Trixie-Wetten verständlich erklärt: Aufbau, Rechnung und die Schweizer Bewilligungslage

Updated Oktober 2026
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Geprüft am 20. Oktober 2026 gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip und das Reglement Jouez Sport.

Drei Bleistifte liegen parallel nebeneinander auf einem aufgeschlagenen leeren Notizblock auf einem Holztisch.
Die Trixie besteht aus drei Tipps: Gespielt werden die drei Zweier-Kombinationen und zusätzlich die Dreier-Kombination, insgesamt also 4 Wetten.

Was eine Trixie-Wette ist und aus welchen Teilwetten sie besteht

Eine Trixie ist eine Systemwette aus drei Voraussagen, die zu vier Teilwetten zusammengesetzt wird. Die vier bestehen aus den drei möglichen Zweierkombinationen und einer Dreierkombination; jede Voraussage kommt in mehreren und kleineren Teilwetten vor, deshalb übersteht eine Trixie bis zu einem verlorenen Tipp einen Treffer und zahlt zumindest aus einer der Zweierkombinationen etwas zurück.

Die Trixie gehört zu den Full-Cover-Wetten, bei denen alle möglichen Mehrfachwetten über eine feste Auswahlzahl gespielt werden – bei drei Auswahlen sind das drei Doubles und ein Treble, bei vier Auswahlen wären es sechs Doubles, vier Triples und ein Fourfold, und so weiter. Der Unterschied zu einer normalen Kombiwette liegt darin, dass die Trixie einen Teilverlust abfedert: Verliert nur einer der drei Tipps, gewinnen noch zwei der drei Doubles, und der Wettende verliert nur den Einsatz der verbleibenden Teilwetten. Bei einer herkömmlichen Dreierkombi wäre der gesamte Einsatz weg.

Ein Eishockeypuck und ein Schläger liegen auf einer glänzenden Eisfläche, im Hintergrund verschwimmen leere Banden.
Das Patent besteht ebenfalls aus drei Tipps, umfasst aber drei Zweier-Kombinationen, eine Dreier-Kombination und drei Einzelwetten, insgesamt also 7 Wetten.

Konkret tragen Wettende die folgenden vier Scheine gleichzeitig auf dem Wettschein:

Teilwette Enthält die Voraussagen
Double 1 A + B
Double 2 A + C
Double 3 B + C
Treble A + B + C

Jede dieser vier Teilwetten wird mit derselben Einsatzhöhe angespielt, und die Endquote einer Teilwette ist das Produkt der Einzelquoten ihrer Voraussagen. Das ist der Hebel, der die Trixie interessant macht: Schon eine Quote von 1.50 in jeder Voraussage ergibt im Treble eine Gesamtquote von 3’375 – niedrig, aber bei Treffern in zwei Voraussagen liefert das stärkere Double noch 2.25, und bei einem vollständigen Treffer aller drei die höchste Auszahlung der ganzen Wette.

Aufbau, Varianten und Abgrenzung zu Patent, Kombiwette und Einzelwette

Die Trixie steht zwischen Einzelwette und Vollabdeckung. Wer nur eine Voraussage trifft, bekommt nichts – die Trixie hat keine Single-Anteile, anders als das Patent, das bei drei Voraussagen sieben Wetten spielt: drei Singles, drei Doubles und einen Treble. Im Patent bekommt der Wettende selbst dann Geld, wenn nur eine der drei Voraussagen eintrifft; in der Trixie muss er mindestens zwei treffen, damit überhaupt ein Teilgewinn entsteht. Das ist der Kernunterschied zwischen den beiden Full-Cover-Systemen auf drei Auswahlen.

Ein Volleyballnetz steht an einem Seeufer in der Abenddämmerung, der Sand ist leer und das Wasser glatt.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019.

Die anderen naheliegenden Vergleichspunkte:

Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der Treffsicherheit pro Tipp ab. Wer drei Tipps mit hoher Einzelquote (2.50 und mehr) zusammenstellt, gewinnt mit der reinen Dreier-Kombi am meisten – verliert aber bei einem Fehler den vollen Einsatz. Wer drei Tipps mit niedrigeren Einzelquoten (1.50 bis 1.80) spielt, fährt mit der Trixie häufiger kleine Teilgewinne ein, weil zwei von drei Treffern in einer der Doubles reichen.

Wie der Gesamteinsatz entsteht und was eine Trixie kostet

Der Gesamteinsatz einer Trixie ist nicht die Summe der drei Einzelwetten, sondern das Vierfache des gewählten Einsatzes pro Teilwette. Bei einem Einsatz von CHF 1 pro Linie ergibt sich ein Gesamteinsatz von CHF 4, bei CHF 2 pro Linie CHF 8, und so weiter. Wer mit dem Mindesteinsatz spielt, setzt also tatsächlich ein Mehrfaches davon auf dem Wettschein.

Für die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter sind die einsatzrelevanten Eckwerte relevant:

Eine Trixie ist im Sinn von Jouez Sport ein Multiple mit drei Voraussagen. Der Höchsteinsatz pro Multiple-Wettschein liegt bei CHF 7’500 – vier Teilwetten à CHF 1’875 wären hier möglich, das überschreitet aber bereits die CHF-500-Linie für Einzel- und Kombiwetten, weil Jouez Sport zwischen diesen beiden Klassen und Multiples trennt. Wer die maximal mögliche Trixie-Höhe bei Loterie Romande ausschöpfen will, muss die Regeln für Multiples gegen die für Einzel- und Kombiwetten lesen und schauen, was davon greift.

Bei Sporttip ist die Systemwette-Obergrenze CHF 10’000, die pro Teilwette CHF 2’500 ergibt – ebenfalls unter der CHF-1’000-Linie für Einzel- und Kombiwetten. Wer eine Trixie mit Höchsteinsatz spielt, bewegt sich hier deutlich näher an der Limite, weshalb ein Satz von 200er-Quoten-Tipps mit voller CHF-2’500-Linie rechnerisch einen Treffer im niedrigen fünfstelligen Bereich liefern würde – was über die später behandelte Gewinnhöchstgrenze von CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette bei Jouez Sport hinausläuft.

Was passiert, wenn nur zwei der drei Voraussagen eintreffen

Eine Trixie ohne Single-Anteile verliert bei null oder einem Treffer den vollen Einsatz; sie gewinnt etwas ab zwei Treffern, und der Treffer aller drei Voraussagen bringt die höchste Auszahlung. Genauer:

Das ist die wesentliche Konsequenz des Trixie-Aufbaus: Die Wette ist kein Rundum-Sorglos-Paket, sondern eine Teilabsicherung gegenüber einer reinen Dreierkombi. Wer einen Tipp als «Bank» behandelt und zwei «riskante» Beigaben mitnimmt, akzeptiert ein Szenario, in dem die zwei Beigaben verlieren und die Bank allein nicht reicht. In diesem Fall ist die ganze Trixie verloren – die Bank hätte als Einzelwette allein mehr gebracht.

Wie sich der mögliche Gewinn rechnet und welche Rolle Quoten und Marge spielen

Die Endquote einer Teilwette ist das Produkt der Einzelquoten der enthaltenen Voraussagen. Bei drei Voraussagen mit den Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 ergeben sich die folgenden Teilwetten-Quoten:

Teilwette Einzelquoten Endquote
Double 1 k. A. k. A.
Double 2 k. A. k. A.
Double 3 k. A. k. A.
Treble k. A. k. A.

Bei einem Einsatz von CHF 1 pro Linie ist der Gesamteinsatz CHF 4. Ein Treffer aller drei Voraussagen liefert die Summe der vier Liniengewinne: 1 × 3.00 + 1 × 3.75 + 1 × 5.00 + 1 × 7.50 = CHF 19.25 Bruttogewinn, also CHF 15.25 Nettogewinn nach Abzug des CHF-4-Einsatzes. Ein Treffer nur der Voraussagen 1 und 2 bringt das Double 1 mit Endquote 3.00 allein: CHF 3.00 Bruttogewinn, CHF 1 Verlust, weil die drei anderen Linien leer ausgehen. Zwei Treffer in den Voraussagen 2 und 3 (Doppel 3, Endquote 5.00) liefert CHF 5.00 Bruttogewinn und CHF 1.00 Nettogewinn. Treffer in den Voraussagen 1 und 3 (Doppel 2, Endquote 3.75) liefert CHF 3.75 Bruttogewinn und CHF 0.25 Verlust.

Diese Bruttobeträge sind die Werte vor der Marge des Marktes. Die Quoten, die ein Veranstalter anbietet, tragen den Quotenschlüssel des Marktes in sich – die Auszahlungsquote über alle möglichen Ausgänge addiert sich zu weniger als 100 %, die Differenz ist die Marge des Anbieters auf dem Markt. Eine Marge von 5 % bedeutet, dass 95 Cent von jedem eingesetzten Franken im Mittel an die Wettenden zurückfliessen. Bei Swisslos und Loterie Romande ist die Marge nicht in den Spielregeln beziffert; sie ergibt sich aus dem konkreten Markt und dem Zeitpunkt der Wettannahme.

Für die Trixie ist die Konsequenz klar: Die Auszahlung hängt direkt von den angebotenen Quoten ab, und ein Markt mit hoher Marge drückt jede Endquote spürbar nach unten. Bei einem angenommenen Markt mit Quoten, die zu einer Auszahlungsquote von 95 % führen, liegen alle hier gerechneten Bruttobeträge rund 5 % unter den Werten aus der Sektion «Wie sich der mögliche Gewinn rechnet und welche Rolle Quoten und Marge spielen» – das Treffer-Szenario (3 Treffer) sinkt von CHF 19.25 auf etwa CHF 18.29 Bruttogewinn. Bei einer Auszahlungsquote von 90 % (Marge 10 %) sind es noch etwa CHF 17.33 Bruttogewinn.

Wie Sporttip den Gewinn rundet und was bei Absage eines Ereignisses passiert

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus dem Einsatz mal der Quote (bei Kombinationen aus dem Einsatz mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Für die in «Wie sich der mögliche Gewinn rechnet und welche Rolle Quoten und Marge spielen» beschriebene Volltreffer-Konstellation mit Bruttogewinn CHF 19.25 ändert die Rundung nichts; bei CHF 19’273 wäre der ausgewiesene Gewinn CHF 19.25.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für eine Trixie bedeutet das: Ein abgesagtes Ereignis in einem der drei Tipps wirkt, als wäre der entsprechende Tipp mit Quote 1.00 angespielt worden. Bei einem abgesagten Ereignis und zwei verbleibenden Treffern gewinnt noch dasjenige Double, das beide verbleibenden Voraussagen enthält – mit einer Endquote, die wegen des 1.00-Ersatzes deutlich sinkt als bei einem regulären Tipp. Ein abgesagtes Ereignis und ein verbleibender Treffer bringt nichts. Zwei oder drei abgesagte Ereignisse lassen die ganze Trixie leer ausgehen. Wer eine Trixie spielt, sollte die Nachholregel deshalb mitbedenken: Ein Ausfall ist nicht so schmerzhaft wie bei einer reinen Kombi (dort wäre die ganze Wette verloren), aber er entwertet einen grossen Teil des Systems.

Welche Märkte und Veranstaltungen sich für eine Trixie eignen

Die Trixie ist ein System über drei Voraussagen, nicht an eine bestimmte Sportart gebunden – sie funktioniert auf jedem Markt, der Quoten für die einzelnen Voraussagen anbietet. Praktisch spielen Trixie-Wettende häufig Fussball, Eishockey, Tennis oder Basketball mit Quoten zwischen 1.40 und 3.00 pro Voraussage; zu niedrige Quoten (alle unter 1.30) liefern selbst beim Volltreffer kaum einen nennenswerten Gewinn, zu hohe (alle über 4.00) führen zu einer schmalen Trefferwahrscheinlichkeit, in der selbst ein Doppel-Treffer selten wird.

Wichtig ist, was die Schweizer Bewilligungslage zulässt. Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026) ist eine geschlossene Liste; nur was dort steht, darf bei Swisslos und Loterie Romande gespielt werden. Eckpulte der Grafik: Eckball- und Kartenmärkte sind in der Liste nicht enthalten, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe und nicht aufgeführte Disziplinen sind tabu. Diese Einschränkungen wirken sich auch auf die Trixie aus – sie kann nur Wetten kombinieren, deren einzelne Voraussagen jeweils zulässig sind.

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für die Trixie heisst das: Wer drei Voraussagen aus ein und demselben Spiel nimmt, bewegt sich am Rand der Annahmepolitik und riskiert die Ungültigerklärung – bei zwei Voraussagen aus einem Spiel und einer dritten aus einem anderen Spiel ist die Funktion hingegen nicht erforderlich, und die Kombination steht normal.

Livewetten, Cash-Out und Systemwetten bei Sporttip

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für eine Trixie heisst das: Wer drei Voraussagen live kombiniert, kann erleben, dass eine davon kurz vor dem Abpfiff wertlos wird – dann reduziert sich die Trixie auf den Stand, den die verbleibenden Voraussagen hergeben.

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Für die Trixie bedeutet das: Wer das System cash-outen will, erhält den niedrigeren Cash-Out-Betrag, der das gesamte System abwickelt – eine Teilauszahlung einer Teilwette ist nicht möglich.

Kombiboost und Profitboost: was eine Trixie zusätzlich bringen kann

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Für die Trixie ist das relevant: Die Trixie hat nur drei Voraussagen, der Kombiboost zählt auf Systemebene aber alle Voraussagen, die in den Teilwetten vorkommen – und das sind bei der Trixie jede Voraussage in je zwei Doubles und im Treble, also jede Voraussage in drei Teilwetten mit Quote ≥ 1.50. Die Mindestanzahl von vier Voraussagen ist im strengen Sinne nur eine Voraussage zu wenig, doch Sporttip wertet die Anzahl der Voraussagen, nicht die Anzahl der Teilwetten. Wer den Boost mitnehmen will, muss die Trixie um eine vierte Voraussage erweitern – dann wird das System zur «vierfachen Trixie», einer 11-Wetten-Yankee, und der Kombiboost greift.

Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Für eine Trixie heisst das: Ein Profitboost auf eines der drei ausgewählten Ereignisse schlägt nur dann durch, wenn das Ereignis Teil einer gewinnenden Teilwette ist – der Boost wird auf den Nettogewinn dieses einen Ereignisses angerechnet und nicht auf den Gewinn der ganzen Trixie.

Welche Wettmärkte sich für die Trixie eignen und welche weniger

Die Trixie braucht Märkte, auf denen die einzelne Voraussage mit einer Quote von rund 1.50 bis 3.00 bewertet wird. Märkte ausserhalb dieses Bands funktionieren, verändern aber das Risikoprofil:

Wer systematisch spielt, wird Trixies vor allem auf Märkten spielen, deren Quoten sich nicht gleichzeitig bewegen – eine Fussball-Quote reagiert auf andere Ereignisse als eine Tennisquote, ein Eishockeyspiel hat andere Störgrössen als ein Basketballspiel. Die Unabhängigkeit der drei Voraussagen ist es, die das Trixie-Auftragsprofil gegenüber der reinen Kombiwette trägt: Wenn eine Quote auf Ereignis A fällt, beeinflusst das nicht die Quote auf Ereignis B und C, und das System behält seine kalkulierte Form.

Wie die Schweizer Bewilligungslage die Trixie bestimmt

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos (Produkt Sporttip) und Loterie Romande (Produkt Jouez Sport).

Die Trixie ist im Kern eine Systemwette über drei Voraussagen, die im Wettprogramm eines Veranstalters angeboten wird. Was ein Veranstalter an Systemwetten anbieten kann, hängt an der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Auf dieser Liste steht, welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten zulässig sind – welche Wettarten im Detail, das ist im Wettprogramm des Veranstalters zu prüfen.

Für Spielende bedeutet das: Wer eine Trixie spielen will, kann das nur bei Swisslos (Sporttip) oder Loterie Romande (Jouez Sport) tun, und auch dort nur im Rahmen des bewilligten Wettprogramms. Ausländische Anbieter sind in der Schweiz nicht bewilligt; ihre Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen (DNS-Block). Wer aus dem Ausland spielt, hat keinen Schweizer Spielsperren-Schutz, keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit und muss die Gewinne nach kantonalem Recht versteuern (im Kanton Thurgau sind Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe steuerlich zu versteuern, in anderen Kantonen nach kantonaler Praxis).

Swisslos Sporttip: Veranstalter, Gebiet und Spielregeln

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die zentralen Spielregeln:

Die Trixie ist im Sporttip-System eine Systemwette über drei Voraussagen mit vier Teilwetten; sie fällt unter die CHF-10’000-Obergrenze für Systemwetten, nicht unter die CHF-1’000-Linie für Einzel- und Kombinationswetten. Wer die maximale Höhe spielen will, kann bis zu CHF 2’500 pro Linie setzen – vorausgesetzt, die Quoten erlauben am Ende einen Gewinn, der den Einsatz übersteigt. Wer mit niedrigeren Quoten spielt, kann auch höhere Einsätze wählen, solange das System die CHF-10’000-Linie nicht sprengt.

Loterie Romande Jouez Sport: Veranstalter, Gebiet und Reglement

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Das Online-Angebot richtet sich an Spielende mit Wohnsitz im Vertragsgebiet.

Die zentralen Regeln:

Eine Trixie ist bei Loterie Romande ein Multiple mit drei Voraussagen; sie fällt unter die CHF-7’500-Obergrenze für Multiple-Wettscheine und unter die CHF-300’000-Obergrenze für Gewinne pro Einzel- oder Kombiwette. Wer eine Trixie mit Höchsteinsatz spielen will, kann bis zu CHF 1’875 pro Linie setzen, wenn die vier Linien zusammen unter CHF 7’500 bleiben – und das passt zu den 1.50-bis-3.00-Quoten, mit denen Trixies typischerweise gespielt werden.

Das System bei Loterie Romande hat zwei Eigenheiten gegenüber Sporttip: Die Quote-Untergrenze von 1.10 pro Voraussage ist deutlich niedriger als die Mindestquote für den Sporttip-Kombiboost (1.50); die Quote-Obergrenze von 100’000 pro Wette ist eine harte Limite, die Kombinationen mit sehr hohen Quoten ausschliesst.

Verlustlimiten, Spielsperre und Spielerschutz

Die Schweizer Spielregeln verlangen, dass jeder Veranstalter eine oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste anbietet (Art. 87 VGS); eine Senkung muss sofort wirken, eine Erhöhung nach 24 Stunden – statutlich. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Für unter 21-Jährige gilt bei Sporttip eine tiefere Obergrenze (CHF 1’000 statt CHF 9’999 Verlustlimite).

Die Spielsperre (Art. 80-82 BGS) sieht eine Selbstsperre für 1 bis 180 Tage vor (bei Sporttip), eine unbefristete Spielsperre mit Eintragung in einem schweizweiten Register, das auch für Casinos gilt, und eine Aufhebung erst nach drei Monaten mit Einbezug einer Fachstelle. Wer ausgeschlossen oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Für die Trixie bedeutet das: Wer Systemwetten spielt, vervielfacht seinen Gesamteinsatz gegenüber einer Einzelwette (4-fach), und die gesetzten Verlustlimiten müssen so gewählt werden, dass sie auch eine Reihe von Trixies pro Woche abdecken, ohne dass der Schutz leerläuft. Die Selbstsperre ist die richtige Wahl, wenn die eigenen Limits mehrfach gerissen werden oder das System zur Belastung wird – die Sperre ist nicht aufgehoben, bevor die Frist abläuft, und das ist eine Sperre, die trägt.

Steuern auf Gewinne aus Trixies

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen (die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich) sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert – der Bund hat den Freibetrag auf CHF 1’071’000 ab 1.1.2026 festgesetzt (2025 waren es CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton, also gilt «je nach Kanton», nie eine einzelne kantonale Zahl. Über dem Freibetrag zieht der Ersteller 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dem Freibetrag: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerpflichtiges Einkommen. Die anderen Kantone haben ihre eigene Praxis. Wer eine Trixie bei einem ausländischen Anbieter spielt und gewinnt, klärt die Frage mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung.

Auf den Einsätzen liegt keine Schweizer Wettsteuer – diese Aussage gilt für alle in der Schweiz bewilligten Anbieter und ist im BGS nicht enthalten.

Werbung, Bonus und Werbebeschränkungen

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS); Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 hat sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt). Es gibt keine zeitliche Werbesperre.

Für die Trixie bedeutet das: Wer Werbung mit «gratis Trixie» oder «Trixie-Bonus» sieht, sollte prüfen, ob die Gespa dem zugestimmt hat – und ob die Aktion tatsächlich eine Wette in kostenloser Form und nicht eine Bedingung ist, die das Werbeversprechen aufwiegt.

Ausländische Anbieter und die Sperrliste

Wer in der Schweiz eine Trixie spielen will, kann das nur bei Swisslos (Sporttip) oder Loterie Romande (Jouez Sport) tun. Acht ausländische Anbieter sind im Umlauf, die im Folgenden mit ihren Hauptmerkmalen aufgeführt sind:

Anbieter Schweizer Bewilligung Status
Compact2 ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste
22Bet ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste
20Bet ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste
Betify ohne Schweizer Bewilligung nur Gespa-Sperrliste

Diese Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung, sind nicht an das Schweizer Ausschluss-Register angeschlossen, haben keinen Schweizer Rekrutier, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen (Art. 745, 86-93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis zu 3 Jahre oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle.

Für die Trixie heisst das: Ausländische Anbieter mögen Trixies anbieten, aber in der Schweiz sind sie nicht bewilligt, und das Spielen dort trägt das volle Risiko. Die bessere Wahl ist, die Trixie bei einem der beiden bewilligten Veranstalter zu spielen, im Rahmen des bewilligten Wettprogramms.

Häufige Fragen

Was ist eine Trixie-Wette, und aus welchen Teilwetten besteht sie?

Eine Trixie ist eine Systemwette aus drei Voraussagen, die zu vier Teilwetten kombiniert wird: drei Zweierkombinationen über alle möglichen Paare der Auswahlen und eine Dreierkombination über alle drei Auswahlen zusammen. Jede Teilwette wird mit demselben Einsatz pro Linie angespielt, die Endquote jeder Teilwette ist das Produkt der Einzelquoten. Sie gehört zu den Full-Cover-Wetten, die alle möglichen Mehrfachwetten über die gegebene Auswahlenzahl spielen – bei drei Auswahlen sind das genau diese vier Wetten.

Wie funktioniert eine Trixie, wenn nur zwei der drei Tipps eintreffen?

Bei zwei Treffern gewinnt genau eines der drei Doubles – das Double, das die beiden getroffenen Voraussagen enthält. Der Wettende erhält den Linieneinsatz mal die Endquote dieses einen Doubles, die anderen zwei Doubles und das Treble verlieren. Bei null oder einem Treffer verlieren alle vier Teilwetten, und der Einsatz ist verloren. Anders als das Patent gibt es bei der Trixie keine Singles, die auch bei nur einem Treffer etwas bringen würden.

Worin unterscheidet sich die Trixie vom Patent mit seinen sieben Wetten?

Das Patent hat drei Singles, drei Doubles und ein Treble, also sieben Teilwetten statt vier. Bei einem Treffer zahlt das Patent die Single mit der niedrigsten Endquote aus; bei der Trixie gibt es in dieser Konstellation nichts. Bei zwei Treffern zahlen beide einen Teilgewinn, beim Trixie ist es nur eines der drei Doubles. Das Patent kostet das 7-fache, die Trixie das 4-fache des Linieneinsatzes.

Wie berechnet sich der Gesamteinsatz einer Trixie bei einem festen Einsatz pro Teilwette?

Der Gesamteinsatz ist das Vierfache des Linieneinsatzes. Bei CHF 1 pro Linie sind es CHF 4, bei CHF 2 pro Linie CHF 8, bei CHF 5 pro Linie CHF 20. Die Höchstgrenze bei Sporttip für Systemwetten liegt bei CHF 10’000 (CHF 2’500 pro Linie), bei Loterie Romande für Multiples bei CHF 7’500 pro Wettschein. Die Trixie ist bei Loterie Romande ein Multiple mit drei Voraussagen und unterliegt damit der CHF-7’500-Obergrenze.

Wird die Trixie bei Swisslos oder Loterie Romande angeboten, und wo ist das im Wettprogramm nachzulesen?

Beide Veranstalter bieten Systemwetten an, die genaue Ausgestaltung (Anzahl Voraussagen, Typ) ist im Wettprogramm des Veranstalters zu prüfen. Sporttip nennt das Reglement «Systemwette», Loterie Romande spricht von «Multiples». Wer eine Trixie aus drei Voraussagen spielen will, prüft im Wettschein, ob die Option für eine Systemwette über drei Voraussagen verfügbar ist; ist sie nicht verfügbar, ist sie im Wettprogramm des Veranstalters nicht enthalten.

Wie lässt sich ein möglicher Gewinn aus den Quoten der drei Tipps rechnen, und welche Rolle spielt die Marge?

Der Gewinn pro Teilwette ist der Linieneinsatz mal die Endquote dieser Teilwette, wobei die Endquote das Produkt der Einzelquoten ist. Für die Trixie wird das für jede der vier Teilwetten gerechnet und addiert, dann wird der Gesamteinsatz abgezogen. Die Marge des Marktes ist in jeder angebotenen Einzelquote eingepreist; sie ist die Differenz zwischen 100 % und der Auszahlungsquote über alle Ausgänge. Eine Auszahlungsquote von 95 % (Marge 5 %) bedeutet, dass 95 Cent von jedem eingesetzten Franken im Mittel an die Wettenden zurückfliessen.

Inhalt erstellt vom Team «Laender Spiel Info»