Wer in der Schweiz auf Curling wetten kann – und was es kostet
Geschrieben am 20. Oktober 2026 und abgeglichen gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten-Daten, die die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) führt, und gegen die Spielregeln Sporttip Version 4.2.

Curling gehört im Schweizer Wettangebot zu den Randsportarten. Es ist nicht so populär wie Fussball oder Eishockey, und es taucht nur dann im Wettprogramm auf, wenn es die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten überhaupt vorsieht. Wer hier auf eine Wette mit kleinerem Wettumsatz schaut, bekommt ein anderes Bild als bei einem Mainstream-Spiel: weniger Märkte, dafür aber Quoten, in denen die Marge deutlicher zuschlägt. Genau das ist der Grund, warum sich ein zweiter Blick auf die Quote vor der Wette eher lohnt als anderswo.
Wer in der Schweiz auf Curling wetten will, hat zudem eine sehr kleine Auswahl. Die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 lässt landesweit nur zwei Veranstalter zu: Swisslos mit dem Produkt Sporttip im deutschsprachigen Raum und in Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport in der Romandie. Wer bereits ein Konto bei einem anderen Anbieter hat – und das werden viele Leserinnen und Leser sein –, spielt dort ohne Schweizer Bewilligung. Das hat Folgen, die nichts mit dem einzelnen Spiel zu tun haben: keine Spielsperre im schweizweiten Register, keine Auszahlung auf ein Schweizer Konto mit dem Schutz der Geldspielgesetzgebung (BGS, SR 935.51), und die Domain kann auf der Sperrliste landen.
Das Wettprogramm: wo Curling auftaucht und wann
Curling folgt einem Saisonrhythmus, der sich vom Spätherbst bis in den Frühling zieht. Curling-Wetten sind deshalb vor allem im Winter ein Thema. Die grossen Turniere – die Curling-Weltmeisterschaften der Frauen und Männer, die Europameisterschaften, die Olympischen Winterspiele – verteilen sich über wenige Wochen im Jahr. Dazwischen liegen World-Curling-Tour-Turniere (WCT), Grand-Slam-of-Curling-Events und nationale Meisterschaften. Welche davon tatsächlich im Wettprogramm erscheinen, hängt von der Gespa-Liste ab; die Gespa legt fest, welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten überhaupt angeboten werden dürfen, und nur was dort steht, darf auf den Wettschein.
Turniere, die den Takt angeben
Die Curling-Weltmeisterschaften (WM Damen, WM Herren) sind die prominentesten Events im Kalender und tauchen typischerweise im Wettprogramm auf, wenn die Gespa-Liste sie vorsieht. Die Europameisterschaften (EM) liegen davor und sind für eine Wette auf einen Schweizer Sieg oder eine Medaille der relevanteste Vergleichsmassstab, weil die Schweizer Teams dort regelmässig unter den ersten Vier landen. Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina bringen Curling in den Vier-Jahres-Rhythmus: Curling gehört zum olympischen Programm, ein Turnier mit Medaillenwert, das Gespa-rechtlich als Sportveranstaltung gilt, wenn die Liste es vorsieht.
Wer gezielt auf Curling wetten will, schaut am besten auf den Saisonbeginn im Oktober, auf die grossen WCT- und Grand-Slam-Turniere im November und Dezember, dann auf die EM im November/Dezember, auf die WM im Februar/März und schliesslich auf Olympia. In den Sommermonaten ist die Auswahl am dünnsten; ein leeres Wettprogramm ist dann normal und kein Zeichen dafür, dass der Anbieter «kein Curling» anbietet.
Welche Wettarten auf Curling überhaupt möglich sind
Was bei einer Curling-Wette auf dem Wettschein steht, hängt vom Angebot der Gespa-Liste ab. Diese Liste sagt, welche Wettarten erlaubt sind: typischerweise die Siegerwette auf das ganze Spiel (Sieger nach regulärer Spielzeit), Wettarten auf die Anzahl der Ends (z. B. Über/Unter Ends im Spiel), Handicap-Wetten und Wettarten auf den Score nach Ends. Märkte, die im Fussball selbstverständlich sind – Eckbälle, Karten, Tore pro Spielminute –, gibt es in dieser Form bei Curling nicht. Die Liste zeigt zudem keine Card-Märkte und keine Corner-Märkte, die ohnehin nichts mit Curling zu tun hätten.
Wer eine Wette mit vielen Auswahlmöglichkeiten erwartet, wie sie ein internationaler Online-Bookie anbietet (Asiatisches Handicap auf Ends, Score nach jedem End, Spielerwetten auf Skip-Leistungen, Livewetten auf den nächsten Stein), wird im Schweizer Programm selten fündig. Was bleibt, ist ein engerer Satz an vorab wählbaren Märkten, weniger Live-Auswahl, dafür aber ein Angebot, das innerhalb der Schweizer Aufsicht stattfindet.
Wann das Spiel stattfindet – und was bei Verschiebung passiert
Curling wird in Hallen ausgetragen; ein Spielabbruch oder eine Verschiebung wegen Eisproblemen ist selten, kommt aber vor. Die Sporttip-Regeln Version 4.2 regeln das so: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden dann zurückbezahlt. In einer Kombinationswette erhält die einzelne Voraussage die Quote 1.00, die anderen Voraussagen bleiben mit ihren Quoten bestehen. Wer eine Kombiwette auf Curling-Einzelspiele setzt, sollte daher nicht nur auf die Curling-Quote schauen, sondern auch darauf, wie viele Tage das ursprüngliche Spiel her ist, wenn das Spiel ausfällt.
Diese 48-Stunden-Regel ist eine Eigentümlichkeit von Sporttip; die Loterie Romande legt vergleichbare Regelungen für ihr Wettangebot fest, aber die genauen Werte unterscheiden sich von Veranstalter zu Veranstalter. Wer dort spielt, liest die jeweiligen Spielregeln direkt mit.
Anbieter im Vergleich: was die Schweizer Lizenz bedeutet und was nicht
Das Angebot für Sportwetten in der Schweiz ist klein: zwei Veranstalter mit eigener Bewilligung, beide in der Romandie oder im Deutschschweizer Raum aktiv – und kein weiterer. Hinzu kommen ausländische Marken, die zwar im Internet erreichbar sind, aber keine Schweizer Bewilligung haben. Wer sie nutzt, spielt ohne den Schutz des BGS und ohne Anbindung an das schweizweite Sperrregister.
Was die Gespa-Bewilligung konkret bedeutet
Die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen (IKV 2020) hat die beiden Veranstalter Swisslos und Loterie Romande mit einer Bewilligung ausgestattet, die über die Kantonsgrenzen hinaus gilt – die «Veranstalterbewilligung». Hinzu kommt pro Spiel eine eigene «Spielbewilligung», was bedeutet, dass jeder Wetttyp einzeln bewilligt wird. Beide Bewilligungen zusammen erlauben es, in den jeweiligen Vertragsgebieten Sportwetten anzubieten.
Konsequenz für die Wettkundin und den Wettkunden:
- Die Online-Spielteilnahme ist offen für Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in der Deutschschweiz wohnt, spielt bei Swisslos; wer in der Romandie wohnt, spielt bei der Loterie Romande.
- Gewinne werden auf ein Bank- oder Postkonto der Wettkundin oder des Wettkunden ausbezahlt, niemals an Dritte und niemals in Kryptowährungen.
- Wer einmal gesperrt ist, ist für alle Schweizer Veranstalter gesperrt – und auf Antrag auch für Schweizer Spielbanken.
- Limiten werden im eigenen Konto gesetzt, nicht von einer Behörde.
Was die Gespa-Bewilligung nicht garantiert: dass jedes erdenkliche Spiel oder jeder Markt im Programm ist. Nur was auf der Liste steht, darf angeboten werden. Wer etwa auf asiatische Handicap-Linien wetten will, die im ausländischen Curling-Geschäft üblich sind, sucht hier vergeblich.
Wo die offshore Anbieter stehen
Wer in der Schweiz surft, trifft immer wieder auf Betwinner, Fezbet, 1Bet, BetFury, Playzilla, IviBet, BassBet, 20Bet und andere Namen mit –Endungen wie .com oder .ac. Diese Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Kraft, weil Art. 4 BGS die Geltung ausdrücklich auf die Schweiz beschränkt. Konkret bedeutet das:
- Die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen und per DNS-Sperre unzugänglich sein, was bei Domain-Wechsel (Domain-Hopping) jeweils innert Stunden ersetzt wird.
- Die Anbieter sind nicht an das schweizweite Sperrregister angeschlossen; wer sich dort abgemeldet hat, kann trotzdem weiterspielen.
- Gewinne können im Nachhinein eingefordert werden – die Spielteilnahme findet ausserhalb des Schweizer Schutzes statt.
- Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen in jedem Fall als steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag.
Wer dort spielt, wird im Werbeversprechen oft genau das finden, was es bei Swisslos nicht gibt – breite Märkte, hohe Quoten-Boosts, Krypto-Einzahlung. Der Preis dafür steht nicht im Werbeversprechen: keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Auszahlung auf ein Schweizer Konto unter dem Schutz der Geldspielgesetzgebung.
Wo die zwei Veranstalter genau aktiv sind
Die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel. Ihr Sportwetten-Produkt läuft unter dem Namen Sporttip und wird in den Kantonen Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Wer dort wohnt, kann ein Swisslos-Konto eröffnen.
Die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat ihren Sitz in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Beide decken zusammen das geografische Gebiet der Schweiz vollständig ab, aber nicht überlappend: wer in Genf wohnt, kann bei Swisslos kein Online-Konto führen, und wer in Zürich wohnt, kann keines bei der Loterie Romande führen. Wer die Romandie besucht und die Deutschschweiz besucht, behält idealerweise nur ein Konto beim zuständigen Veranstalter.
Grundlagen: Quoten, Marge und das, was eine Quote wirklich ist
Eine Quote ist auf den ersten Blick eine einfache Zahl: 1.90, 2.50, 3.20. Was sie bedeutet, hängt davon ab, woher sie kommt. Sie ist kein objektiver Wahrscheinlichkeitswert, sondern der Preis, den die Wettbörse bzw. der Wettanbieter für ein Ergebnis festlegt. Was bei einer Wette bezahlt wird, ist Einsatz mal Quote. Was beim Anbieter bleibt, ist die Marge. Genau diese Marge macht bei Curling – einer Sportart mit eher kleinem Wettumsatz – einen Unterschied, den Kundenwettende bei populäreren Sportarten oft gar nicht sehen.

Wie der Gewinn einer Wette entsteht
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ist Einsatz mal Quote. Bei einer Einzelwette auf Quote 2.50 mit einem Einsatz von CHF 10 ist der Bruttogewinn CHF 25; davon abgezogen wird der Einsatz, der im Gewinn schon enthalten ist – der Nettogewinn ist in diesem Fall CHF 15. Bei einer Kombination entsteht die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten: drei Tipps zu 1.80, 2.10 und 3.00 ergeben eine Gesamtquote von 11.34.
Bei Sporttip folgt auf die Multiplikation noch eine Rundung: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus 25.3471 wird also 25.35, nicht 25.34; aus 25.8712 wird 25.85. Bei kleinen Einsätzen fällt das nicht ins Gewicht, bei grösseren Kombinationen mit vielen Beinen kann die Rundung das Ergebnis um ein paar Rappen verschieben.
Was die Marge in der Quote tatsächlich anrichtet
Die Marge ist der Anteil jedes Einsatzes, der im Schnitt beim Anbieter bleibt. Sie ergibt sich aus der Auszahlungsquote – dem Anteil, der an die Wettenden zurückfliesst. Die Auszahlungsquote berechnet sich als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes.
Ein anschauliches Beispiel: Bei einer Zweiweg-Wette mit Quote 1.90 auf Ergebnis A und Quote 1.90 auf Ergebnis B beträgt die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95. Das heisst: 95 % der Einsätze fliessen im langfristigen Mittel als Gewinne an die Wettenden zurück, 5 % bleiben als Marge beim Veranstalter. Bei dieser Quote-Konstellation ist die Marge also rund 5 % – typisch für Sportarten mit gutem Wettumsatz. Bei einer Randsportart wie Curling kann die Marge im gleichen Markt deutlich höher liegen, etwa 7 % bis 9 %, einfach weil der Anbieter für weniger Wettumsatz eine breitere Risikopufferzone einpreist. Genau in dieser Spanne – nicht in den paar Zehnteln einer Quote – entscheidet sich, was eine Wette langfristig kostet.
Eine einzelne Quote kann irreführend wirken. Eine Einzelquote von 3.20 sieht grosszügig aus, sagt aber nichts über den Rest des Marktes. Erst die zweite Quote zeigt, ob 3.20 angemessen oder überzogen ist. Wer Curling-Wetten vergleicht, prüft darum beide Seiten eines Marktes – die Quote der eigenen Wahl und die Gegenquote – statt nur eine Zahl zu lesen.
Warum die Marge bei Nischensportarten grösser ausfällt
Wetten auf Mainstream-Sportarten wie Fussball oder Tennis sind hochvolumig: das Wettvolumen pro Markt ist gross, die Gegenpositionen gleichen sich über viele Teilnehmende aus, die Marge ist eng. Bei Curling ist das Wettvolumen pro Spiel klein; es gibt weniger Teilnehmende, weniger Wettaktivität, weniger Ausgleich über alle Eventualitäten. Die Folge: Die Marge, die der Anbieter einkalkuliert, ist meist höher – sie liegt bei Schweizer Veranstaltern nicht offen, lässt sich aber aus der Gegenquote rekonstruieren.
Das heisst nicht, dass auf Curling nicht zu gewinnen ist. Es heisst, dass die Hürde für einen dauerhaft positiven Ertrag etwas höher liegt als bei Fussball-Bundesliga-Wetten, einfach weil das System prozentual mehr abschöpft. Wer das weiss, plant seine Einsätze entsprechend kleiner – nicht, weil das Spiel schlechter vorhersagbar ist, sondern weil der Preis pro Wette höher ist.
Wo die eigenen Limiten herkommen
Wer eine Sporttip- oder Jouez-Sport-Wette platziert, setzt seine eigene Verlustlimite. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme muss jede spielende Person Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren sogar nur bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – bei Loterie Romande und Swisslos einheitlich so. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage.
Diese Limiten sind Selbstschutz. Sie sind nicht dazu da, eine «Spielstrategie» zu optimieren, sondern den maximalen Verlust im entsprechenden Zeitraum nach oben zu begrenzen. Wer ohne klare Limite wettet, wird schneller vom Bonus- oder Kombi-Versprechen eingefangen, als einem lieb ist.
Rechtslage: wer in der Schweiz wetten darf und welche Folgen eine fehlende Bewilligung hat
Die Schweiz hat die Sportwetten klar geregelt. Sie sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist nicht die ESBK, die nur Spielbanken überwacht, sondern die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat (in Kraft seit 1. Januar 2021). Die kantonale Hoheit über die Lotterien und Sportwetten ist seit der IKV 2020 auf zwei Veranstalter konzentriert: Swisslos und Loterie Romande.

Was die Gespa konkret überwacht
Die Gespa prüft die Bewilligungen, sie führt die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten, sie überwacht die Einhaltung der Spielregeln und sie veröffentlicht die Sperrliste – die Liste der Domains, die Schweizer Internetprovider per DNS-Sperre blockieren. Am Ende von 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste, mit Namen wie Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als bekannte Beispiele. Wer eine dieser Seiten aufrufen will, landet in der Regel auf einer Hinweisseite der Gespa, auf Wunsch der Provider oder direkt auf einer Fehlermeldung. Domain-Hopping – das schnelle Wechseln auf eine neue Domain-Adresse – wird von der Gespa zeitnah nachverfolgt; eine neue Domain kann innert Stunden wieder blockiert sein.
Wer ab welchem Alter mitmachen darf
Sportwetten sind in der Schweiz ab 18 Jahren erlaubt. Online ist die Registrierung noch enger gefasst: Mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine Spielsperre, jede Person darf sich nur einmal registrieren. Bei der Registrierung wird der hochgeladene Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer diese Eingangshürde erfolgreich nimmt, hat ein Konto; wer sie scheitert, bekommt keines.
Minderjährige Personen dürfen weder offline noch online teilnehmen; das BGS schliesst sie aus (Art. 72 BGS). Wer als Wettkämpferin oder Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, das Gegenstand einer Wette ist, darf auf dieses Ereignis nicht wetten – das gilt auch für aktive Curlerinnen und Curler.
Was es bringt, gesperrt zu sein – und wie es funktioniert
Die Spielsperre funktioniert auf zwei Ebenen. Auf der freiwilligen Ebene kann jede spielende Person sich für 1 bis 180 Tage produktbezogen selbst sperren, also etwa nur für Sporttip, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen; sie gilt dann auch für Spielbanken einschliesslich Online-Spielbanken sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Auf der behördlichen Ebene können überschuldete oder spielsüchtige Personen durch das Sperrregister ausgeschlossen werden. Die Eintragung erfolgt durch eine unabhängige Fachstelle, die auf Antrag einer Person oder gegen deren Willen bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen eine Sperre verhängt. Eine selbstgewählte, freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, immer unter Einbezug einer Fachstelle.
Was das im Alltag heisst: Wer einmal im Register steht, kann bei keinem Schweizer Anbieter mehr spielen, weder bei Swisslos noch bei der Loterie Romande, weder bei Swiss Casinos noch bei Online-Spielbanken. Auszahlungen an gesperrte oder minderjährige Personen sind ausgeschlossen (Art. 45 BGS) – diese Norm ist eine der wenigen, die direkt Geld zurückfordert.
Spielerschutz: Limiten, Pausen und Sperren, bevor der erste Einsatz fällt
Wer in der Schweiz auf Curling wetten will, sollte sich mit den eigenen Schutzmechanismen vertraut machen, bevor die erste Wette platziert wird. Das klingt nach Pflichtlektüre, ist aber die einzige Stelle, an der eine Wettkundin tatsächlich die Bedingungen ihres eigenen Spiels mitbestimmt.
Verlustlimiten – der grösste Hebel im eigenen Konto
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme fordert das System eine Verlustlimit-Eingabe für die Zeiträume 1 Tag, 7 Tage und 30 Tage. Die Obergrenze pro Zeitraum liegt bei CHF 9’999 (für unter 21-Jährige bei CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese Wartefrist ist bewusst eingebaut: Wer abends nach einem verlorenen Spiel den Einsatzrahmen verdoppeln will, soll dafür drei Tage Bedenkzeit haben.
Eine zusätzliche freiwillige Einzahlungslimite kann für jeweils 30 Tage gesetzt werden. Sie betrifft das Aufladen des Swisslos-Wallets, nicht die Wetteinsätze direkt. Wer viel einzahlt, viel wettet und viel verliert, kann beide Limiten getrennt halten und kombinieren.
Spielsperre – vom Pausendruck bis zur Dauersperre
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Wer sich für 30 Tage sperrt, kommt nicht vor Ablauf dieser Frist ins Konto zurück – selbst wer es sich nach einer Woche anders überlegt. Das ist Absicht. Eine 30-Tage-Sperre ist kein Werbeeffekt, sondern eine fest eingeplante Atempause.
Eine unbefristete Sperre ist die strengste Stufe: Sie wird im schweizweiten Register eingetragen, wirkt gegen alle Schweizer Veranstalter, gegen Spielbanken und Online-Spielbanken in der Schweiz, gegen Swiss Casinos und gegen das Fürstentum Liechtenstein. Aufhebung nur über eine Fachstelle, frühestens nach drei Monaten.
Was bei Tests der Gespa auffällt
Die Gespa testet den Jugendschutz an Verkaufsstellen. 2025 hat sie an 200 Verkaufsstellen testen lassen, ob die Verkaufsstellenmitarbeitenden eine Sportwette an Minderjährige verkaufen. In 47.5 % der Fälle ist das gelungen. Die Quote ist nicht ein Versagen der Verkaufsstellen, sondern eine Erinnerung daran, dass Schutzmechanismen im stationären Handel weiterhin nicht greifen. Wer auf Curling an einer Verkaufsstelle spielen will, sollte selbst darauf achten, dass der Altersnachweis verlangt wird – und ihn gegebenenfalls einfordern.
Auszahlungen – wer wann wie viel auf das Konto bekommt
Wer sich für die Online-Teilnahme entscheidet, lädt das Swisslos-Wallet mit mindestens CHF 20 auf, maximal CHF 10’000 in 30 Tagen, solange das Wallet-Guthaben unter CHF 9’999 bleibt. Aufladung per Online-Zahlungsmöglichkeit oder per Einzahlungsschein, auch per PostFinance Pay direkt aus der PostFinance App.
Bei einer Auszahlung sind zwei Auszahlungen pro Jahr gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, sofern die Spielteilnahme weniger als 365 Tage zurückliegt. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto, das auf den eigenen Namen lauten muss. Anonyme Auszahlungen, Krypto-Auszahlungen und Auszahlungen an Drittkonten sind nicht möglich.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das hinterlegte Bank- oder Postkonto überwiesen. Wer eine Auszahlung verlangt, deren Daten nicht mit den Kontodaten übereinstimmen, bekommt sie nicht.
Anbieter im Detail
Die folgende Tabelle ordnet die im Vergleich berücksichtigten Marken nach ihrer Schweizer Bewilligungslage. Der Bereich «Bewilligungslage in der Schweiz» zeigt, wer hierzulande offiziell Sportwetten anbieten darf; die Spalte «Veranstalter oder berichtete Lizenz» verweist auf den verantwortlichen Veranstalter bzw. die ausländische Lizenz, die im jeweiligen Markt gilt.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter oder berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos (Sporttip) | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Gespa) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Betwinner | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Fezbet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| 1Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Playzilla | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| IviBet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| BassBet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| 20Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
Die ausländischen Marken sind hier aufgeführt, weil Schweizer Spielende sie im Internet finden. Welche davon Curling im Programm haben, welche Wettarten sie anbieten und mit welcher Marge sie arbeiten, ist nicht Gegenstand dieser Seite – die Gespa-Bewilligung fehlt, und jeder weitere Blick auf das Angebot würde voraussetzen, dass ein Schweizer Konto dort eröffnet wird. Wer auf einer dieser Seiten ist, sollte mindestens wissen, dass das eigene Konto dort nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen ist und die Sperrliste die Domain jederzeit blockieren kann.
Swisslos – Sporttip
Swisslos ist die Schweizer Veranstalterin für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Sie führt das Sportwetten-Produkt unter dem Namen Sporttip und untersteht der Gespa-Aufsicht. Wer ein Online-Konto eröffnen will, braucht einen Wohnsitz im Swisslos-Vertragsgebiet; für die Westschweiz ist die Loterie Romande zuständig.
Der Sporttip-Markt umfasst einzelne Sportarten und verschiedene Wettbewerbe – in welcher Breite Curling vertreten ist, hängt von der aktuellen Gespa-Liste ab. Was auf einer Sporttip-Wette jedenfalls gilt: Die reguläre Spielzeit ist die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm explizit darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für Curling bedeutet das: Ein Spiel wird nicht «verlängert», aber ein Extra-End gehört zur regulären Spielzeit.
Die Bandbreite an Quoten ist nicht transparent; einzelne Quoten auf Curling-Märkte liegen meist zwischen 1.50 und 4.00 auf die Favoriten-Seite und entsprechend höher auf die Aussenseiter. Der Höchsteinsatz pro Einzel- und Kombinationswette liegt bei CHF 1’000; pro Systemwette bei CHF 10’000; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Sporttip kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1.
Cash-Out funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn und hängt vom Spielstand ab; Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten und kann ihn jederzeit ändern. Einmal ausgeführt, ist ein Cash-Out nicht rückgängig zu machen.
Auf den ersten Blick ein solides Angebot – Schweizer Bewilligung, klare Schutzregeln, Cash-Out im Sortiment. Beim zweiten Blick fallen drei Dinge auf: Die Marge ist nirgendwo offengelegt; sie lässt sich nur aus den Gegenquoten eines Marktes zurückrechnen. Das Bonus- und Boost-System bringt eine eigene Sprache mit (Quotenboost, Profitboost, Kombiboost), die in den Spielregeln präzise definiert ist, im Alltag aber Marketing und Mechanik vermischt. Und die Spielteilnahme findet in einem geschlossenen System statt – was die Bewilligung garantiert, ist nicht der freie Markt, sondern die Einhaltung des BGS.
Loterie Romande – Jouez Sport
Die Loterie Romande führt das Sportwetten-Produkt unter dem Namen Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Vertragsgebiet deckt die Romandie vollständig ab; wer im Wallis wohnt, hat hier ein Konto, nicht bei Swisslos. Sitz der Loterie Romande ist Lausanne; sie gibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende an.
Wer auf Curling in der Romandie wetten will, landet bei Jouez Sport. Das Produkt folgt dem Schweizer Rahmen, hat aber eigene Spielregeln und ein eigenes Wettprogramm. Welche Curling-Märkte konkret im Programm sind, ist von Saison zu Saison unterschiedlich; die Gespa-Liste gibt nur die Obergrenze vor. Wie bei Sporttip ist das System geschlossen, mit klarem Spielerschutz, eigener Begrenzung und eigenen Auszahlungsmodalitäten.
Jouez Sport richtet sich an Lesende, die in der Romandie wohnen oder zumindest dort gemeldet sind; für Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer ist das Produkt nicht zugänglich – sie spielen bei Sporttip. Wer bei der Loterie Romande ein Konto will, prüft die Spielregeln von Jouez Sport direkt beim Veranstalter, da die Quoten, Marge und Bonusmechaniken spezifisch für dieses Angebot gelten.
Was offshore Anbieter anders machen – und warum es hier nicht hilft
Betwinner, Fezbet, 1Bet, BetFury, Playzilla, IviBet, BassBet und 20Bet werben im Schweizer Markt um Kunden, ohne dafür eine Bewilligung zu haben. Sie locken mit Märkten, die es bei Swisslos nicht gibt, mit Quoten, die oft grosszügiger aussehen, und mit Bonusformen, die das Schweizer Angebot in dieser Form nicht kennt.
Diese Vorteile haben einen Preis, der nicht auf der Werbung steht: Die Schweizer Spielsperre gilt dort nicht; wer sich bei Swisslos für 30 Tage sperrt, kann am gleichen Tag bei Betwinner weiterspielen. Die Schweizer Spielerlimiten gelten dort nicht; die eigene Verlustlimite von CHF 9’999 pro Monat ist dort wirkungslos, weil das Konto bei einem anderen Anbieter liegt. Die Schweizer Auszahlungsgarantie gilt nicht; wer auf ein Schweizer Bankkonto auszahlt, hat es mit einer ausländischen Bank zu tun, mit anderen Regeln und ohne das Sicherheitsnetz der Gespa-Aufsicht. Und die Schweizer Steuerpraxis ist nicht auf diese Gewinne zugeschnitten; der Kanton Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag.
Wer dort spielt, sollte sich bewusst sein, dass Schweizer Spielerschutz, Schweizer Aufsicht und Schweizer Sperrliste nicht greifen. Was auf den ersten Blick wie ein besserer Markt aussieht, ist ein anderer Markt – mit anderen Regeln, anderen Boni und anderen Risiken, die nicht entlang des Schweizer BGS laufen.
Bonusmechaniken bei Sporttip: was Boost, Profitboost und Kombiboost wirklich heissen
Wer bei Sporttip spielt, sieht drei Begriffe immer wieder: Quotenboost, Profitboost und Kombiboost. Was hinter den Begriffen steht, ist in den Spielregeln Version 4.2 präzise gefasst. Es lohnt sich, die Mechanik zu kennen, bevor man einen Boost annimmt.
Quotenboost – eine höhere Quote, klare Obergrenze
Ein Quotenboost erhöht die Quote einer einzelnen Voraussage vor Spielbeginn. Er gilt nur online, nur für Prematch und nur für Einzelwetten. Pro Wettkunde und pro Boost ist er einmal nutzbar; Einsatz und Erhöhung sind limitiert. Bei einem Cash-Out nach Boost verfällt der Boost-Anteil. Wer mit Boosts plant, sollte das Kleingedruckte lesen: Die Limite für den Einsatz im Rahmen eines Boosts ist nicht dieselbe wie die allgemeine Höchsteinsatzlimite, und sie kann von Boost zu Boost unterschiedlich sein.
Die Mechanik ist im Grundsatz einfach: Eine Siegerwette auf ein Curling-Match wird von 1.90 auf 2.20 gehoben, der Gewinn steigt entsprechend, der Einsatz bleibt gleich. Was die Bewertung schwierig macht: Der Boost wird auf eine Voraussage gesetzt, die der Anbieter selbst festlegt. Es ist nicht «die Quote auf alle Spiele ist höher», sondern «diese spezifische Quote auf ein spezifisches Spiel». Bei einem anderen Curling-Spiel kann die Quote ohne Boost gleich oder sogar tiefer sein als die Vergleichsquote bei einem Mitbewerber.
Profitboost – ein Prozentsatz auf den Nettogewinn
Ein Profitboost erhöht nicht die Quote, sondern den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Auch hier ist der Anwendungsbereich eng: Ein definiertes Ereignis, ein festgelegter Prozentsatz, eine Nutzbarkeit pro Wettkunde. Bei Cash-Out verfällt der Boost.
Die Mechanik verschiebt den Preis indirekt: Eine Wette zum normalen Gewinn von CHF 100 wird durch einen 50 %-Boost auf einen Gewinn von CHF 150 gehoben – Einsatz CHF 100, Nettogewinn CHF 150 statt CHF 100. Der Vorteil gegenüber einem Quotenboost ist, dass die zugrundeliegende Quote nicht künstlich aussieht. Der Nachteil ist, dass der Boost nur auf das angegebene Ereignis anwendbar ist.
Kombiboost – eine Leiter, die nach Voraussagen zählt
Der Kombiboost ist die grösste und bekannteste Mechanik. Er gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen, jede mit einer Mindestquote von 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn steigt mit der Anzahl Voraussagen: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Was sich hinter diesen Zahlen verbirgt: Eine Kombination mit zehn Beinen und einem Nettogewinn von CHF 100 bekommt einen Bonus von CHF 40 dazu – der Nettogewinn steigt auf CHF 140. Bei einer Kombination mit fünfzehn Beilen verdoppelt sich der Nettogewinn (CHF 200 statt CHF 100). Was auf den ersten Blick grosszügig klingt, wird durch die Bedingungen eingefärbt: Mindestquote 1.50 je Bein, eine Leiter mit Stufen statt einer linearen Funktion, separate Limiten für Einsatz und Gewinnerhöhung. Diese Mechanik ist ein Hebel für eine Wettkundin, die ohnehin Kombinationen spielt – nicht eine Einladung an alle.
Cash-Out als Verlustbremse – und als Marketing-Begriff
Cash-Out wird oft als Feature mit «mehr Kontrolle» beworben. Was es im Sporttip-System tatsächlich ist: ein Mechanismus, mit dem eine offene Wette vor Ende des Spiels verkauft wird – zu einem Preis, der niedriger ist als der mögliche Vollgewinn und höher als null. Der Preis wird vom Anbieter festgelegt, kann jederzeit geändert werden und ist nicht garantiert – auf manchen Märkten gibt es schlicht kein Cash-Out.
Bei Curling ist Cash-Out möglich, aber seine Eignung ist begrenzt. Curling ist ein Spiel mit langen Pausen zwischen den Ends, was die Dynamik der Live-Entscheidungen prägt. Bei knappen Spielständen ist die Entscheidung «Cash-Out oder laufen lassen» oft nicht durch Zahlen zu treffen, sondern durch Bauchgefühl – und da wird Cash-Out schnell zum Marketing-Werkzeug. Wer es nutzt, dem gibt es zwei Werkzeuge an die Hand: einen garantierten Teilgewinn bei einer sich abzeichnenden Niederlage und die Möglichkeit, eine Fehlentscheidung früh zu korrigieren. Was Cash-Out nicht gibt: eine Aufwertung einer an sich schlechten Wette zu einer guten.
Steuern, Werbung, offshore: was die Gespa zusätzlich geregelt hat
Eine Sportwette in der Schweiz hinterlässt Spuren – auf dem Wettschein, im Konto, im Geldbeutel und in der Steuererklärung. Wer das ignoriert, zahlt im Nachhinein drauf.
Gewinne – bis zu welchem Betrag steuerfrei
Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Auf Bundesebene liegt dieser Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 noch bei CHF 1’070’400. Liegt der Gewinn unter diesem Freibetrag, fällt keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer an. Liegt er darüber, zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab; die Wettkundin kann diese in der Steuererklärung zurückfordern, sofern sie den Gewinn deklariert.
Wichtig zur Schnittstelle: Der Freibetrag ist kantonal unterschiedlich. Die Faustregel «Gewinne sind steuerfrei» stimmt für die meisten Wettenden – die wenigsten kommen auch nur in die Nähe des Freibetrags. Aber wer einen grossen Kombibonus einfährt und die Gesamtquote knapp über dem Freibetrag zu liegen kommt, sollte das mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung klären. Was bei einer Mehrfachauszahlung über mehrere Kantone hinweg passieren kann, hängt vom Wohnsitzkanton ab – ein Gewinn von CHF 1’100 ist in einem Kanton mit Freibetrag CHF 1’071’000 einkommensteuerpflichtig, im Nachbarkanton mit tieferem Freibetrag unter Umständen nicht.
Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen in den meisten Kantonen keiner Verrechnungssteuer, dafür aber der kantonalen Einkommensteuer. Der Kanton Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen; die meisten anderen Kantone folgen dieser Praxis nicht in voller Strenge. Diese Unterscheidung ist kein Argument für oder gegen die Wahl des Anbieters – sie ist ein Hinweis darauf, dass eine ausländische Wette nicht in jedem Fall steuerlich günstiger ist.
Werbung – was die Gespa darf und was nicht
Werbung für Geldspiele darf nicht in die Irre führen, nicht aufdringlich sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS); Verstösse werden mit Bussen bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Wer in der Schweiz mit Werbung für einen Anbieter ohne Bewilligung konfrontiert wird, sieht eine Anzeige, die das Recht der Schweiz bewusst überschreitet.
Gratiswetten, Gratisspielguthaben und ähnliche Formen brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 hat die Gespa 24 solcher Bewilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt – eine kleine Zahl im Verhältnis zum Werbedruck, den die Branche aufbaut. Wer ein «gratis»-Angebot sieht, das im Wettprogramm nicht ausdrücklich als genehmigt gekennzeichnet ist, sollte es skeptisch lesen.
Strafen gegen Anbieter ohne Bewilligung
Wer in der Schweiz ohne Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: Bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, gewerbsmässig bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Gespielt wird trotzdem – die Wettkundin wird in der Schweiz nicht bestraft, sehr wohl aber kann die Staatsanwaltschaft in einem Verfahren gegen den Anbieter auf die gesperrten Einzahlungen und Gewinne zugreifen. Wer dort spielt, hat im Nachhinein keinen Anspruch auf Auszahlung, falls der Anbieter liquidiert wird oder die Staatsanwaltschaft die Vermögenswerte einfriert.
Eine Schweizer Lizenz ist deshalb nicht nur ein Bürokratie-Stempel. Sie ist der Grund, warum eine Auszahlung in den allermeisten Fällen tatsächlich auf das eigene Konto kommt – nicht als Versprechen, sondern als verwaltungstechnische Selbstverständlichkeit.
Was eine Wette wirklich kostet: die Marge als Band
Die Marge einer Wette ist keine Einzelgrösse, sondern eine Bandbreite – sie hängt vom Markt ab, vom Anbieter und vom Zeitpunkt der Quotenstellung. Wer sie rekonstruieren will, braucht die Quoten aller möglichen Ausgänge; die Gesamtformel ist stabil.
Beispielrechnung mit einem ausgeglichenen Markt
Eine Zweiweg-Wette ist die einfachste Form: Sieger A, Sieger B, kein Unentschieden. Angenommen, beide Quoten stehen bei 1.90, dann ergibt die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95. Was nach allen Wetten an die Teilnehmenden fliesst, ist im langfristigen Schnitt 95 % des Gesamtvolumens; die restlichen 5 % sind die Marge des Veranstalters. Bei diesem Beispiel bleibt also eine Marge von rund 5 %.
Bei Curling kann der Markt enger sein (1.50 zu 2.50, was zu einer Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1.50 + 1/2.50) = 0.9375 und einer Marge von etwa 6.25 % führt) oder weiter (1.30 zu 3.30, Auszahlungsquote rund 0’934, Marge 6.6 %) – je nachdem, wie ausgeglichen die Partie eingeschätzt wird und welche Gegenseite der Veranstalter quoten muss.
Was die Bandbreite für die Wettkundin bedeutet
Eine Marge von 5 % bis 7 % auf einem Curling-Markt ist kein Zufallswert. Sie ist das Ergebnis davon, dass auf einem Markt mit wenig Volumen und wenigen Teilnehmenden der Anbieter einen grösseren Risikopuffer einpreist. Was das in Franken heisst: Bei einem Umsatz von CHF 1’000 auf einem Markt mit 6 % Marge werden im langfristigen Mittel CHF 60 beim Anbieter bleiben und CHF 940 als Gewinne ausgezahlt. Bei 5 % sind es CHF 50 und CHF 950. Der Unterschied von einem Prozentpunkt ist nicht gross, aber kumuliert über eine Saison fällt er ins Gewicht.
Wer bei Schweizer Veranstaltern spielt, schaut sich vor einer Wette beide Seiten des Marktes an – die Quote der eigenen Wahl und die Gegenquote. Die Marge ist das, was vom Markt «fehlt» gegenüber einer vollständig fairen Verteilung. Wer sie nicht rekonstruieren will, sollte zumindest keine Wetten platzieren, bei denen die Quote der eigenen Auswahl deutlich über der entsprechenden Gegenquote liegt, ohne dass es einen plausiblen Grund für den Unterschied gibt.
Häufige Fragen
Gibt es bei Sporttip oder Jouez Sport Wetten auf Curling?
Ob auf Curling gewettet werden kann, hängt von der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten ab. Curling ist eine olympische Disziplin und in vielen Saisons auf der Liste vertreten, aber das genaue Wettangebot ist saisonal unterschiedlich. Sporttip und Jouez Sport führen jeweils das Curling-Programm, das die Bewilligung hergibt; die Seite, auf die verwiesen wird, ist jeweils Swisslos.ch (für die Deutschschweiz) bzw. jeux.loro.ch (für die Romandie).
Welche Sportarten und Wettarten stehen auf der Gespa-Liste?
Die Gespa-Liste führt eine geschlossene Auswahl an Sportarten, Wettbewerben und Wettarten. Sie wird regelmässig aktualisiert; die Liste versioniert mit einem Datum, im aktuellen Stand 10.09.2026. Die Liste umfasst unter anderem Fussball, Eishockey, Tennis, Ski alpin und Biathlon sowie weitere olympische und nicht-olympische Sportarten. Welche Curling-Märkte genau aufgeführt sind, ist aus der Liste selbst ersichtlich – sie zeigt auch, dass keine Corner- oder Card-Märkte enthalten sind und kein eigener Esports-Bereich.
Was bedeutet die Marge in Quoten bei einer Sportart mit wenig Wettumsatz?
Die Marge ist der Anteil jedes Einsatzes, der im Schnitt beim Anbieter bleibt; sie ergibt sich aus der Auszahlungsquote eines Marktes. Bei einer Sportart mit wenig Wettumsatz wie Curling ist die Marge tendenziell höher als bei Fussball oder Tennis, weil der Veranstalter für ein kleineres Wettvolumen einen breiteren Risikopuffer einkalkuliert. Eine typische Bandbreite für Schweizer Curling-Märkte liegt zwischen etwa 5 % und 7 %, in Einzelfällen darüber.
Wie berechnet sich der Gewinnbetrag einer Kombination aus Einsatz und Gesamtquote?
Bei einer Kombinationswette wird die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten berechnet. Der Bruttogewinn ist Einsatz mal Gesamtquote; der Nettogewinn ist Einsatz mal (Gesamtquote minus 1). Bei Swisslos folgt auf die Multiplikation eine Rundung: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Was geschieht mit einer Wette, wenn ein Curling-Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt. In einer Kombinationswette erhält die ausgefallene Voraussage die Quote 1.00, die anderen Voraussagen behalten ihre Quoten.
Bis zu welchem Betrag bleibt ein einzelner Gewinn steuerfrei, und warum gilt das je nach Kanton unterschiedlich?
Auf Bundesebene liegt der Steuerfreibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; der genaue Betrag ist jährlich leicht unterschiedlich. Darunter fallen keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer an. Die kantonalen Freibeträge weichen davon ab; in Kantonen mit tieferem Freibetrag kann ein Gewinn einkommensteuerpflichtig werden, der im Nachbarkanton steuerfrei wäre. Über dem Freibetrag wird Verrechnungssteuer von 35 % abgezogen, die in der Steuererklärung zurückgefordert werden kann.
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Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»
