1x2 Wette Erklärung: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg in einer Wette
Wer zum ersten Mal eine Fussballwette abschliessen will, stolpert rasch über die kryptischen Zeichen auf dem Wettschein: 1, X, 2. Wer versteht, was sie bedeuten, versteht die Grundform jeder Sportwette. Wer die Quoten zu lesen weiss, sieht, was eine Dreiweg-Wette kostet. Wer die Schweizer Rechtslage kennt, weiss, wo er überhaupt wetten darf und wo nicht.
Stand am 20. Oktober 2026, geprüft gegen die Spielregeln von Sporttip und Jouez Sport, die Webseiten beider Veranstalter und das Geldspielgesetz.

Diese Übersicht erläutert die Mechanik der 1X2-Wette, die Quoten, die Marge, den Vergleich der Anbieter mit und ohne Schweizer Bewilligung sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und den Spielerschutz.
Was die Zeichen 1, X und 2 wirklich heissen
Eine 1X2-Wette – auch Dreiweg-Wette oder, auf Französisch, «pari 1 N 2» – ist die einfachste Form der Sportwette. Sie wird vor allem beim Fussball angeboten, weil dort im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Sportarten ein Unentschieden ein reguläres Ergebnis ist. Der Wettschein listet drei Ausgänge:

- 1 steht für den Heimsieg.
- X steht für das Unentschieden nach regulärer Spielzeit.
- 2 steht für den Auswärtssieg.
Die Ziffer 0 wird in der Praxis ebenfalls für das Unentschieden verwendet, weil das Resultat 0:0, 1:1 oder 2:2 lauten kann; auf vielen Wettscheinen steht deshalb statt «X» eine «0», die dasselbe meint. Bei Sporttip heisst die Wette offiziell «Sieg/Unentschieden/Sieg (1/0/X)». In der deutschen Wikipedia-Erklärung wird das X meist durch ein «0» ersetzt; in der Romandie steht «N» für «nul», das Unentschieden.
Die Quote, die zu jedem der drei Ausgänge gehört, sagt zwei Dinge gleichzeitig. Erstens, wie wahrscheinlich der Buchmacher das jeweilige Ergebnis einschätzt – je tiefer die Quote, desto sicherer erscheint ihm der Ausgang. Zweitens, wie viel Geld ein Einsatz von CHF 10 bei einem Treffer zurückbringt. Wer also CHF 10 auf 1 zu 3.20 setzt und die Heimmannschaft gewinnt tatsächlich, bekommt 10 × 3.20 = CHF 32 zurück, also CHF 22 Gewinn.
Was zur regulären Spielzeit zählt – und was nicht
Eine 1X2-Wette wird in den allermeisten Fällen auf das Ergebnis nach 90 Minuten plus Nachspielzeit abgeschlossen. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder die Wette ausdrücklich auf dieses Ereignis abgeschlossen wurde. Bei Sporttip gilt die Wette entsprechend für die reguläre Spieldauer (Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Wer auf den Ausgang eines Spiels wettet, das in die Verlängerung geht, wettet im Default auf das Resultat vor der Verlängerung. Turniere wie eine Welt- oder Europameisterschaft werben das Wettprogramm jeweils eigens, ob das Resultat nach 90 Minuten, nach Verlängerung oder nach Penaltyschiessen gewertet wird.

Wer das nicht beachtet, wettet im Zweifel auf das falsche Spiel. Im Achtelfinal eines grossen Turniers, in dem ein Spiel in die Verlängerung geht, gewinnt der Heimsieg nach 90 Minuten die Wette, auch wenn das Spiel nach Penaltyschiessen verloren geht. Wer auf den Titel wettet, hat eine andere Wette vor sich als derjenige, der auf das Erreichen der nächsten Runde wettet.
Wettmärkte rund um die Dreiweg-Wette
Die 1X2-Wette ist nicht die einzige Möglichkeit, einen Fussballmatch zu spielen. Sie ist aber die Grundform, auf die sich andere Märkte zurückführen lassen. Wer die 1X2-Wette versteht, versteht auch Doppelte Chance, Handicap und Über/Unter.
Doppelte Chance kombiniert zwei der drei Ausgänge zu einer Wette. 1X deckt Heimsieg und Unentschieden ab, X2 Unentschieden und Auswärtssieg, 12 Heimsieg und Auswärtssieg. Die Quote ist tiefer als bei der reinen 1X2-Wette, weil die Wahrscheinlichkeit eines Treffers höher ist. Wer auf ein Unentschieden als wahrscheinlichsten Ausgang setzt, aber das Risiko eines knappen Sieges einer Mannschaft absichern will, findet in der Doppelten Chance das passende Instrument.
Handicap verschiebt das Endergebnis um ein virtuelles Tor oder mehrere Tore. Ein Handicap von –1 auf den Favoriten bedeutet, dass dieser mit einem Tor Vorsprung startet; er muss also mit mindestens zwei Toren Differenz gewinnen, damit die Wette gewinnt. Asiatisches Handicap kennt auch Viertel-Tore und damit die Möglichkeit, den Einsatz ganz oder halb zurückzubokennen.
Über/Unter 2.5 Tore fragt nicht nach dem Sieger, sondern nach der Anzahl Tore im Spiel. Über 2.5 Tore wettet auf drei oder mehr Tore, unter 2.5 auf zwei oder weniger. Auch hier gilt die reguläre Spielzeit als Referenz, sofern das Wettprogramm nichts anderes sagt.
Beide Teams treffen (BTTS) ist eine Ja/Nein-Wette auf die Frage, ob beide Mannschaften mindestens ein Tor erzielen. Sie kombiniert sich häufig mit Über/Unter zu einem Tip oder zum Bet Builder, der bei Sporttip nur Voraussagen desselben Spiels kombiniert.
Jeder dieser Märkte hat seine eigene Marge, weil die Wahrscheinlichkeitsverteilung anders liegt. Die Marge der 1X2-Wette ist nicht die Marge von Über oder Über 2.5. Wer die Marge vergleichen will, vergleicht sie für jeden Markt einzeln – und nicht für eine ganze Plattform.
Wie Gewinn und Marge entstehen
Wer eine 1X2-Wette abschliesst, wettet gegen die Quote des Buchmachers, nicht gegen die anderen Wettenden. Das unterscheidet das Wettgeschäft vom Totalisator, bei dem die Quoten aus dem Verhältnis der Einsätze entstehen. Bei der Buchmacherwette setzt der Anbieter die Quote selbst und legt damit fest, was ein gewonnener Einsatz zurückbringt – und, im Hintergrund, was er selbst an dem Markt verdient.
Die Quote als implizierte Wahrscheinlichkeit
Eine Quote von 2.00 entspricht einer implizierten Wahrscheinlichkeit von 1 ÷ 2.00 = 50 %. Eine Quote von 4.00 entspricht 25 %, eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 %. Wer das mit der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit vergleicht, sieht die Marge: Über alle drei Ausgänge summiert liegt die Summe der Kehrwerte über 100 %, sobald der Buchmacher seine Marge einpreist. 50 % + 25 % + 66.7 % wäre mehr als 100 % – und genau das ist der Trick des Geschäfts.
Die Marge eines Marktes berechnen
Wer die Marge eines Marktes verstehen will, rechnet sie selbst aus. Für eine 1X2-Wette mit den Quoten 1.90 für Heimsieg, 3.40 für Unentschieden und 4.20 für Auswärtssieg:
- Kehrwert von 1.90 = 0.5263
- Kehrwert von 3.40 = 0.2941
- Kehrwert von 4.20 = 0.2381
- Summe = 1.0585
Die Summe der Kehrwerte, die sogenannte Auszahlungsquote, liegt bei 1.0585 – das Overround beträgt somit 5.85 %. In der Praxis heisst das: Der Buchmacher zahlt von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, im langfristigen Mittel etwa 94.15 Rappen zurück; der Rest von 5.85 Rappen ist sein Gewinn. Ein Markt mit einer Marge von 3 % ist für den Spieler günstiger als einer mit 8 %; bei einer Quote von 1.90 / 1.90 auf einen Zwei-Wege-Markt – als Beispiel, nicht als notierte Preise – liegt die Auszahlungsquote bei 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 0.9474, das Overround entsprechend bei rund 5.26 %. Das ist die Bandbreite, in der sich gut gemachte Buchmacher bewegen; Werte über 8 % verraten einen teuren Markt, Werte unter 3 % sind in der Praxis selten.
Vom Einsatz zur Auszahlung
Wer den Bruttogewinn ausrechnen will, multipliziert Einsatz mal Quote. Wer den Nettogewinn will, zieht den Einsatz ab. Für eine 4-Listen-Anfängerwette von CHF 50 auf eine Quote von 2.40 ergibt sich ein Bruttogewinn von CHF 120 – ein Nettogewinn von CHF 70, denn der Einsatz wird mit dem Gewinn zurückbezahlt, nicht subtrahiert.
Bei Kombinationswetten multiplizieren sich die Einzelquoten zu einer Gesamtquote. Wer drei Spiele mit den Quoten 1.80, 2.10 und 1.95 zu einer Kombiwette zusammenfasst, wettet effektiv auf eine Gesamtquote von 1.80 × 2.10 × 1.95 = 7’371. Ein Einsatz von CHF 10 bringt in diesem Fall CHF 73.71 zurück, Gewinn CHF 63.71. Die Marge einer Kombiwette ist höher als die Marge jedes Einzelspiels – die Kehrwerte der Einzelquoten multiplizieren sich ebenfalls. Wer ein Teil aus zwei Spielen mit Einzelmargen von 5 % baut, bekommt effektiv eine Marge von etwa 9.75 %. Je länger die Kombi, desto höher die Marge – ein Mechanismus, der nicht überrascht, wenn man die Rechnung einmal gesehen hat.
Was Schweizer Wettende wissen müssen
Die Schweiz hat 2025 von 2019 an die Sonderbedingungen mit dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) neu geregelt. Seither dürfen nur zwei Organisatoren Sportwetten mit einer Grossspielbewilligung anbieten: Swisslos mit dem Markennamen Sporttip, und die Loterie Romande mit dem Markennamen Jouez Sport. Eine dritte oder die Fünfte gibt es nicht. Wer im Internet eine Sportwette abschliessen will, kann das bei einem dieser beiden Anbieter tun – sofern er in deren Vertragsgebiet wohnt.
Wer wo wohnen muss
Swisslos betreibt Sporttip in den deutschsprachigen Kantonen Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Das Tessin bildet eine Besonderheit, weil es sowohl italienisch- als auch deutschsprachig geprägt ist und historisch zur Swisslos gehört. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Wer in einem Kanton wohnt, der nicht zum Vertragsgebiet des einen Anbieters gehört, kann bei diesem Anbieter kein Online-Konto eröffnen. Die Online-Registrierung verlangt einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, eine Identitätsprüfung gegen Adressdatenbanken und die Bestätigung, dass keine Spielsperre besteht. Wer die Romandie vertritt und in Genf wohnt, kann sich nicht bei Swisslos anmelden, und umgekehrt.
Was beworben werden darf und was nicht
Das Schweizer Recht bewacht den Markt gegen ausländische Anbieter. Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten – eine Busse bis CHF 500’000 kann folgen. Ausländische Marken wie Boomerang Bet, BetLabel oder Unibet haben in der Schweiz keine Bewilligung. Sie können auf der Gespa-Sperrliste landen, einer Liste von Domains, die Schweizer Internetprovider per DNS-Sperre blocken müssen. Wer eines dieser Angebote nutzt, ist nicht strafbar – der Anbieter ist es – aber er hat im Streitfall keinen Schweizerischen Rekurs und keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister. Gewinne aus ausländischen Anbietern werden in der Schweizer Steuerpraxis je nach Kanton als Einkommen behandelt; im Thurgau etwa vollständig.
Die Schweizer Anbieter im Profil
Das Profil der beiden Schweizer Veranstalter liest sich auf den ersten Blick ähnlich – beides – but the differences – some are spelled out, some are not.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Grossspiel-Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) – Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Grossspiel-Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS) – Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BDMBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Roobet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BC.Game | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Unibet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Swisslos Sporttip – der Deutschschweizer Marktführer
Swisslos ist die Genossenschaft der deutschsprachigen Kantone und Liechtensteins. Sitz in Basel. Die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) trägt die gemeinsame Trägerschaft. Das Sportwettenangebot läuft unter dem Namen Sporttip, in zwanzig Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein.
Mindesteinsatz: CHF 1 pro Einzel- oder Kombinationswette. Höchsteinsatz: CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Momenten – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Der Sporttip-Kombiboost erhöht den Nettogewinn einer Online-Kombiwette um 5 % bei vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quoten- und Profitboosts gelten ebenfalls nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung beschränkt; bei Cash-Out verfällt der Boost.
Cash-Out funktioniert bei Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Die Garantie des Bewilligungsinhabers, dass Cash-Out für jeden Markt zur Verfügung steht, gibt es nicht.
Vom Standpunkt des Wettenden aus ist Sporttip der Anbieter mit dem breitesten Wettprogramm im deutschsprachigen Raum und dem tiefsten Mindesteinsatz (CHF 1). Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, kommt an dieser Plattform kaum vorbei, wenn er Fussballwetten legal abschliessen will.
Loterie Romande Jouez Sport – der Westschweizer Veranstalter
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14. 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende.
Mindesteinsatz: CHF 2 online, CHF 3 in Verkaufsstellen, CHF 2 für Multiples. Höchsteinsatz: CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette. Ein Wettschein mit Multiples darf höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Höchstgewinn: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Das Sportwettenangebot heisst Jouez Sport und wird sowohl online als auch über das dichte Verkaufsstellennetz in der Romandie betrieben. Für Wettende, die lieber mit Papierschein zur Verkaufsstelle gehen als online zu spielen, ist Jouez Sport die einzige reguläre Adresse in der Westschweiz.
Vom Standpunkt der Preisstruktur aus ist die Loterie Romande restriktiver als Swisslos: tieferer Höchsteinsatz, höhere Mindestquote für Kombiwetten, explizite Maximalkombi von 10 Voraussagen. Wer hohe Einsätze zeigen will, hat in der Romandie nur die Höchsteinsatzlimite von CHF 500 pro Wette – bei Swisslos ist es zehnmal mehr.
Auslandsanbieter im Überblick
Die übrigen Anbieter im Vergleich – Boomerang Bet, BetLabel, BDMBet, Betify, Gamdom, Roobet, BC.Game und Unibet – haben keine Schweizer Bewilligung. Sie bieten ihre Quoten und Märkte aus dem Ausland an und haben in der Schweiz weder Zugang zum Ausschlussregister noch eine Anlaufstelle bei Streit. Wer dorthin eine Wette ausstellt, mag im Einzelfall ausbezahlt werden – die Wahrscheinlichkeit eines Streits ist allerdings höher als bei einem Schweizer Veranstalter, und die Schweizer Justiz kann im Ernstfall nicht helfen.
Für einen Leser, der in der Schweiz wettet, sind diese Anbieter keine reguläre Adresse. Sie können kurz erwähnt werden, weil Schweizer Spieler ihnen im Internet begegnen; sie verdienen aber keine ausführliche Besprechung. Wer in der Schweiz wohnt und auf Fussball wetten will, kommt an Sporttip oder Jouez Sport nicht vorbei – je nach Kanton.
Verlustlimit, Spielsperre und Pause
Wer in der Schweiz wettet, kann – und sollte – eigene Grenzen setzen. Das Geldspielgesetz verlangt von den Veranstaltern, dass sie Spielende nach den von ihnen gesetzten Limiten spielen lassen. Die Standardlimiten bei Sporttip liegen bei 9’999 CHF pro Tag, Woche oder Monat, bei unter 21-Jährigen bei 1’000. Bei Loterie Romande liegen sie ähnlich.
Verlustlimit und Einzahlungslimit
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Wettende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Bei der Loterie Romande ist die Mechanik vergleichbar, mit Unterschieden auch in den Standardbeträgen.
Wer das eigene Limit senken will, kann das sofort tun. Wer das eigene Limit erhöhen will, muss 72 Stunden warten – eine bewusste Sperre gegen spontane Limiterhöhungen. Wer ein hohes Wochenend- oder Monatslimit gesetzt hat, kann es am Donnerstagabend nicht für das Wochenende erhöhen.
Spielsperre und Selbstsperre
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register ist die Spielsperre nach Art. 80–82 BGS, die sowohl ausländische Vermittler als auch Schweizer Casinos bindet. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS).
Wer sich für eine grosse Spielsperre entscheidet, schliesst sich vom gesamten legalen Schweizer Glücksspielmarkt aus – und, weil die Sperre für alle Schweizer Veranstalter gilt, auch vom Online-Casino. Wer nur für ein einzelnes Produkt pausieren will, kann das ebenfalls tun – eine produktbezogene Sperre gilt nur für dieses.
Gewinngrenzen und Auszahlungsmechanik
Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag einer Wette aus Einsatz mal Quote berechnet, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks.
Bei Jouez Sport ist die Mechanik vergleichbar; Unterschiede liegen in der Auszahlungsquote und der Auszahlungsmechanik. Wer einen Zwei-Sätze-Wettensatz verschickt, lässt sich das vor Ort in der Verkaufsstelle auszahlen, oder online über die Loterie Romande.
Vom Standpunkt der Spielkontrolle aus hat die Schweiz ein robustes System: obligatorische Verlustlimiten mit Schutzfrist bei Erhöhung, ein schweizweites Sperrregister, das auch Online-Casinos einschliesst, und die Pflicht zur Identitätsprüfung bei der Online-Registrierung. Wer das eigene Wettverhalten als Kunde kontrollieren will, hat die Werkzeuge dazu.
Steuern, Werbung und Werbegrenzen
Gewinne unter dem Freibetrag
In der Schweiz sind Gewinne aus Grossspielen – und damit aus Sportwetten – bis zum Freibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bund legt ihn ab dem 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 fest; die Kantone setzen eigene Schwellen, sodass die Freibeträge je nach Kanton variieren. Wer CHF 500 auf eine Quote von 2.40 wettet und gewinnt, nimmt CHF 1’200 mit nach Hause – CHF 2 – Wettgewinn unter dem Freibetrag und steuerfrei.
Gewinne über dem Freibetrag
Liegt ein Einzelgewinn über dem Freibetrag, behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Wer die Verrechnungssteuer vollständig zurückholen will, deklariert den Gewinn in der Steuererklärung. Für das gewöhnliche Spielverhalten liegt der Einzelgewinn praktisch immer unter dem Freibetrag – die Quote muss schon sehr hoch sein, und der Einsatz schon sehr gross, damit die Schwelle für einen Fusswurfbruttogewinn von CHF 1’071’000 erreicht wird. Für die allermeisten Spieler ist die Frage nach der Steuer eine hypothetische.
Ausländische Gewinne
Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, weil die Schweizer Behörden keinen Zugriff auf den ausländischen Veranstalter haben. Die kantonale Steuerpraxis behandelt sie aber als Einkommen, im Thurgau vollständig. Wer in einem Kanton mit einer solchen Praxis wohnt, sollte sich über die kantonale Steuerpraxis informieren.
Werbung und Werbegrenzen
Werbung für Glücksspiele darf in der Schweiz nicht aufdringlich oder irreführend sein, sie darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS). Eine Busse bis CHF 500’000 kann folgen (Art. 131 BGS). Eine Sperre zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht. Bonusangebote brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im 2025 hat die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.
Vom Standpunkt des Spielerschutzes aus hat die Schweiz einen sehr restriktiven Werbe-Rahmen: Werbung für ausländische Anbieter ist verboten, und Werbung für beworbene Anbieter unterliegt der Aufsicht. Werbung, die einen Bonus in den Vordergrund stellt, muss von der Gespa vorgängig bewilligt werden.
Wie der konkrete Wettvorgang abläuft
Wer bei Sporttip oder Jouez Sport eine 1X2-Wette abschliessen will, durchläuft denselben Prozess.
- Kontoeröffnung. Wer ein Online-Konto eröffnen will, braucht einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des Anbieters, einen Schweizer oder Liechtensteiner Ausweis und ein Bank- oder Postkonto auf den eigenen Namen. Die Identitätsdaten werden gegen Adressdatenbanken geprüft; jede Person darf sich nur einmal registrieren.
- Einzahlung. Wer eine Wette abschliessen will, lädt das Spielkonto mit einer Online-Zahlungsmethode oder per Einzahlungsschein auf. Mindestbetrag: CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich; ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.
- Verlustlimit setzen. Vor der ersten Wette müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.
- Wette platzieren. Wer ein Spiel mit der Quote 1.90 auf den Heimsieg wettet, setzt den gewünschten Einsatz und schliesst die Wette ab. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem Eintreten des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00.
- Auszahlung. Wer gewinnt, bekommt den Gewinn auf das Spielkonto. Die Auszahlung auf das Bankkonto erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen; die ersten zwei Auszahlungen pro Jahr sind gratis, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden.
Was bei einer Wette schiefgehen kann
Abgesagte oder verschobene Spiele
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholalt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für Spieler heisst das: Eine Wette auf ein Spiel, das verschoben wird, lebt weiter – sie wird aber zur Wette auf das verschobene Spiel. Wird es abgesagt, fällt sie aus der Rechnung.
Streit um die Auszahlung
Wer mit der Auszahlung nicht einverstanden ist, kann bei Sporttip innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben. Bei der Loterie Romande gilt die gleiche Frist nach deren Reglement. Wer die Frist verpasst, verliert den Anspruch.
Verpasste Gewinne
Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Bei der Loterie Romande gilt eine vergleichbare Frist nach deren Reglement.
Vom Standpunkt des Spielenden aus lohnt es sich, die Gewinnbenachrichtigung im Auge zu behalten und die Frist nicht verstreichen zu lassen.
Was eine Wette kostet, jenseits des Einsatzes
Eine Wette kostet mehr als den Einsatz. Sie kostet die Marge des Marktes – den Anteil, den der Buchmacher langfristig behält. Eine typische Marge für eine 1X2-Wette auf einen ausgeglichenen Fussballmatch liegt bei 5 bis 8 %. Das heisst: Von jedem CHF 100, der auf den Markt gesetzt wird, zahlt der Buchmacher im Mittel CHF 92 bis 95 als Gewinne aus. Der Rest ist sein Gewinn.
Wer über ein Jahr hinweg 100 Wetten à CHF 10 platziert und im Mittel eine Marge von 6 % zahlt, hat statistisch rund CHF 60 an den Buchmacher abgeführt – unabhängig davon, wie gut die Tipps waren. Wer Wetten platziert, zahlt den Preis der Marge.
Wer die Marge niedrig halten will, vergleicht die Quoten. Eine Quote von 2.10 statt 1.90 macht für die implizierte Wahrscheinlichkeit einen Unterschied; ein Markt mit Quoten 1.91 / 3.40 / 4.20 hat eine tiefere Marge als einer mit 1.80 / 3.20 / 4.50. Wer die Mühe des Vergleichs nicht scheut, kann die Marge über das Jahr um einen Prozentpunkt senken – was bei 1-4 Listen-Anfängerwetten pro Woche einige Franken ausmacht.
Wann eine 1X2-Wette nicht die richtige Wahl ist
Eine 1X2-Wette ist nicht immer die beste Wahl. Bei Spielen mit einem klaren Favoriten ist die Quote auf den Favoriten tief, die Quote auf den Aussenseiter hoch. Wer auf den Aussenseiter wettet, gewinnt im Fall eines Sieges viel – aber die Wahrscheinlichkeit eines Sieges ist niedrig. Wer auf den Favoriten wettet, gewinnt im Fall eines Sieges wenig. Wer die Wette auf «Unentschieden» setzt, gewinnt im Fall eines Unentschiedens die höchste Quote, hat aber das Risiko, dass eines der beiden Teams das Spiel noch dreht.
Wenn ein klarer Favorit spielt: Die Quote auf den Favoriten liegt oft unter 1.50, die Quote auf den Aussenseiter über 5.00. Die Doppelte Chance «Heimsieg oder Unentschieden» bietet eine moderate Quote bei moderater Wahrscheinlichkeit.
Wenn die Teams ausgeglichen sind: Die Quote auf Heimsieg und Auswärtssieg liegen nahe beieinander, die Quote auf Unentschieden oft am höchsten. Eine Wette auf Unentschieden ist eine Wette auf die wahrscheinlichste Variante.
Wenn ein Spiel live läuft: Eine 1X2-Wette zur Halbzeit hat andere Quoten als vor dem Spiel – die implizierten Wahrscheinlichkeiten haben sich verschoben. Wer die Pause nutzt, kann mit anderen Quoten spielen als vor dem Anpfiff.
Häufig gestellte Fragen zur 1X2-Wette
Was heisst 1×2 bei Sportwetten?
1×2 steht für die drei möglichen Ausgänge eines Fussballspiels nach regulärer Spielzeit: 1 für den Heimsieg, X für das Unentschieden und 2 für den Auswärtssieg. Wer auf 1 wettet, gewinnt, wenn die Heimmannschaft gewinnt. Wer auf X wettet, gewinnt bei einem Unentschieden. Wer auf 2 wettet, gewinnt, wenn die Auswärtsmannschaft gewinnt.
Wofür stehen die Zeichen 1, X und 2 auf dem Wettschein?
1 bedeutet Sieg der Heimmannschaft, X oder 0 bedeutet Unentschieden nach regulärer Spielzeit, 2 bedeutet Sieg der Auswärtsmannschaft. Auf vielen Wettscheinen erscheint statt eines X die Ziffer 0, weil das Resultat 0:0, 1:1 oder 2:2 lauten kann. Bei Sporttip heisst die Wette offiziell 1/0/X.
Was bedeutet 1×2 bei Sportwetten im Unterschied zur Doppelten Chance?
Die 1X2-Wette deckt einen der drei Ausgänge ab. Die Doppelte Chance kombiniert zwei davon: 1X deckt Heimsieg und Unentschieden ab, X2 Unentschieden und Auswärtssieg, 12 Heimsieg und Auswärtssieg. Die Quote der Doppelten Chance ist tiefer als die einzelne 1X2-Quote, weil die Gewinnwahrscheinlichkeit steigt.
Zählt bei einer Dreiweg-Wette auf Fussball die Verlängerung oder nur die reguläre Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Default gilt die Wette dem 90-Minuten-Resultat plus Nachspielzeit.
Wie wird der Gewinn einer 1×2-Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Bruttogewinn ist Einsatz mal Quote. Der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einer Wette von CHF 50 auf eine Quote von 2.40 ist der Bruttogewinn CHF 120 und der Nettogewinn CHF 70. Bei Kombinationen multiplizieren sich die Einzelquoten zu einer Gesamtquote.
Welche Anbieter dürfen 1×2-Wetten in der Schweiz anbieten, und was steht auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Markennamen Sporttip und die Loterie Romande mit dem Markennamen Jouez Sport Sportwetten anbieten. Welche Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen erlaubt sind, legt die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen fest (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Die Liste ist geschlossen – was nicht draufsteht, ist andere Slots und kein Wettinhalt. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten gelten nur, wenn sie explizit aufgeführt sind. Eckball- und Kartenmärkte sind nicht zugelassen, esports ebenfalls nicht.
Wettarten – Laender Spiel Info
Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»
