Wettschein für morgen in der Schweiz: So ist ein Schein für den Folgetag aufgebaut, was er kostet und welche Regeln greifen

Updated Oktober 2026
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20. Oktober 2026 · Stand gegen die Gespa-Bewilligungs­daten und die Spielregeln Version 4.2 von Sporttip sowie das Jouez-Sport-Reglement Stand September 2024.

Eine Lupe liegt auf einem karierten Blatt neben einem Bleistift, das Licht fällt schräg durch ein Fenster.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wer morgen einen Wettschein abgeben möchte, kann ihn heute schon zusammenstellen: Prematch-Annahmeschluss ist bei Sporttip und bei Jouez Sport erst der Anpfiff des jeweiligen Spiels, dazwischen bewegen sich die Quoten, ein Boost verfällt beim Cash-Out, und eine verschobene Partie wird zur Quote 1,00 oder erstattet. Dieser Text nimmt den Schein für den nächsten Tag auseinander, was er kostet, was er kann und was nicht — auch dann, wenn die Spiele, auf die gewettet wird, noch gar nicht angepfiffen sind.

Rechtslage: wer in der Schweiz morgen überhaupt einen Wettschein ausstellen darf

In der Schweiz darf Sportwetten nur anbieten, wer eine Bewilligung des Bundes hat. Die Grundlage ist das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51; in Kraft seit dem 1. Januar 2019). Es unterteilt Glücksspiele in Geldspiele, die abhängig machen können, und in solche, die das nicht tun. Online-Sportwetten fallen unter die erste Kategorie, die Grossspiele (Art. 3 lit. c und e BGS), und brauchen eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). «Gilt nur in der Schweiz» formuliert Art. 4 BGS für jede dieser Bewilligungen.

Eine alte Steinbrücke überspannt einen Gebirgsfluss, im Hintergrund steigen bewaldete Hänge an.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Bewilligt sind in der Schweiz nur zwei Veranstalter: die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) in Lausanne. Beide führen ihre Sportwetten unter eigenem Markennamen: Swisslos heisst das Produkt Sporttip, Loterie Romande heisst es Jouez Sport. Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern; sie teilt sich den Vollzug mit dem Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 steht. Auch wenn im Alltag von «Wettanbieter» die Rede ist — korrekt ist «Veranstalterin» oder «Veranstalter», und die Bewilligung heisst so, nicht «Lizenz».

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bewusst auf zwei begrenzt. Eine dritte Konzession gibt es nicht, und die Gespa führt auf ihrer Liste ausdrücklich nur diese beiden Marken. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, der mit «Curaçao-Lizenz», «Malta-Lizenz» oder «Deutschland-Lizenz» wirbt, hat nach Schweizer Recht keine Bewilligung vor sich: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Das Veranstalten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, im gewerbsmässigen Fall drohen bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder ein Sperrregister, das greift, noch eine Beschwerdestelle, an die man sich wenden könnte.

Wer im Vertragsgebiet wohnen muss, um online zu spielen

Eine Online-Registrierung bei Swisslos verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet und ein Alter von mindestens 18 Jahren. Das Vertragsgebiet umfasst die deutschsprachigen Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Westschweiz wohnt (FR, GE, JU, NE, VD, VS), meldet sich bei Jouez Sport an, nicht bei Swisslos.

Ein Basketball ruht auf dem Parkett einer leeren Sporthalle, durch hohe Fenster fällt Tageslicht.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Eine Spielsperre darf nicht bestehen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Personalausweis wird hochgeladen; die Angaben werden aus dem Dokument ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Ausländer, die in der Schweiz wohnen, und Schweizer im Ausland

Eine Schweizer Bewilligung deckt die Schweiz ab, nicht das Ausland. Wer im Ausland lebt und einen Schein ausfüllen möchte, kann sich nur bei einem Anbieter mit Bewilligung des jeweiligen Landes anmelden. Wer mit Wohnsitz in der Schweiz aus Versehen bei einem ausländischen Anbieter spielt, verlässt den Schutzrahmen vollständig: keine Gespa, kein Sperrregister, kein Beschwerdeweg, dafür nach Art. 86–93 BGS die Möglichkeit, dass die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzt und Schweizer Internetprovider sie per DNS blockieren.

Die Sperrliste der Gespa

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die von Schweizer Internetprovidern per DNS-Sperre gesperrt werden (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Domains werden innert Stunden ersetzt, das sogenannte Domain-Hopping ist auch im Vollzug ein bekanntes Problem. Eine Sperre bedeutet: Die Seite ist aus dem Schweizer Netz nicht direkt erreichbar; sie bedeutet aber nicht, dass die Zahlung gesperrt ist — Schweizer Banken und Karten­herausgeber blockieren Zahlungen an nicht bewilligte Wettanbieter nicht. Wer auf der gesperrten Seite spielt, schiebt sich selbst in eine Grauzone: Die Seite kann wieder online sein, sobald der Block greift; die Guthaben, die dort liegen, sind von Schweizer Seite aus nicht schützbar.

Spielerschutz: Verlustlimiten, Sperre und Pause — auch für morgen abgegebene Scheine

Auch wer erst für morgen spielt, schliesst heute schon einen Vertrag mit dem Veranstalter ab. Der Schutzrahmen greift deshalb ab der Registrierung, nicht erst ab Anpfiff. Wer bei Swisslos Sporttip spielt, setzt vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze beträgt CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden (statutarisch wäre nach 24 Stunden möglich; Sporttip hält 72 Stunden als Sicherheitsabstand). Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen.

Beim Sporttip kommt hinzu: Verlustlimits sind nur ein Mechanismus von mehreren. Wer sich produktbezogen sperren möchte, kann das für 1 bis 180 Tage tun; vor Fristablauf wird die Sperre nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für Liechtenstein. Wer im Register steht, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Pause und Selbstsperre: was nach einer Sperre möglich ist

Eine selbst gewählte Pause kann nach den Spielregeln bis zu 180 Tage dauern. Nach einer Spielsperre, die im Register eingetragen ist, ist die Aufhebung erst nach drei Monaten möglich, mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 80–82 BGS). Wer ernsthaft mit dem Spielen aufhören möchte, sollte die Pause beim Veranstalter setzen und sich beim Eintrag in das Register helfen lassen. Eine Selbstsperre, die über die Spieldauer hinaus wirkt, ist das stärkere Mittel; eine Pause ist der stärkere Schritt im Alltag, wenn der nächste Schein bereits vorbereitet ist.

Wie eine Verlustlimite das Spielen für morgen verändert

Eine Verlustlimite setzt das Maximum, das in 1, 7 oder 30 Tagen verloren werden kann. Bei Sporttip zählt die Limite global, nicht pro Spielart. Wer für den nächsten Tag einen Schein zu CHF 50 vorbereitet hat und im Monat bereits CHF 200 angesetzt hat, kann unter der monatlichen Limite spielen, sofern die Tageslimite es erlaubt; eine Erhöhung der Limite wird erst nach 72 Stunden wirksam. Das heisst: Wer mitten im Spieltag merkt, dass das Limit zu tief ist, kann den Schein für morgen heute schon deshalb nicht voll spielen. Wer mitten in einer Gewinnphase merkt, dass die Limite grosszügig gewählt wurde, kann sie nicht sofort anheben.

Vorhersagen und Strategie: warum Statistik nie Gewissheit ist

Die Frage «Welche Spiele lohnen sich morgen?» ist die Frage nach einer Wahrscheinlichkeitsaussage, nicht nach einer sicheren Wette. Statistik zu Form, direkten Duellen und Ausfällen liefert Anhaltspunkte; sie garantiert keinen Gewinn. Eine Prognose ist eine Schätzung, der Buchmacher macht eine andere Schätzung, und die Quote, die am Ende auf dem Schein steht, ist der Preis, zu dem diese beiden Schätzungen gehandelt werden.

Form, direkter Vergleich, Ausfälle — und ihre Grenzen

Form ist einTrend, kein Urteil. Eine Mannschaft kann vier Spiele in Folge gewonnen haben und am fünften verlieren, ohne dass etwas Ungewöhnliches passiert. Direkte Duelle verzerren, weil Mannschaften sich über die Jahre verändern. Ausfälle sind der zuverlässigste Faktor, weil sie den Wert einer Wette offensichtlich verändern, aber sie werden oft erst kurz vor Anpfiff bestätigt. Wer für morgen plant, hat alle drei Faktoren im Zeitfenster zwischen Heute-Abend und Morgen-Mittag zur Verfügung; je näher am Anpfiff, desto weniger davon ist bekannt.

Warum keine Statistik einen sicheren Wettschein ergibt

Eine Wette ist ein Vertrag über ein Ereignis, dessen Ausgang unbekannt ist. Die Quote, die der Veranstalter anbietet, ist ein Preis, den er für eine bestimmte Wahrscheinlichkeit angemessen hält. Wenn der Veranstalter die Wahrscheinlichkeit bei 60 % sieht und die Quote mit 1.55 anbietet, hält er 1,55 × 0,60 = 0,93 EUR aus jedem eingesetzten Franken zurück; die restlichen 7 Cent sind seine Marge. Wer glaubt, die Wahrscheinlichkeit sei 70 %, sieht einen Wert, weil 1,55 × 0,70 = 1,085 mehr als das Doppelte seines Einsatzes verspricht. Diese Rechnung gilt aber nur, wenn die eigene Einschätzung korrekt ist.

In der Praxis ist die Einschätzung selten so präzise, wie sie sich anfühlt. Wer ein Spiel über Jahre verfolgt hat, kann die Form besser einschätzen als ein blinder Tipp, aber auch eine gute Einschätzung liegt selten näher als fünf Prozentpunkte an der wahren Wahrscheinlichkeit. Das ist gross genug, um bei einer einzelnen Wette zu verlieren, und es ist auch gross genug, um über mehrere Scheine hinweg die Marge des Veranstalters nicht zu schlagen. Genau das ist der Grund, warum Sportwetten kein Einkommen sind: Die Marge gehört dem Veranstalter, und wer sie nicht schlägt, zahlt sie langfristig.

Was eine Quote über die Wahrscheinlichkeit verrät — und was nicht

Eine Quote von 2.10 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von etwa 47,6 %, ohne Marge. Mit Marge ist die tatsächliche Wahrscheinlichkeit höher, weil der Veranstalter einen Anteil einbehält. Wer die Quote als Schätzung nimmt, ohne zu wissen, wie gross der Anteil des Veranstalters ist, überschätzt die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses und unterschätzt den Wert der Wette. Bei einem Markt, in dem der Veranstalter rund 5 % Marge hat, ist eine Quote von 1.90 auf jede Seite eine faire Schätzung, aber keine Garantie — die faire Seite gewinnt nicht jedes Mal.

Rechenbeispiel: was eine faire 2-Wege-Wette auf den Schein ausmacht

Eine fiktive 2-Wege-Wette wird zu Quoten 1.90 / 1.90 angeboten. Die Auszahlungsquote, also der Anteil des Einsatzes, den der Markt an die Spielenden zurückgibt, ist 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 0,95 — 95 % der Einsätze werden ausgeschüttet; die Marge des Veranstalters beträgt 100 % minus 95 % = 5 %. Wer immer zu diesen Quoten spielt, verliert langfristig 5 Cent pro Franken Einsatz an den Veranstalter. Diese 5 % sind ein statistischer Mittelwert über sehr viele Wetten; ein einzelner Schein kann deutlich besser oder deutlich schlechter abschneiden, aber im Mittel gehört der Grossteil des Einsatzes dem Veranstalter, und das ist der Preis, den der Spielende zahlt, um überhaupt spielen zu können.

Wer Wetten zu ungünstigeren Quoten spielt, zahlt mehr, und wer Wetten zu besseren Quoten spielt, bekommt weniger Marge abgezogen. Wer Wetten zu Quoten spielt, die unter 1,20 liegen, hat einen extrem kleinen Puffer; ein einzelner Ausrutscher kostet viele gewonnene Wetten. Wer Wetten zu Quoten über 5,00 spielt, hat einen grossen potenziellen Gewinn, dafür eine so kleine implizite Wahrscheinlichkeit, dass sie nur selten eintritt. Beide Extreme sind Geschmacksfragen; die Marge des Marktes bleibt davon unberührt.

Wettarten und Quoten: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette und was eine Gesamtquote bedeutet

Wer für morgen spielt, spielt in der Regel nicht ein Spiel, sondern mehrere — und genau dann werden Wettart und Quote wichtiger. Die wichtigsten drei Formen sind die Einzelwette, die Kombinationswette und die Systemwette; jede hat eine andere Mischung aus Risiko und möglichem Gewinn.

Eine Einzelwette setzt auf eine Voraussage in einem Spiel. Die Quote ist die vom Veranstalter angebotene Quote für genau diese Voraussage. Der mögliche Gewinn ist Einsatz × Quote; abgezogen wird der Einsatz nicht, der Bruttobetrag landet so auf dem Schein.

Eine Kombinationswette kombiniert mehrere Voraussagen — üblich sind 2 bis 10 Voraussagen bei Jouez Sport; bei Sporttip variiert die Zahl nach Scheinart. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten; jede zusätzliche Voraussage multipliziert die Zahl, mit der der Einsatz multipliziert wird. Der mögliche Gewinn ist Einsatz × Gesamtquote. Eine einzige falsche Voraussage macht den ganzen Schein ungültig, was die Kombiwette zur risikoreichsten der drei Formen macht.

Eine Systemwette erlaubt es, auch dann zu gewinnen, wenn nicht alle Voraussagen eintreffen. Sie verteilt den Einsatz auf mehrere Kombinationen aus den ausgewählten Voraussagen; eine falsche Voraussage kostet nur die Kombinationen, in denen sie vorkommt. Bei Sporttip ist die Systemwette mit einem Höchsteinsatz von CHF 10’000 pro Schein deutlich grosszügiger limitiert als die Einzel- oder Kombinationswette, die bei CHF 1’000 liegt — auch das ist ein Hinweis darauf, dass Systemwetten in der Mechanik keine kleinen Spielereien sind.

Was die Gesamtquote einer Kombination tatsächlich aussagt

Die Gesamtquote ist die Multiplikation der Einzelquoten. Bei drei Voraussagen zu Quoten 2.10, 1.80 und 1.95 ergibt sich die Gesamtquote 2.10 × 1.80 × 1.95 = 7’371. Ein Einsatz von CHF 20 bringt dann potenziell 20 × 7’371 = CHF 147,42 an Brutto-Gewinn, abzüglich 20 Einsatz wäre es CHF 127,42 netto — vorausgesetzt, alle drei Voraussagen treffen ein. Eine einzige falsche Voraussage macht den ganzen Gewinn zunichte; das Risiko steigt mit jeder weiteren Voraussage überproportional, weil die Wahrscheinlichkeit, dass alle Voraussagen eintreffen, multiplikativ fällt. Wer das nicht im Blick behält, sieht in der Gesamtquote nur den Gewinn, nicht das Risiko.

Quotenboost, Profitboost und Kombiboost: was sie versprechen und was sie kosten

Bei Sporttip gibt es drei getrennte Bonusformen, die für Prematch-Scheine relevant sind: den Quotenboost, den Profitboost und den Kombiboost. Sie alle laufen nur online, sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, und sie sind in Einsatz und Höhe limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Quotenboost gilt für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und erhöht die angebotene Quote. Der Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; wer den Profitboost nutzt, sieht den Nettogewinn um einen festen Prozentsatz erhöht, der Einsatz selbst bleibt gleich. Der Kombiboost erhöht den Nettogewinn, wenn mehrere Voraussagen kombiniert werden, abhängig von der Zahl der Voraussagen: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen — Voraussetzung ist jeweils eine Mindestquote von 1.50 pro Voraussage.

Wer den Kombiboost ernst nimmt, schaut auf die Zahl der Voraussagen, nicht auf den Prozentwert: 100 % auf den Nettogewinn klingt viel, aber nur bei fünfzehn Voraussagen mit Quote ≥ 1.50, und bei fünfzehn Voraussagen ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle eintreffen, deutlich kleiner als bei vier. Der Boost erhöht den Gewinn einer bereits riskanten Wette — er macht die Wette nicht sicherer.

Cash-Out: warum der vorzeitige Ausstieg fast immer weniger bringt

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen; eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird, gibt es nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche, nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Für die Spielerin heisst das: Cash-Out ist eine Versicherung gegen den Totalverlust des Scheins, aber die Versicherung kostet Geld, das in der Regel zwischen 5 % und 15 % des Brutto-Gewinns liegt. Wer den vorzeitigen Ausstieg wählt, gibt einen Teil des Gewinns dafür her, nicht zu wissen, wie die letzte Voraussage ausgeht. Bei einer Einzelwette kann das sinnvoll sein, wenn der Spielstand kurz vor Schluss wackelt; bei einer Kombiwette ist es teurer, weil mehr Voraussagen gleichzeitig «versichert» werden müssen.

Wenn ein Spiel verschoben oder abgesagt wird

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1,00. Wer eine Kombiwette mit fünf Voraussagen hat und eine wird annulliert, gewinnt oder verliert mit den verbleibenden vier Voraussagen — die annulierte Voraussage wird zur Quote 1,00 und trägt nichts zum Gewinn bei, lässt die Wette aber nicht ungültig werden. Das ist in den meisten Fällen die faire Lösung, weil die Wette dadurch weniger riskant wird, aber auch weniger Gewinn bringt.

Livewetten: was die Annahme vor Anpfiff mit dem Spielverlauf macht

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer morgen einen Schein abgeben möchte, sollte wissen: Eine Wette, die live zu einer Quote platziert wird, die nach Spielstand nicht mehr fair ist, wird auf 1.00 gesetzt — der Schein ist damit faktisch schon teilweise ungültig, bevor das Spiel zu Ende ist.

Wie der Gewinn rechnerisch zustande kommt

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz × Quote, bei Kombinationen aus Einsatz × Gesamtquote. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Wette von CHF 20 zu Quote 7’371 — wie oben gerechnet — ergibt 20 × 7’371 = CHF 147,42, abgerundet auf 5 Rappen genau sind es CHF 147.40. Die Abrundung wirkt klein, aber bei Wettscheinen mit hohen Quoten sind es 5 Rappen pro Schein, die der Spielende beim Auszahlen verliert.

Einsatzlimits, Altersgrenze und Teilnahmebedingungen

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Teilnahmeberechtigt ist, wer 18 Jahre alt ist; Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Grenze ist nicht die Quote selbst, sondern der Wert, ab dem die Wette nicht mehr angenommen wird — ein extremes Beispiel, das in der Praxis selten erreicht wird, aber den Mechanismus veranschaulicht: 100’000-facher Einsatz ist auch bei kleinen Wetten ausgeschlossen.

Die Anbieterlandschaft in der Schweiz: Zwei bewilligte Veranstalter und ausländische Marken ohne Schweizer Lizenz im Vergleich

Der Schweizer Markt für Sportwetten hat zwei Veranstalter, nicht zehn. Sporttip (Swisslos) für die deutschsprachige Schweiz, Ticino und Liechtenstein; Jouez Sport (Loterie Romande) für die Westschweiz. Jeder Anbieter mit anderer Lizenz ist in der Schweiz nicht bewilligt; seine Quote entsteht unter fremden Regeln, sein Schutz entfällt. Wer in der Schweiz spielt, kann zwischen diesen beiden Veranstaltern wählen oder das Spielen lassen.

Marke Bewilligung in der CH Veranstalter / beworbene Lizenz
Sporttip (Swisslos) Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel, BGS; Aufsicht: Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Jouez Sport (Loterie Romande) Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel, BGS; Aufsicht: Gespa) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig
Betwinner ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig
Pribet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig
Betclic ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig
GG Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; Domain Sperrliste-fähig

Aus dieser Tabelle folgt direkt, wer spielen darf und wer nicht. Wer mit Wohnsitz in der Deutschschweiz, in Tessin oder Liechtenstein lebt, kann nur bei Swisslos Sporttip spielen; wer in der Westschweiz lebt, kann nur bei Loterie Romande Jouez Sport spielen. Wer bei einem der acht aufgeführten ausländischen Anbieter spielt, tut dies ohne Schweizer Bewilligung — die Quote kommt aus einem anderen Rechtsrahmen, die Sperre ist schweizweit geregelt, das Sperrregister greift nicht, und die Gewinne fallen in eine andere Steuerlogik.

Die Sortierung folgt keiner Bewertung der Quotenhöhe: Wer die höchsten Quoten hat, hängt vom Markt ab und schwankt; für die in der Schweiz geltende Bewertung ist es belanglos, weil es nur zwei bewilligte Veranstalter gibt. Die acht ausländischen Marken sind nach Forschungsstand aufgeführt, nicht nach irgendwelchen Tests oder Vergleichen — sie sind in der Schweiz alle gleichermassen nicht zugelassen, eine Sortierung nach Quotenhöhe wäre eine Scheinsortierung.

Sporttip (Swisslos)

Sporttip ist das Sportwetten-Produkt von Swisslos, der interkantonalen Landeslotterie mit Sitz in Basel. Die Veranstalter- und die Spielbewilligung stehen unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und werden von der Gespa beaufsichtigt. Sporttip ist bewilligt für die deutschsprachige Schweiz, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; online registrieren kann sich nur, wer dort wohnt oder den gewöhnlichen Aufenthalt hat und mindestens 18 Jahre alt ist.

Wer Sporttip nutzt, spielt innerhalb derselben Regeln, die auch für die Lotterie gelten: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit Obergrenze CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000); Erhöhung erst nach 72 Stunden; Senkung sofort. Selbstsperre produktbezogen für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf; unbefristete Sperre schweizweit im Register und damit gültig auch für Casinos und Liechtenstein. Sporttip-Wetten sind ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind ausgeschlossen.

Die Einsatzlimits sind CHF 1 Mindest- und CHF 1’000 Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Eine Wette über dem Limit wird nicht angenommen. Der Gewinn wird auf 5 Rappen genau abgerundet, vorher auf zwei Nachkommastellen aufgerundet — bei hohen Quoten ein kleiner Effekt, der sich aber summiert.

Quotenboosts sind nur online, nur einmal pro Wettenden und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 und bringt 5 %, 20 %, 40 % oder 100 % Bonus auf den Nettogewinn — bei vier, sieben, zehn oder fünfzehn Voraussagen. Cash-Out ist nur vollständig und nur online; Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Quoten bewegen sich zwischen Annahme und Anpfiff; wer den Schein am Abend zuvor vorbereitet, sieht morgen beim Anpfiff möglicherweise eine andere Quote.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 gehen innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Das ist kein hypothetisches Szenario — wer einen Schein abgibt, ohne sich die Auswertung zu merken, lässt sein Geld an der Kasse liegen.

Einzahlung und Auszahlung

Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein gekauft werden (Mindestbetrag CHF 20); in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Auszahlung von Spielguthaben ist innert 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Wer bei Sporttip spielt, spielt bei einem bewilligten, beaufsichtigten Veranstalter mit klaren Regeln, klaren Limits, klaren Fristen und klarer Aufsicht durch die Gespa. Das ist der Kern des Schweizer Modells: nicht die höchsten Quoten, sondern der nachvollziehbarste Schutzrahmen.

Loterie Romande Jouez Sport

Jouez Sport ist das Sportwetten-Produkt der Loterie Romande, der Lotterie der sechs Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Veranstalter ist die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); die Aufsicht führt ebenfalls die Gespa. Wer in der Westschweiz wohnt, kann sich online bei Jouez Sport registrieren; eine Registrierung in beiden Systemen — bei Swisslos und bei Loterie Romande — ist möglich, soweit die Wohnsitze es erlauben.

Die Loterie Romande hat in der Westschweiz 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende; die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Der Auftritt ist zweisprachig (französisch); die Spielregeln sind im Règlement Jouez Sport, 17. Auflage, September 2024, zusammengefasst. Das Reglement legt fest: Höchstgewinn CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Wer in der Westschweiz wohnt und Sportwetten platzieren möchte, hat mit Jouez Sport denselben bewilligten Rahmen, den die Deutschschweiz mit Sporttip hat. Auch hier gilt: nicht die höchsten Quoten, sondern der nachvollziehbarste Schutzrahmen — Limits, Sperre, Aufsicht.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel, BetOnRed, Betwinner, Pribet, Betclic, GG Bet, N1 Bet und Rainbet sind Marken, die in der Schweiz ohne Bewilligung sind. Sie können eine Lizenz aus einem anderen Land vorweisen, die in der Schweiz keine Kraft hat (Art. 4 BGS). Wer bei einem dieser Anbieter spielt, bewegt sich ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens: kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Beschwerdestelle. Domains dieser Anbieter können auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS-Sperre von Schweizer Internetprovidern blockiert werden; das ist die einzige Schweizer Hebelwirkung auf die ausländischen Marken.

Die Aufnahme dieser Marken in den Vergleich erfolgt, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler diesen Marken im Alltag begegnen — Werbung im Internet, Empfehlungen in Foren, Logos auf Trikots und Banden. Wer die Schweiz-Bewilligung mit «Curaçao-Lizenz» verwechselt, verwechselt die Spielregeln; wer glaubt, eine ausländische Lizenz sei «die Lizenz», verwechselt die Jurisdiktion. Aus diesem Grund sind sie hier aufgeführt, mit der Bewertung «ohne Schweizer Bewilligung» und ohne eine Sortierung nach Quoten oder Auszahlungsdauer.

Welcher Veranstalter zu welcher Wette passt

Wer morgen einen Schein abgeben möchte, kann zwischen Sporttip und Jouez Sport wählen, falls er im entsprechenden Vertragsgebiet wohnt. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kommt zu Swisslos; wer in der Westschweiz wohnt, zu Loterie Romande. Wer unsicher ist, in welchem Vertragsgebiet er wohnt, kann das mit der Postleitzahl prüfen — die Vertragsgebiete sind nach Kantonen klar abgegrenzt.

Beide Veranstalter führen dasselbe gesetzliche Schutzregime: Verlustlimiten, Sperre, Aufsicht durch die Gespa. Sie unterscheiden sich im Detail: Sporttip hat den Kombiboost und Cash-Out online; Jouez Sport setzt im Règlement den Höchstgewinn auf CHF 300’000 pro Schein und CHF 1’000’000 pro Multiple. Für einen Schein über wenige Franken Einsatz sind die Unterschiede marginal; für einen Multiple mit hohem Einsatz macht der Höchstgewinn den Unterschied.

Wie ein Schein konkret zustande kommt: Vom Klick bis zum Gewinn

Ein Wettschein entsteht in mehreren Schritten, von der Auswahl der Spiele bis zur Abrechnung. Wer morgen spielen möchte, kann den Schein schon heute vorbereiten — die Annahme läuft bei Prematch-Scheinen in der Regel bis zum Anpfiff. Der Ablauf lässt sich in fünf Schritten zusammenfassen, die unabhängig vom Veranstalter ähnlich sind.

Der erste Schritt ist die Auswahl. Wer bei Sporttip spielt, öffnet die App oder die Website und sucht das Spiel des nächsten Tages; je nach Sport und Liga ist die Auswahl grösser oder kleiner. Wer bei Jouez Sport spielt, hat denselben Weg mit französischer Oberfläche. Der zweite Schritt ist die Voraussage: Wer wählt zwischen Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg; bei anderen Märkten Über/Unter, Handicap, oder eine Kombination über den Bet Builder. Bei Sporttip sind abhängige Voraussagen aus derselben Sportveranstaltung nur über den Bet Builder zulässig — wer manuell zwei Wetten auf dasselbe Spiel kombiniert, riskiert die Annahme einer ungültigen Wette.

Der dritte Schritt ist die Einsatzbestimmung. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Bei Jouez Sport liegen die Limits ebenfalls nach Scheinart, mit eigenem Höchstgewinn. Der vierte Schritt ist die Annahme: Der Schein wird angenommen, mit dem aktuellen Quotenstand. Die Quote kann sich danach noch bewegen — bei einem Livetipp-Schein ist das Spiel schon angepfiffen, bei einem Prematch-Schein kann sich die Quote bis zum Anpfiff noch verschieben. Der fünfte Schritt ist die Abrechnung: Der Veranstalter wertet das Spiel aus, der Gewinn wird dem Wallet gutgeschrieben oder auf das Bank- oder Postkonto überwiesen.

Was die Quote in der Zwischenzeit macht

Eine Quote ist kein Preis, der einmal steht und dann gilt; sie ist eine Schätzung, die der Veranstalter anpasst, wenn sich die Einschätzung ändert. Bei Sporttip und Jouez Sport ist die Quote zum Zeitpunkt der Annahme die massgebliche Quote; sie verändert sich nicht rückwirkend, auch wenn der Veranstalter nach Anpfiff die Quote anpasst. Wer eine Quote zu 2.10 annimmt und sie später auf 1.80 fällt, hat dennoch zu 2.10 gespielt. Wer eine Wette live platziert, spielt zur aktuellen Livequote — und diese unterscheidet sich deutlich von der Prematch-Quote, sobald das Spiel angepfiffen ist.

Wann der Gewinn tatsächlich ausbezahlt wird

Bei Sporttip gehen Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung automatisch auf das Wallet; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Bei einer Barauszahlung an einer Verkaufsstelle gelten eigene Fristen. Bei Jouez Sport läuft die Auszahlung über das Spielkonto, das nach den Westschweizer Regeln geführt wird; Höchstgewinne sind nach Reglement gedeckelt.

Wer den Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend macht, verliert ihn. Diese Frist gilt für Sporttip; bei verweigerter Auszahlung ist eine Einsprache innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer seinen Schein verliert und den Gewinn nicht innerhalb von sechs Monaten einfordert, hat eine faire Frist verpasst — die 26 Wochen beginnen mit der öffentlichen Bekanntmachung, nicht mit dem Spieltag selbst, und sie laufen unbarmherzig aus.

Wettschein und Steuer: was der Gewinn mit dem Steuerausweis zu tun hat

Gewinne aus Swiss-permittierten Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, darüber werden sie besteuert. Der Bund hat den Freibetrag zum 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 angehoben; im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Kantonal ist der Freibetrag unterschiedlich — wer in einem Kanton mit tiefem Freibetrag wohnt, kann auch bei einem Gewinn unter dem Bundesfreibetrag steuerpflichtig sein. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab; der Steuerpflichtige kann diese zurückholen, indem er den Gewinn in der Steuererklärung deklariert.

Wer typischerweise spielt, gewinnt unter dem Freibetrag. Eine Wette zu Quote 50 mit Einsatz CHF 10 bringt CHF 500 Bruttogewinn — kein Einkommen, keine Verrechnungssteuer. Wer mehrere Wetten kombiniert und tatsächlich einen höheren Gewinn einfährt, muss klären, ob der Freibetrag überschritten ist; die Steuerfrage ist eine Frage des konkreten Kantons, nicht des Veranstalters. Die ESTV und die kantonale Steuerverwaltung sind die richtigen Anlaufstellen, nicht die Lotterie.

Wichtig für in der Schweiz nicht bewilligte Anbieter: Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis behandelt sie als voll steuerbares Einkommen — unabhängig vom Betrag. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter spielt und gewinnt, muss den Gewinn in der Steuererklärung angeben, weil die Lotterie ihn nicht von der Quelle her versteuert. Das ist eine Konsequenz, die im Werbematerial der ausländischen Anbieter selten auftaucht.

Was eine Werbeaktion mit der Besteuerung zu tun hat

Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nach Schweizer Recht nicht auszahlbar — es handelt sich um eine Spielguthaben-Position, nicht um einen Gewinn. Wer eine Promotion annimmt und mit dem Gratisspielguthaben gewinnt, hat den Gewinn aus einer Wette mit dem Promotion-Guthaben, nicht aus einer Promotion mit dem Gewinn. Die Besteuerung richtet sich nach dem Gewinn, nicht nach der Quelle des Einsatzes; bei einem Gewinn über dem Freibetrag wird die Verrechnungssteuer fällig, das Promotion-Guthaben spielt dabei keine Rolle.

Werbung für Glücksspiele darf in der Schweiz nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 wurden 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt).

Wer als Spielerin oder Spieler mit einer Werbung konfrontiert wird, die «gratis Wette», «risikofreie Wette», «100 % Bonus» oder «best quote garantiert» verspricht, sollte drei Dinge prüfen: ob die Aktion von einem in der Schweiz bewilligten Veranstalter stammt, ob die Werbung von der Gespa genehmigt ist, und ob die Bedingungen — Mindestquote, Umsatzanforderung, Frist, maximale Gewinnhöhe — in den Spielregeln stehen, nicht nur im Werbematerial. Ein Veranstalter, der mit einer ausländischen Lizenz wirbt, kann in der Schweiz nicht bewilligt sein.

Offshore: warum eine ausländische Lizenz in der Schweiz nichts zählt

Eine ausländische Lizenz ist nach Art. 4 BGS in der Schweiz nicht anerkannt. Es spielt keine Rolle, ob die Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land stammt — sie hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, ist nach Schweizer Recht kein Spielender im bewilligten Rahmen, sondern Spielerin oder Spieler in einer ausländischen Rechtsordnung. Das hat Folgen, die im Werbematerial selten stehen.

Die Folgen sind konkret. Es gibt keinen Schweizer Schutz, wenn der Anbieter den Gewinn nicht auszahlt; es gibt keine Schweizer Aufsicht, die kontrolliert, ob der Anbieter seine Quoten fair bildet; es gibt keinen Anschluss an das schweizweite Sperrregister, sodass eine ausgesprochene Sperre in der Schweiz ins Leere läuft. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, und Schweizer Internetprovider blockieren die Seite per DNS — die Sperre wirkt, aber sie ist kein Ersatz für den Schutz, den eine Schweizer Bewilligung bietet.

Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat drei Pflichten, die er selbst trägt: die Verlustkontrolle, die Identitätsprüfung und die Besteuerung des Gewinns. Der Veranstalter hilft dabei nicht; er unterliegt einer anderen Rechtsordnung.

Zahlung, Auszahlung und Wallet: was bei Sporttip konkret läuft

Bei Sporttip läuft das Spielguthaben über das Swisslos-Wallet. Wer das Wallet aufladen möchte, kann das per Online-Zahlung oder per Einzahlungsschein tun (Mindestbetrag CHF 20). In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt — diese Obergrenze ist gesetzlich gedeckelt, sie verhindert, dass das Wallet durch einzelne Zahlungen ins Unbegrenzte wächst. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Auszahlungen sind innert 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar; ein Gewinn, der mit Promotion-Guthaben erzielt wurde, ist regulärer Gewinn und wird ausbezahlt, sobald die Auszahlungsregeln es erlauben.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Eine Barauszahlung an einer Verkaufsstelle ist möglich, folgt aber den Regeln der Verkaufsstelle. Wer seinen Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend macht, verliert ihn — der Anspruch verfällt zugunsten des Swisslos-Zwecks.

Häufige Fragen zum Wettschein für morgen

Lässt sich ein Wettschein für den nächsten Tag schon heute abgeben, und können sich Quoten bis dahin verändern?

Ja, Prematch-Annahmeschluss ist bei Sporttip und bei Jouez Sport erst der Anpfiff des Spiels, der Schein kann also heute vorbereitet und morgen abgegeben werden. Die Quote kann sich zwischen Vorbereitung und Anpfiff bewegen — was zum Zeitpunkt der Annahme gilt, wird gewettet, spätere Anpassungen greifen nicht rückwirkend. Eine Livewette nach Eintreffen des Wettausgangs wird zur Quote 1,00 gewertet.

Was geschieht mit einem Schein, wenn ein Spiel am nächsten Tag verschoben oder abgesagt wird?

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1,00. Bei verschobenen Spielen gilt: Wird das Spiel innerhalb der Frist nachgeholt, läuft die Wette normal weiter.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombination mehrerer Spiele berechnet?

Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten — bei drei Voraussagen zu Quoten 2.10, 1.80 und 1.95 ergibt sich eine Gesamtquote von 2.10 × 1.80 × 1.95 = 7’371. Der mögliche Gewinn ist Einsatz × Gesamtquote; eine einzige falsche Voraussage macht den ganzen Schein ungültig. Bei Sporttip wird der Betrag anschliessend auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet.

Welche Rolle spielen Form, Statistik und Verletzungen bei einer Einschätzung für den Folgetag?

Statistik zu Form, direkten Duellen und Ausfällen liefert Anhaltspunkte, keine Gewissheit. Ausfälle sind oft der zuverlässigste Faktor, weil sie den Wert einer Wette offensichtlich verändern, sie werden aber oft erst kurz vor Anpfiff bestätigt. Wer für den nächsten Tag plant, sieht alle drei Faktoren im Zeitfenster zwischen Heute-Abend und Morgen-Mittag; die Präzision der eigenen Einschätzung liegt selten näher als fünf Prozentpunkte an der wahren Wahrscheinlichkeit.

Warum gilt kein Wettschein als sicher, und weshalb ist Wetten keine Einkommensquelle?

Eine Wette ist ein Vertrag über ein Ereignis mit unbekanntem Ausgang. Die Quote, die der Veranstalter anbietet, ist ein Preis für eine geschätzte Wahrscheinlichkeit; jede Quote enthält eine Marge des Veranstalters. In einer fiktiven 2-Wege-Wette zu 1.90 / 1.90 beträgt die Marge rund 5 % — wer immer zu dieser Quote spielt, verliert langfristig 5 Cent pro Franken Einsatz an den Veranstalter. Das ist der Grund, warum Wetten kein Einkommen ist: Die Marge gehört dem Veranstalter, und wer sie nicht schlägt, zahlt sie.

Wer darf bei Swisslos ein Konto eröffnen, und ab welchem Alter ist die Teilnahme erlaubt?

Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet — den deutschsprachigen Kantonen, dem Tessin oder Liechtenstein. Es darf keine Spielsperre bestehen; jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Identität wird per Ausweis-Upload und Adress-Datenbank geprüft. Wer unter 18 ist, ist von der Teilnahme ausgeschlossen; wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»