Gratis Wettprognosen heute – ein Leitfaden, kein Tippschein
Eine kostenlose Prognose, die für heute im Netz steht, sieht aus wie ein Tipp. Sie ist aber das Ergebnis einer Wahrscheinlichkeitsschätzung, und die Quote des Veranstalters enthält bereits einen Abschlag dafür, dass der Anbieter im Schnitt verdienen will. Wer das nicht trennt, verwechselt den Tippschein mit dem Resultat. Genau dort beginnt das Problem, und genau dort setzt dieser Leitfaden an: was eine Prognose leistet, was an Werbeversprechen trügerisch ist, was in der Schweiz überhaupt erlaubt ist, und welchen Preis der eigene Einsatz auf einem Markt hat, der eine Marge eingepreist hat.

Stand: 20. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungs- und Spielregeldaten der Gespa, der Swisslos und der Loterie Romande.
Was eine Gratisprognose heute tatsächlich ist
Eine Wettprognose ist eine Schätzung der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Ereignis eintritt. Daraus ergibt sich eine «faire» Quote – der Kehrwert der geschätzten Wahrscheinlichkeit –, und jede echte Wettquote, die der Anbieter anbietet, liegt unter dieser fairen Quote, weil der Veranstalter seine Marge einbehält. Wer das verstanden hat, versteht auch, warum eine Prognose nie «sicher» ist und warum ein kostenloser Tipp trotzdem Geld kosten kann: jede Wette, die auf einer überzogenen Annahme beruht, verliert langfristig gegen den Abschlag.

In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Diese beiden Marken sind die einzigen, deren Offerte auf einer Schweizer Bewilligung beruht, und jede andere Plattform, die mit «kostenlosen Prognosen» wirbt, ist organisatorisch etwas anderes – ein ausländischer Anbieter, ein Tippforum, ein Social-Media-Kanal. An der Quote, die der Spieler schliesslich sieht, ändert das nichts: jeder Markt hat eine Marge, und wer die Marge nicht kennt, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Der Wert von Form, Ausfällen und Statistik
Eine belastbare Prognose ruht auf drei Bausteinen: der aktuellen Form der beteiligten Mannschaften oder Athleten, der Liste der Ausfälle und Sperren, und einem Satz statistischer Kennzahlen, die das Zusammentreffen dieser beiden Seiten historisch einordnen. Heimstärke, Auswärtsschwäche, Kopf-an-Kopf-Bilanzen, Tore pro Spiel, xG-Werte und ähnliche Kennzahlen sind keine Wahrheiten, sondern Schätzhilfen. Sie reduzieren die Streuung, sie schalten sie nicht aus. Wer «Form» als alleinigen Massstab nimmt, übersieht Verletzungen; wer nur Ausfälle zählt, übersieht, dass eine Ersatzformation eingespielt sein kann; wer nur Statistiken liest, übersieht ein Spiel, das taktisch aus dem Rahmen fällt.
Wer Gratisprognosen heute liest, sollte deshalb auf drei Dinge achten: ist die Datenbasis genannt, ist das Datum der letzten Aktualisierung erkennbar, und ist die Methode nachvollziehbar – ohne diese drei Angaben ist der Text eine Meinung, keine Prognose.
Warum Quoten die wertvollste Information sind
Die Quote eines Anbieters fasst die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung des Marktes zusammen. Wenn der Markt ein Spiel mit Quoten 1.85 / 3.40 / 4.20 anbietet, liest ein geübter Blick daraus: rund 54 % Heimsieg, 29 % Unentschieden, 24 % Auswärtssieg, abzüglich der Marge. Wer selbst eine faire Quote schätzt und sie mit den Marktquoten vergleicht, sieht, ob der Markt seine Sicht teilt. Genau dieser Vergleich ist der Kern jeder Value-Bet-Überlegung – die Frage, ob die gebotene Quote grösser ist als die eigene, fair berechnete. Eine kostenlose Prognose kann diese Rechnung erleichtern, indem sie Daten bündelt; sie ersetzt sie nicht.
Was die Marge im Preis macht
Ein Zweiwege-Markt mit identischen Quoten 1.90 auf beiden Seiten – ein Beispiel, kein realer Preis – wirkt auf den ersten Blick fair: zwei Ausgänge, beide scheinen gleich wahrscheinlich, also jede Quote rund doppelt so hoch wie nötig. Tatsächlich steckt dahinter eine Auszahlungsquote von 95 % und eine Marge von etwa 5 %. Der Anbieter behält von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, fünf Rappen ein. Weicht eine Seite ab – Quoten 1.80 / 2.00 – dann liegt die Auszahlungsquote bei rund 94 % und die Marge bei etwa 6 %. Bei ausgeprägter Favoriten-/Aussenseiter-Konstellation 1.30 / 3.50 steigt die Marge oft auf 7 bis 9 %, weil der Anbieter auf der Aussenseiterseite mehr Risiko trägt und sich dafür stärker absichert.
Die Marge ist der Preis, den der Spieler für die Möglichkeit zahlt, überhaupt zu wetten. Auf 100 Wettlinien verliert er auch dann, wenn er die «richtige» Seite jeweils leicht öfter trifft als der Markt – der Abschlag zehrt den Treffervorteil langfristig auf. Die Konsequenz: nur wer einen systematischen Vorteil hat, der grösser ist als die Marge, gewinnt auf Dauer. Gratisprognosen können einen Teil dieser Arbeit übernehmen, indem sie Daten zusammentragen, die der einzelne Spieler nicht in derselben Breite auswerten kann. Sie sind aber kein Freischein.
Welche Rolle die «kostenlose» Prognose tatsächlich spielt
Wer sich kostenlos bedient, spart die Datenarbeit, nicht aber die Marge. Wenn die Prognose «richtig» liegt, gewinnt die Wette, und der Spieler nimmt einen Erlös mit, in dem die Marge bereits abgezogen ist. Liegt die Prognose falsch, verliert er den Einsatz. Das ist dieselbe Rechnung wie bei jeder anderen Wette. Der Unterschied liegt allein in der Datenqualität der Vorarbeit – und die ist auf kostenlosen Seiten sehr unterschiedlich. Ein Text, der mit «sicherer Sieg» oder «sichere Wette» wirbt, ist kein Hinweis auf eine gute Methode, sondern auf das Gegenteil.
Sporttip und Jouez Sport: die einzigen Anbieter mit Schweizer Bewilligung
In der Schweiz organisiert die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel die Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande führt das Produkt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen. Beide Veranstalter stützen sich auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die 2020 in Kraft getreten ist, und auf das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), das seit dem 1. Januar 2019 gilt. Die Aufsicht führt die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern.
Für die Spieler bedeutet das: nur wer bei einem dieser beiden Veranstalter wettet, tut das im Rahmen einer Schweizer Bewilligung. Wer woanders spielt, tut es ausserhalb dieses Rahmens, ohne Schweizer Sperrregister-Anschluss und ohne Schweizer Rekursweg. Die Gespa führt keine Liste «weiterer bewilligter Buchmacher», weil es keine weiteren gibt; sie veröffentlicht eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains.
| Anbieter | Sitz der Bewilligung | Bewilligungs- oder Veranstalterstatus |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Basel (Veranstalter), gültig im Swisslos-Vertragsgebiet | Schweizer Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS), Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Lausanne (Veranstalter), gültig in den Westschweizer Kantonen | Schweizer Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS), Aufsicht Gespa |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
| BDMBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
| HighFlyBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
| Sportaza | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an die Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht |
Die Tabelle zeigt den Rahmen, in dem die folgenden Anbieterbewertungen zu lesen sind: die beiden oberen Zeilen sind die einzigen, in denen der Spieler mit einer Schweizer Bewilligung wettet. Alles darunter ist organisatorisch etwas anderes.
Was im Swisslos-Vertragsgebiet gilt
Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin sowie im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Wer dort Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, kann online ein Konto eröffnen. Die Anmeldung verlangt einen gültigen Ausweis, das Mindestalter von 18 Jahren, eine Adressabgleichung und es darf keine Spielsperre bestehen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren.
Was in der Romandie gilt
Die Loterie Romande organisiert Jouez Sport in den Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz des Veranstalters ist Lausanne, Avenue de Provence 14. In der Westschweiz betreibt sie über 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt rund 221 Mitarbeitende. Für die Online-Registrierung gilt sinngemäss, was für Sporttip gilt: Wohnsitz im Vertragsgebiet, Mindestalter 18, kein Eintrag im Sperrregister, ein Konto pro Person.
Was Gratisprognosen im Schweizer Markt versprechen – und was sie halten
Wer nach «gratis Wettprognosen heute» sucht, findet im Netz eine breite Auswahl. Tippforen, Social-Media-Kanäle, kostenlose Newsletter und algorithmenbasierte Seiten veröffentlichen jeden Tag Dutzende Voraussagen. Was sie liefern, ist nicht einheitlich.
Drei Warnzeichen, die jeder Hinweis liefern sollte
Erstens: Trefferversprechen. Niemand, der die Funktionsweise eines Marktes mit eingebauter Marge versteht, kann eine Trefferquote von 80 oder 90 Prozent seriös in Aussicht stellen. Wer es trotzdem tut, verkauft Erwartung, nicht Information. Zweitens: Intransparenz. Wenn die Methode fehlt, das Datum der letzten Aktualisierung fehlt und die Quellen nicht genannt sind, ist der Text eine Meinung, keine Prognose. Drittens: versteckte Werbung. Wenn der Anbieter der «Prognose» zugleich auf eine Plattform verweist, die nicht in der Schweiz bewilligt ist, dann ist die «Gratisprognose» der Köder für ein anderes Geschäft – das Geschäft des ausländischen Anbieters, der einen Spieler gewinnen will, der keine Schweizer Bewilligung braucht.
Konsequenz für den Leser
Eine kostenlose Prognose ist nützlich, wenn sie die Datenseite vorbereitet: xG-Werte bündelt, Verletzungen listet, Head-to-Head-Historien bereitstellt, Quotenvergleiche anbietet. Sie ist schädlich, wenn sie den Spieler in Sicherheit wiegt, weil «kostenlos» mit «wertlos» verwechselt wird. Kostenlos heisst nur, dass kein Geld für die Vorarbeit verlangt wird – der Einsatz, der später fliesst, hat denselben Preis.
Wie aus Daten eine Wette wird: das Beispiel Sporttip
Wer bei Sporttip eine Einzelwette abgibt, wählt ein Ereignis, eine Voraussage, tippt den Einsatz ein und bekommt die Quote angezeigt. Die Auszahlung berechnet sich nach Einsatz mal Quote – bei einer Kombinationswette mit dem Produkt der Einzelquoten –, auf zwei Nachkommastellen gerundet, dann auf fünf Rappen abgerundet. Bei Kombiboost, Quotenboost und Profitboost erhöht sich die Auszahlung, jede Variante mit eigenen Bedingungen, die im Wettschein sichtbar sind. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die Voraussage die Quote 1.00. So weit die Mechanik.
Verlustlimiten, die jeder Spieler vorher setzen muss
Bevor die erste Wette bei Swisslos überhaupt abgegeben werden kann, müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese Limite sind nicht Vorschlag, sondern Voraussetzung. Sie sind die einzige Grösse, die der Spieler vorneweg wirklich selbst festlegt.
Spielsperren, die in der Schweiz geteilt werden
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Schweiz von der Spielteilnahme ausgeschlossen ist, hat keinen Anspruch auf die Rückzahlung von Einsätzen oder die Auszahlung von Gewinnen. Das ist die juristische Kehrseite der Spielsuchtbekämpfung – wer sich selbst aussperrt, schliesst auch den Gewinnanspruch aus.
Was die Rechtslage in der Schweiz bedeutet
Das Bundesgesetz über Geldspiele unterscheidet Grossspiele und Kleinspiele. Online-Sportwetten sind Grossspiele und brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar. Der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz, kein Sperrregister und keine Aufsicht.

Die Sperrliste der Gespa
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste mit Domains ausländischer Anbieter, die in der Schweiz via DNS gesperrt werden. Die Liste wird laufend aktualisiert; Ende 2025 umfasste sie 671 Einträge. Gesperrte Domains tauchen oft unter neuen Adressen wieder auf – die Gespa spricht von «Domain-Hopping» und nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Interwetten und bet-at-home. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, spielt damit auf einer Infrastruktur, die in der Schweiz aktiv unterbunden wird, und nimmt die damit verbundenen Risiken bewusst in Kauf.
Werbung, die das Gesetz einschränkt
Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten – bei einer Busse von bis zu CHF 500’000. Auch innerhalb des bewilligten Marktes darf Werbung nicht in die Irre führen, nicht in den Privatbereich eindringen und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Gratisprognosen bewegen sich in diesem Rahmen: sie sind erlaubt, solange sie transparent sind, sie werden problematisch, sobald sie an einen ausländischen Anbieter vermitteln.
Verantwortliches Spielen mit Prognosen
Eine Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Gewinngarantie. Wer sie nutzt, sollte drei Dinge vor jeder Wette tun: die Verlustlimite setzen oder prüfen, ob sie eingehalten ist; den Einsatz als Verlust verbuchen, nicht als Investition; und nach einer Wette, nicht vor einer Wette, Bilanz ziehen. Wer nach zehn verlorenen Wetten «zurückgewinnen» will, hat die Bankroll-Disziplin bereits verlassen.
Bankroll und Einsatzgrösse
Die Bankroll ist das Geld, das zum Wetten reserviert ist und das im Alltag nicht gebraucht wird. Als Faustregel aus der Wettliteratur gilt: ein einzelner Einsatz beträgt zwischen einem und fünf Prozent der Bankroll. Wer mehr setzt, riskiert, bei einer Pechsträhne in einem einzigen Wochenende die halbe Bankroll zu verlieren. Wer deutlich weniger setzt, verwaltet die Bankroll konservativ, bremst aber auch den Aufbau. Welcher Prozentsatz passt, hängt von der Trefferquote der eigenen Prognosen ab, nicht vom Selbstvertrauen.
Warum die Trefferquote nicht die entscheidende Grösse ist
Wer auf einen Favoriten mit Quote 1.20 setzt, gewinnt neun von zehn Wetten – und macht trotzdem Verlust, weil die Marge und die kleinen Quoten den Erlös auffressen. Wer auf einen Aussenseiter mit Quote 5.00 setzt, verliert acht von zehn Wetten – und kann trotzdem Gewinn machen, wenn der eine Treffer gross genug ausfällt. Die Trefferquote allein sagt nichts. Was zählt, ist die Differenz zwischen eigener Wahrscheinlichkeitsschätzung und impliziter Wahrscheinlichkeit der Quote, multipliziert mit dem Einsatz, über viele Wetten gemittelt. Das ist die Value-Bet-Logik, und sie lässt sich mit kostenlosen Prognosen vorbereiten, aber nicht ersetzen.
Kriterien für die Auswahl einer Prognosequelle
Eine belastbare Quelle für kostenlose Prognosen erkennt man an vier Punkten: einer offenen Methode, einer nachvollziehbaren Bilanz, der Trennung von Werbung und Inhalt, und der Angabe des Aktualisierungsdatums. Wer diese vier Punkte nicht erkennt, lässt besser die Finger davon. Im Schweizer Markt kommt eine fünfte Bedingung hinzu: die Plattform, auf die eine Prognose verweist, sollte in der Schweiz bewilligt sein – sonst nützt die beste Datenbasis nichts, weil die Wette selbst in einer Grauzone stattfindet.
Kriterien, die in der Praxis zählen
Offene Methode heisst: wer die Wahrscheinlichkeiten berechnet, gibt das Modell an, zumindest grob – und sei es «xG-Heimteam, gegnerische Auswärtsform, Verletzungen, Head-to-Head». Wer «Expertenwissen» nennt, ohne zu sagen, auf welcher Datenbasis das Wissen beruht, hat keine Methode, sondern eine Behauptung. Nachvollziehbare Bilanz heisst: wer Tipps veröffentlicht, sollte die Trefferquote der Vergangenheit zeigen, und zwar nachprüfbar, nicht als Werbeversprechen. Die Trennung von Werbung heisst: erkennbare Kennzeichnung bezahlter Inhalte und keine versteckten Affiliate-Links. Das Aktualisierungsdatum schliesslich trennt einen ernsthaften Anbieter von einem Schnelltext.
Konsequenz für die Auswahl
Wer in der Schweiz wettet, ist mit Sporttip oder Jouez Sport auf der bewilligten Seite – beide liefern Live-Quoten, vorabgestimmte Märkte und die Möglichkeit, die Quote vor dem Tipp zu sehen. Wer eine kostenlose Prognose als Vorarbeit nutzt, sollte sie als das behandeln, was sie ist: eine Schätzung, die den eigenen Blick ergänzt, nicht ersetzt.
Auszahlung, Mindesteinsatz und Höchsteinsatz bei Sporttip
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das sind die Schwellen, an denen jede Prognose und jeder Tippschein scheitert, wenn das Modell zu hohe Einsätze verlangt.
Wie die Auszahlung berechnet wird
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus dem Einsatz, multipliziert mit der Quote – bei Kombinationen mit dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. So kostet eine Wette von CHF 10 auf eine Quote von 1.85 nicht einfach CHF 18.50, sondern nach der Rundung CHF 18.50 – die Rundung verschiebt das Ergebnis in der Praxis nur, wenn weitere Nachkommastellen anfallen. Diese Mechanik gilt für jede Wette, ob einzelne Voraussage oder Kombi mit fünf Auswahlen.
Was im Verlustfall passiert
Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Wer also eine Fünfer-Kombi spielt und ein Spiel fällt aus, gewinnt die restlichen vier Voraussagen zur ursprünglichen Quote, der Einsatz auf den ausgefallenen Teil wird mit Quote 1.00 bewertet – das verändert den Erlös, hebt die Wette aber nicht auf.
Livewetten, Cash-Out und Spezialfälle
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00. Dasselbe gilt, wenn Swisslos in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid Wetten mit Quote 1.00 wertet. Wer also erst nach dem Pfiff auf das Tor wettet, bekommt keinen Gewinn, sondern den Einsatz zurück – das ist der Mechanismus, der den Markt vor nachträglichen Wetten schützt.
Cash-Out als vorzeitiger Ausstieg
Cash-Out bei Sporttip funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer Cash-Out nutzt, gibt einen Teil des möglichen Gewinns für die Sicherheit ab, den Rest des Spiels nicht mehr abwarten zu müssen.
Cash-Out und Boosts vertragen sich nicht
Quotenboosts und Profitboosts verfallen bei einem Cash-Out. Der vorzeitige Ausstieg honoriert den Boost nicht, auch wenn die Wette in dem Moment, in dem der Cash-Out ausgelöst wird, eigentlich boost-berechtigt wäre. Wer mit Boost spielt, sollte den Cash-Out nicht einkalkulieren – die beiden Funktionen schliessen sich in der Wirkung gegenseitig aus.
Quotenboost, Profitboost und Kombiboost
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online – Prematch, Live, Systemwetten – und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Wie der Kombiboost die Auszahlung verändert
Eine Vierer-Kombi mit Quoten 1.60, 1.70, 1.80 und 1.90 – alle über der Mindestquote 1.50 – erhält 5 % Bonus auf den Nettogewinn. Der Nettogewinn ist der Erlös abzüglich Einsatz, also Gewinn über dem zurückgegebenen Einsatz. Bei einer Zehner-Kombi, in der alle Voraussagen die Mindestquote erfüllen, sind es 40 %, bei fünfzehn Voraussagen 100 % – der Erlös verdoppelt sich. Diese Stufen sind klar definiert, sie sind aber an die Online-Teilnahme und an die Mindestquote gebunden. Wer die Mindestquote mit einer Auswahl unterbietet, fällt aus dem Boost heraus, und der Effekt auf die Gesamtauszahlung kann empfindlich sein.
Mobile Nutzung und Verkaufsstellen
Sporttip-Wetten lassen sich online über die Webseite von Sporttip oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle gespielt werden, was diejenigen anspricht, die eine Quittung in der Hand halten wollen. Die Verkaufsstellen sind über das ganze Vertragsgebiet verteilt, die Loterie Romande betreibt 2’350 solcher Stellen in der Westschweiz. Wer ohne Smartphone wettet, hat damit weiter einen Weg, und wer die Online-Anmeldung scheut, kann die Verkaufsstelle für einzelne Wetten nutzen, auch wenn das Konto online geführt werden muss.
Die zehn Anbieter im Überblick
Die folgende Bewertung beruht auf den Angaben der Betreiber und der Aufsichtsbehörde, abgeglichen mit der Schweizer Rechtslage. Die Reihenfolge folgt dem verfügbaren Bewilligungsrahmen, nicht der Beliebtheit.
Swisslos Sporttip
Swisslos mit dem Produkt Sporttip ist einer der zwei Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Die Online-Registrierung verlangt Wohnsitz im Vertragsgebiet – die Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein –, Mindestalter 18 und eine Identitätsprüfung über einen hochgeladenen Ausweis. Vor der ersten Wette setzt der Spieler Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Obergrenze von CHF 9’999. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Das Sporttip-Angebot umfasst Quotenboosts, Profitboosts, den Kombiboost, Cash-Out als vollständige Variante, Livewetten und eine App. Wer in der Deutschschweiz wettet und mit dem Schweizer Rahmen spielt, hat hier den einzigen Anbieter mit Veranstalter- und Spielbewilligung.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone, mit Sitz in Lausanne und über 2’350 Verkaufsstellen. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Online-Registrierung folgt dem Schweizer Rahmen mit Identitätsprüfung und Wohnsitznachweis. Wer in der Romandie wohnt und einen bewilligten Anbieter sucht, hat hier den einzigen Weg.
22Bet
22Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, der Spieler hat keinen Schweizer Rekursweg, und die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Provider via DNS blockieren. Wer hier spielt, tut es ausserhalb des Schweizer Rahmens. Keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Spielsuchtbekämpfung im Sperrregister, kantonale Besteuerung der Gewinne nach kantonalem Recht.
Rollbit
Rollbit ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung, der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen. Wer hier spielt, akzeptiert den Rahmen dieses Anbieters – Hausregeln, Auszahlungsbedingungen, Streitbeilegung im Ausland.
Donbet
Donbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Spieler aus der Schweiz haben hier keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rekursweg. Der Anbieter ist nicht bewilligt, und die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen. Wer hier wettet, setzt sich den Risiken des ausländischen Marktes aus – keine Schweizer Aufsicht und keine Schweizer Spielsuchtbekämpfung.
BDMBet
BDMBet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Welche Quoten, welche Limits und welche Auszahlungswege BDMBet konkret anbietet, beschreibt der Anbieter selbst; im Schweizer Rechtsrahmen zählt das nicht.
BetFury
BetFury ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Da es an einer Schweizer Zulassung fehlt, ist die Domain auf der Sperrliste der Gespa zu finden, und Schweizer Spieler profitieren weder von der Schweizer Spielsuchtbekämpfung noch von einer Schweizer Aufsicht. Wer dort aktiv ist, unterliegt den Regeln des Anbieters im Ausland.
HighFlyBet
HighFlyBet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: keine Schweizer Aufsicht, kein Anschluss an das Sperrregister und die Gefahr, dass die Domain durch die Gespa blockiert wird. Eine Schweizer Lizenz fehlt, und die Gewinne unterliegen nicht dem Schweizer Recht.
Interwetten
Interwetten ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Gespa nennt Interwetten im Zusammenhang mit dem «Domain-Hopping» blockierter Anbieter.
Sportaza
Sportaza ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.
Steuern, Auszahlung und Werbung
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die bundesrechtliche Schwelle liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (zuvor CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle unterscheidet sich je nach Kanton, weshalb sich eine pauschale Aussage verbietet. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die der Spieler über die Steuererklärung zurückholen kann. Wer unter der Schwelle bleibt, hat Glück – und keine Steuerlast. Wer ausländische Anbieter nutzt, fällt je nach Kanton in eine andere Praxis, im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen besteuert. Es gibt keine Wettsteuer auf den Einsatz – wer eine solche erwähnt sieht, hat eine Werbebotschaft vor sich, keine Steuerinformation.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen überwiesen. Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20, einer Obergrenze von CHF 9’999 und einem 30-Tage-Maximum von CHF 10’000. Auszahlungen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert fünf bis zehn Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.
Häufige Fragen
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Statistiken fliessen ein?
Eine Wettprognose schätzt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Ereignis eintritt, und leitet daraus eine faire Quote ab. Datengrundlagen sind aktuelle Form, Ausfälle und Sperren, Head-to-Head-Historien, Heim- und Auswärtsbilanzen, Tore pro Spiel, xG-Werte und ähnliche Kennzahlen. Diese Daten reduzieren die Streuung, sie ersetzen sie nicht – die Prognose bleibt eine Schätzung, kein Resultat.
Was ist eine Value Bet, und weshalb enthält jede Quote eine Marge?
Eine Value Bet liegt vor, wenn die eigene, faire Quote über der vom Anbieter angebotenen Quote liegt. Jede angebotene Quote enthält eine Marge, also einen Abschlag zugunsten des Veranstalters, die typischerweise zwischen 4 und 9 Prozent liegt. Der Spieler gewinnt nur dann auf Dauer, wenn sein Vorteil grösser ist als diese Marge.
Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen, damit die Bankroll geschützt bleibt?
In der Wettliteratur gelten 1 bis 5 Prozent der Bankroll pro Wette als üblicher Rahmen. Die Bankroll ist das Geld, das ausschliesslich für Wetten reserviert ist und im Alltag nicht gebraucht wird. Wer deutlich mehr setzt, riskiert, bei einer Pechsträhne in kurzer Zeit viel zu verlieren.
Welche Wetten sind in der Schweiz bei Swisslos und Loterie Romande überhaupt erlaubt, und wo steht das?
In der Schweiz sind nur Sportwetten erlaubt, keine Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows. Die erlaubte Offerte ist eine geschlossene Liste, die von der Gespa geführt wird. Wetten auf Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe ebenso, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet.
Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus dem Einsatz, multipliziert mit der Quote – bei Kombinationswetten mit dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Eine Wette von CHF 10 auf eine Quote von 1.85 zahlt nach dieser Rechnung CHF 18.50 zurück, der Nettogewinn ist CHF 8.50.
Tipps – Laender Spiel Info
Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»
