Wettgutschein in der Schweiz: Was Gratisspielguthaben wirklich taugt

Updated Oktober 2026
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Stand: 20. Oktober 2026 — geprüft gegen die Bewilligungs- und Spielregeldaten von Swisslos und Loterie Romande sowie die Gespa-Veröffentlichungen.

Eine leere cremefarbene Karte lehnt an einer Kaffeemühle auf einer Küchenablage.
Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, der Mindestbetrag beträgt CHF 20.

Ein Wettgutschein wirkt wie ein Geschenk, ist aber Buchführung. In der Schweiz gehört Gratisspielguthaben an die vorgängige Zustimmung der Aufsichtsbehörde, an klare Fristen und an die verifizierte Identität der spielenden Person. Wer das versteht, sieht Angebote anders — und erkennt, was eine Seite ohne Schweizer Bewilligung tatsächlich liefert.

Was ein Wettgutschein in der Schweiz ist

Ein Wettgutschein ist kein Code, der im Warenkorb eingelöst wird. In der Schweiz heisst er im Gesetz Gratisspielguthaben und bedeutet: ein Betrag, der auf dem Spielerkonto als Guthaben liegt, an Bedingungen gebunden ist und nicht in Bargeld ausgezahlt werden kann. Das ist kein Werbeschmuck, sondern eine regulatorische Trennung zwischen Echtgeld, das ausbezahlt werden darf, und Werbeaktionen, die nur im Spielkreislauf bleiben.

Eine leere Radrennbahn mit steilen Kurven und glattem Holzbelag in der Morgensonne.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50.

Das hat zwei praktische Folgen. Erstens darf Gratisspielguthaben nicht einfach auf das Bankkonto überwiesen werden, weder bei Swisslos noch bei der Loterie Romande. Zweitens braucht jede Aktion, die Gratisspielguthaben verteilt, die vorherige Einwilligung der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht. Im Jahr 2025 hat die Gespa 24 solcher Bewilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Das ist die Spielwiese, auf der Wettgutscheine in der Schweiz überhaupt entstehen dürfen.

Die Anbieterstruktur gibt den Rahmen vor. Die Schweiz hat mit dem Geldspielgesetz von 2019 festgelegt, dass nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten dürfen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen. Wer bei einer anderen Seite spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung. Die Konsequenz trägt der Anbieter strafrechtlich — bis zu fünf Jahre für gewerbsmässiges Anbieten ohne Bewilligung. Der Spielende trägt etwas anderes: keine Aufsicht, keine Sperre im Schweizer Register und keine Handhabe, wenn der Anbieter nicht auszahlt.

Wie Spielguthaben gekauft und aufgeladen wird

Gekauftes Guthaben ist keine Aktion, sondern ein ganz gewöhnlicher Kauf von Spielguthaben. Bei Swisslos lässt sich das Wallet ab einem Mindestbetrag von CHF 20 per Online-Zahlungsmittel oder mit einem Einzahlungsschein aufladen. PostFinance Pay gehört zu den anerkannten Zahlungsarten und wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Pro 30 Tage sind höchstens CHF 10’000 möglich, und der Kauf funktioniert nur, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.

Ein Holzchalet mit Schnee auf dem Dach im klaren Sonnenlicht, davor ein geräumter Weg.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande setzt die Schwelle ähnlich: höchstens CHF 10’000 Einzahlung innert 30 Tagen, höchstens CHF 10’000 im Wallet. Das ist keine harte Kontrolle, sondern ein Kontokorridor: Wer mehr einsetzen will, muss zuerst wieder auszahlen, um den Saldo zu drücken. Das senkt den Anreiz, in einer einzigen Sitzung grosse Beträge aufzubauen.

Der Unterschied zwischen Kauf und Gutschein ist entscheidend. Gekauftes Guthaben kann unter den Regeln des Anbieters ausgezahlt werden, Gutscheinguthaben aus Promotionen nicht. Wer einen Gutschein einlöst, hat am Ende einen Gewinn aus dem Gutschein, der als regulärer Gewinn verbucht wird und damit auch auszahlbar ist — das Gutscheinguthaben selbst bleibt im System.

Wettgutschein ohne Einzahlung: was in der Schweiz möglich ist

Die Vorstellung, sich ohne eigenes Geld einen Wettvorteil zu holen, ist im Ausland Standard. In der Schweiz ist sie regulatorisch eng. Aktionen brauchen eine vorgängige Gespa-Bewilligung, und die Aufsicht schaut darauf, dass Gratisspielguthaben nicht als Lockmittel für ungebremstes Spielen missbraucht wird.

Die Loterie Romande hat 2025/26 eine konkrete Aktion durchgeführt: JouezSport – Patinoires et Stades. Sie lief vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 an sieben Aktionstagen. Wer innerhalb von sieben Tagen den in den Stadien der National League verteilten Code im verifizierten Konto eingab, bekam CHF 10 Gratisspielguthaben. Insgesamt wurden 7’000 Stück ausgegeben, 30 Tage gültig, nicht auszahlbar. Die Aktion zeigt das Muster: kleine Beträge, kurze Fristen, ein konkreter Anlass, eine Vor-Ort-Verteilung, an die die Online-Welt angeschlossen ist.

Wer in der Schweiz einen Gutschein ohne Einzahlung sucht, sollte also nicht nach dem grossen Bonus suchen, sondern nach kleinen, klar befristeten Aktionen, die an ein Ereignis gebunden sind. Die Auszahlungsbedingungen sind immer dieselben: Gratisspielguthaben wird nicht bar ausgezahlt, der Gewinn daraus schon.

Fristen, Mindestquoten und Auszahlungswege

Die formellen Regeln wirken bürokratisch, entscheiden aber, was ein Gutschein am Ende bringt. Die wichtigsten Bausteine:

Wer mit einem Gutschein spielt, sollte diese Fristen kennen. Ein Gutschein, der nach 30 Tagen verfällt, verlangt diszipliniertes Setzen. Wer mehrere Auszahlungen pro Jahr macht, bezahlt ab dem dritten Mal mit. Wer einen Gewinn nicht innerhalb eines halben Jahres einklagt, verliert ihn.

Was Gratisspielguthaben rechnerisch wert ist

Die entscheidende Frage bei einem Gutschein ohne Einzahlung ist nicht der Nennwert, sondern der Erwartungswert. Ein CHF 10 Gutschein, der nicht ausgezahlt werden kann, ist nicht zehn Franken wert. Er ist so viel wert wie das, was er im Schnitt an Gewinn abwirft, der ausgezahlt werden darf.

Nehmen wir ein Zwei-Wege-Markt-Beispiel mit beiden Quoten bei 1.90. Die Auszahlungsquote des Marktes ist 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90), also rund 95 %. Der erwartete Gewinn aus dem Gutschein errechnet sich als Gutscheinbetrag mal (Quote minus 1) geteilt durch Quote, multipliziert mit der Auszahlungsquote des Marktes. Bei einem Gutschein über CHF 10 und einer angenommenen Wettquote von 1.90 ergibt das einen erwarteten Auszahlungswert zwischen CHF 4.50 und CHF 5.00 — also knapp die Hälfte des Nennwerts.

Das ist die Bandbreite, in der Gutscheine in der Schweiz liegen: kleine Beträge, kurze Fristen, ein Erwartungswert, der deutlich unter dem Nennwert liegt. Wer darauf wartet, dass ein Gutschein den Einsatz vollständig ersetzt, wartet auf ein Produkt, das es im bewilligten Markt nicht gibt.

Wettgutschein und Verlustlimiten: zwei Systeme, die sich nicht aufheben

Ein Wettgutschein steht nicht ausserhalb der Schutzregeln. Wer bei Sporttip mitspielt, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen.

Das heisst: Auch wer mit Gratisspielguthaben spielt, bewegt sich innerhalb dieser Limiten. Das Guthaben wird auf das Spielerkonto gebucht, die Wetten zählen für die Verlustlimite, und die Erhöhung einer Limite ist bewusst verzögert. Wer mit einem Gutschein spielt, spielt nicht im rechtsfreien Raum.

Die Loterie Romande arbeitet mit einer ähnlichen Logik, allerdings ohne öffentlich bezifferte Standardobergrenzen. Die Spielerin setzt ihre eigenen Einzahlungslimiten, und das System überwacht die Einhaltung.

Zugangssperren und das Schweizer Sperrregister

Wer den Überblick verliert, kann den Zugang sperren lassen. Bei Swisslos geht das produktbezogen für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Wer eine unbefristete Spielsperre eintragen lässt, landet in einem schweizweiten Register, das auch für Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein gilt. Das ist die Stelle, an der das Schweizer System über die einzelne Plattform hinaus wirkt: Eine Sperre bei Swisslos sperrt auch das Casinokonto, eine Sperre bei der Loterie Romande ebenso.

Für Gutscheine bedeutet das: Wer eine Sperre aktiviert, verliert das offene Gratisspielguthaben. Das ist die Konsequenz, die der Gesetzgeber will — Schutz geht vor Aktion.

Die ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Wer nach einem Wettgutschein im Internet sucht, stösst schnell auf Anbieter wie Jackbit, BetFury, DirectionBet, Donbet, Funbet, Interwetten, Fezbet und Wettigo. Keiner dieser Anbieter hat eine Schweizer Bewilligung. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste solcher Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains. Interwetten taucht namentlich auf der Gespa-Liste auf, bet365 ebenso.

Diese Anbieter werben mit grosszügigen Boni, oft mit mehrstelligen Prozenten auf die erste Einzahlung. Die Mechanik dahinter ist immer dieselbe: ein Bonus wird gutgeschrieben, an einen mehrfachen Umsatz gebunden, mit Mindestquoten, Fristen und oft einem Cap auf die auszahlbaren Gewinne. Ein «100 % Bonus bis CHF 200» mit 10-fachem Umsatz auf Bonus und Einzahlung und einer Mindestquote von 1.80 verlangt vom Spielenden ein Vielfaches des Bonus an Wettumsatz, bevor auch nur ein Franken ausgezahlt werden darf. Das ist nicht kostenlos, das ist ein Kredit mit Zinssatz in Form von Marge.

Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keine Anlaufstelle in der Schweiz. Die Auszahlung hängt an den AGB des Anbieters, oft in einer Rechtsordnung ausserhalb Europas. Im Streitfall bleibt nur der Weg zum Anbieter selbst oder zu einem ausländischen Schiedsgericht. Das Schweizer Sperrregister greift nicht, weil die Sperre nur die Schweizer Anbieter betrifft. Auszahlungen auf Schweizer Konten sind nicht garantiert — und cryptocurrencies oder E-Wallets, die solche Anbieter oft anbieten, sind in der Schweiz kein regulierter Auszahlungsweg.

Gutscheine und Boni im Vergleich: die Schweizer Anbieter

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel — Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande — Aufsicht Gespa
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
BetFury ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
Donbet ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
Funbet ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
Interwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung keine Gespa-Bewilligung, ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz

Die Tabelle zeigt, was die Bewilligungsfrage trennt: zwei Anbieter mit voller Schweizer Aufsicht, acht Anbieter ohne. Die Konsequenz zeigt sich nicht in der Werbung, sondern im Streitfall.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist einer der beiden Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die interkantonale Vereinbarung von 2019. Das Produkt für Sportwetten heisst Sporttip. Online mitmachen kann nur, wer im Vertragsgebiet wohnt: in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein. Wer aus den Westschweizer Kantonen kommt, wird zur Loterie Romande umgeleitet.

Sporttip bietet Gratisspielguthaben nur in engen Grenzen. Aktionen brauchen die vorgängige Gespa-Bewilligung, die Hürden sind hoch. Im Sporttip-Alltag sind es vor allem Quoten- und Profitboosts, die als «Gutschein»-Empfindung wahrgenommen werden. Sie gelten nur online, für Prematch-Einzelwetten, sind pro Person einmal nutzbar und im Einsatz wie in der Erhöhung limitiert. Wird die Wette per Cash-Out abgeschlossen, verfällt der Boost. Das ist keine Nebenbedingung, die im Kleingedruckten steht, sondern Teil der Spielmechanik: Der Boost belohnt das Halten der Wette bis zum Schluss.

Der Sporttip-Kombiboost funktioniert nach einer eigenen Logik: mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50, der Bonus auf den Nettogewinn steigt von 5 % bei vier über 20 % bei sieben und 40 % bei zehn bis 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Auch hier sind Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Wer diese Mechanik nutzt, spielt mit einer Marge, die unter dem normalen Sporttip-Niveau liegt — der Boost ist eine Subvention, keine Grosszügigkeit.

Verdienst: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und Sportwetten mit Schweizer Aufsicht spielen will, kommt an Sporttip nicht vorbei. Die Aktionen sind klein, aber sie sind im Gesetz verankert und im Streitfall greift die Gespa. Für Spielerinnen, die Boni mit hohen Prozenten suchen, ist das die falsche Adresse — das bewilligte System will keine aggressiven Werbeaktionen.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande ist der zweite Veranstalter im Schweizer System. Sie betreut die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Das Sportwetten-Produkt heisst Jouez Sport und läuft über jeux.loro.ch. Wer aus dem Westschweizer Vertragsgebiet kommt, kann hier online spielen, alle anderen nicht.

Die Loterie Romande hat 2025 mehr Gutschein-Aktionen durchgeführt als Swisslos — 24 Gespa-Bewilligungen standen 8 bei Swisslos gegenüber. Die bereits erwähnte Aktion «Patinoires et Stades» zeigt das Muster: kleine Beträge, kurze Fristen, eine Verbindung zu einem realen Ereignis in der Westschweiz. Wer in der Romandie wohnt und an einem National-League-Spiel ein Codeschild sieht, hat eine konkrete Anlaufstelle für einen Gutschein.

Die Auszahlungsregeln sind mit Swisslos vergleichbar. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, darüber geht es auf die hinterlegte IBAN. Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar, Gewinne daraus schon. Einzahlungen sind auf CHF 10’000 pro 30 Tage und das Wallet-Guthaben auf CHF 10’000 begrenzt.

Verdienst: Für Westschweizerinnen ist Jouez Sport die einzige legale Online-Adresse. Wer die kleinen, befristeten Aktionen nutzt, bekommt ein bewilligtes Produkt mit Aufsicht. Für alle anderen ist es keine Option.

Jackbit, BetFury, DirectionBet, Donbet, Funbet, Interwetten, Fezbet, Wettigo

Diese acht Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Was sie gemeinsam haben, ist die Position im Markt: Sie sind erreichbar, werben in deutscher Sprache, locken mit hohen Bonus-Prozenten, und sie fallen durch die Maschen der Schweizer Aufsicht, solange die Gespa-Sperrliste ihre Domain nicht erfasst. Erfasst sie sie, wandert die Seite auf die Liste und wird per DNS für Schweizer Anschlüsse blockiert. Das ist ein Katz-und-Maus-Spiel: Domain-Hopping heisst das im Gespa-Jargon, und die Behörde tauscht blockierte Domains innert Stunden aus.

Die Anbieter vergeben Boni, die in der Schweiz nicht möglich wären. Das ist regulatorisch zu verstehen: Eine Aktion mit hohem Bonus und mehrfachem Umsatz braucht in der Schweiz eine Gespa-Bewilligung, die nur erteilt wird, wenn die Aktion nicht in aggressives Spielen treibt. Ohne diese Schwelle kann der Bonus hoch ausfallen, der Umsatzfaktor ebenso. Wer dort spielt, akzeptiert die Mechanik, die das Schweizer Recht bewusst nicht erlaubt.

Die Kehrseite ist die fehlende Anbindung an das Schweizer Sperrregister. Wer bei einem dieser Anbieter eine Sperre beantragt, sperrt nur dieses eine Konto. Die anderen Konten — bei Swisslos, bei der Loterie Romande, in Casinos — bleiben offen. Das Schweizer System funktioniert nur, wenn alle Anbieter angeschlossen sind. Offshore-Anbieter sind nicht angeschlossen.

Verdienst: Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Schutz. Die grossen Bonuszahlen sind Marketing, die Mechanik ist international, die Aufsicht liegt in einer anderen Rechtsordnung. Für die meisten Schweizerinnen und Schweizer ist das kein vernünftiger Tausch: weniger Aufsicht, mehr Werbung, dafür höhere Beträge.

Werbegrenzen und das Gesetz gegen aggressive Werbung

Das Geldspielgesetz von 2019 hat die Werbung für Glücksspiel streng geregelt. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein, sie darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel in der Schweiz ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft. Das ist die regulatorische Kehrseite der Anbieterstruktur: Wer im Schweizer Markt wirbt, braucht eine Bewilligung, und die Aufsicht schaut auf die Form.

Die praktische Konsequenz: Die zwei bewilligten Anbieter bewerben zurückhaltend. Sie locken nicht mit riesigen Bonus-Prozenten, sie verteilen kleine Beträge an konkrete Anlässe. Die Werbelawine der Offshore-Anbieter ist in der Schweiz offiziell illegal, aber technisch erreichbar, solange die DNS-Sperre nicht greift.

Besteuerung von Wettgewinnen

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag. Der Bund hat die Schwelle auf CHF 1’071’000 ab 1. Januar 2026 festgelegt. Die Kantone setzen ihre eigenen Schwellen, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» gilt. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden können.

Die allermeisten Wettgewinne liegen unter jeder Schwelle. Wer einmal einen grossen Gewinn macht, sollte die Auszahlung mit der Steuererklärung abstimmen, nicht weil Steuern anfallen, sondern weil die Verrechnungssteuer erstattet werden muss.

Gewinne von Offshore-Anbietern fallen nicht unter die Verrechnungssteuer, weil kein Schweizer Veranstalter sie abzieht. Der Thurgauer Steuerpraxis nach sind solche Gewinne aber als Einkommen zu versteuern, unabhängig von der Höhe. Die Frage ist kantonal unterschiedlich, und die Antwort steht in der Wegleitung der kantonalen Steuerverwaltung.

Wie ein Gutschein in der Praxis funktioniert

Wer bei der Loterie Romande einen Code aus einem Stadion einlöst, geht auf jeux.loro.ch, meldet sich im verifizierten Konto an, gibt den Code ein, und das CHF 10 Gratisspielguthaben erscheint im Wallet. Mit diesem Guthaben lässt sich eine Wette platzieren, die den Regeln des Anbieters folgt — also mit einer Mindestquote, die in der Aktion festgelegt ist. Gewinnt die Wette, wird der Gewinn als normales Guthaben verbucht und ist nach den Auszahlungsregeln auszahlbar. Verliert die Wette, ist das CHF 10 weg.

Wer bei Swisslos einen Quotenboost nutzt, wählt eine Prematch-Einzelwette aus, die als «boosted» markiert ist, und platziert sie mit dem angegebenen Höchsteinsatz. Der Boost erhöht die Quote für diesen einen Tipp. Er ist einmal pro Person nutzbar, und ein Cash-Out vor Schluss kostet den Boost.

Die Mechanik ist in beiden Fällen einfach, aber die Details entscheiden, was am Ende übrig bleibt. Wer die Aktionsbedingungen vor der Wette liest, weiss, was passiert, wenn die Wette gewinnt. Wer sie nicht liest, entdeckt die Bedingung im Kleingedruckten der Auszahlung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Wettgutschein in der Schweiz?

Ein Wettgutschein ist im Schweizer Recht Gratisspielguthaben, also ein Betrag, der auf dem Spielerkonto als Guthaben liegt, an Bedingungen gebunden ist und nicht bar ausgezahlt werden kann. Aktionen mit Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Bewilligung der Gespa. Gewinne aus dem Gutschein sind auszahlbar, das Gutscheinguthaben selbst nicht.

Kann Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet gekauft werden?

Ja, ab einem Mindestbetrag von CHF 20 per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein. PostFinance Pay gehört zu den anerkannten Wegen. Pro 30 Tage sind höchstens CHF 10’000 möglich, und der Kauf funktioniert nur, solange das Wallet CHF 9’999 nicht übersteigt. Gekauftes Guthaben unterscheidet sich von Gratisspielguthaben: Es ist unter den Auszahlungsregeln des Anbieters auszahlbar.

Gibt es einen Wettgutschein ohne Einzahlung in der Schweiz?

Wettgutscheine ohne Einzahlung sind in der Schweiz nur in kleinen, befristeten Aktionen möglich. Die Loterie Romande hat im Winter 2025/26 sieben Aktionstage mit Codes in National-League-Stadien durchgeführt und dabei CHF 10 Gratisspielguthaben pro Code vergeben, 30 Tage gültig, nicht auszahlbar. Wer eine grössere Aktion sucht, sucht etwas, das die Schweizer Aufsicht nicht bewilligt.

Wie wird Spielguthaben ausgezahlt?

Swisslos zahlt Spielguthaben zweimal pro Jahr kostenlos auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung innerhalb von 365 Tagen fällt eine Kommission von 3 % an. Die Überweisung dauert fünf bis zehn Arbeitstage. Gewinne bis CHF 1’000 werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, darüber auf das Bankkonto.

Gelten die Verlustlimiten auch beim Einsatz eines Gutscheins?

Ja. Wer bei Sporttip spielt, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wetten mit Gratisspielguthaben zählen in diese Limite hinein.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»