Wettanbieter Quotenvergleich 2026: Wer in der Schweiz die besseren Quoten hat
Daten geprüft am 20. Oktober 2026 gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und das Règlement von Loterie Romande.

Wer in der Schweiz Sportwetten vergleicht, vergleicht zwei. Das eine Rollenspiel in der Mitte ist nicht das Sortiment, sondern die Mechanik hinter jeder Quote: die implizite Wahrscheinlichkeit, die Marge, der Overround. Wer diese drei Stellschrauben versteht, sieht einem Buchmacher an, was er wirklich anbietet – und was er sich nimmt.
Was Quoten zeigen und was sie verbergen
Eine Quote ist zuerst ein Preis für einen Ausgang. Dann ist sie ein zweites, stilleres Ding: eine Meinung. Aus der Quote 2.00 liest man 50 % implizite Wahrscheinlichkeit. Aus 4.00 liest man 25 %. Der Kehrwert der Dezimalquote ist genau diese Wahrscheinlichkeit, und wer Dezimalquoten multipliziert oder Kehrwerte addiert, kommt ohne Taschenrechner aus.

Die Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die Summe der Kehrwerte aller Ausgänge grösser als eins ist. Bei einem ausgeglichenen Buch – gleich viel Einsatz auf jede Seite – bleibt dem Buchmacher genau dieser Überschuss. Das ist der Overround, im Deutschen oft Marge genannt. Eine kleinere Marge bedeutet mehr Ausschüttung an die Wettenden. Eine grössere Marge bedeutet weniger.
Bei Märkten mit zwei Ausgängen – typisch Tennis, Basketball ohne Unentschieden, Eishockey mit Overtime-Regel – arbeiten die Buchmacher mit Ausschüttungen nahe 90 %. Bei Märkten mit drei Ausgängen – das klassische 1X2 im Fussball – sinkt die Ausschüttung auf etwa 85 %. Der Grund ist mechanisch: drei Kehrwerte addieren sich bei gleicher Quote zu mehr Overround als zwei.
Die Quoten 1.95 / 1.95 ergeben eine Ausschüttung von 97,5 % und eine Marge von 2,5 %. Die Quoten 1.80 / 1.80 ergeben etwa 90 % Ausschüttung und etwa 10 % Marge. Die Mechanik ist unabhängig vom Buchmacher; sie liegt in der Arithmetik der Kehrwerte. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Margen.
Die zwei Schweizer Veranstalter und der Rest
In der Schweiz dürfen nur zwei Stellen Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Das ist kein Markt im üblichen Sinn – es ist ein Duopol, das die Interkantonale Vereinbarung von 2019 so festlegt und das Geldspielgesetz so bestätigt. Beide Veranstalter führen ihre eigenen Wettprogramme, jedes in seinem Vertragsgebiet. Wer in der Deutschschweiz wohnt, spielt Sporttip; wer in der Romandie wohnt, spielt Jouez Sport. Eine Auswahl zwischen den beiden gibt es nur am Verlauf der Sprachgrenze.

Wer im Internet nach weiteren Anbietern sucht, findet ausländische Seiten. Diese haben in der Schweiz keine Bewilligung, sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen und bieten keinen Schweizer Rechtsschutz. Ihre Quoten lassen sich nachschlagen, ihr Schutz endet an der Landesgrenze. Wer dort spielt, kann seine Gewinne in den Kantonen versteuern müssen und riskiert, dass sein Anbieter auf der Gespa-Sperrliste landet – seine Domain wird dann per DNS gesperrt.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja | Swisslos |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja | Loterie Romande |
| AmunRa | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
| Boomerang Bet | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
| Wettigo | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
| Rainbet | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
| BassBet | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
| Pribet | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
| Coolzino | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
| HighFlyBet | Nein | ohne Schweizer Bewilligung |
Wie eine Zweiwegwette die Marge offenlegt
Eine Zweiwegwette ist der einfachste Fall, und sie eignet sich am besten, um die Mechanik zu zeigen. Sie hat zwei Ausgänge, beide Quoten lassen sich addieren. Nimmt man zwei gleiche Quoten, fällt die Rechnung kurz aus.
Beispielrechnung: Quote 1.90 auf beiden Seiten einer Zweiwegwette. Kehrwert von 1.90 ist rund 0,5263. Addiert ergibt das rund 1,0526. Geteilt durch 1 erhält man eine Ausschüttung von rund 95,0 %. Die Marge liegt bei rund 5,0 %. Bei einem Einsatz von CHF 100 auf jede Seite zahlt der Buchmacher im Gewinnfall nur die Gewinnerseite aus: 100 × 1.90 = 190 Franken. Die andere Seite behält ihren Einsatz. Insgesamt zahlt er 190 aus, behält 100 und nimmt 10 ein – die 5 % Marge, die sich an jedem ausgeglichenen Buch realisiert.
Diese Spanne – von etwa 2 % bei sehr knappen Märkten bis gegen 10 % bei weit auseinanderliegenden Quoten – ist die Spanne, in der sich die meisten Buchmacher-Quoten bewegen. Die Marge ist nie null, sie ist nie negativ, und sie schwankt mit dem Markt. Wer einen Quotenvergleich anstellt, vergleicht nichts anderes.
Wenn die Quoten ungleich werden
Sobald die Quoten auf den beiden Ausgängen auseinanderlaufen, ändert sich die Rechnung, aber nicht das Prinzip. Nehmen wir 1.50 und 3.50 als Quoten einer Zweiwegwette. Kehrwert von 1.50 ist 0,6667, Kehrwert von 3.50 ist 0,2857. Summe 0,9524. Ausschüttung etwa 105 %, Marge negativ – das ist ein Fehler des Buchmachers und auf dem Markt selten. Realistischer: 1.65 und 2.40. Kehrwerte 0,6061 und 0,4167, Summe 1,0228. Ausschüttung etwa 97,8 %, Marge etwa 2,2 %.
Die Marge wird kleiner, wenn eine Quote klar favorisiert und die andere klarer Aussenseiter ist. Das ist die Form, in der ein Buchmacher sein Risiko preist: er nimmt auf dem Favoriten weniger Marge, weil dort viel Geld liegt, und auf dem Aussenseiter etwas mehr, weil dort wenig Geld liegt. Das ist der Grund, warum Favoriten-Quoten oft knapp kalkuliert sind und Aussenseiter-Quoten grosszügiger wirken.
Wettmärkte und ihre Margen
Ein Quotenvergleich steht und fällt mit der Frage, welcher Markt verglichen wird. Die Marge eines Buchmachers ist nicht eine Zahl – sie ist eine Tabelle. Jede Sportart, jeder Markt hat seine eigene Marge, und ein Vergleich ohne Marktvergleich vergleicht die falschen Dinge.
Bei Zweiwegmärkten – Tennis, Basketball ohne Unentschieden, Eishockey mit Overtime – liegt die Ausschüttung typischerweise bei rund 90 %, die Marge also bei rund 10 %. Bei Dreiwegmärkten – 1X2 im Fussball, Sieg/Unentschieden/Niederlage – sinkt die Ausschüttung auf etwa 85 %, die Marge steigt auf etwa 15 %. Der dritte Ausgang kostet.
Asiatische Handicap-Wetten, Über/Unter-Wetten, Torschützenwetten haben ihre eigenen Margen, oft zwischen den beiden genannten Werten. Eine asiatische Handicap-Linie kann sehr nahe an 50/50 liegen und entsprechend niedrige Margen haben; eine Torschützenwette mit zwanzig Spielern im Angebot hat viele Ausgänge und entsprechend höhere Margen.
Für den Wettenden heisst das: die Frage «welcher Buchmacher hat die besseren Quoten?» hat keine generelle Antwort. Die Frage hat eine Antwort pro Markt, pro Spiel, pro Zeitpunkt. Quoten ändern sich bis zum Anpfiff, und der Wettende, der seinen Vergleich auf eine Stunde vor Spielbeginn legt, sieht andere Margen als der Wettende am Vortag.
Sporttip: das Angebot von Swisslos
Swisslos betreibt Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und führt Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung von 2019. Sporttip ist die einzige bewilligte Sportwette in der Deutschschweiz.
Mindesteinsatz bei Einzel- und Kombinationswetten ist CHF 1. Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit anpassen; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinn pro Einzel- oder Kombiwette ist nach oben nicht spezifisch gedeckelt – die Regeln begrenzen den Einsatz, nicht den Gewinn, ausser über die Quoten selbst.
Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen abgerundet. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber eine echte Rundung pro Wette, die bei vielen kleinen Wetten pro Jahr sichtbar wird. Wer auf 5-Rappen-Beträge achtet, achtet auf das hier.
Cash-Out ist verfügbar – für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Es gibt keine Garantie, dass jeder Markt ein Cash-Out bekommt; Swisslos entscheidet pro Markt, ob ein Cash-Out angeboten wird.
Livewetten bei Sporttip gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs gesetzt werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist der entscheidende Schutz bei Livewetten: was bereits geschehen ist, lässt sich nicht mehr wetten.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer das nicht weiss, baut sich Kombinationen, die nachträglich zerfallen.
Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer einen hohen Boost will, muss fünfzehn Voraussagen treffen, von denen jede mindestens 1.50 steht – die Mechanik belohnt Volumen, nicht Präzision.
Quotenboosts und Profitboosts sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei Cash-Out. Der Wortlaut klingt grosszügig, die Mechanik ist eng: ein Boost, einmal pro Spieler, mit Limiten. Das ist die Lesart, die ein Wettender mitnehmen sollte.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Diese 48-Stunden-Regel ist die wichtigste Schutzklausel für Langzeitwetten und Turnierwetten – sie verhindert, dass abgesagte Spiele einen ganzen Wettschein entwerten.
Limits und Spielerschutz bei Sporttip
Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese 72-Stunden-Frist ist die Schweizer Lösung für das Problem, dass Spieler im Affekt ihre Limiten hochsetzen: die Erhöhung kommt nie am gleichen Tag.
Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Wer sein Geld schon auf der Einzahlungsseite stoppt, kommt gar nicht zur Wette. Das System unterscheidet zwischen Verlustlimite und Einzahlungslimite – die erste drosselt das Verlustrisiko, die zweite den Mittelfluss.
Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und keine bestehende Spielsperre. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist die Identitätsprüfung, die das Geldspielgesetz vorschreibt – sie verhindert Mehrfachkonten und Minderjährigenkonten.
Swisslos erlaubt eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Das Register ist die wichtigste Schweizer Schutzinstitution: wer sich einmal eintragen lässt, kommt nicht mehr zurück, bis die zuständige Fachstelle zustimmt.
Bewertung Sporttip
Sporttip ist die einzige bewilligte Sportwette für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Die Quoten sind weder besser noch schlechter als bei einem ausländischen Anbieter – sie sind anders kalkuliert, mit dem Schutz des Schweizer Rechts, klar mit dem Nachteil eines kleineren Wettprogramms und ohne den Quotenvergleich, den ein internationaler Markt bietet. Der Mindesteinsatz von CHF 1 macht den Einstieg leicht; die Höchsteinsätze von CHF 1’000 pro Einzelwette und CHF 10’000 pro Systemwette sind für die meisten Wettenden kein Hindernis. Wer innerhalb der Schweiz wettet, kommt an Sporttip nicht vorbei – wer höhere Einsätze oder ein grösseres Wettprogramm sucht, schaut ins Ausland und akzeptiert die Folgen.
Jouez Sport: das Angebot der Loterie Romande
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie hat 221 Mitarbeitende und 2’350 Verkaufsstellen; als Adresse nennt sie Avenue de Provence 14 in Lausanne. Jouez Sport ist die einzige bewilligte Sportwette in der Romandie.
Mindesteinsatz online ist CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples ebenfalls CHF 2. Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten ist CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Diese Limiten sind enger als bei Sporttip – wer hohe Einsätze spielen will, hat in der Romandie weniger Spielraum.
Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette ist CHF 300’000; für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Deckelung des Gewinns bei CHF 300’000 ist die wichtigste Grenze für ambitionierte Wettende – ein einziges Spiel kann den Gewinn nicht beliebig hochtreiben.
Bewertung Jouez Sport
Jouez Sport ist die einzige bewilligte Sportwette in der Westschweiz. Die Quoten sind nicht öffentlich mit Sporttip verglichen, aber die Mechanik ist identisch – implizite Wahrscheinlichkeit, Marge, Overround. Der Mindesteinsatz von CHF 2 ist doppelt so hoch wie bei Sporttip; der Höchsteinsatz von CHF 500 halb so hoch wie der von Sporttip. Der maximale Gewinn von CHF 300’000 ist ein Schweizer Spezifikum, das ausländische Anbieter nicht haben. Wer in der Romandie wohnt, hat keine andere bewilligte Wahl; wer die höheren Limiten sucht, schaut über die Sprachgrenze oder über die Landesgrenze.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Wer in der Schweiz nach Quotenvergleich sucht, stösst auf Anbieter, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Sie haben Lizenzen in Curaçao, Malta oder anderswo – Lizenzen, die in der Schweiz keine Geltung haben. Wer dort spielt, hat keinen Schweizer Schutz, keinen Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister und keinen Schweizer Rechtsweg.
AmunRa, Boomerang Bet, Wettigo, Rainbet, BassBet, Pribet, Coolzino und HighFlyBet stehen beispielhaft für diese Gruppe. Sie haben in der Schweiz keine Bewilligung. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren. Wer dort spielt, kann seine Gewinne nach kantonalem Recht versteuern müssen, und wer auf eine Sperrung reagiert, wechselt die Domain – das nennt die Gespa Domain-Hopping.
Über die Quoten dieser Anbieter lässt sich wenig Belastbares sagen. Sie sind in Schweizer Quotenvergleichen sichtbar, sie werben in deutscher Sprache, sie nehmen Schweizer Kunden an – alles, was in der Schweiz verboten ist, wenn es Werbung für nicht bewilligte Anbieter ist. Wer ihre Quoten nachschlägt, sollte wissen, dass der Vergleich ohne den Schweizer Schutz stattfindet.
Bewertung der ausländischen Anbieter
Sie sind nicht bewilligt, nicht geschützt, nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen. Sie können höhere Quoten anbieten, weil sie keine Schweizer Aufsicht bezahlen und keine Schweizer Abgaben leisten. Sie können ihr Wettprogramm breiter führen, weil die Gespa-Liste der erlaubten Sportarten und Märkte für sie nicht gilt. Sie sind aber im Ernstfall nicht greifbar – eine Beschwerde über ausstehende Gewinne läuft ins Leere, und eine Sperrung im Schweizer Register hilft nicht.
Die Frage ist nicht, ob diese Anbieter bessere Quoten haben – manchmal haben sie das. Die Frage ist, was der Wettende dafür aufgibt. Wer das Angebot prüft, prüft die Quoten gegen den Rechtsschutz. Wer spielt, spielt gegen einen Anbieter, der in der Schweiz keine Bewilligung hat.
Quoten lesen: das Handwerk
Wer Quoten vergleicht, vergleicht implizite Wahrscheinlichkeiten und Margen. Drei Handgriffe genügen.
Erstens: Kehrwert. Quote 2.10 entspricht 1 ÷ 2.10 = 47,6 % Wahrscheinlichkeit. Quote 1.50 entspricht 66,7 %. Quote 4.00 entspricht 25,0 %.
Zweitens: Summe der Kehrwerte. Bei einem Dreiwegmarkt mit Quoten 2.10, 3.40, 3.60 ergeben die Kehrrechnungen 0,4762, 0,2941, 0,2778 – Summe 1,0481. Die Ausschüttung ist 1 ÷ 1,0481 = 95,4 %, die Marge 4,6 %.
Drittens: Auszahlung. Ein Gewinn von CHF 100 Einsatz × 2.10 Quote = CHF 210. Davon ist der Einsatz CHF 100, der Nettogewinn CHF 110. Bei Kombinationen multiplizieren sich die Einzelquoten, dann gilt dieselbe Rechnung mit der Gesamtquote.
Mit diesen drei Handgriffen lässt sich jeder Markt in jeder Quotenliste entschlüsseln. Wer Sporttip und Jouez Sport vergleicht, vergleicht ihre impliziten Wahrscheinlichkeiten für dasselbe Spiel, ihre Margen im selben Markt, ihre Quotenbewegungen über den Tag.
Die Mechanik fester und variabler Quoten
Bei festen Quoten setzt der Buchmacher die Quote fest und tritt als Gegner des Wettenden auf. Die Quote gilt ab Wettabschluss und kann nachträglich nicht mehr geändert werden. Das ist die Form, in der Sporttip und Jouez Sport arbeiten: bei Wettabschluss steht die Quote, bei Gewinn zahlt sie das, was zur Zeit ihres Abschlusses galt.
Bei variablen Quoten – dem Totalisator – setzen die Wettenden untereinander. Die Quote steht erst nach dem Ereignis fest, weil sie vom Verhältnis der Einsätze abhängt. Der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 %, bei Pferderennen bis etwa 85 %. Totalisatoren gibt es in der Schweiz vor allem im Pferderennsport und bei einigen Lotterien; im Sportwettengeschäft von Sporttip und Jouez Sport sind sie nicht die Regel.
Der Unterschied zwischen festen und variablen Quoten ist der Unterschied zwischen Wetten gegen den Buchmacher und Wetten gegen andere Wettende. Bei festen Quoten trägt der Buchmacher das Risiko; bei variablen Quoten tragen es die Wettenden gemeinsam. In beiden Fällen nimmt jemand die Marge – beim Buchmacher ist es der Buchmacher, beim Totalisator ist es der Veranstalter.
Wer in der Schweiz vergleicht, vergleicht was
Wer die Quoten von Sporttip und Jouez Sport für dasselbe Spiel vergleicht, vergleicht zwei bewilligte Schweizer Anbieter mit unterschiedlichen Vertragsgebieten. Wer einen ausländischen Anbieter dazunimmt, vergleicht einen bewilligten Anbieter mit einem nicht bewilligten – und der Vergleich hat eine andere Qualität.
Ein Quotenvergleich hat einen Sinn, wenn er die Margen zeigt. Drei kleine Beispiele aus der Mechanik machen den Punkt deutlich.
Beispiel eins: Zweiwegmarkt Quote 1.90 / 1.90. Ausschüttung etwa 95,0 %, Marge etwa 5,0 %. Das ist die Spanne, in der sich die meisten festen Quoten bewegen – sie ist weder gut noch schlecht, sie ist das, was ein Buchmacher nimmt.
Beispiel zwei: Zweiwegmarkt Quote 1.95 / 1.95. Ausschüttung etwa 97,5 %, Marge etwa 2,5 %. Das ist eine sehr knappe Marge, oft bei Livewetten in spielentscheidenden Situationen. Wer in solchen Momenten wetten kann, vergleicht eine sehr kleine Marge gegen den Standard.
Beispiel drei: Dreiwegmarkt Quote 2.10 / 3.40 / 3.60. Ausschüttung etwa 95,4 %, Marge etwa 4,6 %. Der dritte Ausgang kostet – eine Zweiwegwette mit denselben Quoten hätte eine etwas höhere Ausschüttung, der dritte Ausgang bringt den zusätzlichen Overround.
Diese drei Beispiele sind keine Quoten, die ein Wettender heute irgendwo findet. Sie zeigen die Mechanik: Margen bewegen sich in einer Bandbreite, die von der Sportart, vom Markt und vom Zeitpunkt abhängt. Wer vergleicht, vergleicht pro Markt, pro Spiel, pro Zeitpunkt.
Verantwortung beim Quotenvergleich
Wer Quoten vergleicht, vergleicht Preise. Das ändert nichts am Risiko jeder einzelnen Wette. Eine bessere Quote ändert nicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Wette gewinnt – sie ändert nur die Auszahlung im Gewinnfall.
Die Schweizer Spielerschutzregeln setzen deshalb nicht bei den Quoten an, sondern bei den Einsätzen. Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen – die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese 72-Stunden-Frist ist die Antwort auf den Impuls, im Affekt höhere Einsätze zuzulassen.
Die Spielsperre ist die stärkere Schutzmassnahme. Swisslos erlaubt eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Das Register funktioniert nur, weil die bewilligten Anbieter in der Schweiz angeschlossen sind. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter spielt, ist nicht im Register – die Sperre gilt dort nicht.
Das ist der Grund, warum die Frage nach dem besseren Quotenvergleich immer auch eine Frage nach dem Anbieter ist: bei den bewilligten Anbietern funktioniert der Schutz, bei den nicht bewilligten nicht. Wer Quoten vergleicht und dabei den Schutz nicht mitdenkt, vergleicht Preise ohne den Kontext.
Was der Vergleich wert ist
Der Quotenvergleich in der Schweiz hat zwei Sorten: den innerhalb des Schweizer Anbieterduopols und den mit ausländischen Anbietern. Der erste Vergleich sortiert zwei Margen für dasselbe Spiel, denselben Markt, denselben Zeitpunkt – er zeigt, wer knapper kalkuliert. Der zweite Vergleich bezieht sich auf Anbieter, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, deren Margen anders kalkuliert werden und deren Schutz nicht greift. Beide Zahlen sind wahr; die ihrer Bedeutung ist es nicht.
Wer in der Deutschschweiz wettet, vergleicht Sporttip gegen sich selbst und gegen die ausländischen Anbieter, die auf den Vergleichsseiten stehen. Wer in der Romandie wettet, vergleicht Jouez Sport gegen sich selbst und gegen dieselben ausländischen Anbieter. Wer in beiden Gebieten spielt, hat die Auswahl zwischen den beiden Schweizer Produkten, aber nicht für ein einzelnes Spiel – die Vertragsgebiete schliessen das aus.
Wer den Vergleich ernst nimmt, vergleicht Margen, nicht Köpfe. Eine Quote ist eine Zahl mit zwei Bedeutungen – Preis und Meinung. Wer das eine ohne das andere liest, liest die Quote falsch. Wer das eine mit dem anderen liest, sieht, was ein Buchmacher wirklich anbietet.
Häufige Fragen zum Wettanbieter-Quotenvergleich in der Schweiz
Wie lässt sich die Marge eines Buchmachers aus den Quoten eines Spiels berechnen?
Die Marge berechnet sich in zwei Schritten aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes. Zuerst werden die Kehrwerte der Quoten addiert, dann wird eins durch diese Summe geteilt – das Ergebnis ist die Ausschüttung. Die Marge ist die Differenz zu 100 %. Beispiel: bei den Quoten 1.90 und 1.90 ergibt die Kehrsumme rund 1,0526, die Ausschüttung etwa 95,0 %, die Marge etwa 5,0 %.
Unterscheiden sich die Quoten von Sporttip und Jouez Sport für dasselbe Spiel?
Die Quoten werden unabhängig voneinander kalkuliert und können für dasselbe Spiel voneinander abweichen. Da die beiden Anbieter in getrennten Vertragsgebieten arbeiten und unterschiedliche Wettprogramme führen, lässt sich ein direkter Preisvergleich nur dort anstellen, wo beide dasselbe Spiel anbieten – etwa bei internationalen Fussballturnieren oder grossen Tennisveranstaltungen. Die Mechanik der Margen ist dieselbe, die konkreten Werte können sich pro Markt und Zeitpunkt unterscheiden.
Was ist der Overround, und was sagt er über den Gewinn des Buchmachers aus?
Der Overround ist der Überschuss, der entsteht, wenn die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes grösser als eins ist. Bei einem ausgeglichenen Buch – gleich viel Einsatz auf jede Seite – bleibt dem Buchmacher genau dieser Überschuss als Gewinn. Der Overround ist das, was die Marge mathematisch beschreibt: ein Overround von 1,05 entspricht einer Marge von 5 %.
Wie wird aus einer Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs?
Die implizite Wahrscheinlichkeit ist der Kehrwert der Dezimalquote. Quote 2.00 entspricht 50,00 %, Quote 1.50 entspricht 66,67 %, Quote 4.00 entspricht 25,00 %. Die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes liegt bei Buchmacher-Quoten immer über 100 % – der Überschuss ist der Overround.
Warum liegt die typische Ausschüttung bei Wetten mit zwei Ausgängen höher als bei Wetten mit drei Ausgängen?
Bei Märkten mit zwei Ausgängen addieren sich zwei Kehrwerte; bei Märkten mit drei Ausgängen addieren sich drei. Bei gleichen Quoten ist die Summe der Kehrwerte bei drei Ausgängen grösser als bei zwei, der Overround entsprechend höher, die Ausschüttung niedriger. Typisch sind etwa 90 % Ausschüttung bei Zweiwegmärkten und etwa 85 % bei Dreiwegmärkten.
Lohnt der Vergleich mit ausländischen Seiten, obwohl diese keinen Schweizer Schutz bieten?
Der Vergleich zeigt höhere Quoten bei manchen ausländischen Anbietern, weil sie keine Schweizer Aufsicht bezahlen und keine Schweizer Abgaben leisten. Er zeigt aber auch, dass diese Anbieter in der Schweiz keine Bewilligung haben, nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen sind und keinen Schweizer Rechtsschutz bieten. Ihre Gewinne können nach kantonalem Recht steuerpflichtig sein, ihre Domains können auf der Sperrliste landen. Wer vergleicht, vergleicht Quoten gegen Rechtsschutz – und die Entscheidung hängt davon ab, was dem Wettenden wichtiger ist.
Quoten – Laender Spiel Info
Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»
