen dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), in Kraft seit 1. Januar 2019. Aufsichtsbehörde ist nicht die ESBK (die nur Casinos beaufsichtigt), sondern die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit dem Geldspielkonkordat von 2021. Die Gespa erteilt die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie führt die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen, aktuell in der Version vom 10. September 2026.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Ein Online-Konto bei einem der beiden gibt es nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet (Art. 47 Abs. 3 VGS). Eine Liste weiterer Swiss-bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt – die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer in der Schweiz wettet, wettet bei einem dieser beiden, alles andere ist im BGS nicht vorgesehen.

Was darf gewettet werden, was nicht

Die Gespa-Liste bestimmt, was überhaupt auf dem Programm steht. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt; es geht ausschliesslich um Sportereignisse. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet, nie auf Trainingsläufe. Ecken- oder Kartenmärkte sind nicht auf der Liste, ebenso keine eigene Esports-Sektion. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Livewetten sind erlaubt, Prematch und Live, wenn der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält keine gesetzliche Einschränkung einzelner Live-Märkte – die Einschränkungen ergeben sich aus der Gespa-Liste und aus den Spielregeln des Veranstalters. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern eine Funktion, die der Veranstalter anbietet oder nicht; bei Sporttip ist sie für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar, online, nur als vollständiges Cash-Out und nicht garantiert. Über Virtual Sports schweigt die Liste, also schweigt diese Seite auch. Über Esports gilt: erscheint nicht in der Gespa-Liste.

Spielerschutz: wer wettet, und unter welchen Bedingungen

Sportwetten sind ab 18 Jahren erlaubt, Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Pro Person ist nur ein Konto zugelassen, mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Die Limits setzt die spielende Person, nicht das eigene Haus: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung gesetzlich erst nach 24 Stunden – Swisslos und Loterie Internaute wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Eine fixe staatliche Einzahlungsgrenze gibt es in der Schweiz nicht.

Spielsperre (Art. 80–82 BGS): überschuldete oder spielsüchtige Personen werden ausgeschlossen, und Selbstausschluss wird in einem geteilten Register erfasst. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause bis sechs Monate muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Bei den Testkäufen der Gespa 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft – das gehört zur ehrlichen Einordnung, nicht in einen Werbetext.

Zahlungen: wohin das Geld geht

Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme Auszahlungen oder Crypto-Auszahlungen existieren in der bewilligten Schweizer Wette nicht. Kein Kredit an Spielende (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine Sache und steht in seinen Bedingungen. Die Schweiz hat kein Payment-Blockierungs-Tool gegen den von Schweizer Buchmern – es gibt also keinen Mechanismus, der Zahlungen an unbefrakte Wettseiten durch Banken oder Kartenherausgeber blockiert. Die Sperrliste wirkt auf Domain-Ebene (DNS), nicht auf Zahlungsebene.

Steuern: was vom Gewinn bleibt

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei, darüber besteuert. Die Bundesschwelle liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle unterscheidet sich, also «je nach Kanton», nie eine einzelne kantonale Zahl. Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Eine typische Wettperson gewinnt deutlich darunter: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht.

Werbung und Boni

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht Minderjährige oder ausgeschlossene Personen ansprechen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratis- oder Freispielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos). Bonusbeträge und Bedingungen kommen nur aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Keine Werbe-Zeit-Beschränkung. Kein Promo-Code wird gedruckt.

Offshore: warum eine ausländische Lizenz hier nicht hilft

Eine ausländische Lizenz – Curaçao, Malta, Deutschland oder anderswo – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung anzubieten ist eine Straftat – bis zu 3 Jahre oder eine Geldstrafe, gewerbsmässig bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Die spielende Person wird nicht bestraft (Bundes-justiz), aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blocken (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025); blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt (Domaine-Hopping – die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home, und nennt bet365 als auf der Liste). Ehrliche Fassung: alle ausländischen Anbieter = keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Ausschlussregister, kein Schweizer Rückgriff, ausländische Gewinne je nach Kanton steuerbar; bewilligt = voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, Wohnsitzpflicht und Verifizierung. Keines ist «die sichere Wahl» von vornherein.

Schutz, Selbstkontrolle und Limits

Wer die Marge in der Quote versteht, sieht das Verlustrisiko klarer – aber Limits und Pausen stehen unabhängig von jeder Quote. In der Schweiz ist das doppelt verankert: einerseits im Geldspielgesetz mit der Pflicht der Anbieter, Verlustlimiten zu verlangen, und andererseits in der Möglichkeit, sich selber zu sperren. Bei Sporttip setzen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das ist die eigene Schraffur im Sinne des Spielerschutzes. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage.

Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selber setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Das ist nicht «die Möglichkeit, sich zu sperren», sondern ein durchgehender Mechanismus, der bei Swisslos beginnt, bei den Casinos weitergeht und beim Online-Casino aufhört. Wer sich also in einem Schweizer Casino sperren lässt, kann nicht gleichzeitig bei Sporttip oder einem Online-Casino weiterspielen.

Wer merkt, dass das Wetten nicht mehr Spass, sondern Druck macht, hat mehrere Wege nach vorne: Die Limits werden gesenkt (sofort wirkt, sofortige Schraffur), eine Pause wird genommen (1 bis 180 Tage), eine Sperre wird gesetzt (schweizweit, mit Fachstelle). Bei einer selbstgewählten Pause von mehr als sechs Monaten wird eine Fachstelle einbezogen – das ist im BGS vorgesehen und nicht ein Hindernis, sondern eine Hilfe. Wer sich für eine kürzere Pause entscheidet, kann sie nach drei Monaten aufheben lassen, ohne weitere Voraussetzungen.

Ein- und Auszahlungen: wohin das Geld geht

Die Quote bestimmt den Auszahlungsbetrag, der nur auf ein Konto auf den eigenen Namen geht – nicht auf ein Konto einer Drittperson, nicht in eine Crypto-Wallet, nicht als anonyme Auszahlung. Das ist im Geldspielgesetz und in der VGS verankert, und es gilt für jeden bewilligten Veranstalter in der Schweiz. Ausbezahlt wird in Franken, nicht in Euro. Wer mit Euro-Notierungen rechnet (etwa bei internationalen Buchmachern), muss den Wechselkurs im Kopf behalten, denn was auf dem Bildschirm steht, ist nicht zwingend das, was auf dem Schweizer Konto landet.

Aufladen des Spielkontos

Bei Swisslos kann Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Swisslos-Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Andere Zahlungsarten stehen in den Bedingungen, die Liste ist nicht abschliessend.

Auszahlung von Gewinnen

Swisslos schreibt Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Bei Loterie Romande und Jouez Sport sind die konkreten Bedingungen in den Spielregeln festgelegt – sie unterscheiden sich von Swisslos in Details, nicht im Grundsatz.

Zahlungs-Schluss-Tool: was es nicht gibt

Die Schweiz hat kein Payment-Blockierungs-Tool gegen den von Schweizer Buchmern – es gibt also keinen Mechanismus, der Zahlungen an ausländische Wettseiten durch Banken oder Kartenherausgeber blockiert. Die Sperrliste wirkt auf Domain-Ebene (DNS), nicht auf Zahlungsebene. Wer also bei einem ausländischen Anbieter einzahlt, dessen Domain auf der Liste steht, hat zuerst das DNS-Problem (die Seite ist in der Schweiz nicht erreichbar), aber wenn er sie erreicht, ist die Zahlung nicht blockiert. Das gehört zur ehrlichen Fassung: die Sperrliste blockt den Zugang, nicht die Zahlung.

Strategien – und warum keine funktioniert

Eine Quote ist eine Annahme über die Wahrscheinlichkeit, mit einer Marge obendrauf. Die Strategie, die auf der Logik der Quote beruht, ist Value Betting: nur dann wetten, wenn die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit deutlich über der implizierten Wahrscheinlichkeit liegt. Beispiel: Wer schätzt, dass Heimsieg zu 55 % wahrscheinlich ist, und der Veranstalter bietet eine Heimsieg-Quote von 2.10 (implizit 47.62 %), hat einen Value von rund 7,4 Prozentpunkten – genug, um die Marge zu schlagen. Wer das nicht schätzt, hat keinen Value.

Das Problem: Wer schätzt schon besser als der Veranstalter? Der Veranstalter hat Statistiker, Formtabellen, Verletzungslisten und Geldströme. Die eigene Einschätzung ist oft nicht objektiv, sondern von Lieblingsverein, Heimatstolz oder dem letzten Spiel geprägt. Eine Garantie für den Ausgang gibt keine Zahl. Wer glaubt, aus den Quoten einen sicheren Tipp ableiten zu können, hat die Marge nicht verstanden – die steckt in jeder einzelnen, und sie wird auf lange Sicht von der Mehrheit der Wettenden nicht überwunden. Wer das nicht akzeptiert, verliert auf Dauer. Wer es akzeptiert, spielt weniger und bewusster.

Die typischen Irrtümer

Der «sichere Tipp»: gibt es nicht, jede Quote enthält eine implizite Wahrscheinlichkeit und eine Marge, beides Annahmen. Die «Formkurve»: stimmt für die Vergangenheit, weniger für die Zukunft, weil Verletzungen, Sperren, Wetter, Schiedsrichter und Tagesform mitspielen. Die «Lieblingsmannschaft»: verzerrt die eigene Einschätzung, vor allem, wenn die Quote das Lieblingsteam höher bewertet als die eigene Hoffnung. Die «heisse Serie»: ein Trend ist ein Trend, kein Naturgesetz; eine Quote reagiert auf ihn, sie wiederholt ihn nicht.

Was eine seriöse Strategie ausmacht

Weniger Wetten, mehr Auswahl. Jede Wette, die nicht klar über der implizierten Wahrscheinlichkeit liegt, ist eine Wette gegen die Marge – und damit gegen sich selbst. Eine Bankroll, die so gross ist, dass eine Pechsträhne sie nicht aufzehrt. Eine eigene Schadenbegrenzung: wer mehr als 1 bis 2 % des Budgets pro Wette riskiert, riskiert zu viel. Eine eigene Pause, wenn die Form sinkt; eine eigene Sperre, wenn das Wetten nicht mehr Spass macht.

Wettmärkte: wie Sieg, Handicap und Kombination eingepreist werden

Die Grundform jedes Märktes ist die Dreiwege-Wette im Fussball: Sieg Heimmannschaft, Unentschieden, Sieg Auswärtsmannschaft. Die Quoten addieren sich, mit Marge, auf mehr als 100 % der implizierten Wahrscheinlichkeit. Wer «Sieg Heimmannschaft» zu 2.10 und «Sieg Auswärtsmannschaft» zu 3.40 sieht, kann daraus die implizierte Wahrscheinlichkeit des Unentschiedens ableiten – so lässt sich ein «fehlender» Markt rekonstruieren. Das ist kein Trick, sondern normales Rechnen.

Handicap und asiatisches Handicap

Händicap-Wetten gleichen Chancen-Ungleichgewichte aus. Bei einem Händicap von -1 für die Heimmannschaft beginnt die Wette für die Heimmannschaft mit einem Tor Rückstand; ein 2:1-Sieg wird damit zur Wette mit 1:1, also Verlust der Wette. Das Händicap wird in der Regel so gewählt, dass die Quoten ausgeglichen sind, mit Marge. Asiatisches Händicap gibt es als Viertel-Tore (0.25, 0.75), sodass die Wette bei einem Tor Differenz teils zurückbezahlt, teils verloren oder gewonnen wird. Die Mechanik ist eigenwillige Buchhaltung, nicht Hexerei.

Über/Unter (Totals)

Bei Über/Unter wird auf die Gesamtzahl der Tore gewettet, etwa «Über 2.5 Tore» mit 1.85 oder «Unter 2.5 Tore» mit 2.00. Die Quote hängt von der Einschätzung der Torchancen ab. Bei Livewetten bewegt sich die Quote heftig, sobald ein Tor fällt – ein frühes 1:0 macht «Über 1.5» praktisch sicher, und die Quote sinkt auf 100 oder weniger.

Kombiwette (Multiple)

Eine Kombiwette kombiniert mehrere Voraussagen zu einer Wette. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten: 1.50 × 2.00 × 3.00 = 9.00. Eine Wette zu CHF 10 auf eine Kombi mit Gesamtquote 9.00 ergibt einen Bruttogewinn von CHF 90, also einen Nettogewinn von CHF 80. Der Reiz liegt in der hohen Gesamtquote, das Problem in der Marge, die sich mit jeder zusätzlichen Voraussaga multipliziert: bei drei Voraussagen mit je 1.90 / 1.90 ist die Marge nicht mehr 5 %, sondern über 14 %. Eine Kombiwette ist also nicht «eine Wette», sondern drei Wetten gegen den Veranstalter, mit kombinierter Marge.

Livewette

Eine Livewette wird während des Spiels platziert. Die Quote bewegt sich schnell, oft im Sekundentakt, und die Marge ist in der Regel höher als vor dem Spiel. Bei Sporttip gilt: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live tippt, sollte das im Kopf haben, und sollte sich nicht von schnellen Quoten-Bewegungen treiben lassen.

Cash-Out

Cash-Out ist eine Funktion, mit der eine Wette vor dem eigentlichen Ende ausgewertet wird. Bei Sporttip gibt es sie für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten. Der Cash-Out-Betrag ist in der Regel tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn; das ist die Marge des Veranstalters auf den vorzeitigen Ausgang, nicht ein Bonus für die Wettperson.

Systemwette

Eine Systemwette kombiniert mehrere Kombinationen aus einem Pool von Voraussagen. Beispiel: drei Voraussagen ergeben drei Zweier-Kombis plus eine Dreier-Kombi. Die Systemwette erlaubt es, auch dann zu gewinnen, wenn nicht alle Voraussagen eintreffen – aber sie kostet auch mehr Einsatz, und die Marge multipliziert sich mit jeder Kombination. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, also zehnmal so hoch wie für eine Einzel- oder Kombiwette.

Bet Builder

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Wer also im selben Spiel auf «Heimsieg» und «Über 2.5 Tore» setzen will, muss die Bet-Builder-Funktion nutzen, nicht eine reguläre Kombiwette. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Boost, Kombiboost, Profitboost

Bei Sporttip gibt es Quotenboosts (Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, online, pro Wettende nur einmal nutzbar, bei Cash-Out verfällt der Boost) und Profitboosts (Erhöhung des möglichen Nettogewinns eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz). Der Kombiboost ist online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer den Boost nutzt, sollte die Mindestquote 1.50 pro Voraussage im Kopf haben – sie schränkt die Auswahl ein und schiebt die eigene Strategie in eine bestimmte Ecke.

Quoten lesen: Rechenwege in der Praxis

Aus der Quote die implizite Wahrscheinlichkeit ableiten

Wer eine Quote 1.85 sieht, rechnet: 1 ÷ 1.85 ≈ 0.5405, also 54.05 %. Eine Quote 3.40 entspricht 1 ÷ 3.40 ≈ 0.2941, also 29.41 %. Wer beide Quoten eines Markts hat, rechnet er die Marge: Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten minus 100 %. Das ist die Marge, in Prozent, und das ist der Betrag, den die Wettenden zusammen pro 100 Franken Einsatz auf Dauer verlieren – nicht jeder einzeln, sondern in der Summe.

Den eigenen Value schätzen

Wer glaubt, dass die echte Wahrscheinlichkeit eines Sieges 60 % ist, kann mit verschiedenen Quoten den Value prüfen: Bei einer Quote von 2.00 (50 % impliziert) liegt kein Value vor; bei einer Quote von 1.80 (55.56 % impliziert) ebenfalls nicht. Erst bei einer Quote von 2.20 (45.45 % impliziert) ergibt sich ein Value von etwa 14.55 Prozentpunkten. Das ist exakt, nicht ungefähr, und es ist die Grundlage für eine Value-Wette.

Die Gesamtquote einer Kombiwette

Bei einer Kombiwette ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten: 1.50 × 2.00 × 3.00 = 9.00. Ein Einsatz von CHF 10 bringt CHF 90 Bruttogewinn, also CHF 80 Nettogewinn. Die kombinierte Marge ist nicht die Summe der Margen, sondern das Produkt der Margen plus 1: bei drei Voraussagen mit Margen 1 % ergibt sich eine kombinierte Marge von etwa 3 %, bei drei Voraussagen mit Margen 5 % sind es etwa 14 %. Eine Kombiwette ist also nicht «eine Wette», sondern drei Wetten gegen den Veranstalter, mit kombinierter Marge.

Den erwarteten Verlust einer Schätzung

Wer jedes Mal 100 Franken auf einen Märkten 1.90 / 1.90 setzt, verliert auf Dauer rund 4.76 Franken pro 100 Franken Einsatz – das ist die Marge, umgerechnet auf den einzelnen Tipp. Bei 100 Wetten à 100 Franken sind das rund 476 Franken, die der Veranstalter auf Dauer einnimmt. Das ist nicht «der Verlust der Wettperson», sondern die Mittedifferenz zwischen Auszahlungen und Einsätzen – die einen gewinnen mehr, die anderen weniger, in der Summe verliert die Mehrheit.

Anbieter im Detail

Die folgende Übersicht trennt die in der Schweiz bewilligten Veranstalter von jenen Anbietern, die im Internet zwar erreichbar sind, aber über keine Schweizer Bewilligung verfügen.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung von 2019 (IKV 2020) und führt die Marke in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein. Im Vertragsgebiet wohnhafte Personen eröffnen das Spielkonto ab 18 Jahren mit hochgeladenem Ausweis, der gegen Adressdatenbanken geprüft wird. Sporttip arbeitet mit fixen Limits (CHF 1 bis CHF 1,000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 10,000 pro Systemwette), Gewinnrundung auf 5 Rappen genau, und einem Kombiboost (online, mindestens vier Voraussagen zu je mindestens 1.50; 5 % Bonus bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen). Cash-Out gibt es online, als vollständiger Auszug, nicht garantiert; in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für Wettende, die einen vollständig regulierten Rahmen mit klaren Regeln und Schweizer Schutz suchen, ist Sporttip die einzige Option in der Deutschschweiz; das Angebot ist eng, aber genau definiert.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz in Lausanne und einem Netz von 2’350 Verkaufsstellen. Online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz pro Einzel- und Kombiwette bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette ist CHF 300,000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1,000,000; die Mindestquote liegt bei 1.10, die Obergrenze bei 100,000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Jouez Sport richtet sich an Bewohner der Romandie und passt zu Wettenden, die das französische Produkt bevorzugen; der Schutzrahmen ist mit Sporttip vergleichbar, die Einsatz- und Gewinngrenzen liegen teils tiefer, teils enger.

Bahigo

Bahigo ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Es gibt keine ausgewiesene Lizenz, die in der Schweiz wirkt (Art. 4 BGS); ein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister besteht nicht; im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rückgriff. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden. Wer dort spielt, hat keinen Schweizer Schutz und kein Verfahren vor Schweizer Gerichten; Gewinne sind nach der Steuerpraxis des Wohnsitzkantons zu behandeln. Für Schweizer Wettende, die einen bewilligten Rahmen suchen, ist Bahigo keine Option; wer dennoch spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Schutzes.

Duelbits

Duelbits ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Es gibt keine ausgewiesene Lizenz, die in der Schweiz wirkt (Art. 4 BGS); ein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister besteht nicht; im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rückgriff. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden. Duelbits wirbt im Schweizer Markt mit «anonymen» oder «crypto»-bezogenen Wetten; das ist ein klarer Konflikt mit Art. 50 Abs. 2 VGS, der Auszahlungen nur auf Konten im Namen des Kontoinhabers erlaubt – aber diese Regel gilt für bewilligte Schweizer Anbieter, nicht für den von ihnen. Für Schweizer Wettende, die einen bewilligten Rahmen suchen, ist Duelbits keine Option; wer dennoch spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Schutzes.

Sportuna

Sportuna ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Diese Marke verfügt über keine in der Schweiz anerkannte Lizenz. Wer bei solchen Angeboten wettet, kann sich auf keinen Schweizer Schutz verlassen; die Domain unterliegt zudem der DNS-Sperre der Gespa.

Jackbit

Jackbit ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Als unbewilligter Anbieter unterliegt diese Marke der Gespa-Sperrliste. Da keine in der Schweiz wirksame Lizenz vorliegt, fehlt auch der Schweizer Spielerschutz.

GG.BET

GG.BET ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Dieser Anbieter ist auf der Gespa-Sperrliste für blockierte Domains geführt. Da keine Schweizer Lizenz existiert, sind Schweizer Spielerinnen und Spieler ohne rechtlichen Rückgriff.

Playzilla

Playzilla ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Wie bei anderen unbewilligten Anbietern fehlt hier eine Schweizer Lizenz, und auch diese Domain ist von einer möglichen DNS-Sperre durch die Gespa betroffen. Schweizer Schutzmechanismen greifen hier nicht.

BassBet

BassBet ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Auch dieser Anbieter führt keine Schweizer Lizenz. Die Marke ist auf der Gespa-Sperrliste geführt und bietet Schweizer Kunden keinerlei Schutz oder rechtliche Absicherung.

BDMBet

BDMBet ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Dieser Anbieter verfügt über keine Schweizer Lizenz, die rechtliche Wirkung entfaltet. Zudem ist die Marke auf der Gespa-Sperrliste gelistet und bietet keinen Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister.

Häufige Fragen

Was gehört zur Marge einer Wettquote?

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter pro 100 Franken Einsatz auf Dauer einbehält. Sie steckt nicht in einer einzelnen Quote, sondern in der Summe der implizierten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes. Beispiel 2.10 / 3.40 / 3.50 im Fussball: 47.62 % + 29.41 % + 28.57 % = 105.60 %; 5.60 % ist die Marge. Sie ist das Einkommen des Veranstalters, nicht ein versteckter Aufschlag, den man wegverhandeln könnte.

Wie wird aus einer Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit berechnet?

Implizite Wahrscheinlichkeit = 1 ÷ Quote. Eine Quote von 2.00 entspricht 50 %, eine Quote von 1.50 entspricht 66.67 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Bei Mehrwege-Märkten (Dreiwege-Fussball, Pferderennen) wird die Summe über alle Ausgänge gebildet; die Differenz zu 100 % ist die Marge. Das ist kein Trick, sondern normale Arithmetik.

Warum ändern sich Quoten vor und während eines Spiels?

Drei Gründe: Geld fliesst, neue Informationen kommen, und der Veranstalter passt an. Wenn deutlich mehr Geld auf Heimsieg als auf Auswärtssieg gesetzt wird, ohne dass sich an der Wahrscheinlichkeit etwas geändert hat, senkt der Veranstalter die Heimsieg-Quote und erhöht die Auswärtssieg-Quote, um das Buch auszugleichen. Verletzungen, Aufstellungen, Wetter, neues Material aus dem Training bewegen die Quote. Während des Spiels, in der Livewette, sind die Bewegungen heftig; bei Sporttip kann in spielentscheidenden Situationen mit Quote 1.00 gewettet werden, und Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen zählen mit Quote 1.00.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote gerundet?

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Beispiel: Einsatz CHF 12, Quote 3.50 = 42.00 CHF 12, abgerundet auf 5 Rappen genau 42.30 (in der Spielregel-Logik). Das ist eine kleine Marge zugunsten der Kasse, nicht ein dramatischer Verlust. Bei Loterie Romande und Jouez Sport sind die Rundungsregeln in den Spielregeln festgelegt; sie unterscheiden sich von Swisslos in Details.

Wie entsteht die Gesamtquote einer Kombiwette?

Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten: 1.50 × 2.00 × 3.00 = 9.00. Ein Einsatz von CHF 10 bringt CHF 90 Bruttogewinn, also CHF 80 Nettogewinn. Bei Sporttip darf eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen enthalten; bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen. Bei Sporttip verlangt der Kombiboost mindestens vier Voraussagen zu je mindestens 1.50; bei 4 Voraussagen gibt es 5 % Bonus auf den Nettogewinn, bei 7 Voraussagen 20 %, bei 10 Voraussagen 40 %, bei 15 Voraussagen 100 %.

Wer legt bei Sporttip und Jouez Sport die Quoten fest, und wer beaufsichtigt das Angebot?

Die Quoten werden von den Veranstaltern selbst festgelegt – Swisslos für Sporttip und Loterie Romande für Jouez Sport – nach eigenen Einschätzungen und Geldströmen. Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), die auf Basis des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51) und des Geldspielkonkordats die Veranstalter- und Spielbewilligungen erteilt, die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettbewerbe führt und die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains veröffentlicht. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt; weitere Schweizer Veranstalter gibt es nicht.

Das Frühere zuerst der Wert: Wer passt wozu?

Wer einen geregelten Rahmen sucht, mit klarer Aufsicht, lokalem Ausschlussregister und der Möglichkeit, eine Spielsperre schweizweit zu setzen, landet bei Swisslos Sporttip oder Loterie Romande Jouez Sport – je nach Wohnsitz im entsprechenden Vertragsgebiet. Wer ein breiteres Wettprogramm mit internationalen Märkten sucht, findet das nur ausserhalb der Schweizer Bewilligung, nimmt damit aber den Wegfall des Schweizer Schutzes in Kauf. Wer hohe Einsätze spielen will, stösst bei beiden Schweizer Anbietern schnell an die Grenze (CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, bei Jouez Sport CHF 500); wer tiefere Limits sucht, ist mit beiden gut bedient. Wer als Minderjähriger spielen will, spielt nirgendwo legal.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»