Kombiwette Strategie: warum jede Voraussage treffen muss und was im Preis steckt
Eine Kombiwette ist im Kern einfach — und genau deshalb zu sorglosen Einsätzen verleitet: alle Voraussagen müssen eintreffen, damit die Wette gewinnt, und die Einzelquoten werden zur Gesamtquote multipliziert. Wer mit zwei Auswahlen Quote 2.40 und 1.95 kombiniert, landet bei einer Gesamtquote von 4.68. Gewinnt nur eine Voraussage, ist der Einsatz weg. Was auf den ersten Blick wie ein gutes Geschäft aussieht, ist eine Funktion der Marge, die in jeder einzelnen Quote steckt — und die wird mit jeder weiteren Voraussage grösser.

Wer hier nach einer «Strategie» sucht, die langfristig sicher aufgeht, sucht etwas, das es nicht gibt. Was es gibt, ist eine saubere Vorstellung davon, was eine Kombiwette rechnerisch ist, was sie der Buchmacherin kostet und unter welchen Regeln sie in der Schweiz überhaupt gespielt werden darf.
Stand: 20. Oktober 2026 — geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande.
Die zugelassenen Veranstalter im Überblick
Die Schweiz kennt für Sportwetten eine bewusst enge Rechtslage. Das Geldspielgesetz (BGS) und die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen (IKV 2020) begrenzen die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Wer eine Online-Wette platzieren will, braucht einen Wohnsitz im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin und kommt an ihr vorbei nicht zu einem Konto. Ausländische Anbieter — egal mit welcher Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder anderswo — haben in der Schweiz keine Bewilligung, sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen und können jederzeit auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren.

Für die praktische Auswahl bedeutet das: Wer in einem Deutschschweizer Kanton, in Tessin oder in Liechtenstein wohnt, spielt bei Sporttip; wer in Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf oder Jura wohnt, spielt bei Jouez Sport. Die meisten Schweizerinnen sind damit von einer der beiden Plattformen ausgeschlossen, weil sie nicht im jeweiligen Vertragsgebiet wohnen. Wer sich bei der anderen Veranstalterin anmeldet, hat keinen Zugang. Diese Trennung ist im Gesetz verankert, nicht in einer Vorliebe der Kundinnen.
Swisslos Sporttip
Swisslos tritt als SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel auf und betreibt Sporttip als gemeinsames Sportwetten-Produkt der Deutschschweizer und Tessiner Kantone sowie Liechtensteins. Die Spielregeln Version 4.2 regeln das Produkt im Detail.

- Bewilligung. Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht durch die Gespa; eines der zwei im Gesetz vorgesehenen Angebote.
- Vertragsgebiet. AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
- Kombiwette. Einzelne Voraussagen werden zu einer Kombiwette zusammengeführt; die Gesamtquote ergibt sich aus dem Produkt der Einzelquoten; der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Gesamtquote, auf 5 Rappen genau ab- und auf zwei Nachkommastellen aufgerundet.
- Mindest- und Höchsteinsatz. CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, bis CHF 10’000 pro Systemwette.
- Kombiboost. Aufschlag auf den Nettogewinn von 5 % bei vier, 20 % bei sieben und 40 % bei zehn Voraussagen mit Mindestquote 1.50 pro Auswahl, online und auf Prematch-, Live- und Systemwetten beschränkt; bei fünfzehn Voraussagen steigt der Bonus auf 100 %, Einsatz und Gewinnzuschlag sind limitiert.
- Andere Boosts. Quotenboosts (nur Prematch-Einzelwetten, einmal pro Person) und Profitboosts (auf den Nettogewinn eines definierten Ereignisses, einmal pro Person); bei Cash-Out verfällt der Boost.
- Cash-Out. Nur online, nur vollständig, ohne Teilauszahlung; auf Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, eine Garantie pro Markt besteht nicht, der Betrag steht jederzeit zur Änderung.
- Live-Wetten. Eine Wette wird unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann der Anbieter eine Wette ebenfalls mit 1.00 werten.
- Abgesagte Ereignisse. Wird ein Ereignis nicht innert 48 Stunden nach ursprünglichem Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombiwetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00.
- Abhängige Märkte. Voneinander abhängige Märkte derselben Veranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion verbunden; eine ohne diese Funktion angenommene Kombination kann der Anbieter rückwirkend für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
- Verlustlimiten. Vor der ersten Teilnahme werden tägliche, Wochen- und Monatslimits gesetzt; Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000; Senkung sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden.
Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch)
Die Loterie Romande ist in Lausanne an der Avenue de Provence 14 ansässig, beschäftigt 221 Mitarbeitende und unterhält 2’350 Verkaufsstellen für die sechs Westschweizer Kantone. Jouez Sport ist ihr Sportwetten-Produkt nach den Regeln der 17. Auflage des Reglements (September 2024).
- Bewilligung. Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht durch die Gespa; eines der zwei im Gesetz vorgesehenen Angebote.
- Vertragsgebiet. FR, GE, JU, NE, VD und VS.
- Kombiwette. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote jeder Einzelwette und die Gesamtquote einer Kombiwette müssen mindestens 1.10 betragen und dürfen 100’000 nicht übersteigen.
- Höchstgewinne. CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, zusammen höchstens CHF 1’000’000 pro Multiple.
- Verkaufsstellen. Verkaufsstellen vor Ort und Online; das Online-Konto ist auf die im Vertragsgebiet wohnhaften Personen beschränkt.
- Anonyme Auszahlung. Auszahlungen nur auf ein auf den eigenen Namen lautendes Bank- oder Postkonto in der Schweiz oder Liechtenstein; keine Krypto-Auszahlungen.
- Selbstsperre. Produktbezogene Sperre 1 bis 180 Tage ohne vorzeitige Aufhebung; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt für Casinos und für Loterie Romande gleichermassen.
Wer in der Westschweiz wohnt, hat keine Wahl zwischen den beiden Veranstalterinnen: Für ihn ist Jouez Sport die einzige legale Online-Sportwette, für die Deutschschweiz ist es Sporttip. Die Auswahl ist klein, weil das Gesetz sie klein hält.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Acht Namen tauchen regelmässig in internationalen Tests und Vergleichsportalen auf, wenn es um Kombiwetten geht. In der Schweiz haben sie alle dasselbe Problem: Es fehlt die Bewilligung unter dem BGS, der DNS-Block steht im Raum, das Schweizer Ausschlussregister kennt sie nicht, und die Verrechnungssteuer auf Gewinne entfällt auf ausländischen Plattformen — was den Gewinn steuerlich nicht unbedingt besserstellt, in einzelnen Kantonen (so Thurgau) sogar schlechter, weil dort Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen gelten.
Wer dennoch spielt, sollte sich bewusst sein: keine Schweizer Sicherheit, kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Rechtsweg bei einer verweigerten Auszahlung. Wer aus einer Bundesliste wie der Gespa-Sperrliste bedient, riskiert zudem, dass die Verbindung beim ersten Anbieterwechsel eine neue IP braucht.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| WirWetten | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
| PowBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Ausgewiesen durch Drittquellen: Tobique (Kanada); in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
| Playzilla | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Rechtswirkung (Art. 4 BGS) |
Die Tabelle zeigt nur, was die Gespa und das BGS zu diesen Marken sagen: dass eine ausländische Lizenz in der Schweiz nichts bedeutet, dass die Spielsperre für sie nicht greift und dass der Schweizer Rechtsweg versperrt ist. Welche Quoten, Märkte oder Boosts diese Anbieterinnen führen, beantwortet allein ihr eigenes Wettprogramm — Aktionen auf ihrer Plattform sind die einzige verlässliche Lese.
Die rechtliche Lage in der Schweiz
Die Schweiz hat mit dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und dem Geldspielkonkordat (in Kraft seit 1. Januar 2021) den Bereich der Grossspiele neu geordnet. Sportwetten sind Grossspiele nach Art. 3 lit. c und e BGS, und die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) ist die Aufsichtsbehörde — nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Die Bewilligung für ein Grossspiel besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Was an Sportarten, Wettbewerben und Wetttypen angeboten werden darf, regelt die Gespa-Liste; sie ist eine geschlossene Liste, keine offene Erlaubnis. Wer dort nicht auftaucht, kann auf Schweizer Boden nicht angeboten werden.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten bewusst auf zwei begrenzt. Diese beiden sind nicht im Wettbewerb um jede Wettende, sondern erfüllen gemeinsam mit ihren Produkten einen gemeinwirtschaftlichen Auftrag: Die Reinerträge fliessen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Wer auf dieses Geschäftsmodell schaut, sieht keine Gewinnmaximierung im marktwirtschaftlichen Sinn, sondern eine Mittelbeschaffung mit strenger Aufsicht.
Was gewettet werden darf, ist enger als in vielen Nachbarländern: nur Sportereignisse, keine Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows. Die Gespa-Liste (Version 10.09.2026) zählt erlaubte Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden — Eckballmärkte, Kartenmärkte und ein Esports-Bereich fehlen zum Beispiel. Qualifikationsrunden sind nur dann erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe ebenso; Rangwetten gibt es nur, wenn das Ranking direkt über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder über einen Podestplatz entscheidet; Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ebenfalls blockiert (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Live-Wetten sind erlaubt, prematch und live — aber auch hier nur, was die Gespa-Liste führt. Das BGS selbst enthält keine zusätzliche Einschränkung einzelner Live-Märkte. Eine in den Schweizer Markt hineingetragene Praxis, etwa «keine Wetten auf gelbe Karten», gehört zur Spielregelebene der beiden Veranstalterinnen, nicht zum Gesetz. Cash-Out ist im BGS nicht geregelt; es ist schlicht ein Produktmerkmal der einzelnen Veranstalterin. Über virtuelle Sportarten ist nichts festgestellt, und über Esports nur, dass kein Abschnitt in der Gespa-Liste dafür existiert.
Die Spielbankenkommission ist nicht zuständig, die ESBK schon — sie hat mit Sportwetten nichts zu tun; ein Gespa-Sperrlisten-Eintrag kommt vom Interkantonalen Organ, nicht von der ESBK; wer Fussball, Formel 1 oder eine Weltrangliste wettet, surft daher auf Gespa-Liste und BGS, nicht auf ESBK-Praxis.
Spielerschutz und Limits
Wetten ist ab 18 Jahren erlaubt, online gibt es keine Ausnahmen (Art. 72 BGS). Minderjährige haben keinen Anspruch auf Gewinne (Art. 45 BGS), und die Spielenden können pro Person nur ein Konto führen — der Schweizer Vollzug bindet Identitätsprüfungen (Art. 47–52 VGS) an die Auszahlung. Bei der Registrierung wird der Ausweis hochgeladen, die Adressdaten werden gegen Datenbanken geprüft; wer nicht im Vertragsgebiet wohnt, wird nicht zugelassen.
Die Schweiz hat kein gesetzliches Einzahlungs-Cap. Die Limits werden vom Spielenden selbst gesetzt (Art. 87 VGS): täglich, wöchentlich, monatlich. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen ausdrücklich erst nach einer Frist — das Gesetz sieht 24 Stunden vor, Sporttip und Loterie Romande haben in ihren Bedingungen 72 Stunden. Wer selbst kein Limit setzt, nimmt das Maximum: CHF 9’999 pro Zeitraum, unter 21 Jahren CHF 1’000.
Die Spielsperre (Art. 80–82 BGS) kennt zwei Schweregrade: eine Selbstsperre und eine Fremdsperre bei Überschuldung oder Spielsucht. Beide werden in einem schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos und Online-Casinos in Liechtenstein gilt. Eine selbstgewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), und nur mit einer spezialisierten Stelle (Art. 81 BGS). Eine Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben weder Anspruch auf ihre Einsätze noch auf ihre Gewinne (Art. 45 BGS).
Was die Veranstalterin an Schutz leistet, hat eine Grenze: Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen 200 Testkäufe mit Minderjährigen durchgeführt, in 47,5 % der Fälle wurde die Wette verkauft. Der Verkaufsschutz ist also nicht so eng, wie er sein müsste; das ändert nichts an der Online-Pflicht zur Identitätsprüfung, ist aber ein Hinweis darauf, dass die Aufsicht nicht voraussetzt, dass die Verkaufsstelle den Ausweis kontrolliert.
Werbung und Boosts
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder ausgeschlossene Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft werden (Art. 131 BGS). Wer in der Schweiz eine Online-Sportwette bewirbt, die es im Inland nicht gibt, macht sich also strafbar; eine Plattform, die hier beworben wird, kann dafür belangt werden.
Freispiele und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 erteilte die Gespa 24 solche Bewilligungen für Loterie Romande und 8 für Swisslos. Ein nicht bewilligtes Gratisspielguthaben ist damit eine Gespa-Sache und kein einfaches Marketinginstrument der Veranstalterin. Die konkreten Boost-Sätze und Mindestquoten stehen in den Spielregeln der jeweiligen Veranstalterin.
Eine zeitliche Werbe-Einschränkung für Sportwetten ist im BGS nicht vorgesehen — kein Werbeverbot ab 20 Uhr, kein Verbot tagsüber: das gilt für Casino-Spiele (ESBK-Praxis), nicht für Sportwetten (Gespa-Praxis). Wer in der Zeitung oder im Fernsehen eine Sportwette beworben sieht, hat damit weniger Auflagen zu erwarten als eine Spielbankenwerbung, aber die gleichen gesetzlichen Mindeststandards.
Steuern auf Wettgewinne
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag (Art. 23 lit. i DBG). Der Bund setzt den Freibetrag regelmässig neu an: ab 1. Januar 2026 liegt er bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn. Darüber wird die Verrechnungssteuer von 35 % direkt durch die Veranstalterin abgezogen; die Spielende kann sie zurückholen, indem sie den Gewinn in der Steuererklärung deklariert. Der kantonale Freibetrag weicht vom Bund ab, und die Praxis in den Kantonen unterscheidet sich, was die konkrete Schwelle angeht. Eine typische Spielwette liegt weit unter der Schwelle: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer, einfach Gewinn.
Eine Wettsteuer auf dem Einsatz existiert nicht. Die Schweiz kennt keine «5,3 % Wettsteuer», wie sie in Deutschland als Wettgebühr erhoben wird; das Schweizer System unterscheidet sich grundlegend von solchen Modellen.
Gewinne aus ausländischen Anbietern fallen nicht unter die Verrechnungssteuer, weil die ausländische Veranstalterin sie nicht abzieht. In einigen Kantonen — Thurgau ist die namentlich genannte Praxis — werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen aber unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen behandelt. Eine Wettende, die diese Seite des Steuerrechts interessiert, fragt die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater.
Was Offshore bedeutet
Eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Anjouan, dem Tobique Gaming Commission (Kanada) oder anderswo hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist ein Vergehen: bis 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, gewerbsmässig bis 5 Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Der Schweizer Vollzug trifft die Anbieter über die DNS-Sperre: Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Provider blocken. Die Liste wuchs von 3. September 2019 bis Ende 2025 auf 671 Domains; bei jedem Versuch der Anbieterin, unter einer neuen Domain zu erscheinen, wird die Sperre innerhalb von Stunden nachgezogen — Interwetten, Bet-at-Home und bet365 nennt die Gespa explizit als Beispiele für diese Flüchtigkeit.
Wer bei einer ausländischen Plattform spielt, sollte sich nichts vormachen: Die Plattform ist nicht im Schweizer Ausschlussregister, der Schweizer Schutz gilt nicht, die Auszahlung hängt am Sitz der Anbieterin, und die Verrechnungssteuer kann hier ohnehin nicht eingezogen werden. Wer aus der Schweiz ausweicht, umgeht den DNS-Block meistens nur über technische Kniffe, die der Anbieter selbst mit einem Blick auf die IP sofort erkennt.
Warum eine Kombiwette kein Einkommen ist
Eine Kombiwette multipliziert Wahrscheinlichkeiten, nicht Gewinne. Wer zwei Voraussagen mit jeweils 50 % Trefferquote kombiniert, kommt nicht auf 100 %, sondern auf 25 %. Bei drei Voraussagen mit derselben Einzelwahrscheinlichkeit sind es 12,5 %, bei fünf sind es 3,1 %. Das ist die algebraische Seite jeder «Strategie», die «nur sichere Spiele» kombiniert: Sie reduziert die Trefferwahrscheinlichkeit geometrisch, nicht linear.
Dazu kommt die Marge, die in jeder Quote steckt. Wer eine Wette zu Quote 2.00 abschliesst, geht nicht von 50 % Trefferwahrscheinlichkeit aus, sondern von weniger, weil der Anbieter einen Anteil einbehält. Welcher Anteil es ist, hängt vom Markt ab. Eine zwei-Wege-Wette zu 1.90 / 1.90 hat eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 0.95, also eine Marge von rund 5 %. In einer drei-Wege-Wette zu 2.20 / 3.40 / 3.20 liegt die Auszahlungsquote bei 1 ÷ (1/2.20 + 1/3.40 + 1/3.20) ≈ 0.91, die Marge also bei rund 9 %. In Spezialmärkten — Handicaps, Eckbälle, Karten — sind Margen von 8 bis 12 % nicht ungewöhnlich. Auszahlungsquote und Marge ergänzen sich zu 100 %.
In einer Kombiwette wird die Marge nicht zusammengezählt, sondern multipliziert. Zwei Beine mit je 5 % Marge ergeben zusammen 1 − 0.95 × 0.95 ≈ 9,75 % Marge auf der Gesamtquote. Bei drei Beinen sind es etwa 14,3 %, bei fünf Beilen rund 22,6 %. Wer tiefer in den Markt geht, vervielfacht nicht nur seine Quote, sondern auch das, was die Veranstalterin im Schnitt herausnimmt. Wer «100 % Bonus auf 15 Beine» liest, sieht in Wirklichkeit: eine kombinierte Marge von über 50 % unter dem Strich, einen Bonus von 100 % darauf und am Ende ein Spiel, in dem der Erwartungswert tief negativ bleibt.
Der Erwartungswert einer Kombiwette ist — wie der jeder einzelnen Wette — negativ, sobald die Marge nicht durch Information kompensiert wird. Eine geschickte Auswahl der Voraussagen kann den Erwartungswert näher an null bringen als eine andere, aber sie kann ihn nicht positiv werden lassen, solange die Anbieterin keinen systematischen Fehler im Markt hat, den sie nicht selbst korrigiert. Wer langfristig einen positiven Erwartungswert aufbaut, baut Wissen über bestimmte Märkte auf, nicht eine Strategie auf Kombiwetten. Eine Strategie auf Kombiwetten reduziert die Trefferwahrscheinlichkeit geometrisch und erhöht die Marge multiplikativ — beides wirkt in dieselbe Richtung.
Die Rechnung im konkreten Fall
Das lässt sich an einem erdachten Beispiel zeigen. Eine fiktive zwei-Wege-Wette, jede Seite zu Quote 1.90:
- Auszahlungsquote: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.9474, also etwa 95 %.
- Marge: 100 % − 94.74 % ≈ 5.26 %.
Diese Marge sitzt in beiden Seiten. In einer Einzelwette mit Einsatz 10 CHF und Quote 1.90 ist die Auszahlung im Gewinnfall 19 CHF brutto, 9 CHF Reingewinn. Im Verlustfall ist der Einsatz weg. Bei einer 50-prozentigen Trefferwahrscheinlichkeit (ohne Marge gerechnet) läge der Erwartungswert bei 0. Realistisch liegt er bei — 10 × 0.0526 = — 0.53 CHF pro 10 CHF Einsatz. Das ist die alltägliche Marge, kein dramatischer Wert, aber auch nicht null.
In einer Kombiwette aus zwei solchen Beinen wird daraus:
- Gesamtquote: 1.90 × 1.90 = 3.61.
- Auszahlungsquote der Kombi: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90)² ≈ 0’897. Die Marge wächst auf etwa 10.3 %.
Bei einem Einsatz von 10 CHF liegt der Bruttoertrag im Gewinnfall bei 36.10 CHF; die Trefferwahrscheinlichkeit reduziert sich — ohne jede Information — auf rund 25 %. Der erwartete Verlust multipliziert sich ebenfalls: — 10 × 0’103 = — 1.03 CHF pro 10 CHF Einsatz.
Bei drei Beinen:
- Gesamtquote: 1.90³ = 6.86.
- Auszahlungsquote: 0.897³ ≈ 0’722. Marge rund 27.8 %.
Hier zeigt sich, was der «Boost» auf den Nettogewinn in eine Rechnung trägt: 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier Beinen ist ein Bruchteil dessen, was die Marge allein kostet. Bei sieben Beinen liegt der 20-%-Bonus an einem Produkt, dessen Marge noch grösser geworden ist.
Diese Marge ist ein statistischer Mittelwert über viele Wetten. Sie ist kein Versprechen für einen konkreten Wettschein: Eine einzelne Wette kann alles gewinnen, eine andere alles verlieren. Was die Marge sagt, ist, was auf viele Wetten verteilt herauskommt. Wer das versteht, liest jeden «Boost» und jeden «Bonus» zuerst als Rechnung und erst danach als Werbung.
Wie eine Kombiwette entsteht
Eine Kombiwette entsteht in drei Schritten: Auswahl, Bewertung, Preis. Die Auswahl trifft, wer die Wette zusammenstellt. Die Bewertung kommt von der Veranstalterin, in Form der Einzelquoten und ihrer impliziten Wahrscheinlichkeiten. Der Preis ist die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten, im Gewinnfall ausbezahlt auf 5 Rappen genau.
Was «Voraussage» bedeutet
Eine Voraussage ist eine Annahme über den Ausgang eines einzelnen Wettereignisses. Das kann der Sieger eines Spiels sein, die Anzahl Tore in einem Spiel, das Ergebnis einer Halbzeit, ob ein Spieler ein Tor schiesst, ob ein Eckball in den ersten zehn Minuten fällt. Voraussagen sind die Bausteine; eine Einzelwette hat einen Baustein, eine Kombiwette mehrere. Die Veranstalterin legt fest, welche Märkte sie als Bausteine zulässt, und sortiert nach Wahrscheinlichkeit, die sie selbst eingeschätzt hat.
Eine Voraussage wird zu einer einzelnen Wette, sobald Einsatz und Quote fixiert sind. Erst dann ist die Wette angenommen — vorher ist sie ein Vorschlag, der jederzeit zurückgezogen werden kann. Bei Sporttip zählt, nach den Spielregeln Version 4.2, eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Ausgangs platziert wird, als Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder VAR-Entscheid kann die Veranstalterin Wetten ebenfalls als Quote 1.00 werten. Was wie ein Detail klingt, ist der Unterschied zwischen einer Wette und einer Annahme, die nach dem Ereignis getroffen wird.
Wie die Gesamtquote entsteht
Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten, jede mit ihrer eigenen Genauigkeit gerundet. Auswahl 1 mit Quote 1.85, Auswahl 2 mit Quote 2.40, Auswahl 3 mit Quote 3.10 ergibt eine Gesamtquote von 1.85 × 2.40 × 3.10 = 13’764. Auf dem Wettschein steht 13.76 oder 13.77, je nach Rundung der Veranstalterin.
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei einer Kombination also Einsatz mal Gesamtquote; der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei der Loterie Romande muss die Quote jeder Einzelwette und die Gesamtquote einer Kombi zwischen 1.10 und 100’000 liegen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.
Was das praktisch heisst: Eine Wette zu 10 CHF Einsatz auf die im Abschnitt «Wie die Gesamtquote entsteht» gezeigte Kombination zahlt im Gewinnfall 137.64 CHF brutto, 127.64 CHF Reingewinn. Eine Wette zu 5 CHF Einsatz zahlt 68.82 CHF brutto. Der prozentuale Erwartungswert hängt nicht vom Einsatz ab, sondern von der Marge.
Das Problem mit «sicheren» Kombinationen
Es gibt im Sport keine sicheren Kombinationen. Was als sicher gilt, ist im Markt schon eingepreist: Wenn ein Ereignis so wahrscheinlich ist, dass viele Wettende darauf setzen, sinkt die Quote, bis die implizite Wahrscheinlichkeit dem geschätzten Risiko entspricht. Eine Auswahl mit Quote 1.10 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von rund 91 % — der Buchmacher schätzt das Risiko sehr gering ein, aber er behält die Marge. Eine Auswahl mit Quote 1.01 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 99 % — fast sicher, aber die Marge kompensiert dieses eine Prozent Restrisiko, das nie verschwindet.
Eine «sichere Kombination» aus fünf Quoten-1.10-Beinen hat eine Gesamtquote von 1.10⁵ = 1.61. Die implizite Wahrscheinlichkeit liegt bei rund 62 %, nicht bei 91 %⁵ ≈ 62 %. Die Marge sitzt in jeder einzelnen, kombiniert sich aber zu einer kombinierten Marge von rund 25 %. Wer mit dieser Kombination «sicher» spielt, spielt eine Münze mit einem klaren Bias gegen sich selbst. Wer anfängt, mehr Beine hinzuzufügen, senkt die Trefferwahrscheinlichkeit weiter, ohne die Marge zu reduzieren.
Die einzige Strategie, die den Erwartungswert einer Kombiwette neutral oder positiv machen kann, hat drei Voraussetzungen, die nur sehr selten zusammenkommen: erstens eine Disziplin, die nicht nach jeder Wette die Methode an die Verluste anpasst; zweitens ein Marktsegment, in dem der Buchmacher konsistent falsch liegt und das die Wettende konsequent identifizieren kann; drittens ein Bankroll-Management, das diese «edge» über Monate und Hunderte von Wetten durchzieht, ohne in eine Pechsträhne alles zu setzen. Diese Kombination ist keine Kombinationsstrategie; sie ist die Grundlage jeder Form von Value-Wetten, und sie wird durch eine Kombination eher behindert als gefördert.
Was passiert bei abgesagten Spielen
Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, wird die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombiwetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei der Loterie Romande gilt Entsprechendes nach den Regeln der 17. Auflage. Praktisch heisst das: Eine 5-Bein-Kombi verliert nicht komplett, wenn ein Spiel ausfällt, sondern reduziert sich auf eine 4-Bein-Kombi zu Quote 1.00 für das wegfallende Bein. Die übrigen Beine werden ausgewertet. Bei sehr langen Kombinationen kann das den Unterschied zwischen Totalverlust und Teilgewinn ausmachen; es ist aber kein Grund, eine an sich schlechte Wette zu platzieren.
Was passiert bei abhängigen Märkten
Voneinander abhängige Märkte derselben Veranstaltung — etwa «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» im gleichen Spiel — werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion zusammengeführt. Eine Kombination, die der Anbieter irrtümlich ohne diese Funktion annimmt, kann für die ganze Wette zurückgezogen werden, mit Rückerstattung des Einsatzes. Wer also Beine aus demselben Spiel kombiniert, läuft Gefahr, dass die Wette im Nachhinein storniert wird. Das gilt nicht nur für Schweizer Anbieter — die Regel hat ihre Logik in der Abhängigkeit der Wahrscheinlichkeiten: Sie überschneiden sich, was die implizite Marge der vermeintlichen «Kombination» reduziert und es der Buchmacherin erlaubt, ihre Quotenmaschine sauber zu halten.
Boosts, Boni und ihre Rechnung
«Boost» steht im Marketing für zwei sehr unterschiedliche Dinge: einen Aufschlag auf die Quote (Quotenboost) und einen Aufschlag auf den Gewinn (Kombiboost, Profitboost). Beide sind bei Sporttip und Loterie Romande an Bedingungen gebunden und ausschliesslich online.
Quotenboosts
Bei Sporttip sind Quotenboosts einmal pro Person und nur auf Prematch-Einzelwetten verfügbar, mit einer vom Anbieter festgelegten Auswahl an Spielen. Eine Wette zu erhöhter Quote zahlt im Gewinnfall den höheren Betrag, der Einsatz wird nicht erhöht. Der Boost ist auf einen Höchsteinsatz und einen Höchstbetrag der Erhöhung limitiert. Bei Cash-Out verfällt der Boost.
Quotenboosts sind rechnerisch ein erzwungener Self-Edge: Die Anbieterin erhöht die Quote einer Seite und nimmt dafür die Trefferwahrscheinlichkeit dieser Wette in Kauf. Sie nimmt den Boost in den eigenen Margenkalkulator mit auf — das kann ein echter Mehrwert sein, wenn die implizite Wahrscheinlichkeit der ursprünglichen Quote ohnehin zu hoch eingeschätzt war. Es kann ein Marketing-Trade sein, wenn die Anbieterin bewusst Spiele wählt, bei denen die öffentliche Wahrnehmung eine andere Wahrscheinlichkeit setzt, als ihr Modell tut. Aus Wettendensicht ist ein Boost eine kostenlose Option, deren Wert von der konkreten Auswahl abhängt.
Kombiboost
Der Sporttip-Kombiboost ist ein Aufschlag auf den Nettogewinn, gestaffelt nach Anzahl der Voraussagen: 5 % bei vier Beinen mit Mindestquote 1.50, 20 % bei sieben Beinen, 40 % bei zehn Beilen, 100 % bei fünfzehn Beilen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Cash-Out verwirkt den Boost.
Hier rechnet sich die Anbieterin etwas anderes: Sie belohnt die Länge der Kombi, weil lange Kombiwetten ohnehin eine hohe kombinierte Marge tragen. Der Boost ist Marketing-Sicht und Kostenträger-Sicht zugleich: Aus Spielendensicht klingt «100 % Bonus auf den Nettogewinn» nach Verdoppelung — rechnerisch ist es ein Aufschlag auf einen ohnehin negativen Erwartungswert.
Das wird deutlich, wenn man die Beine und die Quoten gegenüberstellt. Vier Beine mit Mindestquote 1.50 ergeben eine Gesamtquote von mindestens 1.50⁴ = 5.0625. Eine Einzelwette zu 1.50 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von rund 67 %, eine Auszahlungsquote (für eine Marktseite) von etwa 65 %, also eine Marge von etwa 35 % pro Bein. Vier solche Beine ergeben eine kombinierte Marge von 1 − 0.65⁴ ≈ 1 − 0’179 = 82 %. Bei sieben Beinen liegt die kombinierte Marge über 92 %, bei zehn Beilen bei über 97 %. Der Boost-Bonus von 5 %, 20 %, 40 % oder 100 % addiert sich zum Nettogewinn, ändert aber nichts an der Marge, die in jeder einzelnen Quote sitzt.
Anders gesagt: Bei zehn Beilen kostet der Markt im Mittel rund 97 % des Einsatzes und schüttet dafür 100 % über die Erwartung der Anbieterin aus — und der Bonus von 40 % auf den Nettogewinn bleibt trotzdem negativ. Das ist der Mechanismus, in dem ein «Boost» Reklame ist und kein Vorteil.
Profitboosts
Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Sie sind ebenfalls einmal pro Person und auf Einsatz und Erhöhung limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost.
Die Rechnung funktioniert wie beim Kombiboost, nur eben auf einer einzelnen Wette mit definiertem Spiel. Der Boost ist eine Beimischung zur Quote des Spiels; die Marge im Markt selbst ändert sich nicht. Wer mit einem Profitboost spielt, spielt gegen dieselbe Marge wie ohne Boost — und sieht zusätzlich einen Bonus, der den Erwartungswert näher an null bringen kann, je nachdem, wie die ursprüngliche Quote im Verhältnis zur «wahren» Wahrscheinlichkeit steht. Praktisch lässt sich das nicht ausrechnen, ohne die Annahmen der Anbieterin zu kennen; was bleibt, ist die Information, dass der Boost nur funktioniert, wenn die Anbieterin ihn für ein Spiel anbietet, bei dem sie den Markt mitgestalten will.
Gratisspielguthaben und Promo-Codes
Spielregeln für Gratisspielguthaben brauchen die Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 erteilte die Aufsicht solche Bewilligungen 24 Mal an Loterie Romande und 8 Mal an Swisslos. Ein Gratisspielguthaben, das online ohne diese Bewilligung gewährt wird, ist damit eine Grauzone oder ein Verstoss, kein durchschnittliches Bonusangebot.
Wer einen Promo-Code oder einen «Bonus» in sozialen Medien sieht, sollte zuerst prüfen, ob das Angebot von der Veranstalterin selbst kommt und in den Spielregeln auftaucht. Andernfalls ist es Werbung Dritter, und Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 sanktioniert werden (Art. 131 BGS).
Verantwortungsvolles Spielen in der Praxis
Spielschutz ist nicht erst dann ein Thema, wenn das Konto überzogen ist. Wer Kombiwetten spielt, hat mit jedem zusätzlichen Bein eine geometrisch sinkende Trefferwahrscheinlichkeit — bei fünf Beinen liegt sie bei 3 % bei rein zufälligen 50/50-Quoten, ohne Marge. Mit jeder realen Quote sinkt sie weiter. Wer das nicht beim ersten Verlust registriert, registriert es bei der dritten oder fünften Erhöhung der Einsätze.
Limits setzen und halten
Bei Sporttip und Loterie Romande sind Limits Pflicht: Wer keine eigenen Limits setzt, nimmt die Höchstwerte, CHF 9’999 pro Zeitraum, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist eine Schutzregel, die Zeit kostet — und genau das ist der Punkt. Wer die Schutzregel ignoriert und einfach mehr einzahlt, um eine Pechsträhne zu «retten», verschiebt das Problem nur.
Limits funktionieren, wenn man sie vor der ersten Wette setzt. Wer nach dem Verlust eines Wettscheins die Limits ändert, hat die Schutzregel in dem Moment gebrochen, in dem sie wirken sollte. Das System ist so gebaut, dass 72 Stunden zwischen Erhöhung und Wirksamkeit liegen — wer das ignoriert, ignoriert das System.
Die Spielsperre als Werkzeug
Eine Spielsperre von 1 bis 180 Tagen ist jederzeit möglich, ohne Begründung, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt für Casinos und Lotterie Romande gleichermassen. Wer sich sperrt, schliesst sich nicht nur von einer Wettplattform aus, sondern von einer ganzen Reihe von Spielangeboten.
Wer eine Pause braucht, kann sie sich selbst setzen. Wer sich unsicher ist, ob er sie braucht, hat sie wahrscheinlich nötig. Wer nach einer Aufhebung feststellt, dass das Verhalten wiederkehrt, sollte die unbefristete Sperre erwägen — die Aufhebung einer unbefristeten Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich, mit einer spezialisierten Stelle und einer erneuten Wartezeit.
Wo die Hilfe zu finden ist
In der Schweiz gibt es das nationale Netzwerk für Spielsucht. Die Gespa verweist auf spezialisierte Stellen; die Veranstalterinnen veröffentlichen auf ihren Plattformen Hinweise zu Limits, Spielsperre und externer Hilfe. Wer sich oder jemand anderen in einer Krise sieht, hat mehrere Wege: den Hausarzt, die Suchtberatung des Kantons, die bundesweite Anlaufstelle. Es ist billiger, dort anzurufen, als eine Stunde später noch einen Wettschein zu platzieren.
Für Suchtprävention und Frühintervention gibt es zudem die spezialisierten Angebote der kantonalen Stellen, die mit der Gespa zusammenarbeiten. Wer dort landet, ist kein Einzelfall — das System ist auf diese Fälle ausgelegt.
Die Zahlungsmethoden und das Wallet
Bei Sporttip wird das Spielguthaben per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein gekauft, Mindestbetrag CHF 20 pro Aufladung, maximal CHF 10’000 innert 30 Tagen. Eine Aufladung ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Das verhindert, dass das Konto zu einem Sparkonto wird — und macht gleichzeitig klar, dass Geldbewegungen auf das Wallet beschränkt sind.
PostFinance Pay ist eine eigene Zahlungsart: Die Transaktion wird direkt in der PostFinance-App bestätigt, der Betrag wandert von der Bank in das Swisslos-Wallet. Wer kein PostFinance-Konto hat, kann das Wallet per Banküberweisung oder Einzahlungsschein aufladen. Auszahlungen laufen ausschliesslich auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto, das auf den eigenen Namen lautet. Die ersten zwei Auszahlungen pro 365 Tage sind kostenlos; ab der dritten kann eine Kommission von 3 % belastet werden; die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Bei Loterie Romande gilt Entsprechendes — Auszahlung nur auf das eigene Konto, kein anonymer Empfang, keine Krypto.
Gewinne aus Promotionen sind nicht auszahlbar, solange sie im Wallet liegen — sie sind Gratisspielguthaben im Sinne des Gesetzes und unterliegen der Bewilligungspflicht der Gespa. Wer das vergisst und sich wundert, warum ein Bonus nicht auszahlbar ist, hat die Spielregeln übersehen, nicht die Anbieterin betrogen.
Nicht erlaubt sind anonyme Zahlungsmethoden und Kryptowährungen — kein Bitcoin, kein Ether, kein USDT für Wettgewinne. Das ist eine regulatorische Setzung (Art. 50 Abs. 2 VGS) und keine Vorliebe der Veranstalterin: Wer in der Schweiz wettet, wettet nachvollziehbar. Was nicht nachvollziehbar ist, ist in der Schweiz nicht zugelassen.
So entsteht die Strategie, die keine ist
Wer nach einer Kombiwettenstrategie sucht, die «sicher» ist, sucht nach zwei Bedingungen, die gleichzeitig erfüllt sein müssten: Eine niedrige Marge in jedem Bein, und ausreichend Information, um die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote zu unterbieten. Die niedrige Marge ist in Fussball- und Basketballmärkten am ehesten gegeben, sie liegt im tiefen einstelligen Prozentbereich; die Information ist die seltenere Bedingung, weil die Anbieterin mit demselben Material arbeitet.
Wer in einer Sportart mit hoher Datenverfügbarkeit und gleichzeitig niedriger öffentlicher Aufmerksamkeit spielt — etwa untere Ligen in Handball, Eishockey oder Basketball —, hat eher eine Chance, einen Informationsvorsprung zu finden. Wer in der Champions League oder im Super Bowl spielt, tritt gegen die Anbieterin an, die von jedem Spiel Dutzende Datenpunkte pro Sekunde verarbeitet. Das ist die klassische Value-Wetten-Logik, keine Kombiwettenstrategie.
Eine Kombination über mehrere Wert-Betten wirkt nur scheinbar — sie erhöht die Gesamtquote stärker als den Erwartungswert, weil sie die Marge multiplikativ erhöht, ohne die Information proportional zu verstärken. Ein Wert-Bein mit 55 % Trefferwahrscheinlichkeit bei Quote 2.10 hat einen positiven Erwartungswert von 0.55 × 2.10 − 1 = 0’155. Eine Kombination aus fünf solchen Beinen hat einen Erwartungswert von 0.55⁵ × 2.10⁵ − 1 = 0’503 × 40.8 − 1 ≈ 19.5 — der Gesamterwartungswert ist nominal grösser, aber die Trefferwahrscheinlichkeit von 5 % macht das praktisch irrelevant: In 95 von 100 Fällen verliert die Wette den Einsatz vollständig, und die seltenen Gewinne sind statistisch kompensiert, nicht persönlich berechenbar.
Was bleibt, sind zwei praktische Regeln, die nichts mit Strategie im eigentlichen Sinn zu tun haben, aber mit Bankroll-Management:
- Wette mit Einsatz, den du verlieren kannst. Eine Kombiwette verliert häufig. Wer den Einsatz nicht entbehren kann, sollte nicht spielen.
- Höre auf, wenn du aufhörst. Eine laufende Pechsträhne, in der das «nächste Bein» den Verlust wiedergutmacht, ist die häufigste Weise, ein Wochenlimit in einem Abend aufzubrauchen. Eine Spielsperre ist billiger als die Schulden, die danach kommen.
Häufige Fragen zur Kombiwette
Müssen bei einer Kombiwette alle Voraussagen richtig sein?
Ja. Bei Swisslos und Loterie Romande ist die Wette nur gewonnen, wenn alle ausgewählten Voraussagen eintreffen; verliert ein einziges Bein, ist der Einsatz ganz weg. Ein abgesagtes Ereignis, das nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird, erhält Quote 1.00 und fällt damit als Verlust aus der Kombination heraus.
Wie wird die Gesamtquote berechnet?
Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten: Eine Kombi aus 1.85, 2.40 und 3.10 ergibt 13.76 (gerundet). Der Gewinn errechnet sich aus Einsatz mal Gesamtquote, bei Sporttip auf 5 Rappen genau ab- und auf zwei Nachkommastellen aufgerundet.
Warum gibt es keine sichere Kombiwetten-Strategie?
Weil die Marge in jeder einzelnen Quote sitzt und sich mit jedem Bein multiplikativ erhöht, während die Trefferwahrscheinlichkeit mit jedem Bein geometrisch sinkt. Was als «sicher» gilt, ist in den Quoten bereits eingepreist; ein Erwartungswert über null entsteht nur durch einen konsequenten Informationsvorsprung, nicht durch Kombinationen.
Wie viele Voraussagen darf eine Kombiwette bei Jouez Sport enthalten?
Zwischen 2 und 10 Voraussagen sind erlaubt, jede mit Mindestquote 1.10, die Gesamtquote darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Multiple liegt bei CHF 1’000’000, pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000.
Was passiert mit der Wette bei einem abgesagten Spiel?
Bei Sporttip wird die Wette ungültig, wenn das Ereignis nicht innert 48 Stunden nach ursprünglichem Beginn nachgeholt wird; die Einzelwette wird zurückerstattet, in Kombinationen erhält das betroffene Bein Quote 1.00. Bei Loterie Romande gilt Entsprechendes nach der 17. Auflage des Reglements.
Wettarten – Laender Spiel Info
Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»
